In fünf Schritten zu Tausendundeiner Nacht…

In fünf Schritten zu Tausendundeiner Nacht…

Filme finde ich etwas unglaublich Grossartiges. Ich mag fast jede Form von Filmen (so lange sie gut gemacht sind) und ich finde es schön, sie zusammen mit Freunden in einer passenden Umgebung zu sehen. So traf ich mich kürzlich mit Kathrin vom wundervollen Foodblog www.kuisine.ch zu einer orientalischen Movie-Night. Wir haben unseren Balkon in ein Freilichtkino im Stil von Tausendundeine Nacht umfunktioniert und passende Snacks dazu hergestellt.
Freundlicherweise wurden uns von www.radbag.ch vier Maschinen zur Verfügung gestellt, mit denen wir ein Buffet für eine orientalische Sommernachts-Movie-Night zaubern konnten. Dazu gehörte ein erfrischender Pfefferminz-Slush, Curry-Popcorn, Donuts mit einem „Creme de caramell au beurre salé-Guss“ und Cakepops mit Schokoladenüberzug und reichen Goldverzierungen. Die Rezepte dazu gibt es demnächst hier auf dem Blog von Kathrin.
Ich habe für Euch fünf Tipps, wie Ihr Euren Balkon oder Garten zur Kulisse für einen Filmabend im orientalischen Stil umfunktionieren könnt.
1. Eine Leinwand könnt Ihr Euch ganz einfach aus einem Leintuch basteln. Wir haben dazu ein Tuch über unsere Sonnenstore gehängt und dieses mit Klammern befestigt.
2. Um eine richtig gemütliche Stimmung zu schaffen, braucht Ihr viele Kissen und bequeme Sitzgelegenheiten. Die Kissen verteilt ihr möglichst üppig auf dem ganzen Balkon.
3. Beim Thema Orient fallen mir immer Pflanzen und Rosen ein. Wir haben also den Kräutergarten (über den habe ich hier bereits geschrieben) in die Deko eingebaut. Zusätzlich haben wir Rosen in kleinen Vasen
überall auf dem Balkon verteilt.
4. Wenn Ihr Eure Gäste überraschen wollt, könnt Ihr ein paar kleine Accessoires im Stil des Films bereithalten. Bei uns bedeutete das, dass wir goldene Klebetattoos und goldenen Kajal, mit dem weitere Ornamente aufgemalt werden konnten, gekauft haben. Zu besonderen Gelegenheiten finde ich die Tattoos auch sonst eine sehr schöne und edle Sache.
5. Für die Snacks haben wir Gefässe verwendet, die irgendwie golden oder silbern oder mit Ornamenten verziert sind. Da ich zugegebenermassen eine grosse Vorliebe dafür habe, fanden wir im Haushalt Pinella viele passende Gläser und Platten.
Ich geniesse bereits die Vorbereitungen für einen solchen Anlass immer sehr. Es tut mir gut, wenn ich mit Freunden zusammen etwas Kreatives machen und ein bisschen herumwerkeln kann. Mit Kathrin klappt das seit jeher sehr gut. Bei Ihr muss ich oft gar nicht viel erklären und sie weiss genau, was ich meine. Das ist schön!
Als der Signore heim kam, traf ihn zugegebenermassen beinahe den Schlag, weil wir wirklich alles umgeräumt hatten und es in unserer Wohnung leicht chaotisch aussah. Dazu kam, dass wir so ganz nebenbei auch noch einen Morgenmantel nähen wollten. Unglaublich…
Kathrin und ich sind aber nicht nur gut im Fabrizieren von Chaos, sondern wir haben es auch schnell wieder beseitigt. Am nächsten Tag war alles ordentlich und sauber.
Da der Signore bereits weiss, dass man uns am besten einfach machen lässt, wenn wir so schön im Flow sind, zog er sich einfach zurück und holte uns sogar noch Eis von der Tankstelle, da wir zuwenig Eis für die Slush-Maschine hatten. Danke lieber Signore!
Auch wenn es viel Aufwand bedeutet, für einen Filmabend alles schön herzurichten, denke ich, dass das zwischenzeitlich einfach gut tut und wichtig ist, dass man sich selber kleine Inseln im Alltag schafft. Das Leben bringt genügend schwere Dinge mit sich. Geniessen und zelebrieren wir also die schönen Stunden mit Freunden und gutem Essen um so mehr!
Ich hoffe nun, dass ich Euch etwas inspirieren könnte und dass Ihr die letzten warmen Sommerabende vielleicht auch noch mit einer Movie-Night im Freien geniessen könnt!
Herzlichst, Eure Signora Pinella
P.S. Wenn es schon etwas exotisch sein soll, dann schaut Euch unbedingt Casablanca mit Ingrid Bergmann und Humphrey Bogart an. Ich lieeeeeeebe diesen Film! Alternativ passt auch die wirklich schöne Verfilmung vom Medicus oder eben einer der vielen Tausendundeine-Nacht-Filme…

Ein Geheimnis von Mama Pinella…

Ein Geheimnis von Mama Pinella…

Heute teile ich ein Geheimrezept von Mama Pinella mit Euch. Denn auch wenn wir jetzt wieder in der Schweiz wohnen, brauche ich immer über zwei Stunden, bis ich bei meinen Eltern Zuhause bin. Also koche oder backe ich gerne Dinge, welche Mama Pinella besonders gut zubereitet. So ein bisschen gegen das Heimweh. Besonders gerne mag ich die Brühküchlein aus Brandteig. Wenn sie mit Früchten, Beeren und geschlagenem Rahm gefüllt und Puderzucker bestäubt werden, sind sie einfach unglaublich lecker. Wer es elegant mag, nennt die Küchlein übrigens Profiteroles.
An den Brühküchlein gefällt mir besonders, dass sie fast ein bisschen altmodisch wirken und hübsch auf einem Teetisch aussehen. Und sie schmecken wirklich himmlisch!Ich weiss, dass man irgendwann zu alt ist, um Heimweh zu haben… Aber anderseits denke ich, dass es gut ist seine Wurzeln zu kennen und zu schätzen. Immer wenn ich gegen das Berner Oberland zu fahre und kurz nach Bern die ersten verschneiten Gipfel, den Niesen und das Stockhorn sehe, dann macht mein Herz einen freudigen Hüpfer. „Zuhause ist, wo Dein Herz ist“, sagt ein englisches Sprichwort. Vielleicht ist man auch einfach da Zuhause, wo Menschen sind, die man gerne hat. Mein Zuhause ist also irgendwie über die ganze Schweiz verteilt und reicht weit bis nach Florenz und Rom…

Erinnert Ihr Euch übrigens noch, wie ich hier vor einem Jahr über Heimweh nach der Schweiz geklagt habe? Ich bin wohl einfach eine Spezialistin im Dinge vermissen…In Italien ist es übrigens eher unüblich so weit von der Familie weg zu ziehen. Es gibt Statistiken, dass über 50 Prozent der Männer über 40 in einem Umkreis von nur wenigen Kilometern von ihren Eltern (wohl besonders von der Mama) entfernt wohnen. Unsere Wohnung in Florenz gehörte beispielsweise der Mama unseres Vermieters (die musste dann aber eben ins Pflegeheim) und ihr Sohn – also unser Vermieter – wohnte nur wenige Strassen weiter. Da darf ich wegen meiner zwei Stunden Nachhauseweg schon ein bisschen jammern;)

Nun aber zum Rezept für den famosen Brand- oder Brühteig nach Mama Pinella.
Zutaten: 2,5dl Wasser, 2Prisen Salz, 1 EL Zucker, 60g Butter, 125g Mehl, 4 Eier
Zubereitung: Wasser, Salz, Zucker und Butter aufkochen, das gesiebte Mehl im Sturz beigeben und bei kleinster Hitze so lange rühren, bis sich ein Kloss bildet, der sich von der Pfanne löst. Ein Ei nach dem
anderen gut in den Teig einarbeiten (Mama Pinella schwört darauf, dass man den Teig mit dem Handrührgerät gründlich verrühren soll).
Teig auskühlen lassen. In einen Dressiersack geben, auf ein Backblech verteilen und im vorgeheizten Backofen 20 Minuten bei 180 Grad auf mittlerer Stufe backen.
Die Brühküchlein auskühlen lassen, mit einer Schere aufschneiden, mit Früchten, Beeren und Schlagrahm füllen und mit Puderzucker bestäuben. Vor dem Servieren sollten die Brühküchlein mindestens eine Stunde lang kühl gestellt werden. Dann schmecken sie noch besser.Wenn Ihr den Zucker weg lässt, könnt Ihr die Küchlein auch gut mit salzigen Zutaten (z.b. Lachs oder Frischkäse) füllen. Sie müssen auch nicht unbedingt mit dem Dressiersack gemacht werden. Es reicht, wenn man mit Hilfe eines Löffels kleine Kügelchen formt und sie so aufs Blech gibt. Wenn man zu viele Küchlein gemacht hat, können sie gut auch eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt aufgetaut und gefüllt werden.

Ich wünsche Euch, dass Ihr gerade heute bei Menschen sein dürft, bei denen Ihr Euch Zuhause fühlt!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Kandierte Blüten und eine zerdrückte Pinella…

Kandierte Blüten und eine zerdrückte Pinella…

Eigentlich mag ich Süsses nicht so sehr und wenn Torten mit zu viel Zuckerguss überladen sind, mag ich das noch viel weniger. Also optisch finde ich es wundervoll, aber essen mag ich es nicht. Deshalb finde ich
kandierte Blüten und Blätter eine schöne Alternative. Und seit es auf dem Balkon der Casa Pinella blüht oder besser gesagt geradezu wuchert (dazu dann ein anderes Mal mehr), dachte ich mir, dass es nun an der Zeit sei selber eine etwas weniger opulente Deko für Süssspeisen herzustellen.
Denn wer Blüten kandieren will, braucht dazu Pflanzen, die essbar und nicht mit Pestiziden behandelt worden sind und vorzugsweise im eigenen Garten oder Balkon wachsen. Ich habe dafür kleine Gänseblümchen, Rosen- und Minzeblätter verwendet.
Diese werden mit einer Mischung aus Wasser und Gummiarabikum bepinselt (je ein Esslöffel Gummiarabikum auf zwei Esslöffel Wasser in ein Glas mit Deckel geben, das Ganze gut schütteln, bis daraus eine milchige Flüssigkeit entstanden ist) und anschliessend in fein gemahlenem Kristallzucker wenden.Gummiarabikum wird aus dem Saft von Akazien gewonnen und macht die Blüten zusammen mit dem Zucker haltbar. Wenn die Blüten ordentlich eingepinselt und mit Zucker bedeckt wurden, muss man sie mindestens zwei Tage an einem trockenen und dunklen Ort trocknen lassen. Wenn sie vollständig trocken sind, können sie in einem verschliessbaren Gefäss, vorzugsweise wieder an einem dunklen Ort (damit sie nicht ausbleichen) mindestens ein halbes Jahr gelagert werden.

Kandierte Blüten eignen sich nicht nur für das Dekorieren von Torten, sondern auch als Hingucker auf einem sommerlichen Eisbecher.
Leider reicht meine Zeit heute nicht für einen längeren Post. Ich geniesse gerade ein paar schöne Tage (mit ein bisschen Arbeit) bei der lieben Signora Rossi (wer das ist, habe ich hier erklärt) in der ewigen
Stadt…
Heute Morgen hatte ich übrigens die Gelegenheit an der Generalaudienz auf dem Petersplatz teilzunehmen. Ich hätte mir nie zu träumen gewagt, wie da die Post abgeht und die Leute ausflippen. Folge davon war, dass ich beim Versuch zu fotografieren fast zerdrückt wurde. Und da soll noch jemand sagen, dass ich mich für meine Arbeit nicht ins Zeug lege;)
Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und schicke Euch liebe Grüsse aus Italien!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Papa Pinella, der Brunch und das Steak…

Papa Pinella, der Brunch und das Steak…

Papa Pinella mag es den Ursprung von Wörtern zu erklären.
Und so kommt es, dass er regelmässig bei meiner liebsten Art von Mahlzeit dem
Brunch über die Herkunft dieses Wortes sinniert. Mein Bruder, meine zwei
Schwestern und ich könnten daher im Schlaf aufsagen, dass der Brunch eine
Zusammensetzung der englischen Wörter Breakfast und Lunch ist und dass wiederum
Breakfast vom sogenannten „Fasten brechen“ komme… Dann schweifen meine Gedanken
meistens ab. Denn meine persönliche Definition von Brunch lautet: „Unglaublich
leckere Mahlzeit mit einer grossen Auswahl an guten Sachen, die in gemütlicher
Runde eingenommen wird.“
So habe ich mich auch in diesem Jahr einmal mehr dafür entschieden meinen Geburtstag mit einem Brunch und vor allem zusammen mit meiner Familie zu feiern (im Jahr zuvor war ich ja in Florenz und da konnten sie nicht dabei sein – Torte gab es trotzdem, wie ihr hier sehen könnt). Und weil ich mich dermassen über das goldene Besteck gefreut habe, das mir der Signore geschenkt hat, habe ich beschlossen diesen Tisch in die Serie der Tafelfreuden (hier geht’s zum ersten Teil) aufzunehmen.
Kurz zuvor hatte mit die 90-jährige Patentante meiner Mama ein wundervolles, weisses Tischtuch geschenkt. Dazu kamen rosa und goldene Glitterkonfetti, welche uns meine Schwester Madama Gaianna zur neuen Wohnung geschenkt hatte (den Post dazu gibt es hier). Diese zwei Dinge bildeten den Ausgangspunkt für die Tischdeko.

 

Weitere Inspirationen erhielt ich aus dem Buch „Frühstücksglück“, das ich mir zuvor  gekauft habe. Der
Untertitel des Buches lautet „45 leckere Gründe morgens aufzustehen“ – das passt wunderbar zu mir. Der Signore meinte nur, dass es kein Wunder sei, dass ich am Morgen kurz vor acht Uhr zur Welt gekommen sei, ich hätte einfach unbedingt frühstücken wollen… Meine Mama meinte dann, dass ich mich erstmal aufs Schlafen und sie sich aufs Frühstück fokussiert habe;)
Nun zurück zum Brunch. Wie bereits gesagt, mag ich besonders die Fülle an guten Sachen. So habe ich ein Buffet mit Müesli, Käse, mit Lachs gefüllten Gipfeli, Brot, Zopf und Früchten hergerichtet. Als Krönung gab es eine Frischkäsekugel, die ich mit Granatapfelkernen überzogen habe – das sieht man im Moment auf vielen Blogs und ich finde, dass das Ganze nicht nur unglaublich fotogen, sondern auch sehr lecker ist.
Dazu kamen dann noch Pancakes, American Potatoes, gebratener Speck und Eier. Zum Trinken gab es
Erdbeerbowle (was sich im Nachhinein auf nüchternen Magen als etwas grenzwärtige Idee erwies), hausgemachtes Mango-Lassi, Kaffee (natürlich aus der italienischen Maschine) und Bloody-Maries oder einfach Tomatensaft pur (ich wollte einfach unbedingt eine Bloody-Mary-Bar einrichten, weil ich die Zutaten so hübsch finde;).
Und meine Mama brachte nicht nur einen wundervollen Korb voller Blumen, sondern auch noch eine leckere Schwarzwäldertorte mit. So macht das Älterwerden Freude.
Ich hoffe, dass ich Euch ein paar Inspirationen für einen Brunch und die passende Deko dazu geben konnte und wünsche Euch damit eine Gute Nacht!
Herzlichst, Eure Signora Pinella
P.S. Papa Pinella sieht sich übrigens nicht nur als Erklärer, sondern auch als Hüter der Sprache. So spricht er schon seit Jahren davon, dass er dem Verband der Metzgermeister einen Brief schreiben wolle, weil das Wort Steak in der Schweiz immer falsch ausgesprochen werde. Im Dialekt sagen die Leute oft „Schtiiik“ und wenn Papa Pinella das hört, kriegt er die Krise;) Aber eigentlich ist es ja schön, wenn man eine grosse Familie hat, deren Mitglieder einem Wörter erklären, Kuchen backen, Blumen pflücken und noch wichtiger mit einem Jahr für Jahr Geburtstag und alle anderen Dinge des Lebens feiern und teilen. Ich bin sehr dankbar dafür!

Pinella Spinella und die Cannoli…

Pinella Spinella und die Cannoli…

Im Berner Oberland, dem schönsten Ort der Welt, wo ich zufälligerweise auch geboren wurde und aufgewachsen bin, wird eine etwas verrückte Person unter anderem auch Spinello genannt (ich kenne den Begriff durch die liebe Signora Rossi – wer das ist, erfährt Ihr hier). Spinello bedeutet, dass jemand etwas durchgeknallt ist oder eben spinnt. Diese Bezeichnung passt in mehrerer Hinsicht gut zu mir (und das nicht nur, weil ich in Tat und Wahrheit spinnen kann – also nicht nur im Kopf, sondern so richtig mit Wolle, Flachs und Spinnrad). Ich bin durchaus auch immer wieder etwas eine Spinella. Denn während ich letztes Jahr, als wir in Florenz gewohnt haben, immer wieder über Heimweh geklagt habe, plagt mich nun die Sehnsucht nach Italien. Vor allem die Lebensweise und die Cucina Italiana mit ihren leckeren Zutaten fehlen mir einfach.
Es ist erstaunlich, wie viele kleine oder auch grössere Dinge und Gewohnheiten aus Italien sich in unserem Alltag fest eingebürgert haben. Man bringt vielleicht Signore und Signora Pinella aus Italien heraus, nicht aber ein kleines Stückchen Italien aus Signore und Signora.Das geht so weit, dass wir wirklich nur noch guten, starken Espresso (ganz selten vielleicht einmal einen Cappuccino) trinken. Er muss nicht nur sehr gut sein, sondern darf eine herkömmliche Espressotasse auch nicht mehr als bis etwas über die Hälfte füllen (mehr über die italienische Kaffeekultur habe ich übrigens hier geschrieben und hier habe ich Euch unsere Kaffeemaschine vorgestellt). Das geht so weit, dass wir lieber gar keinen Kaffee haben, als irgendwas so Schreckliches wie beispielsweise eine Instandbrühe…

Wir haben seit dem Jahr in Florenz etwas Probleme die Regeln bei Fussgängerstreifen zu beachten. Man kann ja gut auch noch bei Rot laufen – also in Italien geht das, wenn man schnell genug ist;) Und es wird gehupt beim Autofahren. Jederzeit. Ohne geht gar nichts mehr! Und wir tun uns unglaublich schwer mit der der Genauigkeit der Schweizer. Oder besser gesagt der gegenseitigen Kontrolle.Letzthin wurden wir angeschnauzt, weil wir zur falschen Zeit Glas entsorgen wollten. Wohlgemerkt, wir konnten nicht einmal aus dem Auto aussteigen und wurden schon von einem übereifrigen Anwohnerzusammen gestaucht. Es blieb gar keine Zeit das Schild zu lesen, auf dem stand, wann man Glas entsorgen darf. In Florenz wurde am Sonntag sogar gehandwerkert und es wäre niemandem in den Sinn gekommen, Zeiten für die Glasentsorgung
vorzugeben.

Ich sage nicht, dass in Italien alles besser ist. Wer sich beispielsweise die Wirtschaftslage, die hohe Arbeitslosenquote (besonders bei jungen Menschen) und die politischen Probleme in diesem wundervollen Land
anschaut weiss, dass viele Dinge alles andere als rosig sind. Trotzdem vermisse ich Italien immer wieder.
Und wenn ich nicht nach Italien fahren kann – das mache ich übrigens nächste Woche endlich wieder – dann fülle ich für den Signore und mich ein paar Cannoli und serviere dazu guten Kaffee. Cannoli sind frittierte, gefüllte Teigröhren. Obwohl ich eine Friteuse besitze, traue ich mir noch nicht zu, die Cannoli selber herzustellen.
Solltet Ihr sie aber einmal per Zufall schon fertig frittierte Teigröhren finden, dann ist es eine besonders leckere Variante, wenn Ihr 200g Ricotta mit 2 Esslöffeln Puderzucker, der Schale einer halben Bio-Orange, einem
Esslöffel Orangensaft und einer Messerspitze Vanilleextrakt vermischt, diese Creme in einen Spritzbeutel gebt und damit die Cannoli füllt. Vor dem Servieren werden sie mindestens eine Stunde in den Kühlschrank gestellt und danach noch mit Puderzucker bestäubt.Ruckzuck habt Ihr den perfekten, erfrischenden, italienischen Nachtisch (in Italien gibt es natürlich noch viel exklusivere Varianten davon – aber für den Einstieg geht meine einfache auch). Denn alle, die nicht komplett pazzi (verrückt auf Italienisch) oder eben Spinellos sind, werden dieses Dessert lieben.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und ein erholsames Wochenende! Und seid ruhig einmal etwas verrückt – manchmal tut das ganz gut!
Herzlichst, Eure (S)Pinella;)

Grazie cara Mama…

Grazie cara Mama…

Mama Pinella ist was den Muttertag anbelangt sehr unaufgeregt. Sie gehört definitiv nicht zu diesen Müttern, die einem das Gefühl geben, dass sie grosse Geschenke und Besuche erwarten. Wenn man sie fragt warum das so ist, sagt sie oft, dass meine Geschwister und ich das ganze Jahr über lieb und grosszügig zu ihr seien. Das hat aber auch seinen Grund. Meine Mama ist der wohl dankbarste Mensch, wenn es ums Beschenken geht. Wenn wir ihr als kleines Kind irgendetwas unglaublich Schreckliches gebastelt haben, schaffte sie es trotzdem uns das Gefühl zu geben, dass es schön sei und dass sie sich darüber freut. So macht es mir bis heute Freude, wenn ich mir ein Geschenk für sie einfallen lassen darf. Wenn ich dazu aber bis jetzt noch keine Zeit gehabt hätte, würde ich ihr einen Schokoladenkuchen backen. Weil das für Mama Pinella aber nicht nötig ist, da ich sonst bereits ein passendes Geschenk gefunden habe, verrate ich Euch das Rezept für den schokoladigsten aller Schokoladenkuchen, der so üppig ist, dass es schon fast dekadent ist. Wenn Ihr ihn aber mit viel Liebe backt und verziert, ist er das ideale Geschenk zum Muttertag.
Für die Agrarzeitung „Der Schweizerbauer“ habe ich bereits vor einer Woche einen Artikel über den Muttertag geschrieben, zu dem ich auch noch das Rezept von meinen Rosenkuchen (siehe hier) veröffentlicht habe. Für diesen Artikel habe ich mich zum ersten Mal etwas genauer mit dem Muttertag und dessen Entstehung auseinander gesetzt. Hier ein Auszug aus dem Text:
Seinen Ursprung hat der Muttertag in der amerikanischen Frauenbewegung. Die Methodistin Anna Marie Jarvis organisierte am 12.Mai 1907 zum Todestag ihrer Mutter eine Gedenkfeier in der Methodistenkirche in Grafton im Bundesstaat West Virginia in den Vereinigten Staaten. Von da an setze sie sich für die Etablierung dieses Tages ein. Im Jahre 1914 erliess der US-Kongress eine Resolution und erklärte den zweiten Sonntag im Mai zum nationalen Feiertag. 1917 wurde zum ersten Mal in der Schweiz Muttertag gefeiert.
 
Als die Kommerzialisierung des Muttertages begann, distanzierte sich seine Begründerin Anna Marie Jarvis davon, weil dies nicht die Idee des Feiertages gewesen sei. Es wäre aber wohl im Sinne der Begründerin des Muttertages gewesen, seine Mutter oder Ehefrau mit einem selbstgebackenen Kuchen zu überraschen, ein paar schöne Stunden mit ihr zu verbringen und ihr einmal Danke zu sagen.

 

Dass der Muttertag ausgerechnet aus der Frauenbewegung heraus entstanden ist, finde ich besonders interessant. Und als ich dann ein bisschen weiter darüber nachgedacht habe, kam ich zum Schluss, dass nicht nur die Frauen, welche wirklich Kinder geboren haben, ein Dankeschön verdient hätten. So viele Frauen um mich herum sind in irgendeiner Form „Mütter“. Sei es, dass sie eine Beruf haben, wo sie jeden Tag Kinder betreuen, ihnen Dinge lehren und sie fördern, sei es, dass sie anderen Menschen beistehen, sie schützend durch schwierige Situationen begleiten, pflegen, heilen und ermutigen. Grundsätzlich finde ich es schwierig, wenn man die Geschlechter zu sehr auf typisch männliche oder typisch weibliche Eigenschaften reduziert. Die Mütterlichkeit ist ja aber bereits sprachlich per se eine urweibliche Eigenschaft. Und ich glaube fest, dass sie mehr oder
weniger ausgeprägt in jeder Frau schlummert. Wenn ich eine Frau treffe, bei der ich spüre, dass sie fähig ist, Empathie für mich und meine Lebenssituation aufzubringen, dass sie mir geduldig zuhört und dass sie sich mit mir freuen kann, ohne zickig zu werden oder missgünstig zu sein und mich auch noch ermutigt und trotzdem ehrlich zu mir ist, dann habe ich das Gefühl, dass sie wie eine Mutter ist. So definiert sich für mich Mütterlichkeit. Gerade in
Situationen, in denen es einem vielleicht nicht so gut geht, sind solche Menschen Gold wert. Alle diese ganz normalen, bodenständigen Frauen, die trotzdem jeden Tag ein bisschen Superheldinnen sind und die der Welt damit immer wieder zum Segen werden, haben ein grosses Dankeschön verdient!
Und für den Fall, dass Ihr einer lieben Frau in Eurem Leben mit mehr als nur Worten Danke sagen
möchtet, habe ich hier noch das Rezept für den wundervollsten, schokoladigsten Schokoladenkuchen aller Zeiten.
Zubereitung: Die Schokolade zusammen mit der Butter schmelzen (ich stelle sie dafür in einer Feuerfesten
Schüssel in den Ofen, den ich ja sowieso vorheizen muss). Gleichzeitig die Eier und den Zucker schaumig schlagen. Danach alle Zutaten zu einem glatten Teig verrühren und in eine vorgefettete und mit Kakaopulver bestäubte Form (ungefähr 15cm Durchmesser) geben. Den Kuchen bei 150 Grad 40 Minuten backen und dann
auskühlen lassen. Ich finde es besonders schön, wenn man Kuchen mit frischen, essbaren Blüten verziert. So bekommt die Mama die Schokolade und die Blumen in einem. Ich habe meine essbaren Blüten im Globus gefunden.

 

Zutaten: 60g dunkle Schokolade (mit mindestens 60 Prozent Kakaoanteil), 60g Butter, 70g Rohzucker, 1 gehäufter Esslöffel Schokoladenpulver, 2 Eier, 1TL Vanilleextrakt, je nach Geschmack 1TL Obstbrand, essbare Blüten für die Deko.
Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende! Geniesst es zusammen mit Euren Lieben und sollte niemand daran denken Euch den Kuchen zu backen, dann backt ihn einfach selber (vorausgesetzt, dass Ihr Schokolade mögt, sonst nehmt Ihr wohl besser den oben erwähnten Rosenkuchen). Es lohnt sich und Ihr habt es verdient;)
Herzlichst, Eure Signora Pinella