Mehr als Eierfärben und Schoggihasen…

Mehr als Eierfärben und Schoggihasen…

Spontan habe ich heute Morgen entschieden diesen Beitrag zu schreiben. Die letzten zwei Wochen waren bei mir wieder bis obenhin vollgepackt, so dass irgendwie einfach für nichts Zeit blieb. Obwohl ich es gerne mag, wenn bei mir viel läuft, hat mich diese Zeit etwas an meine Grenzen gebracht. Einmal mehr musste Papa Pinella ins Spital und das mag ich gar nicht. Einfach auch weil er kein Jüngling mehr ist und man in solchen Momenten dann hin und wieder mal an die Endlichkeit des Menschen denkt. Dazu kam noch ein gewaltiger Berg Arbeit und ich merkte, wie mir der Stress psychisch und physisch immer mehr zusetzte.

So hatte ich mir aber auch ganz fest vorgenommen, dass ich mir das Eierfärben mit Mama Pinella nicht entgehen lassen will. Ich mache das extrem gerne und hatte die letzten Jahre nie Zeit dafür. Diese Momente, wenn man mit jemandem herumwerkeln und etwas Schönes schaffen kann, gehören für mich zu den allerwertvollsten Dingen in meinem Leben. Mit Ach und Krach habe ich es dann irgendwie geschafft, das Eierfärben in alle meine hunderttausend Termine hinein zu quetschen. Mit dem Ergebnis bin ich übrigens sehr zufrieden. Wir haben zum ersten Mal nicht nur mit Zwiebelschalen gefärbt, sondern noch weitere Naturfarben verwendet. Nächstes Jahr möchte ich zusätzlich Eier in Blau und Lila färben.

Wenn man so vor sich hin werkelt, hat man auch Zeit sich die einen oder anderen Gedanken über Gott und die Welt zu machen. Gerade Ostern bringt mich dabei immer etwas in einen Zwiespalt. Über all dem Dekorieren, Basteln und Backen gerät die Bedeutung dieses Festes manchmal etwas in Vergessenheit.

Ich muss ehrlich gestehen, dass für mich die Ostergeschichte nach wie vor irgendwie ein Mysterium ist. Einfach eines der Dinge, von denen ich glaube, das es die menschliche Art zu denken einfach übersteigt. Die Essenz über die Freude der Auferstehung, über die Tatsache, dass der Tod nicht die letzte Instanz ist, bedeuten mir aber sehr viel. Gerade in solchen Situationen, in denen ich mich selber auch wieder mit der irdischen Endlichkeit konfrontiert sehe.

Meine älteste Sorella erzählte mir kürzlich, dass es Menschen gibt, die aus religiösen Gründen keine Ostern feiern – weil das Fest heidnisch sei und gar nichts mit der Bibel zu tun habe und so weiter. Ich bin mir auch bewusst, dass die Geschichte vom Osterhasen, der die Eier bringt, aus Elementen der uralten Fruchtbarkeitsriten zu Beginn des Frühjahres stammt. Ich weiss, dass das Ei das Fruchtbarkeitssymbol schlechthin ist und über die Triebhaftigkeit der Karnickel müssen wir auch nicht diskutieren. Ich weiss auch, dass es bei Ostern um mehr als ums Eierfärben und Schoggihasen geht. Aber deshalb keine Ostern mehr feiern? Das wäre nichts für mich.

Denn ist es nicht genau dieses Innehalten, dass man zur Ruhe kommt und daran denken kann, dass ein neuer Frühling, ein neues Leben kommt und dass auf die Dunkelheit das Licht folgt, was dieses Fest so besonders macht?

Schlussendlich muss jeder für sich entscheiden, was er oder sie von Ostern denkt und welche Bedeutung man dem Fest gibt. Aber alleine die Freude über das Neue, das es in sich trägt, macht es für mich unendlich wertvoll und ich bin dankbar dafür, dass die himmlische Perspektive mein eigenes, irdisches und oft so unvollkommenes Dasein immer wieder hell erleuchtet!

Wie seht Ihr das und welche Ostertraditionen sind Euch besonders wichtig?

Ich wünsche Euch einen wundervollen Sonntag und «Frohe Ostern»!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

La Signora im Bastelfieber…

La Signora im Bastelfieber…

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich seit Jahren keine so kreative Weihnachtszeit hatte, wie in den vergangenen Wochen. Ich habe sehr viele Ideen umsetzen können und das macht mich jeweils sehr, sehr glücklich. Weil ich auf Instagram auf ein Bild von den Mooskugeln (die ich ja eigentlich als Basteltipp für die Zeitung, bei der ich arbeite, gemacht habe) sehr viele positive Rückmeldungen bekommen habe, dachte ich mir, dass ich sie Euch zeigen will. Dazu packe ich noch die Bilder von einem Gesteck, das ich für eine liebe Freundin gemacht habe. Das ist eben diese Freundin, deren Hände auch auf den Bildern zu sehen sind, und die immer wieder solche Kreativprojekte mit mir in Angriff nimmt. Gerne mache ich solche Sachen auch mit meiner Mama oder meinen Schwestern. Aber da ich so weit von ihnen weg wohne, ist es für mich ein grosser Segen, dass ich einen Menschen in meiner Nähe gefunden habe, der meine Leidenschaft für das Herumwerkeln teilt.

Den Reigen dieser kreativen Projekte hat meine liebe Freundin übrigens mit einer wunderbaren Einladung eröffnet. Sie hat zwei weitere Frauen und mich Ende November zu sich Nachhause zum Adventskranzbinden eingeladen. Und das war einfach schön. Wir waren vier Frauen, mit vier verschiedenen Nationalitäten und haben uns insgesamt in fünf verschiedenen Sprachen unterhalten. Interkultureller Dialog vom Feinsten;)

Wir haben aber auch zusammen Lebkuchenhäuser für den Sternenzaubermarkt gebacken (davon habe ich Euch auf meinem zweiten Blog hier erzählt) und dekorative Mooskugeln gewickelt. Und weil mir das alles so gut getan hat, wollte ich meiner Freundin zum Dank ein besonderes Geschenk überreichen und habe für sie ein Gesteck mit Federn und golden lackiertem Eukalyptus und einer edlen Duftkerze von Aerin Lauder gemacht.

Vielleicht ist ja der oder die eine oder andere von Euch da draussen auch noch auf der Suche nach einem hübschen Weihnachtsgeschenk. Da bieten sich diese beiden Ideen doch auch an.

Da ich eben ziemlich weit weg von meiner Familie und meinen alten Freunden wohne, bedeutet es mir so viel, dass ich jemanden gefunden habe, mit dem ich solche Kreativprojekte realisieren kann. Schuld daran ist übrigens der Signore. Er arbeitet mit dem Mann meiner Freundin zusammen und hat uns bekannt gemacht. Das ist natürlich auch ein weiteres, verbindendes Element… Unsere beiden Männer arbeiten als «Knochenschlosser» (so sagt dem Mama Pinella), sind in ihrem Beruf sehr eingespannt und wenig daheim. Das ist nicht immer so einfach. Auch deshalb, weil viele Aussenstehende gar nicht verstehen können, dass es nicht nur das grosse Los ist, einen Weisskittel geheiratet zu haben. Im Gegenteil. Im Allgemeinen bedeutet es, dass man viel etwas einsam und alleine ist. Deshalb ist es für uns eine Art Sport, genau diese einsamen Zeiten mit möglichst vielen verrückten Projekten zu füllen. Unsere Männer sind, so glaube ich zumindest, oft etwas erstaunt über unsere Ideen. Aber das ist auch gut so;)

Nun hoffe ich, dass ich Euch allenfalls zu einem schönen «last minute» Geschenk inspirieren konnte und wünsche Euch ein wundervolles, letztes Adventswochenende!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. und solltet Ihr so eine Perle in Eurem Leben haben wie ich, dann vergesst nicht, diesen Menschen Eure Dankbarkeit zu zeigen!

Herbstedeko und ein bisschen Zeit für mich…

Herbstedeko und ein bisschen Zeit für mich…

Sechs Wochen ist es her, seit ich mich zum letzten Mal bei Euch gemeldet habe… Ich hatte Euch ja bereits im Beitrag hier erzählt, wie herausfordernd unsere Situation war. Es war einfach immer viel. Viel Schönes, aber auch viel Schwieriges. In den letzten Wochen hatte ich das Gefühl nur noch zu funktionieren und knapp irgendwie das Allernötigste zu schaffen. Zusätzliche Dinge zu erledigen oder geschweige denn etwas Zeit für mich selber zu haben, lag einfach nicht drin. Vermutlich haben viele von Euch auch bereits solche Phasen durchlebt und durchlitten. Prinzipiell ist das ja auch gar nicht so schlimm, da sie in der Regel auch mal enden. Zu spüren, dass ich in solchen Phasen Mitmenschen verärgere, weil ich einfach zu wenige Zeit für alles habe, belastet mich dann aber jeweils zusätzlich. Kennt Ihr dieses Gefühl auch?

Früher oder später stellt sich bei mir dann aber zum Glück jeweils die Einsicht ein, dass ich ja auch Verständnis habe, wenn sich Menschen um mich herum in schwierigen Situationen befinden. Ich versuche dann auch sie zu unterstützen und für sie da zu sein. Und zu diesem Gedanken gesellt sich dann die Erkenntnis, dass ich mir selbst ja am nächsten bin und deshalb auch am besten auf mich aufpassen kann.

In Stressphasen ist es für mich immer besonders wichtig, dass ich mir ab und zu Zeit für mich nehme und etwas gestalte oder nähe oder ein bisschen in der Küche herumexperimentiere… Zum Glück habe ich zusätzlich einen Beruf, in dem ich immer wieder kreative Projekte realisieren kann. So hatte ich kürzlich die Aufgabe, einen Basteltipp für den Herbst zu machen. Obwohl das eigentlich Arbeit war, hat mir dieses kleine Projekt sehr gut getan und weil mir das Ergebnis gut gefällt, will ich es unbedingt mit Euch teilen.

Kürbisse zu schnitzen ist die bekannteste Methode, um damit zu dekorieren. Gerade für kleine Kinder ist das aber oft  nicht so einfach oder gar noch nicht machbar. Dazu kommt, dass die intensiven Orangetöne vieler Herbstdekorationen nicht allen entsprechen. Daher stellt das Bemalen von Kürbissen eine gute Alternative dar. Das können schon kleine Kinder umsetzen (auch mal mit Fingerfarben) und so die Farbpalette der Herbstdekorationen erweitern.

Da nicht alle Farben auf der Oberfläche von Kürbissen haften, empfiehlt es sich, unverdünnte Acrylfarbe zu verwenden. Alternativ können die Kürbisse auch mit Sprühlack eingefärbt werden. Aber auch das ist wiederum nur etwas für grössere Kinder. Wer mit ganz kleinen Kindern arbeiten will, sollte ungiftige, gut abwaschbare Farben besorgen (im gut sortierten Bastelgeschäft gibt es sicher Alternativen zu Acrylfarben).

Material: Acrylfarben, grobe Pinsel, feine Pinsel, Pailletten, Glitzer und Leim.

Vorgehen: Die Kürbisse mit einem grossen Pinsel grundieren, trocknen lassen und danach nochmals mit einer zweiten Schicht Farbe bemalen. Wer den Kürbis nicht komplett übermalen will, klebt im unteren Drittel ein Klebeband rund um den Kürbis. Etliche Kürbissorten sind ja sowieso zweifarbig, und so bleibt ein Teil des natürlichen Äusseren sichtbar. Danach mit einem feinen Pinsel Ornamente, Tiere, Blätter oder auch Schriftzüge aufmalen. Alternativ kann der Kürbis auch ohne Grundierung direkt mit den Figuren bemalt werden. Auch das sieht schön aus. Wer mag, verleiht den Kürbissen zusätzlich mit Glitzer oder Pailletten das gewisse Etwas. Die Pailletten können ganz einfach mit Leim aufgeklebt werden.

Zusammen mit verschiedenen Naturmaterialien und Blumen wie Hortensien, Efeuranken oder Kastanien sind die bemalten Kürbisse eine wunderschöne Dekoration. Und wer sagt, dass der Herbst immer nur orange und rot sein darf. Schliesslich gehören die weicheren Töne des Morgennebels über den Feldern, der letzten grünen Blätter und des strahlend blauen Himmels genauso zum Herbst wie das kräftige Rot der Äpfel oder eben das Orange der Kürbisse.

Mir gefallen die bemalten Kürbisse auch deshalb so gut, weil ich gar kein Fan von den hässlichen Halloween-Dekorationen bin. Ich mag dieses Zeugs einfach nicht…;) Geht das Euch auch so? Wenn ja, hoffe ich, dass meine Dekoidee eine gute Alternative für Euch ist!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

 

Seelenprojekte…

Seelenprojekte…

Vor den Ferien fallen mir ganz spontan jeweils noch tausend Dinge ein, die ich machen könnte oder gerne machen würde… So hatte ich schon vor den Ferien geplant endlich neue Taschen für alle meine verschiedenen Kosmetik- und Schönheitsutensilien zu nähen. Leider fehlte dann einfach die Zeit dazu. Weil mich die Idee aber nicht schlafen liess, habe ich mich kurzentschlossen noch in der Nacht vor unseren Ferien daran gemacht, endlich die lang ersehnten Taschen zu nähen.

Dazu muss ich noch etwas erklären. In meiner Brust liegen häufig zwei Seelen ganz schrecklich miteinander im Streit. Es gibt die lockere Seele, die auch mal eine Fünf gerade sein lässt, und es gibt die strukturierte, ordentliche Seele, die am liebsten das ganze Leben exakt planen würde. Diese Eigenschaften von mir machen sich in allen Lebensbereichen bemerkbar und eben auch beim Packen für die Ferien. Meine spontane Seele sagt zu mir: «Ach, du musst doch gar nicht gross packen. Nimm einfach ein Sommerkleid, Sonnencreme und den Badeanzug mit und das reicht.» Der ordentliche Teil in mir beginnt genau in dem Moment dagegen zu argumentieren: «Aber was ist, wenn du einen Knopf annähen musst oder unverhofft zu einem eleganten Anlass eingeladen wirst, ja dann brauchst Du Nähzeug, Abendkleid, Lockenstab und so weiter…». (Der ordentliche Teil in mir ist ein absoluter Kontrollfreak und nervt ehrlich gesagt nicht nur mich, sondern auch den armen Signore oft ein bisschen, anderseits ist er eben auch sehr zuverlässig und daher sehr praktisch.)

Irgendwie schien es mir dann eben in dieser besagten Freitagnacht vor unseren Ferien das Richtige zu sein, beide Seelen mit einem Nähprojekt in Einklang zu bringen. Denn die spontane Pinella findet nächtliche, ungeplante Nähprojekte super. Die organisierte Pinella hat wiederum gejubelt, weil sie wusste, dass sie so wenigstens alle Kosmetikartikel ordentlich organisieren kann (eine Laptoptasche für meinen neuen Laptop, von dem ich Euch hier bereits erzählt habe, ist dabei auch noch gleich entstanden).

Jedenfalls bin ich jetzt stolze Besitzerin einer grossen und einer kleinen Kosmetiktasche, einer Tasche für meine Haargummis- und Klammern und einer Rolltasche für meine Schminksachen. Letztere finde ich von allen Taschen die absolut Beste – obwohl ich seit unserer Ankunft am Meer maximal ein bisschen wasserfeste Wimperntusche gebraucht habe. Aber egal, die Tasche macht mir jedes Mal, wenn ich sie im Bad sehe, riesig Freude und daher ist es gut, dass ich sie genäht und mitgenommen habe.

Alle Taschen sind eigentlich sehr einfach und schnell genäht. Die Rolltasche für die Schminksachen habe ich in vier kleine Fächer unterteilt, die gross genug sind, dass ich sogar kleine Dosen darin verstauen kann. Danach wird die Tasche gerollt und mit einem Satinband (das gleich hatte ich übrigens als Gürtel an meinem Brautkleid), zusammengebunden. Auf den Bildern solltet Ihr eigentlich gut sehen können, wie ich die einzelnen Taschen genäht habe und es würde mich freuen, wenn ich die einen oder anderen von Euch auch zu kreativen Nähprojekten inspirieren konnte – die müssen ja nicht per se mitten in der Nacht umgesetzt werden;)

Seit wir nun auf der wunderschönen Insel Rab angekommen sind, wo es uns letztes Jahr so gefallen hat, dass wir dieses Jahr wieder hierher gefahren sind (davon habe ich Euch bereits hier und hier berichtet), scheinen meine zwei Seelen sehr gut miteinander klar zu kommen. Vermutlich haben sie einfach eingesehen, dass sie im Moment der Seele der Entspannung und des Geniessens Platz machen müssen… Und das ist gut so!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Wenn alles fliesst…

Wenn alles fliesst…

Kennt Ihr die Wendung «im Flow sein – im Fluss sein»? Ich mag diesen Zustand extrem gerne. Zum ersten Mal habe ich von meinem Zeichnungslehrer im Gymnasium von dieser Idee gehört. Er nannte es damals aber noch den R-Modus. Dabei geht es darum, dass die linke Hirnhälfte, welche für das logische und analytische Denken verantwortlich ist, ausgeschaltet und die rechte Hirnhälfte, welche offenbar das kreative, intuitive und emotionale Denken beherbergt, aktiviert wird. Dieser Lehrer brachte uns bei, dass es für das Zeichnen oder Gestalten im Allgemeinen wichtig sei, die rechte Hirnhälfte zu aktivieren. Um das zu veranschaulichen, liess er uns Bilder auf dem Kopf abzeichnen. Also nicht wir standen Kopf, sondern die Vorlage wurde auf den Kopf gedreht. So sieht man nur noch Linien und Flächen und nimmt nicht mehr das fertige Ergebnis wahr. Noch heute drehe ich Vorlagen, die ich abzeichnen muss, auf den Kopf und das Ergebnis ist jedes Mal viel besser, als wenn ich versuchen würde eins zu eins etwas abzuzeichnen.

Später begegnete ich dann eben dieser «Flow» Bezeichnung. Nach Wikipedia wird sie folgendermassen definiert:

Flow (englisch „Fließen, Rinnen, Strömen“) bezeichnet das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung (Konzentration) und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit („Absorption“), die wie von selbst vor sich geht – auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder auch Funktionslust.

Ich liebe es, wenn ich in diesen Zustand komme. Bereits als kleines Kind hatte ich während Phasen, in denen ich sehr intensiv spielte oder etwas gestaltete diese glücklichen, leicht entrückten Zustände. Ich höre dann zum Beispiel auch nicht mehr wirklich, was um mich herum gesprochen wird und wenn das Gefühl ganz stark wird, vergesse ich auch zu Essen und Trinken und die Sache mit der Toilette und so…;) Also bis es dann halt einfach sein muss, weil ich sonst vom Stuhl falle oder na ja ihr wisst schon.

Wenn ich einen Blogpost oder einen Zeitungsartikel im Flow-Zustand schreibe, dann bekomme ich interessanterweise immer viel mehr Rückmeldungen dazu. Offenbar merkt man auch von aussen, ob ich im Flow war oder nicht.

In den letzten Wochen und Monaten hatte ich eine schwierige, sehr belastende und sehr persönliche Sache zu meistern und da hatte ich leider praktisch keine Flow-Erlebnisse. Einfach weil ich unsagbar gestresst und verkrampft war und wenn man das ist, dann fliesst nix – vor allem keine Kreativität.

Deshalb war ich sehr erstaunt, als ich trotzdem vor etwa zwei Wochen ein enorm starkes Flow-Erlebnis hatte. Ich musste für meine Arbeit einen Basteltipp zum Thema Kräuter fotografieren und eine Anleitung dazu schreiben. Weil solche Projekte in einem Garten einfacher umzusetzen sind, habe ich das an einem lauen Sommerabend zu Hause bei meinen Eltern gemacht. Und obwohl ich zuvor noch gestresst war, hat es plötzlich in meinem Kopf klick gemacht und ich habe mich beim Wickeln eines doppelten Kräuterkranzes völlig vergessen und war nur noch in meine Arbeit vertieft… In dieser Zeit waren mir alle anderen Dinge so piepegal und es gab nur noch die duftenden Kräuter, den Kranz und mich.

Dieses Erlebnis wollte ich unbedingt mit Euch teilen und Euch ermutigen, bewusst nach solchen Dingen zu suchen. Manchmal braucht es kurz etwas Zeit, bis man in den Fluss kommt und es bedingt auch, dass man sich die Zeit dazu nimmt und den Raum schafft. Aber ich bin überzeugt, dass genau solche Dinge für unsere Seele und auch unser Gehirn extrem wichtig und enorm erholsam sind.

Und wenn daraus noch etwas so Hübsches entsteht, dann ist das erst recht positiv. Der Kranz hängt jetzt übrigens in unserem Wohnzimmer und verströmt einen herrlichen Duft. Gemacht habe ich ihn ganz einfach aus einem Pedigrohrkranz und mit selbstgesponnenem Flachsgarn gewickelt. An den unteren, kleineren Kranz habe ich die Kräuter dann einfach angebunden und das Ganze dann wie ein Mobile aufgehängt.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche und hoffe, dass ich Euch dazu inspirieren konnte im Fluss zu sein und Eurer Kreativität Raum zu geben – das muss übrigens nicht per se beim Basteln sein, Flow-Erlebnisse können sich in vielen verschiedene Formen und Ausprägungen zeigen – sogar beim Putzen oder Steuerklärungausfüllen oder Konfitürekochen usw…!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Ein Herz voller Liebe…

Ein Herz voller Liebe…

Mama Pinella ist ein wichtiger Bestandteil dieses Blogs, da sie mir viele Ideen und Fertigkeiten auf meine Lebensreise mitgegeben hat und für das bin ich sehr dankbar. Daher habe ich mir auch für den morgigen Muttertag etwas mehr Zeit genommen und will Euch kurz berichten, was ich ihr geschenkt habe. Da ich ihr das Geschenk schon gestern gegeben habe (da ich immer zwei Stunden Weg zurücklegen muss, wenn ich sie sehen will und nicht jederzeit bei ihr vorbeischauen kann, müssen solche Sachen halt manchmal ausserplanmässig stattfinden), kann ich es Euch schon heute zeigen. Und wer weiss, vielleicht ist es für die einen oder anderen von Euch eine kleine Muttertagsinspiration auf den letzten Drücker… Nur so für den Fall, dass Ihr noch nichts für Eure Mama vorbereitet habt. Auf meinem zweiten Blog www.essenwiezuhause.chhabe ich sogar noch eine weitere Idee für Euch.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass man seinen Eltern nicht nur am Mutter- oder Vatertag oder an Geburtstagen oder Weihnachten Liebe und Wertschätzung zeigen sollte. Ich denke aber auch, dass viele Menschen eine nicht ganz einfache Beziehung zu ihren Eltern haben. Wenn man bedenkt, dass uns unsere Mütter neun Monate lang mit sich herumgetragen, eine Geburt durchgemacht und auch sonst viel Liebe, Zeit und wohl oft auch Tränen in uns investiert haben, ist es vermutlich verständlich, dass solche Beziehungen oft nicht ganz unbelastet sind und darin viele Erwartungen, manchmal zu viel Nähe, manchmal zu viel Distanz und einfach ganz, ganz viele Emotionen mitschwingen. Wer selber schon Mama oder Papa ist, weiss vielleicht noch besser, von was ich rede. Gerade in solchen Situationen ist das mit der Liebe und der Wertschätzung noch viel schwieriger.

Meine Mama und ich hatten auch schon unsere Hochs- und Tiefs. Einfach weil wir Menschen mit allen Nuancen, Stärken und Schwächen und (wie meine Mama gerne betont) nicht beste Freundinnen sind (nicht dass ich das Gefühl hätte, dass man mit Freundinnen nie Differenzen hat – im Gegenteil, aber das ist wieder ein anderes Thema). Aber oft sind es gerade die Zeiten nach einem heftigen Gewitter, wenn man ehrlich über alles gesprochen hat, die mich meiner Mama näher bringen und mir auch helfen ihre Seite zu verstehen. Denn wenn ich über all die Jahre eines verstanden habe, dann ist es die Tatsache, dass auch meine Mama eine Tochter war und meine Oma auch und dass viele dieser eigenen Erfahrungen und Gefühlswelten wiederum unsere Beziehung beeinflussen. Und nur weil Eltern halt Eltern sind, kommt irgendwann im Leben der Punkt, an dem die Kinder auch erwachsen werden und man sich als Gegenüber begegnen sollte. Ich mag es gar nicht, wenn ich von erwachsenen Menschen höre, dass ihre Eltern dieses und jenes tun müssten, nur weil sie Eltern sind. Gleichzeitig schätze ich es auch nicht, wenn Kinder bis ins Erwachsenenalter entweder wie Babys betüdelt oder permanent mit Ansprüchen und Forderungen von ihren Eltern überhäuft werden. Vermutlich kennen die einen oder anderen von Euch auch diese Situation.

Schlussendlich habe ich für mich selber festgestellt, dass ich zumindest 50 Prozent einer Beziehung mit meinem eigenen Verhalten sehr wohl beeinflussen kann. Das beinhaltet auch, dass ich gerade in den letzten Jahren gelernt habe auch mal Nein zu sagen, zu mir zu stehen und transparent zu sein. Das erleichtert vermutlich auch meiner Mama den Umgang mit mir. Wenn es zu Differenzen kommt hilft es auch, wenn man sich daran erinnert, dass Eltern und Kinder oft mehrere Generationen trennen und die Eltern selber noch in einer ganz anderen Welt aufwuchsen und daher teilweise eine komplett andere Gedankenwelt haben. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf und dem Respekt dafür, fällt das Zusammenleben massiv leichter und ich bin überzeugt, dass Eltern auch eher bereit sind ihre Kinder zu verstehen, wenn diese nicht alles ablehnen, was ihren Eltern wichtig ist. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass sich auch Eltern über etwas Liebe, Wertschätzung und ein gutes Wort freuen.

Weil man gute Worte manchmal auch festhalten sollte, habe ich bereits im letzten Herbst ein Buch gekauft, in das man seiner Mama Erinnerungen an seine Kindheit, Gedanken über ihre Person, wofür man ihr dankbar ist und Wünsche für beide aufschreiben kann. Ich muss ehrlich gestehen, dass es für mich nicht ganz einfach war dieses Buch zu füllen und obwohl ich es mir gewohnt bin zu schreiben, lange brauchte, bis ich fertig war. Die Sache mit den Gefühlen und diese auszudrücken, ist eben nicht ganz einfach. Umso mehr hat es mich gefreut und berührt, dass sich Mama Pinella wirklich zu freuen schien, als ich ihr das Buch geschenkt habe.

Weil mir beim Buch noch etwas Glitzer und Kitsch fehlte, habe ich ihr auch noch ein Lichterkettenherz geschenkt. Ich habe diese Herzen als Muttertagsbasteltipp für die Zeitung, bei der ich arbeite, gemacht. Da ich auch für meine Arbeit immer wieder wertvolle Tipps und Anregungen von meiner Mama bekomme, dachte ich, dass sie unbedingt eines dieser Herzen bekommen sollte. Ich habe sie übrigens einfach aus Draht gewickelt und mit Perlen verziert. Technisch ist das einfach, aber es braucht einiges an Geduld und Fingerspitzengefühl.

Ich hoffe, dass ich Euch mindestens zu ein paar guten Worten oder Gedanken der Dankbarkeit an Eure Eltern inspirieren konnte (gerade auch, wenn Ihr keine mehr haben solltet), denn alleine dafür, dass sie uns zur Welt gebracht haben, haben sie ein funkelndes, leuchtendes Herz voller Dankbarkeit verdient!

Herzlichst, Eure Signora Pinella