Frisches Brot und ein Waldspaziergang…

Frisches Brot und ein Waldspaziergang…

Allgemein

Ja, hier war es jetzt wirklich lange still. Zuerst hatte ich gefühlt den ganzen Januar die Grippe und danach hatte ich eine extreme Blogg-Krise, weil ich einfach nicht wusste, was ich noch schreiben soll. Diese Konkurrenzierung um Aufmerksamkeit und die Selbstdarstellung vieler Blogger schien mir so sinnlos zu sein. Ich dachte mir, dass ich erst wieder etwas hier schreiben werde, wenn ich wirklich etwas zu teilen habe.

Und wer hätte das gedacht, gestern hatte ich (dank einem Input von einer Followerin auf Instagram) die Erleuchtung. Ja, man kann durchaus auch in Zeiten von Corona Ideen haben. Schon zuvor habe ich mir gedacht, dass ich unbedingt mal wieder einen Blogpost schreiben müsste… Und zwar für meine liebe Freundin in Florenz, die schon einiges länger in Quarantäne lebt und anders als wir Schweizer nicht die Möglichkeit hat, in den Wald oder den Park spazieren zu gehen oder etwas per Post zu bestellen. Denn in Italien kommt keine Post mehr. Dazu kommt, dass das Mobil-Netz überlastet ist und man daher auch nicht grosse Bilddateien oder Videos schicken sollte. Das Internet geht aber noch und darum ist so ein Blogbeitrag ideal. Darum widme ich diesen Beitrag in erster Linie meiner lieben Freundin – aber natürlich freue ich mich, wenn ich auch allen anderen Leserinnen und Lesern eine Freude damit machen kann.

Aus den bereits erwähnten Gründen bin ich eben doch recht dankbar, aktuell nicht in meinem geliebten Firenze, sondern daheim in der Schweiz zu sein. Und ja, wenn ich sehe, wie hart es Italien getroffen hat, blutet mir das Herz. Aber jeden Tag sage ich zum Signore, dass wir sobald wie möglich, wenn alles vorbei ist, nach Italien reisen werden (mit einem grossen Paket Ovo-Schokolade für unsere lieben Freunde im Gebäck). Ein Land, das so sehr vom Tourismus lebt, hat das nötig. Sowieso finde ich es wichtig, dass wir nicht nur jetzt Solidarität zeigen und lokale Anbieter und Produzenten unterstützen, sondern das auch danach beibehalten!

Da der Signore im Spital sehr eingespannt ist, bin ich im Moment viel alleine. Aber das war ich ja schon vorher oft – einfach mit dem Unterschied, dass ich selber halt mobiler war. Ich muss aber auch sagen, dass meine ersten drei Monate in Florenz damals viel einsamer waren (ich kannte ja niemanden, zum Internet hatte ich nur beschränkten Zugang, Arbeit hatte ich auch nicht regelmässig und finanziell waren wir knapp dran). Jetzt habe ich immer noch meine Arbeit, die eher sogar anspruchsvoller geworden ist, und ein Umfeld, mit dem ich nach Lust und Laune telefonieren und chatten kann. Logisch vermisse ich meine Liebsten. Aber eben, es ist definitiv einfacher, als damals als ich in Italien so einsam war (noch schlimmer war es übrigens in unserem ersten Jahr in Zürich – aber daran will ich gar nicht mehr denken). Anders war nur, dass alle anderen damals nicht einsam waren. Jetzt sind wir alle gemeinsam einsam und schätzen es hoffentlich umso mehr, wenn wir uns wiedersehen. Mein Highlight dieser Woche war dann auch der Besuch bei einer Freundin. Also sie stand oben am Fenster, ich unten und wir haben uns unterhalten. Das war ganz zauberhaft. 

Das einfach zu unserer aktuellen Situation. Und obwohl ich mir manchmal Sorgen um den Signore mache (besonders dann, wenn ich reisserische Artikel darüber lese, wie viele Ärzte in Italien schon gestorben sind), versuche ich doch das Gute zu sehen. Und ja, manchmal muss man im Leben seinen wilden Gedanken befehlen ruhig zu sein – einfach weil sie nichts nützen. Ich bin auch froh, dass wir schon lange praktisch keine News mehr konsumieren (vor allem keine Digitalen). Denn die tun einfach niemandem gut. Ich finde, dass ich das schreiben darf, da ich selber seit 13 Jahren in dieser Branche tätig bin.

So, nun habe ich genug ausgeholt und sollte endlich zum Kern meines Beitrags kommen. Ich habe letzte Woche für die Zeitung «Schweizer Bauer», bei der ich als Redaktorin arbeite, ein Dossier zum Thema Brot geschrieben (die Ausgabe ist noch bis Dienstagabend am Kiosk erhältlich). Eine liebe Freundin hat mir dann berichtet, dass man teilweise in Zürich nur schwer Hefe bekommt. Ja, man kann nicht nur Toilettenpapier, sondern auch Hefe hamstern. Für das Dossier habe ich mich in der langen Teigführung geübt, für die man nur sehr wenig Hefe braucht. Weil ich so von dieser Technik begeistert bin, habe ich meine Erkenntnisse vor lauter Glück auf Instagram geteilt. Und weil ich dazu bereits so viele liebe Rückmeldungen und Bilder von echt schönen Broten bekommen habe, dachte ich, dass ich auch noch auf dem Blog darüber berichten will.

Um meiner Freundin in Florenz eine Freude zu machen, packe ich auch noch Bilder dazu, die ich heute Morgen bei einem Waldspaziergang gemacht habe. Und bitte seid alle, die das lesen und noch Spazierengehen können, einfach dankbar, dass  das möglich ist. Und ja, ich weiss, dass diese Zeit für alle irgendwie herausfordernd ist, weil von fast allen Dingen gefordert werden, die sie zuvor nicht tun mussten, weil man Sorgen um seine Gesundheit, seine Lieben oder wegen dem Geld hat und weil es eine Zeit ist, die von allen viel Geduld fordert. Aber gerade dann ist es ja besonders wichtig, sich über die Dinge zu freuen, die noch gleich sind und trotzdem Freude machen. Für mich ist das immer noch das Kochen und Backen. Darum hier also meine Anleitung zur langen Teigführung:

Bei etwas intensiverer Beschäftigung mit dem Thema Brotbacken stösst man schnell auch mal auf die Thematik der langen Teigführung. Forscher haben nämlich entdeckt, dass die Unverträglichkeit von Brot nicht unbedingt mit dem Mehl selbst, sondern mit dessen Verarbeitung zu tun hat. Besonders Menschen, die am Reizdarm-Syndrom leiden, vertragen kein normales Brot und bekommen Blähungen davon. Brot aus alten Getreidesorten ist für sie besser.

Aber es ist nicht nur die Getreidesorte, welche die Verträglichkeit ausmacht, sondern auch die Art der Teigführung. Denn ein gutes Brot braucht Zeit. Idealerweise viel Zeit und je mehr es davon bekommen hat, umso verträglicher wird es für den Konsumenten. Wenn der Teig lange genug ruhen konnte, quellen die darin enthaltenen Ballaststoffe und auch die Stärke erst richtig auf und können vom Körper besser verarbeitet werden.

Bei der langen Teigführung gelten drei Grundsätzen: Erstens bedeutet es, dass der Teig mindestens 12 Stunden ruhen konnte, dass man für den Teig zweitens weniger Hefe verwendet und dass er drittens kühl (also auf Kühlschranktemperatur) gelagert wird. Denn bekanntlich sorgen Wärme und Feuchtigkeit dafür, dass der Teig sehr schnell aufgeht wie der sprichwörtliche Hefekloss. Durch die Kühlung wird der Prozess des Aufgehens verlangsamt und es können die bereits erwähnten positiven Effekte eintreten. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Mehl so viel Zeit hat, das Wasser zu speichern und ein intensiver schmeckendes Brot mit längerer Haltbarkeit gebacken werden kann.

Konkret verläuft die lange Teigführung so, dass dafür ein ganz normales Brotrezept zubereitet wird. Normalerweise werden auf 1 kg Mehl 20 bis 40 Gramm Hefe verwendet. In einen Teig, den man mindestens 12 – idealerweise aber 24 Stunden gehen lässt – gibt man nur 7 bis 9 Gramm Hefe (das Ganze kann auch auf Trockenhefe umgerechnet werden, da braucht man nicht viel mehr als eine Messerspitze).

Das Rezept lautet dann also folgendermassen: 1 kg Mehl, 7 bis 9 g Hefe, 20 g Salz und ca. 6 dl Wasser zu einem glatten festen Teig verkneten. Den Teig 12 bis 24 Stunden zugedeckt im Kühlschrank ruhen lassen (er geht dabei nicht wirklich auf, aber das ist normal, beim Backen tut er es dann trotzdem). Am nächsten Tag wird der Teig dann wie gewohnt geformt und im vorgeheizten Ofen bei Mittelhitze auf 220 Grad 50 bis 60 Minuten gebacken (kleine Brote brauchen eine kürzere Backzeit).

Ich lasse die Brote vor dem Backen jeweils noch etwa eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur ruhen und backe sie dann im Gusseisentopf, den ich zuvor eine halbe Stunde bei 220 Grad im Ofen vorgewärmt habe. Das Eisen leitet die Wärme und mit dem Deckel entsteht im Topf ein Klima, welches das Brot besonders knusprig werden lässt.

Es ist auch wichtig, dass man Brote nach dem Backen gut auskühlen lässt. Wenn man sie im warmen Zustand schneidet, drückt man die Brote zu sehr zusammen und der Teig wird pampig! Das gilt übrigens für die meisten hausgemachten Brote.

So, jetzt ist genug. Ich hoffe, dass ich Euch zum Brotbacken inspirieren und ermutigen konnte (das ist übrigens auch ein gutes Projekt für Kinder).

Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche! Und vergesst nicht, Viren bleiben nicht ewig (das predigt mir der Signore regelmässig und der wird es ja wissen) und es kommen wieder bessere Zeiten!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Gedankenspiele im „Locale“…

Gedankenspiele im „Locale“…

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Manchmal habe ich das Bedürfnis etwas abzuschliessen, weil ich dann wieder neue Geschichten erzählen will. Deshalb kommt heute noch der dritte und damit letzte Post zu unserer letzten Florenz-Reise. Ich habe Euch bereits hier und hier davon berichtet und erzählt, wie viel sich in Firenze getan hat. Zuerst hatte ich ein bisschen Zweifel, ob es ok ist, wenn ich heute schon wieder von einer Bar schreibe, nachdem ich im letzten Post bereits eine vorgestellt habe. Aber eigentlich geht es mir heute gar nicht so sehr um die Bar, sondern um die Gedanken, die mir dazu durch den Kopf schwirren. Also stellt Euch einfach vor, wir würden zusammen im wunderschönen „Locale“ an der Via delle Seggiole 12 in Florenz sitzen und uns ein bisschen unterhalten…

Das Lokal „Locale“ setzt sich aus Restaurant und Bar zusammen und wird von jungen, kreativen Köpfen geführt. Dementsprechend frisch und ansprechend kommen die Getränke und das Essen daher. Und dieser Umstand führt mich zu dem Thema, über das ich heute eigentlich schreiben möchte.
Ich habe mehrmals kurz angesprochen, dass ich vor einem Jahr beruflich eine etwas unpassende Richtung eingeschlagen hatte und dementsprechend unglücklich dabei war. Irgendwie habe ich dann zum Glück die Kurve gekriegt und mich plötzlich und ganz ungeplant an Orten wieder gefunden, an denen ich mich beruflich gut fühle. Gleichzeitig arbeite ich im Moment oft von Zuhause aus und somit wurden die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit fliessen – was auch nicht immer ganz einfach ist. Trotzdem spüre ich, dass ich dabei bin, den Weg zu mir zurück zu finden.
Die einzigen Gedanken, die mich manchmal quälen, wenn ich das kreative Schaffen von anderen Menschen sehe – wie eben im Locale in Florenz – sind die Zweifel an meinem eigenen Tun und meiner eigenen Kreativität. Ich glaube fest, dass eigentlich jede Arbeit eine gewisse Form von Kreativität verlangt. Sogar Berufe, die als völlig unkreativ gelten.
Aber eben, dann sitzt man an einem Artikel oder einem Blogbeitrag und denkt sich plötzlich, dass man völlig falsch liegt oder alles noch viel besser machen könnte. Wenn ich ehrlich zu mir selber bin, weiss ich, dass genau diese Gedanken den Tod der Kreativität bedeuten. Sobald es zu viel denkt und zuwenig fliesst in meinem Kopf, wird das Schaffen schwerfällig.
Schlussendlich habe ich festgestellt, dass mich einzig der Gedanke „Alles Dinge, die man mit Liebe tut, sind wundervoll“ von der Grübelei abhalten kann. Kein Mensch schwebt jeden Tag auf Wolke sieben. Das ist mir durchaus bewusst! Aber die Liebe zu den Dingen, die wir tun, und die Lust am Schaffen, macht unser Tun schlussendlich einmalig und lässt uns Orte und Dinge erschaffen, die auch wieder andere inspirieren und erfreuen. So wie diese Menschen, die in einem alten Palazzo in Florenz eine wunderbare Welt voller Köstlichkeiten kreiert haben.
Und das ist ja dann auch der Zauber, der den Dingen inne liegt, die wir lieben. Niemand liebt und tut sie so wie wir und das macht sie einmalig und unvergleichlich…
Ich hoffe, dass ich Euch mit meiner Gedankenspielerei ermutigen und inspirieren konnte und ich würde mich freuen, wenn Ihr auch Eure Gedanken dazu mit mir teilen würdet!
Herzlichst, Eure Signora Pinella
P.S. unter www.localefirenze.it gibt es alle Infos und die Öffnungszeiten vom „Locale“.

Auf den Spuren der magischen 11 und der grünen Fee…

Auf den Spuren der magischen 11 und der grünen Fee…

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Oft schreibe ich davon, dass ich in meiner Zeit in Florenz Blut geleckt habe, was das Reisen anbelangt. Ich bin zwar sehr gerne Zuhause – gleichzeitig zieht es mich aber auch immer wieder in die Ferne. Da kommt es mir sehr gelegen, dass mich meine Tätigkeit als Journalistin, die ich von Herzen liebe, mich an viele schöne Orte bringt. Der Signore reist für seine Arbeit auch oft, dabei sieht er aber in der Regel einfach den Flughafen und das Kongresszentrum der jeweiligen Destination. Ich dagegen werde herumgeführt, wunderbar verpflegt und erlebe schöne Dinge, die ich dann wiederum mit Euch teilen darf. So erging es mir auch in der vergangenen Woche. Während der Signore in Budapest an einem Kongress festsass, genoss ich das Drei-Seen-Land rund um den Bieler- und den
Neuenburgersee (an den Murtensee hat es dann leider nicht noch gereicht). Angefangen hat unser Ausflug aber in Solothurn. Denn dort
fliesst die Aare vorbei, bevor sie dann ihren Weg in den Bielersee und somit ins Drei-Seen-Land findet.

Obwohl Solothurn ein Nachbarskanton vom Kanton Bern ist, wird es von vielen Bernern  oft etwas aussenvor gelassen. Schade eigentlich. Denn Solothurn ist eine wahre Trouvaille, sehr herrschaftlich und geschichtsträchtig und somit der perfekte Ort für mich.
Der Stadtgrünungsmythos geht gleich wie bei Zürich auf Mitglieder der 11. Thebäischen Legion zurück. Urs, Victor und Verena heissen die Solothurner Stadtheiligen. Während die zwei Männer aufgrund ihres christlichen Glaubens von den Römern enthauptet wurden, überlebte Verena zu ihrem Leidwesen (sie wäre auch gerne als Märtyrerin gestorben) und zog sich als Einsiedlerin oberhalb von Solothurn in die Verena-Schlucht zurück, wo sie Kindern biblische Geschichten erzählte. Die Kathedrale von Solothurn heisst zu Ehren dieser Heiligen St.Ursenkathedrale. An dieser Kathedrale sind übrigens auch die Zürcher Stadtheiligen Felix und Regula verewigt, die ebenfalls als Mitglieder der Thebäischen Legion enthauptet wurden.

Die Zahl 11 spielt in Solothurn wegen der Geschichte mit der 11. Thebäischen Legion eine wichtige Rolle. In vielen Gebäuden wurde sie als Stilmittel eingesetzt. So führen drei Mal elf Treppenstufen zum Eingang der Kathedrale und in deren Innern finden sich drei Altare. Ganz allgemein wurde Solothurn architektonisch vom barocken Baustil geprägt und gilt daher auch als „schönste Barockstadt der Schweiz“. Bekannt ist Solothurn aber auch als „Ambassadorenstadt“, da dort vom 16. bis zum 18. Jahrhundert der Sitz der französischen Botschaft war.Interessanterweise arbeitet der einzige richtige Stadtsolothurner, den ich kenne, auch in den Diplomatischen Diensten. Offenbar scheint dort ein guter Boden für Botschafter und Abgesandte zu sein.

Geschichtsträchtig und geistvoll (im wahrsten Sinne des Wortes;) endete unsere Stadtführung in der „Grünen Fee“, der ersten und einzigen Absinth-Bar der Schweiz, deren Gründer von sich selber sagt, dass er als kleines Kind in ein Fass voller Absinth gefallen sei;)
Absinth ist ein Wermutgetränk, dessen Alkoholgehalt zwischen 45 und 85 Volumenprozent liegt. Der Absinth erlangte nicht nur wegen seiner Hochprozentigkeit  grosse Berühmtheit, sondern auch wegen der vielen Legenden, die sich um seine Wirkung ranken. Man sagt, dass einem die grüne Fee erscheine, wenn man zu viel Absinth getrunken habe.Im ätherischen Öl der Wermutpflanze, die zur Herstellung von Absinth verwendet wird, lassen sich tatsächlich auch Thujon-Ketone nachweisen, die unter anderem zu Halluzinationen führen sollen. Aus diesem Grund wurde das Herstellen und Konsumieren von Absinth 1910 in der Schweiz verboten. Heimlich wurde das Getränk aber weiter gebrannt, bis das Verbot 1999 wieder gestrichen und der Anteil der Thujon-Menge gesetzlich geregelt wurde. Letztere ist nun so gering, dass der Absinth ohne Bedenken genossen werden kann.
Ich muss gestehen, dass ich nicht der grösste Anis-Fan bin und genau nach dem schmeckt Absinth. Bei mir besteht also keine Gefahr, dass ich da zu tief ins Glas schaue. Ich finde aber das Zeremoniell rund um den Konsum ganz faszinierend. Denn Absinth wird verdünnt getrunken und so bekommt man eine sogenannte Absinth-Fontäne mit Eiswasser serviert und lässt das Wasser ins Glas laufen, in dem sich bereits eine kleine Menge Absinth befindet. Die klare Flüssigkeit verfärbt sich milchig, sobald sie mit dem Eiswasser vermischt wird. Dieser Vorgang nennt sich übrigens „opalisieren“. Vielleicht ist eben beim Absinth doch etwas Magie im Spiel…
Mir hat der Ausflug nach Solothurn jedenfalls sehr gefallen und ich will so bald wie möglich wieder dahinfahren und mir die Stadt nochmals ganz in Ruhe ansehen und vielleicht auch etwas shoppen – denn das kann man in Solothurn auch ganz wunderbar!
Ich hoffe, dass Euch meine kleine Stadtführung gefallen hat und wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!
Herzlichst,
Eure Signora Pinella
P.S. Unter http://www.solothurn-city.ch/de/ findet Ihr weitere Infos über die Sehenswürdigkeiten der Stadt und  unter http://diegruenefee.ch findet Ihr die Angebote und Öffnungszeiten der ersten Absinthe-Bar der Schweiz.

Florentiner Hausfrau und der Zauber der Verwandlung…

Florentiner Hausfrau und der Zauber der Verwandlung…

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Ich bin definitiv nicht der Typ für zu viele Veränderungen. Ich hänge gerne Vergangenem nach und tue mich oft schwer mit dem Loslassen. Deshalb war ich von mir selber überrascht, wie sehr ich bei unserer letzten Florenz-Reise die Veränderungen genossen habe, welche die Stadt durchlaufen hat, seit wir dort wohnten. Florenz hat sich in den letzten zwei Jahren enorm herausgeputzt. Junge, kreative Köpfe haben Neues entwickelt und gerade in den Bereichen Essen, Geniessen und Shoppen ist extrem viel passiert. Gerne will ich Euch daher heute die Bilder von „La Ménagère“, einem wundervollen Konzept Restaurant, zeigen.

Alleine der Name „La Ménagère – die Hausfrau“ gefällt mir. Es ist leicht exzentrisch, in Florenz (die Florentiner sehen sich ja als die Schöpfer des Italienischen), einem Restaurant einen französischen Namen zu geben. Aber auch das Interieur ist weit weg vom schweren Florentiner-Chic. Das gefällt mir und ich hätte mich gefreut, wenn es bereits während der Zeit, als wir in Florenz wohnten, mehr solche Orte gegeben hätte.

Ihr seht, Wandel kann eben doch ein Gewinn sein. Mir hat es gut getan, dass mir das so deutlich vor Augen geführt wurde. Manchmal muss man Altes gehen lassen und Platz für neue Dinge schaffen.

Ein bisschen Wehmut habe ich mir dann aber doch eingestanden. Denn wenn ich sehe, wie sehr sich Florenz gewandelt hat, dann würde ich sooooo gerne nochmals dort leben. Ach wäre das schön…

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Tag voller interessanter Wandlungen und Träume!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. „La Ménagère“ findet Ihr an der Via de’Ginori 8r – weitere Infos dazu gibt es unter www.lamenagere.it und hier findet Ihr eine weitere Florentiner-Restaurant-Trouvaille.

Essbares Glücksgefühl…

Essbares Glücksgefühl…

Kürzlich flatterte eine wirklich schöne Einladung zum Osterevent der Migros unter dem Motto #osternwirdjöö bei Chocolat Frey in Buchs AG zu uns ins Haus. Schokolade in der Form von süssen Hasen, da werde sogar ich schwach – Ihr wisst ja, normalerweise mag ich lieber deftige Speisen. Meine Erwartungen wurden übertroffen und ich ging erfüllt von Schokolade und Glücksgefühlen Nachhause. Das Beste ist, dass ab Morgen 8. April 2017 die Hasenspasstage bei Chocolat Frey beginnen und auch Ihr in die Welt der Schokolade eintauchen könnt.

Mir persönlich hat es die interaktive Ausstellung von Chocolat Frey besonders angetan. Die Besucher können tief in die Welt der Schokolade eintauchen und erfahren was es braucht, damit aus einer Kakaobohne feinste Schokolade wird. Im Eingangsbereich der Ausstellung gibt es übrigens viele schöne Zitate rund ums Thema Schokolade.

Ich fühlte mich extrem an den Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“ erinnert. Besonders im unteren Teil der Ausstellung, in dem die Schokolade auf einem Förderband an einem vorbei fährt und man sich den Bauch so richtig vollschlagen kann. Richtig interessant fand ich auch den Test zur Bestimmung des Schokoladentyps. Ich bin „Der neugierige Gourmet“ für den bei der Schokolade Qualität wichtiger ist als Quantität. So etwas hatte ich schon geahnt;)

Besonders stolz war ich dann natürlich auch auf meine erste eigene Schokoladenkreation und auf den ersten Osterhasen, den ich selber gemacht habe. Die Geschichte mit dem Hasengiessen ist gar nicht so einfach. So wusste ich zum Beispiel nicht, dass man ziemlich lange seitlich auf die Form schlagen muss, wenn die Schokolade darin ist, damit es später keine Lufteinschlüsse hat und der Hase schön glatt wird. Man lernt eben nie aus…

Über die Ostertage wird bei Chocolat Frey ebenfalls Hasengiessen angeboten. Dafür gibt es aber nur noch wenige freie Plätze (mehr Infos dazu findet Ihr auf www.chocolatfrey.ch).

Dafür werden im Kino von Chocolat Frey Osterfilme gezeigt, die Kinder können ihre eigenen Ostertäschli basteln und beim grossen Memory Preise gewinnen. Für die Begleitpersonen gibt es Leckereien im Besucherzentrum von Chocolat Frey und vom 8. April bis am Gründonnerstag in der Boutique von Chocolat Frey zehn Prozent auf alle Schokoladenprodukte.

Nach dem Besuch bei Chocolat Frey habe ich richtig Lust noch mehr über Schokolade zu erfahren und dieses Produkt gezielter und sorgfältiger in meiner Küche einzusetzen. Der Schoggiwahn an den Feiertagen ist immer noch nichts für mich. Aber wie es das Fazit von meinem Schokoladentest war, ist das Geniessen von herrlicher Schokolade, dieser Moment, wenn sie im Mund schmilzt und ihre herrlichen Aromen entfaltet, pures und essbar gewordenes Glück…

Ich bin sicher, dass nun einige von Euch lieben Leserinnen und Lesern sofort nach einem Stück Schokolade suchen werdet;)

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende voller Glück und Schokolade!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. unter www.chocolatfrey.ch findet Ihr das detaillierte Osterprogramm und hier findet Ihr viele Inspirationen und Rezepte rund ums Thema #osternwirdjöö

Was sich liebt…

Was sich liebt…

Nach unserem wirklich schönen Frankreich-Urlaub um letzten Sommer (hier und hier und hier habe ich darüber berichtet), waren der Signore und ich nicht mehr zusammen in den Ferien. Gerade deshalb haben wir die letzte Woche, die wir endlich wieder zusammen in Italien verbrachten, unsagbar genossen. Zuerst ging es ins Val Gardena zum Skifahren. Das war eine lustige Geschichte. Ich wurde dahin auf eine Pressereise eingeladen und habe gefragt, ob der Signore nachkommen dürfe. Nach und nach haben sich offenbar viele wieder abgemeldet und schlussendlich wurde die offizielle Pressereise abgesagt. Weil ich aber trotzdem gerne dahin wollte, gab es dann eine Individualreise für den Signore und mich. Davon werde ich Euch auch noch berichten. Nach ein paar Skitagen ging es dann weiter in unser geliebtes Florenz. Ach war das schön. Einfach traumhaft. Ich war überrascht, wie sehr sich die Stadt in den vergangenen zwei Jahren gewandelt hat. Und weil ich wieder viel entdeckt habe, müsst Ihr nun damit leben, dass es wieder ganz viel zum Thema Firenze auf diesem Blog gibt.

Dass das Weingut Le Filigare ein traumhaft schöner Ort ist, habe ich Euch bereits hier und hier und hier erzählt. Jedes Mal, wenn wir durch die Hügel des Chianti fahren und zum Schluss auch noch über das wirklich schlechte, letzte Stück der Strasse holpern, nimmt es mir fast den Atem. Und dieses Mal war der Ausblick in die Olivenhaine und Weinberge noch viel schöner, als ich ihn in Erinnerung hatte.
Das sanfte Abendlicht liess alles so magisch aussehen. Könnten der Signore und ich nochmals heiraten, dann würden wir das genau auf diesem Weingut tun. Ach wäre das schön… diese Aussicht, kombiniert mit erstklassigem Wein und den besten italienischen Spezialitäten. Vielleicht können wir mal unseren Kindern eine solche Hochzeit ausrichten – obwohl die dann vermutlich so genug von unserem Italien-Fimmel haben werden, dass sie im hohen Norden in einer Schneehöhle heiraten wollen;)
Wenn wir schon beim Thema Spezialitäten sind – italienisches Essen ist ja einfach per se einmal gut – aber die Florentiner haben es nun auch endlich verstanden, dass man die eignen Produkte etwas besser vermarkten sollte. So gibt es neu direkt gegenüber vom Palazzo Pitti ein hübsches, kleines Restaurant mit dem Namen „Olivia“, wo sich alles um Oliven und Olivenöl dreht. Diese Zutaten werden in jedes Gericht integriert. Das ganze Lokal kommt sehr hip und modern daher und das Essen ist leicht und gesund. Denn wenn mir in der Zeit in Florenz etwas gefehlt hat, dann war das leichteres Essen. Schwere Kost mit viel Fett, Wein und Fleisch gab es überall (was auch ok ist, denn so ist die Florentiner-Küche nun einmal). Hier findet Ihr mehr Infos zum Restaurant: www.oliviafirenze.com
Die Tage mit all diesen schönen Entdeckungen und den Treffen mit lieben Menschen sind nur so verflogen und ich werde aber noch lange in Erinnerungen daran schwelgen. Jedenfalls wollen wir so bald wie möglich zurück. Denn nicht nur mir, sondern auch dem Signore (oder besser gesagt dem Signore noch mehr), ist der Abschied wirklich schwer gefallen.
Je mehr Distanz ich zu unserer Zeit in Florenz bekomme, umso dankbarer bin ich dafür. Sie hat mich aus meiner Komfortzone heraus gebracht, gerade weil ich selber nie ein Jahr lang dorthin gegangen wäre. Und ja, als wir dort waren, war es oft hart. Wir waren knapp bei Kasse, lebten in einer Villa Durchzug in der es wechselweise feuchtkalt oder brütend heiss war und mussten in Rekordzeit eine neue Sprache lernen. Aber es war möglich.
Ein liebes Paar erzählte mir schon oft die Geschichte, dass sie sich am Anfang, als sie sich kennen lernten nicht ausstehen konnten. Sie drückten zusammen die Schulbank und fanden sich nur doof. Wenn man in einer Klasse ist, ist man dem Anderen aber zwangsläufig ausgesetzt. Gegen Ende ihrer Schulzeit fanden sie zum Erstaunen aller zusammen und niemand konnte es glauben. Aus Ablehnung wurde grosse Liebe. Genau so erging es mir mit Florenz. Zuerst fand ich alles dort soooooo sch… doof. Ich hatte Heimweh, nervte mich über die Italiener, über das Wetter, die Wohnung und so weiter… Heute ist diese Stadt (nebst Thun) meine grosse Liebe unter den Städten dieser Welt – und ich habe nun doch schon ein paar Städte gesehen. So kann es gehen. Aber vielleicht ist genau das die Essenz der Liebe, dass man auch die Schwächen des Anderen haargenau kennt und annimmt und schlussendlich auch liebt. Ganz nach dem Motto „was sich liebt das neckt sich“ oder „man kann sich auch extrem doof finden und trotzdem ineinander vergucken“;)

Ich kann Euch wärmstens empfehlen nach Florenz zu reisen. Vielleicht werdet Ihr mich verstehen. Vielleicht auch nicht, einfach deshalb, weil bereits eine andere Stadt Euer Herz erobert hat… Aber ich weiss jetzt schon, dass ich ganz bald wieder dahin will. Und für den Fall, dass Ihr auch eine Reise nach Firenze plant, könnt Ihr Euch auf die kommenden Beiträge darüber freuen.

Ich hoffe, dass Euch meine Chianti-Bilder auch so gut gefallen wie mir und dass Ihr ein bisschen schwelgen konntet… Und es würde mich schwer interessieren, ob Euch auch schon so etwas passiert ist, dass aus heftiger Ablehnung plötzlich grosse Zuneigung wurde?

Herzlichst, Eure Signora Pinella