Magischer Kartoffelsalat und ein Rezeptbuch…

Magischer Kartoffelsalat und ein Rezeptbuch…

Wenn ich sagen würde, dass ich keine Geschenke mag, dann würde ich lügen. Im Gegenteil… Ich liebe Geschenke, wenn sie von Herzen kommen und ich merke, dass sich jemand Mühe gegeben und etwas überlegt hat. So habe ich mich riesig gefreut, als mir eine junge Künstlerin kürzlich ein Rezept-Buch gemalt hat. Ich verlinke Euch hier ihren YouTube-Kanal, dann könnt Ihr Euch ihre Bilder einmal ansehen.

Kurz zur Vorgeschichte: Ich habe die junge Dame, sie unterzeichnet ihre Bilder mit Muryo, Anfang Jahr über meine Schwester www.madamegaianna.blogspot.com kennen gelernt. Ich war damals in einem ziemlich desolaten Zustand, hatte Grippe und sass verzweifelt zwischen vielen ungepackten Zügelkisten. Sie haben mir einen ganzen Tag lang beim Packen und Zügeln geholfen und ich war schwer beeindruckend, wie diese 17-jährige junge Dame zupacken konnte und wie gelassen sie auf mein Chaos reagierte. Unter anderem hat sie meine vielen Kochbücher in der alten Wohnung ein- und in der neuen Wohnung wieder ausgeräumt. Da kam ihr wohl die Idee, dass ich ein Rezeptbuch für meine eigenen Rezepte brauchen könnte und das hat sie mir dann gemalt. Ich bin nicht ganz so überzeugt, dass ich beim Kochen so hübsch und süss aussehe wie die Person auf dem Buch. Der Signore meinte aber, dass das Bild perfekt getroffen sei und ihn die Augen und der Hüftschwung sehr an mich erinnern würden;)

Solche Geschenke, die so unerwartet kommen und erst noch von einem Menschen, der mir geholfen hat und dem eigentlich ich etwas schenken sollte, berühren mich zutiefst. Vor allem auch deshalb, weil ich im Buch auch noch ein Familienrezept für einen wunderbaren Kartoffelsalat fand. Mit Familienrezepten ist das so eine Sache. Sie sind mir heilig und wenn ich die Ehre habe, dass jemand ein Rezept mit mir teilt, dann macht mich das sehr stolz. Muryos Mama macht den besten Kartoffelsalat der Welt und zum Glück hat sie das Rezept aufgeschrieben und ich darf es nun mit Euch teilen. Und ja, der Kartoffelsalat ist wirklich lecker. Er ist schnell zubereitet und schmeckt sehr, sehr gut.

Da das Ursprungsrezept auf Englisch geschrieben ist, habe ich es so gut wie möglich übersetzt.

Zutaten: 500g festkochende Kartoffel, 1 mittelgrosse Zwiebel, 1/2 Tasse Gemüsefond, 1/2 TL Salz, 1 TL Senf, 1/2 Tasse Essig, 1/2 Tasse Sonnenblumen- oder Rapsöl

Zubereitung: Die Kartoffeln mit Schale im Wasser weichkochen (oder im Dampfkochtopf – da geht es natürlich schneller), 20 bis 30 Minuten auskühlen lassen, schälen und in ungefähr einen Zentimeter dicke Stücke schneiden. Den Gemüsefond kochen, das Salz und die klein geschnittene Zwiebel dazu geben, das Ganze mit dem Senf, dem Öl, dem Essig und allenfalls mit etwas Kräutern verfeinern und die Kartoffeln in einer Schüssel gut damit verrühren.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Salat besonders gut wird, wenn man der Sauce etwas Zeit lässt um sich mit den Kartoffeln zu verbinden.

Ich habe mich wirklich sehr über das Buch und das Rezept gefreut. Meine Schwester sagt immer, dass man eigentlich nur bloggen sollte, wenn man etwas zu Teilen hat. In Letzter Zeit hatte ich einfach nichts und war so müde und erschöpft, dass ich auch nicht die Energie fand Euch aus meinem Leben zu berichten. Als ich dann das Buch und das Rezept geschenkt bekommen habe wusste ich, dass ich Euch davon erzählen will. So geht das mit liebevollen Geschenken, sie ziehen Kreise und die Magie davon geht weiter…

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Geniessen im Pur Südtirol…

Geniessen im Pur Südtirol…

Weil ich mich letzten Frühling ins Südtirol verliebt habe (hier und hier habe ich darüber geschrieben), hat es mich die Tage nochmal dahin zurückgezogen. Besonders angetan hat es mir der Laden „Pur Südtirol“ in Meran. Dort finden Geniesser traditionelle Produkte in erstklassiger Qualität und zu
fairen Preisen. Zusätzlich werden direkt in und vor dem Laden Südtiroler Spezialitäten serviert.

Am „Pur Südtirol“ gefällt mir besonders die Art, wie der Stolz und das Bewusstsein für wen Wert lokaler Produkte vermittelt wird. Ich mag ja das Reisen und das Essen vor Ort sehr. Gleichzeitig fühle ich mich an solchen Orten besonders stark daran erinnert, dass ich die herrlichen Lebensmittel meiner Heimat noch viel mehr schätzen sollte. Besonders jetzt in der Fülle und Farbenpracht des Herbstes bin ich nochmals ganz bewusst am Geniessen.

Solltet Ihr also bei Gelegenheit eine Reise ins wundervolle Südtirol machen, besucht bitte einer der „Südtirol-Shops“. Unter www.pursuedtirol.com findet Ihr alle Standort. Übrigens gibt es auch einen Schweizer Online Shop, mit einem Teil der Produkte aus Südtirol, in dem aber zusätzlich auch noch Bündner-Spezialitäten angeboten werden: www.puralps.ch

Meine nächste Reise ins Meraner Land habe ich auch schon geplant. Denn leider war der liebe Signore noch nie da und muss diesen schönen Ort unbedingt auch kennen lernen. Dafür habe ich meine Sorella www.madamegaianna.blogspot.ch bequatscht mitzukommen. Sie hat meine Begeisterung sofort verstanden und wir verbrachten viele lustige Stunden mit erstklassigem Essen und gutem Wein zusammen.

Gerade wenn man schon lange nicht mehr zusammenwohnt, kann es schön sein, die Kindheit wieder etwas aufleben zu lassen. Noch heute können wir stundenlang „Personenraten“  usammenspielen und uns dabei kugeln vor Lachen. Das haben wir schon immer als Kinder am Abend vor dem Einschlafen gespielt. Das Spiel funktioniert so, dass sich die eine Person eine Person ausdenkt, die beide Spieler kennen, und die andere Person Fragen zu der Person stellt und versucht so schnell wie möglich herauszufinden, wen sich die erste Person vorgestellt hat. Die Fragen dürfen aber nur mit Ja oder Nein beantwortet werden. Also im Stil von „Ist die Person weiblich?“ oder „Ist die Person erwachsen?“ und so weiter. Und wenn Ihr Euch jetzt fragt, was daran so lustig sein soll, kann ich Euch nur raten es auszuprobieren. Ihr werdet es dann verstehen…

Ich wünsche Euch einen genussvollen und vergnüglichen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Heimat ist da, wo gegessen wird…

Heimat ist da, wo gegessen wird…

Heimat bedeutet für mich immer auch, dass ich mich mit Dingen und Orten vertraut fühle, dass ich Routinen entwickle und dass ich kleine Inseln voller Glück finde. Bereits hier habe ich vom schönen Wochenmarkt in Oerlikon berichtet, der jeweils am Mittwoch- und am Samstagmorgen stattfindet. Nebst dem Blumen-Stand (über den ich eben hier schon mal geschrieben habe) ist der Früchte- und Gemüsestand der Familie Rossetti mein allerliebster Anlaufpunkt auf dem Markt. Ich finde da nicht nur ein reiches Angebot, sondern auch immer wieder herrliche Kochinspirationen.

Ihr wisst ja, auch Kochen bedeutet für mich ebenfalls Zuhause-Sein. Gerne gehe ich auch auf Reisen zum Einkaufen auf die lokalen Märkte und koche die Sachen dann – weil man das in Hotels nicht kann, mag ich die gar nicht so sehr.

Beim Rossetti gibt es sowohl Gemüse aus regionalem Anbau, wie auch Spezialitäten aus Italien. So kann ich, wenn ich mein liebes Firenze vermisse, einfach mit den typischen italienischen Früchten und Gemüsen gegen das Heimweh ankochen. Daheim ist immer der Ort, an dem man sich wehmütig an einen anderen erinnert! Das sagte der Lyriker Thomas S. Lutter nicht zu Unrecht.

Jedenfalls haben mich beim Rossetti kürzlich herrliche Pfifferlinge angelacht. Wenn man eine klein geschnittene Zwiebel und eine Knoblauchzehe in viel Butter andünstet, die Pilze putzt, klein schneidet und dazu gibt, das Ganze etwas Köcheln lässt, mit Salz und Pfeffer abschmeckt, auf einem hausgemachten Brot anrichtet und etwas Trüffelöl und Honig darüber giesst, dann sind diese Pilzschnitten einfach ein Traum und ein herrliches Essen an einem Herbsttag!

Solche Ideen kommen immer in meinen Kopf, wenn ich am Stand der Familie Rossetti stehe und dann weiss ich Heimat ist da, wo man zu gutem Essen inspiriert wird!

Endet die Reise, beginnt das Angekommensein„, sagte der Journalist Walter Ludin. Das stimmt und ist gut so. Ich hoffe, dass Ihr in Eurem Leben auch Orte habt oder findet, die Euch einfach glücklich machen. Mein kleiner Tipp dazu: Manchmal muss man auch ausziehen um sie zu finden (ich muss mir das auch immer mal wieder selber sagen;)!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Wie bim Grosi…

Wie bim Grosi…

Als ich ein Kind war, gingen wir am Sonntag oft meine Oma, das „Grosi“ wie wir sie nannten (hier und hier habe ich schon über sie geschrieben), besuchen. Mein Grosi war eine hervorragende Köchin. Alles was auf den Tisch kam schmeckte irgendwie rund, vollkommen und einfach lecker. Es gab ein Sonntagsessen, das wir Kinder besonders liebten: Poulet. Um die Flügel und Schenkel gab es immer einen Kampf. Am zarten Brustfleisch war gar niemand so recht interessiert. Nach einer Zeit der Herausforderungen hatte ich kürzlich am Sonntag das dringende Bedürfnis für den Signore und mich ein Poulet zu machen. Essen wie „bim Grosi“ für unsere Seele. Dazu muss ich anmerken, dass der Signore nur das Brustfleisch isst (weil offenbar sieht ein Kniegelenk eines Huhns einem menschlichen Kniegelenk sehr ähnlich und auf die medizinischen Erläuterungen beim Essen kann ich verzichten;).

Meine Oma kochte zum Poulet jeweils Reis und es gab frischen Salat aus dem Garten mit Schnittlauch und sehr guter, hausgemachter Sauce. Da meine liebe Freundin aus Frankreich ihr Poulet immer zusammen mit Karotten und Kartoffeln zubereitet, habe ich mich für diese Variante entschieden (wohl auch deshalb, weil so unser ganzes Essen simpel in einem Topf – übrigens das Hochzeitsgeschenk meiner lieben Ex-Arbeitskollegen – zubereitet werden kann).
Wie bereits gesagt, die Zubereitung eines wirklich leckeren Poulet mit Gemüse aus dem Ofen ist simpel. Ihr braucht dafür ein Poulet (je nach dem wie viele Esser Ihr am Tisch habt, kauft ihr ein kleineres oder grösseres Tier – ich achte einfach immer darauf, dass es Schweizerfleisch aus Freilandhaltung ist). Das Menu ist auch dann ideal, wenn Ihr keine Zeit zum Kochen habt, aber z.b. am Abend noch Gäste erwartet. Dann könnt Ihr es einfach vorbereiten und kühl stellen und während Ihr gemütlich einen Aperitif mit Euren Gästen trinkt, zaubert sich das Essen quasi von selber. Besonders lecker ist es, wenn Ihr dazu noch einen Kräuterquark serviert!
Zutaten für zwei gute Esser (der Signore und ich haben alles ratz fatz verputzt):
1 Poulet (ca 700g schwer), 2 Karotten, 1 Knoblauchzehe, 1 Frühlingszwiebel, 1 Apfel, 1/2 Zitrone, Senf, 1 El Honig, Salz, Pfeffer und 5dl Bouillon.
Zubereitung: Den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Das Poulet mit Haushaltpapier abtupfen, und mit Senf, Honig, Salz und Pfeffer marinieren (ich habe einen leicht süssen Senf mit Körnern verwendet). Das Poulet mit der Zitronenhälfte und kleinen Apfelstückchen füllen. Zwiebeln und Knoblauch schneiden, Kartoffeln und Karotten schälen und schneiden und in eine Ofenfeste Pfanne oder Gratinform mit Deckel geben. Das Poulet darauf legen und die Bouillon darüber giessen. Anschliessend den Topf mit einem Deckel verschliessen und das Ganze 90 Minuten garen lassen.
Mein Grosi hat im Berner Oberland gelebt. Daher zeige ich Euch heute auch die Bilder aus dem wunderschönen Justistal in Sigriswil, wo „unsere“ Alp liegt (hier habe ich schon einmal über den Chästeile im Tal berichtet). In letzter Zeit habe ich aber auch begonnen endlich meine neue Umgebung, in der ich nun ja doch schon über ein Jahr lang lebe, zu entdecken und möchte Euch bald ein paar schöne Orte und Plätze zeigen. Es gibt so viel Schönes, wenn man die Augen dafür öffnet. Zum Glück sind mir meine nach Monaten endlich wieder aufgegangen…
Herzlichst, Eure Signora Pinella

In Concarneau dem Salz verfallen…

In Concarneau dem Salz verfallen…

Manchmal frage ich mich, ob es auf meinem Blog ein bisschen so aussieht, als ob ich nur auf Reisen wäre. Das ist definitiv nicht so. Aber wenn ich reisen darf, bin ich immer so voller Ideen und erlebe so viel, dass ich ein unglaubliches Mitteilungsbedürfnis entwickle und Euch davon berichte, bis ich dann wieder zum nächsten Mal unterwegs bin. Nun hat es den Signore und mich also nach Concarneau in die Bretagne verschlagen. Schuld daran ist übrigens Papa Pinella – aber dazu gleich noch mehr.
Das Zentrum von Concarneau sind der Hafen und seine Festung. Deren Gestaltung wurde übrigens vom grossen französischen Festungsbaumeister Vauban massgeblich geprägt. Ich schreibe das, weil Fratello Pinella sich intensiv mit Vauban auseinandergesetzt hat und nicht zufrieden wäre, wenn ich dieses wichtige Detail unterschlagen würde;) Hier noch die Erklärung für alle Nichthistoriker: Im Hafenbecken von Concarneau befindet sich eine riesige Festung mit dicken Mauern, und in deren Innern liegt die Ville Close (die Altstadt), die zwar etwas sehr touristisch ist, aber trotzdem zum Bummeln und Einkaufen einlädt.
Mir haben es in der Ville Close besonders die Läden vom „Maison Georges Larnicol“ angetan, denn dort kann man alle die wundervollen bretonischen Süssspeisen kaufen. Süssspeisen stimmt in diesem Fall nur bedingt, da praktisch alle Sachen mit Salzbutter hergestellt werden und daher neben der Süsse immer ein leicht salziger Geschmack mitschwingt. Ich mag es ja bekanntermassen lieber etwas deftig und daher sind diese Süssigkeiten hier perfekt für mich. Hier habe ich übrigens bereits einmal über die Bedeutung von Salz berichtet. Und weil noch einige Rezepte folgen werden, bei denen eine Zutat elementar wichtig ist, habe ich hier mein persönliches Rezept für „Creme de caramel au beurre salé“ für Euch aufgeschrieben. Ich kann Euch versichern, dass dieses Rezept wirklich genau gleich schmeckt wie die Creme hier in der Bretagne.
Zutaten: 200 g Zucker, 100 g Butter, 175g Vollrahm, 2 TL “Fleur de sel”
Zubereitung: In einer großen Pfanne den Zucker bei schwacher Hitze schmelzen lassen bis ein schönes hell goldenes Karamel entsteht. Es kann bis zu 15 Minuten dauern. In dieser Zeit solltet Ihr den Zucker nicht mit irgenwelchen Gegenstände berühren, sondern nur die Pfanne leicht schütteln. Das Karamell soll nicht zu dunkel werden, sonst wird die Creme bitter schmecken. Die Butter wird in kleinen Stückchen eingerührt bis ein cremiges Karamel entsteht. Danach kommen die 2 TL „Fleur de sel” dazu. Die Sahne erwärmen (aber sie sollte nicht kochen) und sie dann vorsichtig ins Karamell einrühren. Die Creme dann noch 2 Minuten kochen.
Nun ist die „Creme de Caramel au beurre salé“ bereit um in Gläser gefüllt zu werden.
Solltet Ihr das Glück haben an gesalzene Butter zu kommen (es müsste Butter mit ungefähr dreiprozentigem Salzgehalt sein, sonst wird es zu salzig), dann könnt Ihr auch einfach diese ohne Fleur de sel verwenden. In der Bretagne wird die Butter seit jeher gesalzen, ich vermute, dass sie damit auch länger haltbar gemacht wurde.
Wer kein gesalzenes Karamel mag, kann das Salz auch weglassen – aber glaubt mir, das
Salz ist das Beste an diesem Rezept (und nein, ich will gar nichts anderes hören – ich bin im Karamel-Fieber und taub für jegliche andere Meinungen dazu;).
Eigentlich wollte ich Euch ja noch den Grund für unsere Reise verraten. Eben, verantwortlich dafür ist Papa Pinella. Er ist ein grosser Krimifan und hat dem Signore und mir für die Autofahrten von Florenz in die Schweiz und zurück die Hörbücher mit den Krimis von Jean-Luc Bannalec ausgeliehen. Bannalec lässt in seinen Büchern den Kommissar Georges Dupin von Paris in die Bretagne versetzen, wo er vom Commissariat de Police in Concarneau aus im ganzen Finistère die
kniffligsten Fälle löst. Die Bretagne und ihre eigenwilligen Bewohner werden in diesen Büchern so anschaulich beschrieben, dass der Signore und ich unbedingt dahin fahren wollten. Kennt jemand von Euch lieben Leserinnen und Lesern die Bücher auch? Mittlerweile wurden sie sogar verfilmt. Hier der Trailer dazu.
So, nun werde ich mir einen weiteren, grossen Löffel Creme Caramel genehmigen und schicke
Euch süss-salzige Grüsse aus Concarneau!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Mohn-Zauber…

Mohn-Zauber…

Als ich von meiner letzten Florenz-Reise im Zug Nachhause fuhr (hier und hier habe ich darüber berichtet), sah ich aus dem Fenster und entdeckte am Bahndamm wundervollen, roten Mohn. Mit Mohn ist das bei mir nämlich so eine Sache, diese Blumen haben in meiner Vorstellung etwas Sagenumwobenes und Magisches. Irgendwie liess mich der Mohn von da an nicht mehr los und so kam es zum Rezept für die süssen Schupfnudeln, die ich ganz einfach in Mohnbutter gewendet habe.
Mohn ist vielleicht deshalb auch so sagenumwoben, weil daraus das Schmerz- und Betäubungsmittel Morphium gewonnen werden kann und tatsächlich enthalten Mohnsamen Kleinstmengen Morphin. Essen kann man sie aber trotzdem ohne Bedenken! Ich mag den leicht nussigen Geschmack von Mohnsamen. Offenbar enthalten sie auch viel Calcium und ungesättigte Fettsäuren.
Während ich Mohn vor allem über Brötchen gestreut kannte, wird er zum Beispiel in Österreich häufig in Süssgebäcken verwendet. So kam ich auch auf die Rezeptidee mit den süssen Schupfnudeln. Alles aus dem Bereich der Knödel oder italienisch eben Gnocchi hat es mir ja sehr angetan. Hier und hier habe ich Euch salzige Rezepte dazu vorgestellt. Aber eben, man kann das Ganze auch süss zubereiten und erhält so ein wundervolles Dessert.
Hier also das Rezept für süsse Schupfnudeln in Mohnbutter (als kleines Dessert reicht das für vier Personen).
Zutaten: 120g Ricotta, 200g Mehl, 3 Esslöffel Zucker, 1 Prise Salz, 50g Butter, 2 Esslöffel Mohnsamen und der Jahreszeit entsprechendes Kompott zum Verfeinern (weil ich so gerne Erdbeeren mag und man die nun endlich bekommt, habe ich Erdbeerkompott gekocht, aber auch Apfel oder Zwetschgen oder Kirschen passen gut zu den Nudeln).
Zubereitung: Ricotta, Mehl, Salz und Zucker miteinander zu einem glatten Teig verkneten und
darauf Rollen formen, diese in etwa vier Zentimeter lange Stücke schneiden und an den Enden nochmal drehen, damit sie spitz zulaufen. In einem grossen Topf Wasser zum Kochen bringen, die Hitze danach reduzieren und die Nudeln in das nicht mehr ganz kochende Wasser geben. Wenn sie obenauf schwimmen, die Nudeln mit einer Schöpfkelle aus dem Wasser holen. In einer Bratpfanne die Butter schmelzen, den Mohn dazu geben und etwas ziehen lassen. Danach die Schupfnudeln in der heissen Mohnbutter wenden, zusammen mit dem Kompott auf einem Teller anrichten und servieren.
Die Spezialzutat in diesem Rezept ist einmal mehr Ricotta. Dieser Frischkäse ersetzt die Eier und macht, dass die Nudeln super einfach und schnell zubereitet werden können.
Die Mohnblumen habe ich übrigens vor dem Kurhaus Meran fotografiert – wie wundervoll es dort
war, habe ich Euch bereits hier erzählt.
Ich kann Euch nur ans Herz legen, dem Mohn eine Chance zu geben. Er ist eine wirklich tolle und schmackhafte Zutat für zahlreiche Gerichte!

Herzlichst, Eure Signora Pinella