Zürichs schöne Seite…

Zürichs schöne Seite…

Ich bin ja äusserst begabt darin, eher die weniger schönen Seiten an Zürich zu sehen, wo ich nun ja doch schon seit fast vier Jahren wohne… Aber wie das so ist, wenn man Dinge nicht ganz freiwillig tut (wir sind halt einfach wegen dem Job vom Signore da), wird man etwas trotzig. Kürzlich habe ich hier darüber geschrieben, wie viel es mir bedeutet, wenn ich Besuch bekomme und so die Gelegenheit habe, zusammen mit lieben Menschen die schönen Seiten meiner neuen Heimat zu entdecken. So erging es mir auch letzte Woche, als mich eine liebe Freundin mit ihrem Sohn besuchte. Wir haben uns zusammen das Weihnachtsdorf am Bellevue angesehen und es war nicht nur schön, sondern richtiggehend magisch. Auch deshalb, weil ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Karussell gefahren bin. Ich habe es schon einige Male erwähnt, dass das für mich etwas vom Allerschönsten ist.

Nach etlichen Runden auf dem Karussell haben wir uns durch das feine Essen auf dem Markt gefuttert und auch das war einfach schön und lecker und hat mich sehr, sehr glücklich gemacht. Zur Krönung hat mir die liebe Freundin (über sie habe ich hier bereits einmal geschrieben), wunderschönes Geschenkpapier aus Florenz mitgebracht (siehe die rote Rolle auf dem letzten Bild des Beitrages), über das ich mich ebenfalls sehr gefreut habe.

Solltet Ihr also noch die Gelegenheit haben, das Weihnachtsdorf zu besuchen, dann macht das unbedingt. Denn nicht nur das Karussell und das Essen sind eine Reise wert, sondern es hat wirklich auch viele, sehr schöne Marktstände mit hochwertigen Produkten. Wer also noch auf der Suche nach Geschenken ist, wird dort sicher fündig. Sogar der Signore hat diesem Markt das Prädikat «Sehenswert» verliehen. Einfach deshalb, weil es gleich zwei Weihnachtshäuser von Käthe Wohlfahrt hat und er sich dort jedes Jahr eine schreckliche Weihnachtsbaumkugel kauft (nebst einem Basketball besitzen wir nun auch noch einen Fussball, ein Motorrad und einen debil aussehenden Nikolaus)! Er findet das super und hängt sie dann voller Vergnügen an unseren Tannenbaum…

So, nun wünsche ich Euch einen wundervollen Tag und einen guten Start in die neue Woche!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Den roten Nagellack, den ich auf den Bildern trage, ist von OPI und ich habe ihn von einer anderen lieben Freundin im Adventskalender geschenkt bekommen und mich sehr darüber gefreut. Er ist der perfekte Lack für Festtage, deckt in nur einer Schicht und trocknet sehr, sehr schnell! Und noch was: auf www.essenwiezuhause.ch verlose ich im Moment den neuen Rezepte-Jahreskalender. Ich freue mich sehr, wenn Ihr dort auch noch kurz vorbeischaut!

Einmal mehr am Sternenzauber…

Einmal mehr am Sternenzauber…

Bei Familie Pinella ist wieder viel los. Deshalb war es die letzten Wochen auch so ruhig auf dem Blog und deshalb gibt es von mir heute auch nur einen ganz kurzen Beitrag. Dafür einen besonders Schönen… Also zumindest für mich;)!

Meine Sorella Madame Gaianna organisiert in diesem Jahr einmal mehr den Sternenzauber Adventsmarkt, der am nächsten Samstag in Schönenwerd stattfindet. Und auch ich werde mit den Kalendern von meinem zweiten Blog www.essenwiezuhause.ch mit dabei sein.

Hier findet Ihr alle Infos zum Markt.

Doch bis es soweit ist, muss jetzt noch einiges gewerkelt und vorbereitet werden…

Ich würde mich freuen, wenn einige von Euch spontan die Zeit finden würden, auch vorbei zu kommen!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Die Krux mit den Fernfreundschaften…

Die Krux mit den Fernfreundschaften…

Kürzlich habe ich mir einen schier dekadenten Luxus geleistet. Ich bin ganz für mich alleine durch meine Heimatstadt Thun gebummelt. Warum das so dekadent ist, mögen jetzt einige von Euch fragen… Weil ich normalerweise jedes Mal, wenn ich in meine alte Heimat komme, ein Monsterprogramm von Besuchen und Verabredungen zum Kaffeetrinken abspule. Dann kommen noch die Besuche bei der Familie dazu und danach brauche ich dann erstmal wieder einen Tag Ruhe und Erholung in meiner neuen Heimat Zürich.

Da der Signore und ich sieben Jahre vor unserer Hochzeit und noch das erste halbe Jahr unserer Ehe in einer Fernbeziehung gelebt haben, habe ich damit eigentlich relativ viel Erfahrung und es lief eigentlich auch ganz gut (sonst wären wir ja nicht immer noch verheiratet). Ich habe aber festgestellt, dass mir das Thema Fernfreundschaften viel, viel schwerer fällt. Meine Suche bei Google hat ergeben, dass dazu schon einiges geschrieben wurde. Offenbar bin ich nicht der einzige Mensch, der damit irgendwie Probleme hat. Schon ein paar Mal habe ich Euch erzählt, dass der Signore und ich reich wären, wenn wir jedes Mal für Den Satz «Meldet Euch, wenn ihr in Thun seid» schon alleine einen Franken bekommen würden. Den Signore nervt das übrigens genauso wie mich.

Das Ganze war irgendwie sogar leichter, als wir noch in Florenz gelebt haben. Da sind die Leute in Massen hergekommen. Denn wer lässt sich schon ein Wochenende in Florenz mit gratis Übernachtungsmöglichkeit und Stadtführung entgehen? Zürich scheint da um einiges unattraktiver zu sein. Obwohl wir immer mal wieder so Sätze wie «Ach letztes Wochenende war ich gerade im Hallenstadion an einem Konzert» oder so zu hören bekommen. Die Leute schaffen es also offenbar sehr wohl nach Zürich, wenn sie es denn für sich als wichtig erachten. Um Beziehungen zu pflegen, scheint es dann aber doch nicht so wichtig zu sein. Oder wie uns schon oft erklärt wurde «ach, das Zugticket ist so teuer» oder «der Weg ist mit dem Auto einfach schon sehr weit». Ja, für den Signore und mich ist er ja nur halb so weit und die Zugtickets bekommen wir geschenkt… Ihr seht, da hat sich eine gehörige Ladung Frust angestaut.

Eigentlich möchte ich hier nicht einfach nur Frust ablassen, sondern auch meine Gedanken mit Euch teilen, da es uns allen ab und zu gut tut über Beziehungen und die Art, wie wir sie leben, zu reflektieren.

Wenn es ganz allgemein um Beziehungen geht, fällt mir immer ein Volkslied ein, das mein Vater mit uns als Kinder gesungen hat. «Wahre Freundschaft soll nicht wanken, wenn man gleich entfernet ist, lebet fort noch in Gedanken und der Treue nicht vergisst.» Eigentlich fasst das alles, um das es in einer Freundschaft geht, wunderbar zusammen. Bei Freundschaften geht es nicht um den Wohnort oder die Distanz, sondern darum, dass sich zwei Menschen umeinander bemühen, einander treu sein wollen und sich nicht vergessen. Ergänzend dazu sind mir in letzter Zeit noch folgenden Punkte wichtig geworden, die besonders das Leben von Fernfreundschaften erleichtern.

In einer Freundschaft geht es darum, sein Leben mit einem anderen Menschen zu teilen. Es müssen also nicht immer lange Monsterbesuche sein. Manchmal reicht auch nur eine Kurznachricht, vielleicht auch noch mit einem Bild dazu, in der man dem anderen erzählt, was man macht. Gerade bei Fernfreundschaften fallen ja eben die spontanen Kurzbesuche und das gemeinsame Erleben leider weg. Kurze Lebenszeichen schaffen eine Nähe, die gut tut.

Man sollte immer daran denken, dass der Weg für beide gleich lang ist und so auch von beiden Seiten her auf sich genommen werden kann. Nur weil jemand weggezogen ist, sollte nicht ihm die ganze Verantwortung für das Aufrechterhalten einer Freundschaft aufgebürdet werden. Dieser Gedanke gilt aber auch sonst für jegliche Freundschaftsformen. Bei mir ist es zum Beispiel im Moment nicht nur die Distanz, die es schwierig macht, sondern auch die Tatsache, dass viele Freundinnen Kinder bekommen haben. Ich bekomme dann nicht nur zu hören, dass ich so schrecklich weit weg wohnen würde, sondern dass ich ja viel flexibler sei und deshalb den Weg auf mich nehmen könne. Ich überlege dann oft, wer mich besuchen wird, wenn ich einmal Kinder habe… Diese Ausrede kann ich auch deshalb nicht einfach stehen lassen, da ich sehe, dass es durchaus Frauen mit Kindern gibt (wie zum Beispiel meine Sorella, die gleich drei Stück hat), die es schaffen, mich zu besuchen.

Zusammenfassend geht es ja einfach darum, dass eine Freundschaft beiden Teilen gleich wichtig sein und von beiden Seiten her gepflegt werden und nicht die Verantwortung nur einer Person aufgebürdet werden sollte. Was die Lösung für das Problem ist, wenn das nicht funktioniert, habe ich leider bisher auch noch nicht herausgefunden.

Im Moment befinde ich mich auf einem Mittelweg des trotzigen Verweigerns einerseits und des offenen Ansprechens anderseits. Eine liebe Freundin hat zum Beispiel ganz ehrlich zu mir gesagt, dass sie sich einfach nicht bewusst gewesen sei, dass ich es auch mal brauchen würde, dass man mich besucht. Diese Worte haben mir gutgetan und mir viel von meiner Wut und Trauer genommen. Denn genau um das geht es ja, dass ich jetzt ein neues Leben, an einem neuen Ort habe, das ich mit meinen alten Freunden aus meinem alten Ort ebenfalls teilen möchte.

Schlussendlich hilft es mir und hoffentlich auch anderen von Euch, die solche Situationen mit unausgeglichenen Freundschaften auch schon erlebt haben, wenn wir uns alle nicht zu sehr unter Druck setzen. Und darum werde ich wohl noch mehr alleine durch Thun bummeln. Einfach so, weil ich es mir guttut und besser gegen mein Heimweh hilft (das ich ja immer noch habe und mich wohl solange ich in Zürich wohnen muss, plagen wird), als wenn ich mich mit einem Monster-KaffeeundTeetrinken-Programm quäle… Und ich glaube auch und hoffe darauf, dass sich manchmal gerade dann, wenn man alte Dinge oder eben auch Freundschaften gehen lässt, neue Türen öffnen. Krampfhaft an Menschen festzuhalten, die einem nicht mit Liebe und Respekt begegnen, bringt nichts. Solche Abschiede tun mir immer schrecklich weh, das darf ja aber auch so sein, weil es zeigt, dass ich eine Freundschaft wertgeschätzt habe.

Ich hoffe, dass Ihr liebe Blogleser mir meine Offenheit nicht übelnehmt. Normalerweise bemühe ich mich ja sehr um fröhliche Beiträge. Aber vielleicht fühlen sich einige von Euch ja auch verstanden und ermutigt und das würde mich sehr freuen!

Der Stress mit den Beziehungen und die verschiedenen Hürden, die der Signore und ich in den letzten Monaten privat zu meistern hatten, haben mir ehrlich gesagt auch etwas die Freude am Bloggen genommen. Langsam finde ich aber dazu zurück (auch deshalb, weil ich gerade ein paar schöne Tage mit dem Signore in unserer alten Heimat Florenz verbringen darf).

Ich würde mich freuen, wenn Ihr Eure Erfahrungen und Gedanken zu diesem Thema mit mir teilen würdet!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. ist meine Heimatstadt nicht einfach wunderschön? Vielleicht sogar noch etwas schöner als Florenz (wo ich wundervolle Bilder für Euch gemacht und Geschichten gesammelt habe)!

Herbstedeko und ein bisschen Zeit für mich…

Herbstedeko und ein bisschen Zeit für mich…

Sechs Wochen ist es her, seit ich mich zum letzten Mal bei Euch gemeldet habe… Ich hatte Euch ja bereits im Beitrag hier erzählt, wie herausfordernd unsere Situation war. Es war einfach immer viel. Viel Schönes, aber auch viel Schwieriges. In den letzten Wochen hatte ich das Gefühl nur noch zu funktionieren und knapp irgendwie das Allernötigste zu schaffen. Zusätzliche Dinge zu erledigen oder geschweige denn etwas Zeit für mich selber zu haben, lag einfach nicht drin. Vermutlich haben viele von Euch auch bereits solche Phasen durchlebt und durchlitten. Prinzipiell ist das ja auch gar nicht so schlimm, da sie in der Regel auch mal enden. Zu spüren, dass ich in solchen Phasen Mitmenschen verärgere, weil ich einfach zu wenige Zeit für alles habe, belastet mich dann aber jeweils zusätzlich. Kennt Ihr dieses Gefühl auch?

Früher oder später stellt sich bei mir dann aber zum Glück jeweils die Einsicht ein, dass ich ja auch Verständnis habe, wenn sich Menschen um mich herum in schwierigen Situationen befinden. Ich versuche dann auch sie zu unterstützen und für sie da zu sein. Und zu diesem Gedanken gesellt sich dann die Erkenntnis, dass ich mir selbst ja am nächsten bin und deshalb auch am besten auf mich aufpassen kann.

In Stressphasen ist es für mich immer besonders wichtig, dass ich mir ab und zu Zeit für mich nehme und etwas gestalte oder nähe oder ein bisschen in der Küche herumexperimentiere… Zum Glück habe ich zusätzlich einen Beruf, in dem ich immer wieder kreative Projekte realisieren kann. So hatte ich kürzlich die Aufgabe, einen Basteltipp für den Herbst zu machen. Obwohl das eigentlich Arbeit war, hat mir dieses kleine Projekt sehr gut getan und weil mir das Ergebnis gut gefällt, will ich es unbedingt mit Euch teilen.

Kürbisse zu schnitzen ist die bekannteste Methode, um damit zu dekorieren. Gerade für kleine Kinder ist das aber oft  nicht so einfach oder gar noch nicht machbar. Dazu kommt, dass die intensiven Orangetöne vieler Herbstdekorationen nicht allen entsprechen. Daher stellt das Bemalen von Kürbissen eine gute Alternative dar. Das können schon kleine Kinder umsetzen (auch mal mit Fingerfarben) und so die Farbpalette der Herbstdekorationen erweitern.

Da nicht alle Farben auf der Oberfläche von Kürbissen haften, empfiehlt es sich, unverdünnte Acrylfarbe zu verwenden. Alternativ können die Kürbisse auch mit Sprühlack eingefärbt werden. Aber auch das ist wiederum nur etwas für grössere Kinder. Wer mit ganz kleinen Kindern arbeiten will, sollte ungiftige, gut abwaschbare Farben besorgen (im gut sortierten Bastelgeschäft gibt es sicher Alternativen zu Acrylfarben).

Material: Acrylfarben, grobe Pinsel, feine Pinsel, Pailletten, Glitzer und Leim.

Vorgehen: Die Kürbisse mit einem grossen Pinsel grundieren, trocknen lassen und danach nochmals mit einer zweiten Schicht Farbe bemalen. Wer den Kürbis nicht komplett übermalen will, klebt im unteren Drittel ein Klebeband rund um den Kürbis. Etliche Kürbissorten sind ja sowieso zweifarbig, und so bleibt ein Teil des natürlichen Äusseren sichtbar. Danach mit einem feinen Pinsel Ornamente, Tiere, Blätter oder auch Schriftzüge aufmalen. Alternativ kann der Kürbis auch ohne Grundierung direkt mit den Figuren bemalt werden. Auch das sieht schön aus. Wer mag, verleiht den Kürbissen zusätzlich mit Glitzer oder Pailletten das gewisse Etwas. Die Pailletten können ganz einfach mit Leim aufgeklebt werden.

Zusammen mit verschiedenen Naturmaterialien und Blumen wie Hortensien, Efeuranken oder Kastanien sind die bemalten Kürbisse eine wunderschöne Dekoration. Und wer sagt, dass der Herbst immer nur orange und rot sein darf. Schliesslich gehören die weicheren Töne des Morgennebels über den Feldern, der letzten grünen Blätter und des strahlend blauen Himmels genauso zum Herbst wie das kräftige Rot der Äpfel oder eben das Orange der Kürbisse.

Mir gefallen die bemalten Kürbisse auch deshalb so gut, weil ich gar kein Fan von den hässlichen Halloween-Dekorationen bin. Ich mag dieses Zeugs einfach nicht…;) Geht das Euch auch so? Wenn ja, hoffe ich, dass meine Dekoidee eine gute Alternative für Euch ist!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

 

Zurück zu «the big magic»…

Zurück zu «the big magic»…

Eigentlich hätte ich ja schon lange fünf Beiträge für den Blog vorbereitet… und eigentlich war ich nach unseren Ferien (über die ich in meinem letzten Beitrag hier auch schon berichtet habe) sehr motiviert und habe mich aufs Bloggen gefreut. Doch dann sind wir heimgekommen und vieles wurde erst einmal durcheinander gewirbelt… Papa Pinella ging es nicht gut und so verbrachten er und ich einen langen Abend auf der Notfallstation (was schlussendlich vergnüglicher war, als ich mir vorher vorgestellt hatte, da Papa Pinella auch bei schlechter gesundheitlicher Verfassung äusserst unterhaltsam ist).

Trotzdem hat mich dieses Erlebnis irgendwie sprachlos gemacht und irgendwie fand ich neben diesem Berg an Gefühlen, bestehend aus Angst um einen geliebten Menschen und dem Druck rundherum nicht zu genügen, zu wenig gut zu sein, zu wenig Zeit für Familie und Freunde zu haben, nicht die Energie etwas Kreatives zu tun oder eben meinen sonst so heissgeliebten Blog zu pflegen. Da halte ich mich an die Regel meiner Sorella www.madamegaianna.blogspot.com Sie sagt, dass man nur dann Bloggen sollte, wenn man wirklich die Inspiration dazu hat. Und da ich mich selber in den letzten Wochen weder inspirierend noch erheiternd fand, habe ich es halt einfach sein lassen.

Dazu kommt, dass ich mich innerlich so schwer tue mit dem ganzen Professionalisieren von Blogs, den Debatten über Leserzahlen und Kooperationen, Markieren von Werbung (was ja eigentlich Ehrensache und daher kein Thema sein sollte) und dem ganzen Socialmediazeugs im Allgemeinen. Ich bin ja schon beruflich immer mit Leserzahlen konfrontiert, denke bei jedem Artikel, den ich als Journalistin schreibe, intensiv darüber nach, ob er dann auch wirklich gelesen wird. Mein Blog war von Anfang an die Oase, bei der das nicht zählte, wo ich einfach frisch von der Leber weg genau das schreiben konnte, was ich wollte. Zu diesem Gefühl möchte ich definitiv wieder zurückkehren. In ihrem Buch «The Big Magic» schreibt Elizabeth Gilbert über kreatives Schaffen und beschreibt wunderbar die Magie, die damit verbunden ist.

«The big Magic» eben dieses Gefühl, wenn alles fliesst und meine Kreativität mich und in besonders schönen Fällen auch mein Umfeld glücklich macht, kenne ich seit meiner frühsten Kindheit. Ich habe es immer schon geliebt für andere zu basteln, zeichnen oder ihnen ein feines Essen an einem schön gedeckten Tisch zu servieren. Es reicht aber eigentlich auch völlig aus, wenn Kreativität einfach den Menschen glücklich macht, der etwas damit erschaffen hat und wenn sich andere dann auch noch daran erfreuen, ist das ein schöner Nebeneffekt.

Im Moment versuche ich wieder dahin zu finden und mir selber die Freiheit zu geben, genau für einen Menschen kreativ zu sein, nämlich für mich. In dem Zusammenhang möchte ich Euch nun auch noch unbedingt die Dinge zeigen, welche ich schon meinen Schwestern als Dankeschön für meinen Abend mit Papa Pinella auf dem Notfall erhalten habe. Für mich war es zwar das Natürlichste der Welt, mich um ihn zu kümmern. Trotzdem haben mich diese Zeichen der Liebe sehr berührt. Einerseits erhielt ich einen Gutschein von SØSTRENE GRENE, den ich sicher in ein Kreativprojekt investieren werde, anderseits ein wundervolles Magazin und einen hübschen Blumenkranz von www.chezfleur.ch Dazu habe ich noch einen Tipp für Euch: Die liebe Gabriela von www.gwiegabriela.blogspot.com lädt am 15. Und 16. September zusammen mit Chez Fleur in Oberdiessbach zu einer kleinen Brocante, an der es wundervolle Dekoartikel und Blumen zu kaufen geben wird. Auf den verlinkten Seiten findet Ihr mehr Infos dazu. Denn genau das ist für mich eben auch «Big Magic», wenn sich zwei kreative Köpfe zusammentun und etwas Schönes erschaffen. Da es für mich diese Woche ins Südtirol geht, kann ich leider voraussichtlich nicht dabei sein. Aber vielleicht finden ja die einen oder anderen von Euch Zeit.

Und nun wünsche ich Euch einen guten Start in die neue Woche, die Euch hoffentlich viel Schönes und viele kreative Momente bringen wird und solltet Ihr Zeit zum Lesen haben, kann ich Euch «The big Magic» wärmsten empfehlen!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Seelenprojekte…

Seelenprojekte…

Vor den Ferien fallen mir ganz spontan jeweils noch tausend Dinge ein, die ich machen könnte oder gerne machen würde… So hatte ich schon vor den Ferien geplant endlich neue Taschen für alle meine verschiedenen Kosmetik- und Schönheitsutensilien zu nähen. Leider fehlte dann einfach die Zeit dazu. Weil mich die Idee aber nicht schlafen liess, habe ich mich kurzentschlossen noch in der Nacht vor unseren Ferien daran gemacht, endlich die lang ersehnten Taschen zu nähen.

Dazu muss ich noch etwas erklären. In meiner Brust liegen häufig zwei Seelen ganz schrecklich miteinander im Streit. Es gibt die lockere Seele, die auch mal eine Fünf gerade sein lässt, und es gibt die strukturierte, ordentliche Seele, die am liebsten das ganze Leben exakt planen würde. Diese Eigenschaften von mir machen sich in allen Lebensbereichen bemerkbar und eben auch beim Packen für die Ferien. Meine spontane Seele sagt zu mir: «Ach, du musst doch gar nicht gross packen. Nimm einfach ein Sommerkleid, Sonnencreme und den Badeanzug mit und das reicht.» Der ordentliche Teil in mir beginnt genau in dem Moment dagegen zu argumentieren: «Aber was ist, wenn du einen Knopf annähen musst oder unverhofft zu einem eleganten Anlass eingeladen wirst, ja dann brauchst Du Nähzeug, Abendkleid, Lockenstab und so weiter…». (Der ordentliche Teil in mir ist ein absoluter Kontrollfreak und nervt ehrlich gesagt nicht nur mich, sondern auch den armen Signore oft ein bisschen, anderseits ist er eben auch sehr zuverlässig und daher sehr praktisch.)

Irgendwie schien es mir dann eben in dieser besagten Freitagnacht vor unseren Ferien das Richtige zu sein, beide Seelen mit einem Nähprojekt in Einklang zu bringen. Denn die spontane Pinella findet nächtliche, ungeplante Nähprojekte super. Die organisierte Pinella hat wiederum gejubelt, weil sie wusste, dass sie so wenigstens alle Kosmetikartikel ordentlich organisieren kann (eine Laptoptasche für meinen neuen Laptop, von dem ich Euch hier bereits erzählt habe, ist dabei auch noch gleich entstanden).

Jedenfalls bin ich jetzt stolze Besitzerin einer grossen und einer kleinen Kosmetiktasche, einer Tasche für meine Haargummis- und Klammern und einer Rolltasche für meine Schminksachen. Letztere finde ich von allen Taschen die absolut Beste – obwohl ich seit unserer Ankunft am Meer maximal ein bisschen wasserfeste Wimperntusche gebraucht habe. Aber egal, die Tasche macht mir jedes Mal, wenn ich sie im Bad sehe, riesig Freude und daher ist es gut, dass ich sie genäht und mitgenommen habe.

Alle Taschen sind eigentlich sehr einfach und schnell genäht. Die Rolltasche für die Schminksachen habe ich in vier kleine Fächer unterteilt, die gross genug sind, dass ich sogar kleine Dosen darin verstauen kann. Danach wird die Tasche gerollt und mit einem Satinband (das gleich hatte ich übrigens als Gürtel an meinem Brautkleid), zusammengebunden. Auf den Bildern solltet Ihr eigentlich gut sehen können, wie ich die einzelnen Taschen genäht habe und es würde mich freuen, wenn ich die einen oder anderen von Euch auch zu kreativen Nähprojekten inspirieren konnte – die müssen ja nicht per se mitten in der Nacht umgesetzt werden;)

Seit wir nun auf der wunderschönen Insel Rab angekommen sind, wo es uns letztes Jahr so gefallen hat, dass wir dieses Jahr wieder hierher gefahren sind (davon habe ich Euch bereits hier und hier berichtet), scheinen meine zwei Seelen sehr gut miteinander klar zu kommen. Vermutlich haben sie einfach eingesehen, dass sie im Moment der Seele der Entspannung und des Geniessens Platz machen müssen… Und das ist gut so!

Herzlichst, Eure Signora Pinella