Weihnachtstraditionen…

Weihnachtstraditionen…

Die Zeit zwischen den Jahren will ich endlich noch nutzen, um ein bisschen von meiner Weihnachtszeit zu berichten. Denn die war sehr schön und eigentlich relativ entspannt (es war schon viel los, aber weniger als in anderen Jahren, was schon sehr angenehm war).

Seit fast zwanzig Jahren gehe ich jedes Jahr kurz vor Weihnachten mit Papa Pinella in Bern zum Frühstücken. Die ersten paar Male haben wir das nur zu zweit gemacht. Das war so unser Ding. Wir sind am Morgen ganz früh aufgestanden, nach Bern gefahren und haben dann die Stadt, die da noch ganz still und ruhig war, genossen. Danach gab es ein feines Zmorge und im Anschluss sind wir Mama Pinella ein schönes Geschenk kaufen gegangen.

Nach einigen Jahren sind dann aber auch meine Geschwister dazu gekommen und mittlerweile ist das gemeinsame Frühstück ein Anlass für die ganze Familie. Ich mag diese Weihnachtstradition sehr gerne, weil niemand etwas vorbereiten muss und es so sehr entspannt ist. Oft nutzen wir danach noch die Zeit, um zusammen ein bisschen durch die Stadt zu bummeln und letzte Besorgungen zu machen. Das Frühstück essen wir übrigens immer beim Gfeller am Bärenplatz. Das machen wir nicht, weil es da besonders fein ist oder so. Aber es ist halt Tradition. Sollte jemand von Euch einen Tipp für mich für ein feines Brunchlokal in der Berner Altstadt haben, wären wir wohl auch durchaus bereit, die alte Tradition durch eine neue zu ersetzen;) Das ist wohl ganz allgemein der beste Umgang mit Traditionen. Denn das krampfhafte Festhalten an alten Zöpfen, finde ich besonders an Weihnachten ganz schwierig. Vermutlich braucht es immer wieder aufs Neue eine gesunde Mischung zwischen den Traditionen, die uns Halt und Sicherheit geben, und dem Mut zu neuen Dingen, die uns auch wieder herausfordern.

Dieses Jahr war das Familienfrühstück für mich besonders schön, weil der Signore zum allerersten Mal ebenfalls mit dabei war. Im Anschluss durfte ich dann auch noch eine neue Krippenfigur auswählen (der Signore schenkt mir traditionellerweise Krippenfiguren zu Weihnachten). Nun ergänzt also ein kleines Hirtenmädchen mit Ziege unsere Krippe.

Ganz allgemein bin ich in diesem Jahr mit dem Ergebnis unserer Weihnachtsdeko zufrieden. Weil ich eben etwas mehr Zeit hatte, habe ich auch etwas ausgiebiger schmücken können und habe das sehr genossen.

Nun freue ich mich aber auch auf Silvester und das neue Jahr, von dem ich jetzt schon weiss, dass es einige interessante Dinge und Projekte mit sich bringen wird!

Nun wünsche ich Euch einen wundervollen Tag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

La Signora im Bastelfieber…

La Signora im Bastelfieber…

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich seit Jahren keine so kreative Weihnachtszeit hatte, wie in den vergangenen Wochen. Ich habe sehr viele Ideen umsetzen können und das macht mich jeweils sehr, sehr glücklich. Weil ich auf Instagram auf ein Bild von den Mooskugeln (die ich ja eigentlich als Basteltipp für die Zeitung, bei der ich arbeite, gemacht habe) sehr viele positive Rückmeldungen bekommen habe, dachte ich mir, dass ich sie Euch zeigen will. Dazu packe ich noch die Bilder von einem Gesteck, das ich für eine liebe Freundin gemacht habe. Das ist eben diese Freundin, deren Hände auch auf den Bildern zu sehen sind, und die immer wieder solche Kreativprojekte mit mir in Angriff nimmt. Gerne mache ich solche Sachen auch mit meiner Mama oder meinen Schwestern. Aber da ich so weit von ihnen weg wohne, ist es für mich ein grosser Segen, dass ich einen Menschen in meiner Nähe gefunden habe, der meine Leidenschaft für das Herumwerkeln teilt.

Den Reigen dieser kreativen Projekte hat meine liebe Freundin übrigens mit einer wunderbaren Einladung eröffnet. Sie hat zwei weitere Frauen und mich Ende November zu sich Nachhause zum Adventskranzbinden eingeladen. Und das war einfach schön. Wir waren vier Frauen, mit vier verschiedenen Nationalitäten und haben uns insgesamt in fünf verschiedenen Sprachen unterhalten. Interkultureller Dialog vom Feinsten;)

Wir haben aber auch zusammen Lebkuchenhäuser für den Sternenzaubermarkt gebacken (davon habe ich Euch auf meinem zweiten Blog hier erzählt) und dekorative Mooskugeln gewickelt. Und weil mir das alles so gut getan hat, wollte ich meiner Freundin zum Dank ein besonderes Geschenk überreichen und habe für sie ein Gesteck mit Federn und golden lackiertem Eukalyptus und einer edlen Duftkerze von Aerin Lauder gemacht.

Vielleicht ist ja der oder die eine oder andere von Euch da draussen auch noch auf der Suche nach einem hübschen Weihnachtsgeschenk. Da bieten sich diese beiden Ideen doch auch an.

Da ich eben ziemlich weit weg von meiner Familie und meinen alten Freunden wohne, bedeutet es mir so viel, dass ich jemanden gefunden habe, mit dem ich solche Kreativprojekte realisieren kann. Schuld daran ist übrigens der Signore. Er arbeitet mit dem Mann meiner Freundin zusammen und hat uns bekannt gemacht. Das ist natürlich auch ein weiteres, verbindendes Element… Unsere beiden Männer arbeiten als «Knochenschlosser» (so sagt dem Mama Pinella), sind in ihrem Beruf sehr eingespannt und wenig daheim. Das ist nicht immer so einfach. Auch deshalb, weil viele Aussenstehende gar nicht verstehen können, dass es nicht nur das grosse Los ist, einen Weisskittel geheiratet zu haben. Im Gegenteil. Im Allgemeinen bedeutet es, dass man viel etwas einsam und alleine ist. Deshalb ist es für uns eine Art Sport, genau diese einsamen Zeiten mit möglichst vielen verrückten Projekten zu füllen. Unsere Männer sind, so glaube ich zumindest, oft etwas erstaunt über unsere Ideen. Aber das ist auch gut so;)

Nun hoffe ich, dass ich Euch allenfalls zu einem schönen «last minute» Geschenk inspirieren konnte und wünsche Euch ein wundervolles, letztes Adventswochenende!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. und solltet Ihr so eine Perle in Eurem Leben haben wie ich, dann vergesst nicht, diesen Menschen Eure Dankbarkeit zu zeigen!

Zürichs schöne Seite…

Zürichs schöne Seite…

Ich bin ja äusserst begabt darin, eher die weniger schönen Seiten an Zürich zu sehen, wo ich nun ja doch schon seit fast vier Jahren wohne… Aber wie das so ist, wenn man Dinge nicht ganz freiwillig tut (wir sind halt einfach wegen dem Job vom Signore da), wird man etwas trotzig. Kürzlich habe ich hier darüber geschrieben, wie viel es mir bedeutet, wenn ich Besuch bekomme und so die Gelegenheit habe, zusammen mit lieben Menschen die schönen Seiten meiner neuen Heimat zu entdecken. So erging es mir auch letzte Woche, als mich eine liebe Freundin mit ihrem Sohn besuchte. Wir haben uns zusammen das Weihnachtsdorf am Bellevue angesehen und es war nicht nur schön, sondern richtiggehend magisch. Auch deshalb, weil ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Karussell gefahren bin. Ich habe es schon einige Male erwähnt, dass das für mich etwas vom Allerschönsten ist.

Nach etlichen Runden auf dem Karussell haben wir uns durch das feine Essen auf dem Markt gefuttert und auch das war einfach schön und lecker und hat mich sehr, sehr glücklich gemacht. Zur Krönung hat mir die liebe Freundin (über sie habe ich hier bereits einmal geschrieben), wunderschönes Geschenkpapier aus Florenz mitgebracht (siehe die rote Rolle auf dem letzten Bild des Beitrages), über das ich mich ebenfalls sehr gefreut habe.

Solltet Ihr also noch die Gelegenheit haben, das Weihnachtsdorf zu besuchen, dann macht das unbedingt. Denn nicht nur das Karussell und das Essen sind eine Reise wert, sondern es hat wirklich auch viele, sehr schöne Marktstände mit hochwertigen Produkten. Wer also noch auf der Suche nach Geschenken ist, wird dort sicher fündig. Sogar der Signore hat diesem Markt das Prädikat «Sehenswert» verliehen. Einfach deshalb, weil es gleich zwei Weihnachtshäuser von Käthe Wohlfahrt hat und er sich dort jedes Jahr eine schreckliche Weihnachtsbaumkugel kauft (nebst einem Basketball besitzen wir nun auch noch einen Fussball, ein Motorrad und einen debil aussehenden Nikolaus)! Er findet das super und hängt sie dann voller Vergnügen an unseren Tannenbaum…

So, nun wünsche ich Euch einen wundervollen Tag und einen guten Start in die neue Woche!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Den roten Nagellack, den ich auf den Bildern trage, ist von OPI und ich habe ihn von einer anderen lieben Freundin im Adventskalender geschenkt bekommen und mich sehr darüber gefreut. Er ist der perfekte Lack für Festtage, deckt in nur einer Schicht und trocknet sehr, sehr schnell! Und noch was: auf www.essenwiezuhause.ch verlose ich im Moment den neuen Rezepte-Jahreskalender. Ich freue mich sehr, wenn Ihr dort auch noch kurz vorbeischaut!

Einmal mehr am Sternenzauber…

Einmal mehr am Sternenzauber…

Bei Familie Pinella ist wieder viel los. Deshalb war es die letzten Wochen auch so ruhig auf dem Blog und deshalb gibt es von mir heute auch nur einen ganz kurzen Beitrag. Dafür einen besonders Schönen… Also zumindest für mich;)!

Meine Sorella Madame Gaianna organisiert in diesem Jahr einmal mehr den Sternenzauber Adventsmarkt, der am nächsten Samstag in Schönenwerd stattfindet. Und auch ich werde mit den Kalendern von meinem zweiten Blog www.essenwiezuhause.ch mit dabei sein.

Hier findet Ihr alle Infos zum Markt.

Doch bis es soweit ist, muss jetzt noch einiges gewerkelt und vorbereitet werden…

Ich würde mich freuen, wenn einige von Euch spontan die Zeit finden würden, auch vorbei zu kommen!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Die Krux mit den Fernfreundschaften…

Die Krux mit den Fernfreundschaften…

Kürzlich habe ich mir einen schier dekadenten Luxus geleistet. Ich bin ganz für mich alleine durch meine Heimatstadt Thun gebummelt. Warum das so dekadent ist, mögen jetzt einige von Euch fragen… Weil ich normalerweise jedes Mal, wenn ich in meine alte Heimat komme, ein Monsterprogramm von Besuchen und Verabredungen zum Kaffeetrinken abspule. Dann kommen noch die Besuche bei der Familie dazu und danach brauche ich dann erstmal wieder einen Tag Ruhe und Erholung in meiner neuen Heimat Zürich.

Da der Signore und ich sieben Jahre vor unserer Hochzeit und noch das erste halbe Jahr unserer Ehe in einer Fernbeziehung gelebt haben, habe ich damit eigentlich relativ viel Erfahrung und es lief eigentlich auch ganz gut (sonst wären wir ja nicht immer noch verheiratet). Ich habe aber festgestellt, dass mir das Thema Fernfreundschaften viel, viel schwerer fällt. Meine Suche bei Google hat ergeben, dass dazu schon einiges geschrieben wurde. Offenbar bin ich nicht der einzige Mensch, der damit irgendwie Probleme hat. Schon ein paar Mal habe ich Euch erzählt, dass der Signore und ich reich wären, wenn wir jedes Mal für Den Satz «Meldet Euch, wenn ihr in Thun seid» schon alleine einen Franken bekommen würden. Den Signore nervt das übrigens genauso wie mich.

Das Ganze war irgendwie sogar leichter, als wir noch in Florenz gelebt haben. Da sind die Leute in Massen hergekommen. Denn wer lässt sich schon ein Wochenende in Florenz mit gratis Übernachtungsmöglichkeit und Stadtführung entgehen? Zürich scheint da um einiges unattraktiver zu sein. Obwohl wir immer mal wieder so Sätze wie «Ach letztes Wochenende war ich gerade im Hallenstadion an einem Konzert» oder so zu hören bekommen. Die Leute schaffen es also offenbar sehr wohl nach Zürich, wenn sie es denn für sich als wichtig erachten. Um Beziehungen zu pflegen, scheint es dann aber doch nicht so wichtig zu sein. Oder wie uns schon oft erklärt wurde «ach, das Zugticket ist so teuer» oder «der Weg ist mit dem Auto einfach schon sehr weit». Ja, für den Signore und mich ist er ja nur halb so weit und die Zugtickets bekommen wir geschenkt… Ihr seht, da hat sich eine gehörige Ladung Frust angestaut.

Eigentlich möchte ich hier nicht einfach nur Frust ablassen, sondern auch meine Gedanken mit Euch teilen, da es uns allen ab und zu gut tut über Beziehungen und die Art, wie wir sie leben, zu reflektieren.

Wenn es ganz allgemein um Beziehungen geht, fällt mir immer ein Volkslied ein, das mein Vater mit uns als Kinder gesungen hat. «Wahre Freundschaft soll nicht wanken, wenn man gleich entfernet ist, lebet fort noch in Gedanken und der Treue nicht vergisst.» Eigentlich fasst das alles, um das es in einer Freundschaft geht, wunderbar zusammen. Bei Freundschaften geht es nicht um den Wohnort oder die Distanz, sondern darum, dass sich zwei Menschen umeinander bemühen, einander treu sein wollen und sich nicht vergessen. Ergänzend dazu sind mir in letzter Zeit noch folgenden Punkte wichtig geworden, die besonders das Leben von Fernfreundschaften erleichtern.

In einer Freundschaft geht es darum, sein Leben mit einem anderen Menschen zu teilen. Es müssen also nicht immer lange Monsterbesuche sein. Manchmal reicht auch nur eine Kurznachricht, vielleicht auch noch mit einem Bild dazu, in der man dem anderen erzählt, was man macht. Gerade bei Fernfreundschaften fallen ja eben die spontanen Kurzbesuche und das gemeinsame Erleben leider weg. Kurze Lebenszeichen schaffen eine Nähe, die gut tut.

Man sollte immer daran denken, dass der Weg für beide gleich lang ist und so auch von beiden Seiten her auf sich genommen werden kann. Nur weil jemand weggezogen ist, sollte nicht ihm die ganze Verantwortung für das Aufrechterhalten einer Freundschaft aufgebürdet werden. Dieser Gedanke gilt aber auch sonst für jegliche Freundschaftsformen. Bei mir ist es zum Beispiel im Moment nicht nur die Distanz, die es schwierig macht, sondern auch die Tatsache, dass viele Freundinnen Kinder bekommen haben. Ich bekomme dann nicht nur zu hören, dass ich so schrecklich weit weg wohnen würde, sondern dass ich ja viel flexibler sei und deshalb den Weg auf mich nehmen könne. Ich überlege dann oft, wer mich besuchen wird, wenn ich einmal Kinder habe… Diese Ausrede kann ich auch deshalb nicht einfach stehen lassen, da ich sehe, dass es durchaus Frauen mit Kindern gibt (wie zum Beispiel meine Sorella, die gleich drei Stück hat), die es schaffen, mich zu besuchen.

Zusammenfassend geht es ja einfach darum, dass eine Freundschaft beiden Teilen gleich wichtig sein und von beiden Seiten her gepflegt werden und nicht die Verantwortung nur einer Person aufgebürdet werden sollte. Was die Lösung für das Problem ist, wenn das nicht funktioniert, habe ich leider bisher auch noch nicht herausgefunden.

Im Moment befinde ich mich auf einem Mittelweg des trotzigen Verweigerns einerseits und des offenen Ansprechens anderseits. Eine liebe Freundin hat zum Beispiel ganz ehrlich zu mir gesagt, dass sie sich einfach nicht bewusst gewesen sei, dass ich es auch mal brauchen würde, dass man mich besucht. Diese Worte haben mir gutgetan und mir viel von meiner Wut und Trauer genommen. Denn genau um das geht es ja, dass ich jetzt ein neues Leben, an einem neuen Ort habe, das ich mit meinen alten Freunden aus meinem alten Ort ebenfalls teilen möchte.

Schlussendlich hilft es mir und hoffentlich auch anderen von Euch, die solche Situationen mit unausgeglichenen Freundschaften auch schon erlebt haben, wenn wir uns alle nicht zu sehr unter Druck setzen. Und darum werde ich wohl noch mehr alleine durch Thun bummeln. Einfach so, weil ich es mir guttut und besser gegen mein Heimweh hilft (das ich ja immer noch habe und mich wohl solange ich in Zürich wohnen muss, plagen wird), als wenn ich mich mit einem Monster-KaffeeundTeetrinken-Programm quäle… Und ich glaube auch und hoffe darauf, dass sich manchmal gerade dann, wenn man alte Dinge oder eben auch Freundschaften gehen lässt, neue Türen öffnen. Krampfhaft an Menschen festzuhalten, die einem nicht mit Liebe und Respekt begegnen, bringt nichts. Solche Abschiede tun mir immer schrecklich weh, das darf ja aber auch so sein, weil es zeigt, dass ich eine Freundschaft wertgeschätzt habe.

Ich hoffe, dass Ihr liebe Blogleser mir meine Offenheit nicht übelnehmt. Normalerweise bemühe ich mich ja sehr um fröhliche Beiträge. Aber vielleicht fühlen sich einige von Euch ja auch verstanden und ermutigt und das würde mich sehr freuen!

Der Stress mit den Beziehungen und die verschiedenen Hürden, die der Signore und ich in den letzten Monaten privat zu meistern hatten, haben mir ehrlich gesagt auch etwas die Freude am Bloggen genommen. Langsam finde ich aber dazu zurück (auch deshalb, weil ich gerade ein paar schöne Tage mit dem Signore in unserer alten Heimat Florenz verbringen darf).

Ich würde mich freuen, wenn Ihr Eure Erfahrungen und Gedanken zu diesem Thema mit mir teilen würdet!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. ist meine Heimatstadt nicht einfach wunderschön? Vielleicht sogar noch etwas schöner als Florenz (wo ich wundervolle Bilder für Euch gemacht und Geschichten gesammelt habe)!

Herbstedeko und ein bisschen Zeit für mich…

Herbstedeko und ein bisschen Zeit für mich…

Sechs Wochen ist es her, seit ich mich zum letzten Mal bei Euch gemeldet habe… Ich hatte Euch ja bereits im Beitrag hier erzählt, wie herausfordernd unsere Situation war. Es war einfach immer viel. Viel Schönes, aber auch viel Schwieriges. In den letzten Wochen hatte ich das Gefühl nur noch zu funktionieren und knapp irgendwie das Allernötigste zu schaffen. Zusätzliche Dinge zu erledigen oder geschweige denn etwas Zeit für mich selber zu haben, lag einfach nicht drin. Vermutlich haben viele von Euch auch bereits solche Phasen durchlebt und durchlitten. Prinzipiell ist das ja auch gar nicht so schlimm, da sie in der Regel auch mal enden. Zu spüren, dass ich in solchen Phasen Mitmenschen verärgere, weil ich einfach zu wenige Zeit für alles habe, belastet mich dann aber jeweils zusätzlich. Kennt Ihr dieses Gefühl auch?

Früher oder später stellt sich bei mir dann aber zum Glück jeweils die Einsicht ein, dass ich ja auch Verständnis habe, wenn sich Menschen um mich herum in schwierigen Situationen befinden. Ich versuche dann auch sie zu unterstützen und für sie da zu sein. Und zu diesem Gedanken gesellt sich dann die Erkenntnis, dass ich mir selbst ja am nächsten bin und deshalb auch am besten auf mich aufpassen kann.

In Stressphasen ist es für mich immer besonders wichtig, dass ich mir ab und zu Zeit für mich nehme und etwas gestalte oder nähe oder ein bisschen in der Küche herumexperimentiere… Zum Glück habe ich zusätzlich einen Beruf, in dem ich immer wieder kreative Projekte realisieren kann. So hatte ich kürzlich die Aufgabe, einen Basteltipp für den Herbst zu machen. Obwohl das eigentlich Arbeit war, hat mir dieses kleine Projekt sehr gut getan und weil mir das Ergebnis gut gefällt, will ich es unbedingt mit Euch teilen.

Kürbisse zu schnitzen ist die bekannteste Methode, um damit zu dekorieren. Gerade für kleine Kinder ist das aber oft  nicht so einfach oder gar noch nicht machbar. Dazu kommt, dass die intensiven Orangetöne vieler Herbstdekorationen nicht allen entsprechen. Daher stellt das Bemalen von Kürbissen eine gute Alternative dar. Das können schon kleine Kinder umsetzen (auch mal mit Fingerfarben) und so die Farbpalette der Herbstdekorationen erweitern.

Da nicht alle Farben auf der Oberfläche von Kürbissen haften, empfiehlt es sich, unverdünnte Acrylfarbe zu verwenden. Alternativ können die Kürbisse auch mit Sprühlack eingefärbt werden. Aber auch das ist wiederum nur etwas für grössere Kinder. Wer mit ganz kleinen Kindern arbeiten will, sollte ungiftige, gut abwaschbare Farben besorgen (im gut sortierten Bastelgeschäft gibt es sicher Alternativen zu Acrylfarben).

Material: Acrylfarben, grobe Pinsel, feine Pinsel, Pailletten, Glitzer und Leim.

Vorgehen: Die Kürbisse mit einem grossen Pinsel grundieren, trocknen lassen und danach nochmals mit einer zweiten Schicht Farbe bemalen. Wer den Kürbis nicht komplett übermalen will, klebt im unteren Drittel ein Klebeband rund um den Kürbis. Etliche Kürbissorten sind ja sowieso zweifarbig, und so bleibt ein Teil des natürlichen Äusseren sichtbar. Danach mit einem feinen Pinsel Ornamente, Tiere, Blätter oder auch Schriftzüge aufmalen. Alternativ kann der Kürbis auch ohne Grundierung direkt mit den Figuren bemalt werden. Auch das sieht schön aus. Wer mag, verleiht den Kürbissen zusätzlich mit Glitzer oder Pailletten das gewisse Etwas. Die Pailletten können ganz einfach mit Leim aufgeklebt werden.

Zusammen mit verschiedenen Naturmaterialien und Blumen wie Hortensien, Efeuranken oder Kastanien sind die bemalten Kürbisse eine wunderschöne Dekoration. Und wer sagt, dass der Herbst immer nur orange und rot sein darf. Schliesslich gehören die weicheren Töne des Morgennebels über den Feldern, der letzten grünen Blätter und des strahlend blauen Himmels genauso zum Herbst wie das kräftige Rot der Äpfel oder eben das Orange der Kürbisse.

Mir gefallen die bemalten Kürbisse auch deshalb so gut, weil ich gar kein Fan von den hässlichen Halloween-Dekorationen bin. Ich mag dieses Zeugs einfach nicht…;) Geht das Euch auch so? Wenn ja, hoffe ich, dass meine Dekoidee eine gute Alternative für Euch ist!

Herzlichst, Eure Signora Pinella