Wenn alles fliesst…

Wenn alles fliesst…

Gestalten

Kennt Ihr die Wendung «im Flow sein – im Fluss sein»? Ich mag diesen Zustand extrem gerne. Zum ersten Mal habe ich von meinem Zeichnungslehrer im Gymnasium von dieser Idee gehört. Er nannte es damals aber noch den R-Modus. Dabei geht es darum, dass die linke Hirnhälfte, welche für das logische und analytische Denken verantwortlich ist, ausgeschaltet und die rechte Hirnhälfte, welche offenbar das kreative, intuitive und emotionale Denken beherbergt, aktiviert wird. Dieser Lehrer brachte uns bei, dass es für das Zeichnen oder Gestalten im Allgemeinen wichtig sei, die rechte Hirnhälfte zu aktivieren. Um das zu veranschaulichen, liess er uns Bilder auf dem Kopf abzeichnen. Also nicht wir standen Kopf, sondern die Vorlage wurde auf den Kopf gedreht. So sieht man nur noch Linien und Flächen und nimmt nicht mehr das fertige Ergebnis wahr. Noch heute drehe ich Vorlagen, die ich abzeichnen muss, auf den Kopf und das Ergebnis ist jedes Mal viel besser, als wenn ich versuchen würde eins zu eins etwas abzuzeichnen.

Später begegnete ich dann eben dieser «Flow» Bezeichnung. Nach Wikipedia wird sie folgendermassen definiert:

Flow (englisch „Fließen, Rinnen, Strömen“) bezeichnet das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung (Konzentration) und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit („Absorption“), die wie von selbst vor sich geht – auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder auch Funktionslust.

Ich liebe es, wenn ich in diesen Zustand komme. Bereits als kleines Kind hatte ich während Phasen, in denen ich sehr intensiv spielte oder etwas gestaltete diese glücklichen, leicht entrückten Zustände. Ich höre dann zum Beispiel auch nicht mehr wirklich, was um mich herum gesprochen wird und wenn das Gefühl ganz stark wird, vergesse ich auch zu Essen und Trinken und die Sache mit der Toilette und so…;) Also bis es dann halt einfach sein muss, weil ich sonst vom Stuhl falle oder na ja ihr wisst schon.

Wenn ich einen Blogpost oder einen Zeitungsartikel im Flow-Zustand schreibe, dann bekomme ich interessanterweise immer viel mehr Rückmeldungen dazu. Offenbar merkt man auch von aussen, ob ich im Flow war oder nicht.

In den letzten Wochen und Monaten hatte ich eine schwierige, sehr belastende und sehr persönliche Sache zu meistern und da hatte ich leider praktisch keine Flow-Erlebnisse. Einfach weil ich unsagbar gestresst und verkrampft war und wenn man das ist, dann fliesst nix – vor allem keine Kreativität.

Deshalb war ich sehr erstaunt, als ich trotzdem vor etwa zwei Wochen ein enorm starkes Flow-Erlebnis hatte. Ich musste für meine Arbeit einen Basteltipp zum Thema Kräuter fotografieren und eine Anleitung dazu schreiben. Weil solche Projekte in einem Garten einfacher umzusetzen sind, habe ich das an einem lauen Sommerabend zu Hause bei meinen Eltern gemacht. Und obwohl ich zuvor noch gestresst war, hat es plötzlich in meinem Kopf klick gemacht und ich habe mich beim Wickeln eines doppelten Kräuterkranzes völlig vergessen und war nur noch in meine Arbeit vertieft… In dieser Zeit waren mir alle anderen Dinge so piepegal und es gab nur noch die duftenden Kräuter, den Kranz und mich.

Dieses Erlebnis wollte ich unbedingt mit Euch teilen und Euch ermutigen, bewusst nach solchen Dingen zu suchen. Manchmal braucht es kurz etwas Zeit, bis man in den Fluss kommt und es bedingt auch, dass man sich die Zeit dazu nimmt und den Raum schafft. Aber ich bin überzeugt, dass genau solche Dinge für unsere Seele und auch unser Gehirn extrem wichtig und enorm erholsam sind.

Und wenn daraus noch etwas so Hübsches entsteht, dann ist das erst recht positiv. Der Kranz hängt jetzt übrigens in unserem Wohnzimmer und verströmt einen herrlichen Duft. Gemacht habe ich ihn ganz einfach aus einem Pedigrohrkranz und mit selbstgesponnenem Flachsgarn gewickelt. An den unteren, kleineren Kranz habe ich die Kräuter dann einfach angebunden und das Ganze dann wie ein Mobile aufgehängt.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche und hoffe, dass ich Euch dazu inspirieren konnte im Fluss zu sein und Eurer Kreativität Raum zu geben – das muss übrigens nicht per se beim Basteln sein, Flow-Erlebnisse können sich in vielen verschiedene Formen und Ausprägungen zeigen – sogar beim Putzen oder Steuerklärungausfüllen oder Konfitürekochen usw…!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Ein Herz voller Liebe…

Ein Herz voller Liebe…

Gestalten

Mama Pinella ist ein wichtiger Bestandteil dieses Blogs, da sie mir viele Ideen und Fertigkeiten auf meine Lebensreise mitgegeben hat und für das bin ich sehr dankbar. Daher habe ich mir auch für den morgigen Muttertag etwas mehr Zeit genommen und will Euch kurz berichten, was ich ihr geschenkt habe. Da ich ihr das Geschenk schon gestern gegeben habe (da ich immer zwei Stunden Weg zurücklegen muss, wenn ich sie sehen will und nicht jederzeit bei ihr vorbeischauen kann, müssen solche Sachen halt manchmal ausserplanmässig stattfinden), kann ich es Euch schon heute zeigen. Und wer weiss, vielleicht ist es für die einen oder anderen von Euch eine kleine Muttertagsinspiration auf den letzten Drücker… Nur so für den Fall, dass Ihr noch nichts für Eure Mama vorbereitet habt. Auf meinem zweiten Blog www.essenwiezuhause.chhabe ich sogar noch eine weitere Idee für Euch.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass man seinen Eltern nicht nur am Mutter- oder Vatertag oder an Geburtstagen oder Weihnachten Liebe und Wertschätzung zeigen sollte. Ich denke aber auch, dass viele Menschen eine nicht ganz einfache Beziehung zu ihren Eltern haben. Wenn man bedenkt, dass uns unsere Mütter neun Monate lang mit sich herumgetragen, eine Geburt durchgemacht und auch sonst viel Liebe, Zeit und wohl oft auch Tränen in uns investiert haben, ist es vermutlich verständlich, dass solche Beziehungen oft nicht ganz unbelastet sind und darin viele Erwartungen, manchmal zu viel Nähe, manchmal zu viel Distanz und einfach ganz, ganz viele Emotionen mitschwingen. Wer selber schon Mama oder Papa ist, weiss vielleicht noch besser, von was ich rede. Gerade in solchen Situationen ist das mit der Liebe und der Wertschätzung noch viel schwieriger.

Meine Mama und ich hatten auch schon unsere Hochs- und Tiefs. Einfach weil wir Menschen mit allen Nuancen, Stärken und Schwächen und (wie meine Mama gerne betont) nicht beste Freundinnen sind (nicht dass ich das Gefühl hätte, dass man mit Freundinnen nie Differenzen hat – im Gegenteil, aber das ist wieder ein anderes Thema). Aber oft sind es gerade die Zeiten nach einem heftigen Gewitter, wenn man ehrlich über alles gesprochen hat, die mich meiner Mama näher bringen und mir auch helfen ihre Seite zu verstehen. Denn wenn ich über all die Jahre eines verstanden habe, dann ist es die Tatsache, dass auch meine Mama eine Tochter war und meine Oma auch und dass viele dieser eigenen Erfahrungen und Gefühlswelten wiederum unsere Beziehung beeinflussen. Und nur weil Eltern halt Eltern sind, kommt irgendwann im Leben der Punkt, an dem die Kinder auch erwachsen werden und man sich als Gegenüber begegnen sollte. Ich mag es gar nicht, wenn ich von erwachsenen Menschen höre, dass ihre Eltern dieses und jenes tun müssten, nur weil sie Eltern sind. Gleichzeitig schätze ich es auch nicht, wenn Kinder bis ins Erwachsenenalter entweder wie Babys betüdelt oder permanent mit Ansprüchen und Forderungen von ihren Eltern überhäuft werden. Vermutlich kennen die einen oder anderen von Euch auch diese Situation.

Schlussendlich habe ich für mich selber festgestellt, dass ich zumindest 50 Prozent einer Beziehung mit meinem eigenen Verhalten sehr wohl beeinflussen kann. Das beinhaltet auch, dass ich gerade in den letzten Jahren gelernt habe auch mal Nein zu sagen, zu mir zu stehen und transparent zu sein. Das erleichtert vermutlich auch meiner Mama den Umgang mit mir. Wenn es zu Differenzen kommt hilft es auch, wenn man sich daran erinnert, dass Eltern und Kinder oft mehrere Generationen trennen und die Eltern selber noch in einer ganz anderen Welt aufwuchsen und daher teilweise eine komplett andere Gedankenwelt haben. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf und dem Respekt dafür, fällt das Zusammenleben massiv leichter und ich bin überzeugt, dass Eltern auch eher bereit sind ihre Kinder zu verstehen, wenn diese nicht alles ablehnen, was ihren Eltern wichtig ist. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass sich auch Eltern über etwas Liebe, Wertschätzung und ein gutes Wort freuen.

Weil man gute Worte manchmal auch festhalten sollte, habe ich bereits im letzten Herbst ein Buch gekauft, in das man seiner Mama Erinnerungen an seine Kindheit, Gedanken über ihre Person, wofür man ihr dankbar ist und Wünsche für beide aufschreiben kann. Ich muss ehrlich gestehen, dass es für mich nicht ganz einfach war dieses Buch zu füllen und obwohl ich es mir gewohnt bin zu schreiben, lange brauchte, bis ich fertig war. Die Sache mit den Gefühlen und diese auszudrücken, ist eben nicht ganz einfach. Umso mehr hat es mich gefreut und berührt, dass sich Mama Pinella wirklich zu freuen schien, als ich ihr das Buch geschenkt habe.

Weil mir beim Buch noch etwas Glitzer und Kitsch fehlte, habe ich ihr auch noch ein Lichterkettenherz geschenkt. Ich habe diese Herzen als Muttertagsbasteltipp für die Zeitung, bei der ich arbeite, gemacht. Da ich auch für meine Arbeit immer wieder wertvolle Tipps und Anregungen von meiner Mama bekomme, dachte ich, dass sie unbedingt eines dieser Herzen bekommen sollte. Ich habe sie übrigens einfach aus Draht gewickelt und mit Perlen verziert. Technisch ist das einfach, aber es braucht einiges an Geduld und Fingerspitzengefühl.

Ich hoffe, dass ich Euch mindestens zu ein paar guten Worten oder Gedanken der Dankbarkeit an Eure Eltern inspirieren konnte (gerade auch, wenn Ihr keine mehr haben solltet), denn alleine dafür, dass sie uns zur Welt gebracht haben, haben sie ein funkelndes, leuchtendes Herz voller Dankbarkeit verdient!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Weniger ist manchmal mehr…

Weniger ist manchmal mehr…

Gestalten

Auf den letzten Drücker habe ich nun die Geschichte mit der Osterdeko doch noch hingekriegt. Ich habe selber schon gar nicht mehr daran geglaubt, nachdem mich diese Woche eine fiese Ohrenentzündung lahmlegte… Vielleicht soll das aber manchmal auch einfach genauso sein. Denn aus bereits genannten Gründen sind meine Bastelprojekte allesamt ausgefallen und ich habe halt einfach meine alte Osterdeko vom letzten Jahr hervorgekramt. Die hat mir nämlich gut gefallen (hier könnt Ihr sie Euch nochmal ansehen).

Wer viel auf Blogs unterwegs ist wie ich, bekommt vermutlich manchmal einfach etwas ein Zerrbild. Denn da ist nicht nur alles perfekt inszeniert und dekoriert, sondern alle scheinen unendlich viele Ideen zu haben. Ich halt mich selber eigentlich für ziemlich kreativ, aber auch wenn ich die Ideen dazu hätte, fehlt mir neben dem Alltag mit Arbeiten und Haushalt und Beziehungen, die auch gepflegt sein wollen, manchmal einfach die Zeit für weitere Projekte. Geht Euch das auch so?

Deshalb hat es mich sehr gefreut, als mir eine Leserin schrieb, dass meine Beiträge bodenständig und nicht so durchgestylt seien. Das hat mich bis in mein innerstes Herz berührt. Ich schaue mir selber super gerne durchgestylte Blogs an und staune über die schönen Bilder. Aber schlussendlich möchte ich einfach, dass die Leserinnen und Leser meines Blogs genau von meiner Ehrlichkeit etwas mitnehmen können. Denn ich muss mich selber auch immer wieder, oft nicht nur täglich, sondern stündlich daran erinnern, dass man auch mal „Es Füfi cha lah grad si“ wie man das auf Berndeutsch sagt. Denn es ist immer noch besser eine Fünf gerade sein zu lassen, als schöne Dinge, die einem eigentlich Freude machen würden, gar nicht zu tun.

So habe ich nun doch noch für Ostern dekoriert und da ich den Osterbaum an einem anderen Ort aufgestellt und die Deko mit neuen, glitzernden Eiern und goldenen Eierbechern (ich habe sie hier gekauft) ergänzt habe, sieht es wieder etwas anders aus als im Vorjahr. Schlussendlich fällt das ja dann auch nur den treuen Lesern und mir auf, denn ich bin mir nicht sicher, ob der liebe Signore überhaupt schon wahrgenommen hat, dass wir eine Osterdeko haben. Sei’s drum, er lässt mich machen und das ist tausendmal mehr wert, als wenn ich einen Marito hätte, der an allem herumnörgelt oder schlimmer noch selber alles kontrollieren oder dekorieren möchte.

Zusätzlich habe ich mir in diesem Jahr ein paar frische Zweige mit hübschen Blüten in rosa geleistet. Sie passen perfekt zum Rest der Deko.

Weniger ist manchmal halt doch mehr. Ich versuche mich darin zu üben.

Mein nächstes Ziel ist es übrigens Gästen einfach mal Pasta mit Tomatensauce zu servieren (keine Ahnung warum, aber ich mache mir immer extrem Druck beim Kochen für Gäste, obwohl ich selber einen Teller Pasta liebe und jederzeit einem Steak oder Braten vorziehen würde). Es nützt vermutlich allen mehr, wenn ich mich am Besuch erfreue und nicht stundenlang in der Küche herumwerkle… Ihr könnt Euch gerne melden, wenn Ihr Versuchskaninchen sein möchtet.

In dem Sinne wünsche ich Euch schöne und entspannte Ostertage und hoffe, dass Ihr zur Ruhe kommen und Euch auf das Wesentliche und die Dinge, die Euch wirklich wichtig sind, besinnen könnt!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Den Dingen Leben einhauchen…

Den Dingen Leben einhauchen…

Gestalten

Mein Laptop und ich sind praktisch immer gemeinsam unterwegs. Wenn ich weg gehe, kommt er mit, da ich so auch unterwegs arbeiten kann. Das Problem ist nur, dass er bisher von mir nie ordentlich verpackt wurde. Ich habe ihn immer in irgendwelche Tüten gesteckt, vom Signore eine Hülle geklaut oder das arme Ding auch mal in einen Schal gewickelt. Seit längerem hatte ich aber die Idee selber eine Tasche für den Laptop zu nähen und vor gut einer Woche habe ich diese dann auch endlich umgesetzt.

Ich verstehe nicht ganz, warum ich das nicht schon früher gemacht habe. Denn durch meine Oma, die Schneiderin (also genau genommen Weissnäherin – diese Präzisierung war ihr wichtig) war, und durch meine Mama, die immer viel genäht und mich auch schon früh ihre Nähmaschine hat benützen lassen, habe ich schon als Kind die Grundlagen vom Schneidern mitbekommen. Besonders während den langen Wintertagen haben sie sehr viel genäht und ich habe daneben gesessen und zugeschaut oder durfte manchmal auch schon etwas für mich selber nähen. Zu meiner Konfirmation habe ich mir dann auch statt Schmuck eine Nähmaschine gewünscht, die immer noch wunderbar läuft. Ich will mir gar nicht ausmalen, was das für ein Drama geben würde, wenn ich sie einmal nicht mehr flicken lassen könnte. Aber eben, bisher ist alles wunderbar und so habe ich mir endlich eine Laptoptasche genäht.

Das Ganze ist eigentlich relativ simpel und schnell gemacht. Ich habe zwei Stücke Stoff in der passenden Grösse zugeschnitten und ein Watteflies dazwischen gelegt, damit es der Laptop auch schön weich hat. Danach habe ich die Seiten geschlossen, die Tasche gewendet und mit einem Elastik und einem Knopf einen Verschluss gemacht. Und weil ich gerade so schön in Fahrt war, kam auch noch ein Etui, in das ich den Krimskrams für meine Handtasche stopfen kann, eine Hülle für meine Kopfhörer und ein Etui für meine Visitenkarten dazu.

Ich bin nun jedenfalls wieder gut ausgerüstet und habe selber gestaunt, wie fix ich alles genäht hatte. Es ist eben schon gut, wenn man sich ab und zu wieder an die Sachen aus seiner Kindheit erinnert. Oft nimmt man reiche Schätze an Wissen mit, die man im Moment vielleicht zu wenig schätzt und sich dann als Erwachsene aber umso mehr darüber freut.

Vielleicht habt Ihr auch ein Wissen oder eine Fähigkeit aus Eurer Kindheit, die ab und zu vergessen geht? Ich hoffe, dass mein Beispiel Euch daran erinnert hat, dass man sie immer wieder hervorholen und sich daran freuen soll. Ich und vermutlich auch mein Laptop sind jedenfalls sehr glücklich über die neue Tasche (der Signore behauptet immer, dass ich allen Dingen, die nicht lebendig sind und mit denen ich trotzdem oft in Kontakt stehe, eine Stückchen Lebendigkeit zugestehen und eine zu sehr enge Bindung zu ihnen aufbauen würde – wohl auch deshalb, weil sie alle von mir Namen bekommen und gelobt werden, wenn sie mir gute Dienste geleistet haben – wenn ich also zum Beispiel nach einer langen Autofahrt heim komme, sage ich „Danke Nikolaus (unser Auto) für die gute Fahrt“ – Nikolaus heisst es, weil das Pferd von Aschenbrödel im Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel auch so heisst).

Diese Angewohnheit habe ich mir übrigens auch schon in der Kindheit angeeignet und auch wenn sich der Signore darüber lustig macht, werde ich weiterhin ein Fünkchen Leben in den Dingen sehen, die mich unterstützen und kreativ werden lassen… Denn vielleicht liegt genau darin das Geheimnis, dass sie mir helfen Dingen Leben einzuhauchen oder Sachen zu erleben und dann haben sie auch ein kleines Dankeschön, gute Pflege und Fürsorge verdient;)

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Worte der Liebe…

Worte der Liebe…

Gestalten

Das mit dem Valentinstag ist beim Signore und mir so eine Sache. Wir sind einfach irgendwie nicht dafür gemacht und total unfähig ihn zu feiern. Das fing schon an unserem ersten gemeinsamen Valentinstag vor 11 Jahren an. Ich wollte den Signore im Spital abholen, wo er gerade ein Praktikum absolvierte. Leider war sein Oberarzt krank und schlussendlich versäumte er sich um Stunden auf der Visite. Ich wartete also reichlich endtäuscht in einer kalten, ungemütlichen Krankenhauscafeteria. Danach lud mich der Signore in ein Restaurant zum Essen ein und mir wurden die schrecklichsten Spaghetti Carbonara aller Zeiten serviert. Im Anschluss überreichte mir der Signore in einer Herzschachtel mit Rosenblüten einen USB-Stick. Obwohl ich das gute Stück dann noch sehr zu schätzen lernte (damals waren USB-Sticks noch ziemlich teuer und ich war eine arme Studentin), wusste ich im ersten Moment gar nichts damit anzufangen.

Ich muss aber auch sagen, dass wir uns allgemein mit institutionalisierter oder vorgegebener Romantik schwertun. Da schlummert tief in uns beiden viel Rebellion, die offenbar genau in solchen Momenten zum Tragen kommt, wenn man denn partout romantisch sein sollte… Wir haben es nach vier Jahren Ehe zum ersten Mal geschafft den Hochzeitstag zu feiern (das war aber wirklich wunderschön und muss beim fünften Hochzeitstag dieses Jahr unbedingt wieder so gemacht werden).

Anderseits sehe ich doch einen Sinn darin, dass es Muttertage gibt, an denen man an die Mama denkt oder eben auch Geburtstage oder den Valentinstag. Denn ich bin fest überzeugt davon, dass genau diejenigen Menschen, die lauthals verkünden, dass sie keine solche Tage brauchen um an ihre Lieben zu denken, auch an den restlichen 364 Tagen des Jahres keine Blumen schenken, Pralinen kaufen oder die Liebsten zum Essen einladen.

Beim Signore und mir zeigt sich ja schon an unserem ersten Valentinstag, wo das Problem liegt. Wir haben einfach nicht so viel Zeit füreinander. Daher haben wir entschieden, dass wir in diesem Jahr einmal etwas Neues versuchen wollen (in den letzten Jahren habe ich einfach für ihn gebacken, wie ihr hier nachlesen könnt). Wer mich und meinen Blog kennt, der weiss, dass ich das geschriebene Wort liebe (darüber und wo in Florenz die Liebesbriefe deponiert werden, habe ich hier bereits einmal berichtet). Ich liebe Bücher, ich liebe Gedichte und ich liebe Briefe – besonders Liebesbriefe. Immer wenn mir der Signore einen Liebesbrief schreibt, hüpft mein Herz vor Glück. Ich hebe alle diese Briefe sorgfältig auf. Denn auch wenn ich in unserer Beziehung diejenige aus der schreibenden Zunft bin, ist mir der Signore punkto Liebesbriefe wirklich meilenweit voraus. Und deshalb habe ich mir in diesem Jahr nur eine Sache zum Valentinstag gewünscht: Einen Brief vom Signore. Im Gegenzug habe ich dem Signore versprochen, dass er ebenfalls einen Brief von mir bekommt… Leider weiss ich jetzt schon, dass seine Worte in der Liga „Hohelied der Liebe“ mitspielen, während meine maximal das Niveau von Bushidos „Schmetterling“ erreichen werden.

Daher habe ich mir Hilfe geholt. Wenn ich schon inhaltlich nicht ganz mithalten kann, werde ich bei der Verpackung etwas mehr investieren. Dazu bekomme ich Hilfe von Faber-Castell. Denn wer schöne Worte schreiben will, sollte das mit den richtigen Stiften tun. Passend zum Valentinstag gibt es von Faber-Castell ein Pitt Artist Pen Handlettering Set. Es gefällt mir, dass im Set drei verschieden dicke schwarze Stifte enthalten sind, die sich nicht nur gut zum Schreiben, sondern auch zum Zeichnen eignen. Zusätzlich enthält das Set eine rote Künstlertusche, mit weicher, präziser Spitze, mit der man wunderbar schreiben kann.

Meinen Brief werde ich dann in einem handgemachten Couvert verpacken. Ich schneide meine Couverts immer nach der gleichen Vorlage zu, die Ihr hier als Vorlage Couvert von Signora Pinella downloaden könnt.

Dank Faber-Castell kann ich nun nicht nur den Signore, sondern auch drei von Euch lieben Leserinnen und Lesern zum Valentinstag überraschen. Ihr könnt eines von drei Pitt Artist Handlettering Sets mit einer zusätzlichen, kleinen Signora Pinella Valentinstagsüberraschung gewinnen. Mitmachen kann jede volljährige Person mit oder ohne Blog. Hinterlasst mir einfach in der Kommentarfunktion am Ende des Beitrags (bitte einen Namen dazu angeben) oder auf Facebook oder auf Instagram einen Kommentar. Wenn Ihr den Link auf Facebook teilt (hier geht es zu meiner FB-Seite) oder dort oder auf Instagram (hier geht’s zu meinem Instagram-Account) kommentiert, habt Ihr doppelte bzw. dreifache Gewinnchancen. Die Verlosung läuft von heute an eine Woche bis am 21. Februar um 12.oo Uhr. Ich gebe den/die Gewinner/in auf meinem Blog bekannt (Ihr müsst mir dann einfach eine Mail mit Eurer Adresse an mail@signorapinella.ch schicken, also vergesst nicht zu überprüfen, ob Ihr gewonnen habt, am besten abonniert Ihr unten den Blog, dann verpasst Ihr es nicht).

Und solltet Ihr noch keine Idee haben, mit was Ihr Eure Liebsten zum Valentinstag überraschen könnt, habt Ihr ja jetzt meine Vorlage für einen schönen Brief. Und denkt daran, einfache Worte reichen aus, wenn sie von Herzen kommen. Es kann halt nicht jeder ein zweiter Signore sein…;) Und vielleicht ist genau heute der Tag, an dem Ihr Euch auch einfach mal selber einen Liebesbrief schreibt. Der Signore ist nämlich nicht nur ein Romantiker, sondern auch ein weiser Mann und er sagt immer, dass er sich von mir am meisten geliebt fühlt, wenn ich mich selber liebe. Nachdem Ihr diesen Beitrag gelesen habt, könnt Ihr Euch nun vermutlich auch vorstellen, was alles in meinem Brief für ihn stehen wird…

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag voller Liebe!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Von Strohblumen, Heimat und roten Schuhen…

Von Strohblumen, Heimat und roten Schuhen…

Gestalten

Am Freitag habe ich mir nach einer intensiven Woche eine wirklich schöne Belohnung gegönnt. Ich bin nach der Arbeit einfach Nachhause zu meinen Eltern gefahren. „Hiim zu Muetti u Vati“, wie der Signore immer scherzhaft sagt und versucht meinen Dialekt nachzumachen. Wenn man über zwei Stunden weit weg von der Familie wohnt, werden die Momente, in denen man sie sehen kann selten. Deshalb nervt es mich auch immer so, wenn ich den Spruch höre „Melde Dich, wenn Du in der Gegend bist“. Das habe ich Euch ja schon einmal erzählt. Denn wenn ich mal fünf freie Minuten im Bernbiet habe, dann führt mich der erste Weg halt Nachhause oder zur Familie meiner Schwester. Da habe ich ganz klare Prioritäten. Am Freitag hatte ich besonders viel Glück, weil meine Nichten und meine Schwester bei meinen Eltern zu Besuch waren und ich so gleich alle zusammen sehen konnte. Ein Treffen mit den „Trullas“, wie wir die drei jungen Damen nennen, lässt mich jedes Mal den Alltag vergessen.

Meine Mutter hatte aber nicht nur meine Nichten eingeladen, sondern auch noch Strohblumen bereit gemacht, damit ich einen Kranz basteln konnte. Ich weiss nicht, wie vielen von Euch Strohblumen noch ein Begriff sind? Garten-Strohblumen sind recht robuste, einjährige Blumen, die sich hervorragend trocknen lassen. Offenbar stammen sie aus Australien und wurden in Europa zum ersten Mal von einem Botaniker im Garten von Joséphine de Beauharnais, der ersten Frau Napoleons I., verzeichnet. In Zeiten, in denen Seiden- oder Papierblumen noch sehr teuer waren und frische Blumen auch nicht einfach so von überall her importiert werden konnten, waren Strohblumen sehr beliebt. Danach gerieten sie leider etwas in Vergessenheit und erhielten den Stempel „altbacken“. Ich finde sie nostalgisch und daher wunderschön!

Meine Mama ist unbeirrbar was Trends anbelangt. Sie mag Strohblumen und pflanzt sie an, ob sie nun gerade total in Mode oder völlig out sind. Und ich kann Euch wärmstens empfehlen, es Ihr gleich zu tun. Sobald die Eisheiligen im Frühling vorbei sind, können die Blumen ausgesät werden.

Meine Mama verwendet ihre Strohblume gerne zum Dekorieren von Mooskränzen. Dazu bindet sie Moosstücke mit einem Draht an einem Styroporkranz fest und klebt die Blumen mit Heissleim auf dem Kranz fest. Das Verfahren ist eigentlich relativ einfach und das Ganze geht recht schnell. Die Kränze sehen aber sehr dekorativ aus und bleiben lange schön.

Ich bin dann jedenfalls nach ein paar Stunden Zuhause glücklich und zufrieden mit meinem Strohblumenkranz, Randen, Zwiebeln, frischem Rosenkohl (mit dem will ich dann unbedingt etwas für meinen zweiten Blog www.essenwiezuhause.ch kochen) und Haselzweigen für unseren Osterbaum im Kofferraum in Richtung Zürich gefahren. Dabei musste ich an Dorothy aus dem Märchen „Der Zauberer von Oz“ denken. Während einem Wirbelsturm wird ihr Haus nach Oz getragen und erst da realisiert sie, wie schön es Zuhause ist und will unbedingt wieder dahin zurück.

Dorothy schlägt die Hacken der magischen roten Halbschuhe zusammen und denkt dabei: „Es ist nirgendwo so schön wie daheim.“

Dorothy kommt im Märchen wieder Nachhause, weil sie sich daran erinnert, dass sie den Weg dahin bereits in ihrem Herzen hat. Dann muss sie nur noch die Absätze ihrer Schuhe dreimal zusammenschlagen und schon ist sie wieder da. So einfach ist das. Dieser Gedanke gefällt mir sehr gut… Heimat ist im Herzen, egal wo man sich physisch gerade befindet!

Ich wünsche Euch einen wundervollen Sonntag mit Euren Lieben!

Herzlichst, Eure Signora Pinella