Von Veränderungen und neuen Lieblingen…

Von Veränderungen und neuen Lieblingen…

Signora Pinella auf Reisen

Seit meinem letzten Beitrag ist schon wieder einige Zeit vergangen… Aber Ich habe Euch ja schon von meiner Regel erzählt, dass ich wirklich nur dann blogge, wenn ich mich auch danach fühle. In den letzten Tagen habe ich aber ganz oft gedacht, dass ich Euch unbedingt von ein paar Dingen berichten möchte, die mich in den vergangenen Wochen begleitet und glücklich gemacht haben. Ich lese sehr gerne Empfehlungen und Tipps von anderen und will daher meine ebenfalls weiter geben.

Ein besonderer Favorit der letzten Wochen war natürlich unsere Reise nach Toronto, von der ich Euch hier und hier und hier bereits berichtet habe. Toronto ist eine interessante Stadt und mir hat es gut getan wieder einmal etwas Neues zu entdecken und über den Tellerrand zu blicken.

Auf der Reise hat mich eine neue Gesichtsmaske von Kiehls begleitet, die ich Euch wirklich von Herzen empfehlen kann. In grossen Städten habe ich oft das Gefühl, dass sich feine Partikel auf meiner Haut und meinen Haaren ablegen und dass ich dann besonders viel Pflege brauchen. Die «Ginger Leaf & Hibiscus Firming Mask» (*Werbung) von Kiehls ist bei meiner Mischhaut, die sich irgendwo zwischen Pickelteenie und ersten Falten befindet, echt Gold wert. Man trägt sie am Abend einfach wie eine Nachtpflege auf und muss sie anders, als das bei normalen Masken der Fall ist, nicht abwaschen, sondern lässt sie über Nacht arbeiten. Das Ergebnis ist am nächsten Tag nicht nur spür- sondern definitiv auch sichtbar. Leider sind die Kiehls-Produkte nicht gerade billig, aber sie sind enorm ergiebig, so dass man wenig davon braucht und lange Freude daran hat. Ich habe diese Maske übrigens selber gekauft und mache aus freien Stücken Werbung dafür. Offenbar muss man mit dem Inkrafttreten der neuen Datenschutzverordnung solche Dinge kennzeichnen. Diese Geschichte fand ich in den letzten Wochen übrigens enorm mühsam und anstrengend und hätte ich nicht Hilfe gehabt, hätte ich meine Blogs wohl einfach sang- und klanglos gelöscht und in die Versenkung geschickt…

Und obwohl es in diesem Beitrag ja um schöne Dinge gehen soll, möchte ich ganz allgemein kurz etwas zu den Veränderungen in der Blogger-Welt sagen. Ich habe damals mit dem Bloggen angefangen, weil ich ein Gefäss gesucht habe, in dem ich Geschichten (besonders auch aus der Zeit in Florenz) festhalten und teilen konnte. Über die Jahre entwickelte sich das Bloggen immer mehr zum Business… Das zeigt sich ja nun auch an dieser neuen Datenschutzgeschichte, die alle betrifft – auch alle diejenigen, die nur zur Freude bloggen, die nichts, aber wirklich gar nichts damit verdienen und einfach eine Plattform für ihre Kreativität suchen. Für mich ist dieser Spagat auch immer wieder schwierig. Da ich sowieso beruflich jeden Tag schreibe und als Journalistin arbeiten darf (wofür ich übrigens täglich aufs neue dankbar bin), habe ich ja schon ein Einkommen übers Schreiben. Trotzdem komme ich manchmal an den Punkt, an dem ich etwas frustriert bin. Besonders dann, wenn ich sehe, dass es Blogger gibt, die mit enorm wenig Aufwand und nicht wirklich qualitativ hochwertigem Inhalt Geld verdienen. Dann komme auch ich ab und zu an den Punkt, an dem ich tief durchatmen und mich daran erinnern muss, dass es um die Freude geht und nicht darum eine wandelnde Werbetafel zu sein und darum zeige ich Euch auch gerne meine Favoriten. Denn die habe ich ganz selber ausgesucht, getestet und weiss, dass sie gut sind.

Also weiter im Text. Gerade wenn ich ein Tief habe, dann höre ich auch immer gerne Hörbücher. Ich liiiiiiiiiebe Hörbücher. Schon als Kind habe ich stundenlang Kassetten mit Hörspielen gehört und die Liebe dazu habe ich offenbar immer noch nicht verwachsen. Hörbücher sind auch deshalb so etwas Wundervolles, weil ich sie hören kann, während ich zum Beispiel den Haushalt mache oder mit dem Auto irgendwohin fahre.

Weil der Signore weiss, wie gerne ich Hörbücher mag, hat er mir zu meinem Geburtstag Ende Mai ein Hörbuchabo von Bookbeat geschenkt. Für meine Sucht ist es nicht gerade förderlich, da ich nun mehr Hörbücher denn je höre… Eines, das ich Euch besonders empfehlen kann, ist das Buch «Glauben Sie nicht alles, was Sie denken: Anleitung für ein gesundes und glückliches Hirn» von Valerija Sipos. Das Buch ist genial und da ich zu den Menschen gehöre, die sich oft zu viele Gedanken machen und gerne auch mal sinnlos im Kreis denken, hat mir das Buch sehr gut getan. Gerade für Menschen wie mich, die eher ängstlich sind und dazu neigen sich viele Sorgen zu machen, ist ein bewusstes und kritisches Denken und ein gutes Verständnis für die Denkabläufe sehr wichtig.

Das Hörbuchabo war aber noch nicht alles. Zusätzlich hat mir der Signore auch noch ein rosegoldenes, federleichtes MacBook geschenkt, dass mich nun auf meinen langen Zugreisen zur Arbeit begleitet. Ich selber hätte mir das nie gekauft, da ich solche Dinge nicht für nötig halte und meine Elektrogeräte so lange brauche, bis sie komplett den Geist aufgeben. Da ich aber durch das Schleppen meines schweren Notebooks irgendwann ernsthafte Rückenprobleme entwickelt habe, dachte sich der Signore, dass nun genug sei damit. Und er hat richtig gedacht. Ich bin so glücklich, dass er so grosszügig ist und mir dieses wunderbare Geschenk gemacht hat.

Der jüngste Favorit der letzten Wochen war der Junggesellinenabschied meiner Sorella (viele von Euch kennen ja ihren Blog www.madamegaianna.blogspot.com). Sie hat sich ein Bastelnachmittag mit ihren Freundinnen gewünscht und diesen Wunsch haben meine älteste Schwester und ich ihr gerne erfüllt. Der Nachmittag war enorm gemütlich und stimmig und die Braut war rundum glücklich – was ja das Wichtigste ist bei einem solchen Anlass und mir einmal mehr gezeigt hat, dass es beim Heiraten einzig und alleine darum geht, dass Braut und Bräutigam ihren Weg finden und genau das tun, was für sie richtig ist.

Auf Instagram findet Ihr einen Beitrag mit vielen Bildern zum Junggesellinenabschied. Schaut dort einfach vorbei, wenn Ihr mehr darüber wissen möchtet. Die Dekoelemente habe ich übrigens bei www.mybridalshower.ch bestellt – auch die Anstecker mit verschiedenen Aufschriften wie «Team Bride», «Bride to be», «Mother oft he Bride» oder eben «Flower Girl» (da ich an diesem Tag für die Blumen zuständig war, hat das perfekt zu mir gepasst).

Ich freue mich übrigens ganz grundsätzlich, wenn Ihr mir auch auf Facebook und Instagram folgt und ab und zu vielleicht auch ein Like oder Kommentar hinterlässt. Denn am Ende des Tages ist das der wahre Lohn der Blogger und mich persönlich freut das immer sehr.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Sonntag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

15 Tipps für eine Toronto-Reise…

15 Tipps für eine Toronto-Reise…

Signora Pinella auf Reisen

Ein letztes Mal will ich Euch heute nochmals von unserer Kanada-Reise berichten, da ich einige Anfragen zu Tipps für einen Toronto-Besuch erhielt. Abgesehen von unserem Tagesausflug an die Niagara-Fälle und in das hübsche Städtchen Niagara on the Lake haben wir unsere Zeit in Kanada ausschliesslich in Toronto verbracht. Einfach deshalb, weil wir ja auch noch Freunde besuchten und mit ihnen Zeit verbringen wollten und eine Woche eben doch recht sportlich für eine Überseereise ist (ich habe es danach auch mit echt wüstem Jetlag gebüsst).

Weil wir aber viel Zeit in Toronto verbracht haben, kann ich Euch dazu nun auch wirklich zuverlässige Tipps geben. Abgesehen davon teile ich das Erlebte einfach gerne, da es mir auch selber gut tut, wenn ich mich nochmal an die Details der Reise erinnere. Gerade weil es irgendwie gefühlt schon wieder so lange her ist (zwischenzeitlich haben der Signore und ich schon wieder viel erlebt und waren unter anderem drei Nächte in Montreux, aber dazu ein anderes Mal mehr).

Ich teile unsere Erlebnisse und Reisetipps zur besseren Übersicht nach unseren Reisetagen auf.

Sonntag: Alle Infos zu unserem Ausflug an die Niagara-Falls und in das Städtchen Niagara on the Lake findet Ihr in einem separaten Beitrag hier.

Montag: Dass das Kensington-Market-Viertel ein Besuch wert ist, habe ich Euch bereits in dem Beitrag hier erzählt. Wir haben ihn am Montag besucht und sind der Einfachheit halber zu Fuss dahin gegangen. Das ging sehr gut und dass viele Dinge zu Fuss erreichbar sind, gefällt mir grundsätzlich an Toronto.

Dienstag: Am Dienstag ging es mit einem Besuch des St. Lawrence Market weiter. Die grosse, alte Markthalle erinnerte mich sehr an meinen geliebten Meracto Sant‘ Ambrogio in Florenz. Auch kulinarisch der Markt einfach der Hammer. Es gibt dort so viele wunderbare Dinge zu kaufen, dass ich am liebsten sofort ein grosses Essen geplant und gekocht hätte. Unter www.stlawrensemarket.com findet Ihr alle weiteren Infos und die Öffnungszeiten dazu.

Toronto hat mich grundsätzlich was das Essen anbelangt extrem positiv überrascht. Wer will und sich etwas Zeit dafür nimmt, findet dort extrem gute Restaurants, Bistros und Bars. Besonders angetan hatte es mir an diesem Tag das Biff’s Bistro, in dem ich die besten Madeleines und die beste Creme Brûlée meines Lebens ass. Das Dessert war so gut, dass ich vor Rührung ein paar Tränchen verdrücken musste (das ist kein Witz)!

Mittwoch: Schon lange hatte ich dem Signore angekündigt, dass ich irgendetwas zum Thema Indianer bzw. Urbevölkerung sehen möchte, die politisch korrekt First Nation genannt wird. Dazu bot sich ein Besuch im Royal Ontario Museum an, das von Dinosaurier-Skeletten, über chinesische Kunst, ägyptische Mumien und eine naturwissenschaftliche Tierausstellung für jeden Geschmack etwas bietet. Und eben ein kleiner Teil des Museums widmet sich auch den Ureinwohnern. Besonders beeindruckt hat mich die Vitrine über den Häuptling Sitting Bull, in dem sein Kopfschmuck und seine original Unterschrift zu sehen waren (weil er nicht schreiben konnte, zeichnete er ganz einfach einen sitzenden Bullen). Alle Infos zum Museum, das kurz ROM genannt wird, findet Ihr unter: www.rom.on.ca

Nach dem Rom besuchten wir das elegante Yorkville Viertel (weil es dort eine Anthropology-Filiale hat, wollte ich unbedingt dahin – in diesem Beitrag hier, könnt Ihr lesen, warum mir diese Läden so gefallen). Das Viertel ist sehr elegant und auch teuer. Zum Shoppen ist es aber eine gute und empfehlenswerte Gegend.

Den Abend verbrachten wir dann mit einem Besuch des Musicals Grease im Winter Garden Theatre, das mich mit seiner opulenten Eingangshalle und dem begrünten Konzertsaal schwer beeindruckt hat.

Donnerstag: Am Donnerstag besuchten wir die Hockey Hall of Fame, in der sich alles um die berühmten Köpfe des kanadischen und des internationalen Eishockeys dreht. Da wir Schweizer uns selber ja auch als Hockey-Nation sehen, war ich ehrlich gesagt etwas traurig darüber, dass wir nicht wirklich prominent vertreten waren… Hätte mich schon gefreut, wenn ich irgendwo ein SCB Trikot gesehen hätte.

Am Nachmittag fuhren wir dann mit unseren Freunden auf die Toronto Islands. Das sind kleine Inseln direkt vor der Stadt, von denen aus man wunderbar die Skyline sehen kann. Die Vergnügungsparks, die es dort gibt, haben wir grosszügig umrundet und uns dafür den alternativ angehauchten, bewohnten Teil der Inseln angesehen, Kaffee getrunken und mit den Kiddies eine Sandburg gebaut (was vermutlich mir am meisten Spass machte).

Freitag: Unser zweitletzter Tag in Toronto führte uns in die Casa Loma, ein burgartiges Herrenhaus, das von 1911 bis 1914 vom schwerreichen Sir Henry Pellatt erbaut wurde. Obwohl ich mich durchaus für die Architektur und die Einrichtung begeistern konnte, hat es mich halt doch nicht so dermassen beeindruckt, da ich aus einem Land komme, in dem viele normale Wohnhäuser älter und historischer sind, als die Casa Loma.

Im Anschluss ging es dann für uns weiter ins Ripley’s Aquarium of Canada (wir haben dort Haie und allerhand weitere Meeresbewohner bestaunt) und für den Signore auf den CN Tower (diesen Ausflug habe ich ausgelassen, da ich wirklich schrecklich Höhenangst habe). Den Abend liessen wir dann bei einem feinen Essen in einer Brauerei im historischen Distillery District ausklingen.

Samstag: Weil wir am Samstag schon früh an den Flughafen mussten, reichte es einzige noch für einen kurzen Stadtrundgang und einen Besuch in der rieseigen Eaton Centre Einkaufsmeile, wo ich sogar einen hübschen Blumenstrauss fand, den ich zum Abschied verschenken konnte. Ich habe es sonst nicht so mit Einkaufstempeln, aber das Eaton Center hat doch sehr gut gefallen und wäre der Platz in meinem Koffer nicht beschränkt gewesen, hätte ich dort gerne etwas ausgiebiger eingekauft.

Uff, jetzt habt Ihr es geschafft… Das ist mein Reisebericht. Ich muss sagen, dass ich euch (vielleicht mal abgesehen von der Hockey Hall of Fame, die sogar der Signore etwas dröge fand) alle diese Ziele für einen Besuch empfehlen kann, solltet Ihr mal nach Toronto kommen. Für uns ist die Zeit in dieser Stadt nur so verflogen. Ich hoffe sehr, dass ich noch einmal nach Kanada komme und mir dann auch den Rest von diesem Land ansehen kann!

Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Vom Kensington Market in den Kensington Palast…

Vom Kensington Market in den Kensington Palast…

Signora Pinella auf Reisen

Einer der wichtigsten Programmpunkte unserer Kanadareise war das Essen. Ich hätte das nie erwartet, aber das Essen in Toronto ist einfach traumhaft gut. Das haben wir mit langen Fussmärschen durch die Stadt kompensiert. Einer davon hat uns in den Kensington Market geführt, den ich aus zwei Gründen unbedingt sehen wollte.

Erstens ist das alternativ-multikulturelle Viertel mit seinen vielen spannenden Shops, Secondhandläden, kleinen Marktständen und Kaffees einfach ein Besuch wert. Der Ort steht für ein offenes und tolerantes Toronto, an dem Menschen aus verschiedenen Einwanderungswellen einen Platz gefunden haben.

Zweitens hatte ich zuvor gelesen, dass sich im Kensington Market die berühmte Blackbirdbaking Co. befindet, wo das Sauerteigbrot so gut sein sollt, dass sogar Meghan Markle dort eingekauft hat. Warum mir die frisch Angetraute von Prinz Harry von England sympathisch ist, habe ich Euch bereits hier erzählt.

Und ja, das Brot ist wirklich eine Reise wert. Es ist im Innern leicht und luftig und aussen herum herrlich knusprig. Da ich keine Angst vor Kohlehydraten haben, meiner Meinung nach machen sie satt und glücklich, und viel Brot esse, bilde ich mir ein, dass ich gutes Brot erkenne;)

Obwohl der Kensington Market äusserst aufregend und unterhaltsam ist, hat er auch seine Schattenseiten. Unsere Freunde, die wir besuchten, berichteten uns, dass es dort immer mal wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt. Wohl einfach auch deshalb, weil so ein Schmelztiegel aus verschiedenen Kulturen und Menschen auch einiges an Konfliktpotential mit sich bringt.

Mich persönlich hat die Vorstellung, dass es einen Menschen, der an einem solchen Ort sein Biogemüse und sein Brot eingekauft hat, nun in den Kensington Palast verschlagen hat, sehr beschäftigt. Ausser dem gemeinsamen Namen verbindet diese beiden Welten genau gar nichts… Sogar der Signore hat mein Erstaunen darüber verstanden. Wir haben uns dann auch ernsthaft überlegt, ob die Freiheit eines Kensington Markets nicht fast dem Luxus eines Kensington Palastes vorzuziehen wäre… Oder wie seht Ihr das?

Solltet Ihr einmal nach Toronto reisen, kann ich Euch den Besuch dieses Viertels sehr ans Herzen legen – alleine um die Blackbirdbaking Co. an der Baldwin Street 172 zu besuchen. Unter http://blackbirdbakingco.com findet Ihr noch weitere Infos dazu.

Wenn ich dann meinen Jetlag überstanden habe, will ich noch eine detaillierte Liste der restlichen Dinge zusammenstellen, die der Signore und ich gesehen und die uns besonders gefallen haben…

Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

In Kanada auf Omas Spuren…

In Kanada auf Omas Spuren…

Signora Pinella auf Reisen

Normalerweise empfinde ich beim Reisen immer viel Distanz zu meiner Heimat und den Menschen, die ich gerne habe. Daher ist mein Herz jeweils etwas hin und her gerissen, wenn ich unterwegs bin. Einerseits will ich gerne neue Dinge entdecken, anderseits habe ich auch etwas Heimweh (ich darf das, denn ich bin Schweizerin und ich habe schon vor Jahren hier geschrieben, dass wir Heimweh-Experten sind). Und obwohl ich das aus eben diesen Gründen nie für möglich gehalten hätte, habe ich mich diese Woche in der Fremde meinem Grosi ganz nahe gefühlt… Dazu muss ich kurz etwas ausholen. Wenn da nicht der liebe Signore in meinem Leben wäre, der mich immer wieder herausfordern und mich vor allem auch dazu ermutigen würde etwas zu unternehmen, dann wäre ich ein enormer Stubenhocker. Ich wäre nie nach Florenz oder Zürich gezogen oder hätte Amerika bereist. Nun hat der Signore zu einem neuen Geniestreich ausgeholt und mich nach Kanada verfrachtet. Diese Reise ist zwar nicht so lang, hat mich aber alleine wegen dem Fliegen viel Überwindung gekostet (ich habe Euch ja bereits hier erzählt, dass das nicht ganz so mein Ding ist). Ich habe aber festgestellt, dass es damit wie mit vielen Dingen im Leben ist: Je mehr man etwas tut, umso weniger schlimm oder aufregend ist es.

Die Toronto-Reise war schon lange geplant, da ein Freund vom Signore hier ein Jahr mit seiner Familie verbringt (so wie wir damals in Firenze waren). Aus verschiedenen Gründen hat sich das Ganze dann immer wieder verschoben und nun, kurz bevor die Familie zurückkommt, haben wir die Reise endlich doch noch gemacht. Direkt am ersten Tag nach unserer Ankunft sind wir zu den Niagara Falls gefahren und da musste ich eben ganz fest an meine Oma denken. Denn sie war äusserst reiselustig und ist mit über siebzig Jahren noch nach Amerika gereist, wo sie eine Verwandte meines Grossvaters besucht hat. Das Fliegen hatte es jedoch auch bei ihr in sich und sie musste, bevor sie sich das Land überhaupt ansehen konnte, wegen Herzproblemen im Spital behandelt werden. Danach hat sie dann aber doch noch einiges unternommen und eben von Detroit her die Niagara-Fälle besucht.

Manchmal wünschte ich mir so fest, dass ich ein bisschen mehr Abenteuerlust von meiner Oma geerbt hätte. Und als ich da vor diesen riesigen Wasserfällen stand (wir haben sie uns von der kanadischen Seite aus angesehen – die Sicht ist von daher sowieso besser), dachte ich mir, dass es ja schon eine gute Leistung ist, dass ich es überhaupt bis dahin geschafft habe. Ich glaube, mein Grosi wäre sehr zufrieden mit mir. Sie hat übrigens auch sonst viele Reisen unternommen und das obwohl sie sehr jung verwitwet ist und keinen lieben Signore hatte, der sie begleitete. Und wer weiss, vielleicht liegt mir ja doch noch etwas aus diesem Zweig der Familie im Blut. Meine Grosstante ist übrigens auch mit über neunzig Jahren mehrmals nach Tunesien geflogen… Ich habe also noch etwas Zeit um zu reifen und meine Reiselust zu entdecken. Aber jetzt bin ich abgeschweift.

Die Wassermassen der Niagara-Fälle sind zugegebenermassen wirklich sehr beeindruckend. Das ganze Drumherum mit Freizeitparks und billigem Kitsch, hätten sich die guten Kanadier aber schenken können… Daher habe ich das auch nicht fotografiert, weil es wirklich nicht hübsch ist. Dagegen hat mir das Städtchen Niagara on the Lake, das am Ontariosee liegt, sehr gefallen. Es ist klein und beschaulich und hat mich etwas an das fiktive Stars Hollow aus einer meiner liebsten TV-Serien „Gilmore Girls“ erinnert. Dort gibt es übrigens auch ein Hotel, das nach dem Prinzen von Wales benannt ist – damit punktete dieser Ort bei mir natürlich zusätzlich (in meinem letzten Beitrag hier habe ich ja bereits über meine Affinität zum Britischen Königshaus geschrieben).

Königlich geht es dann auch im nächsten Teil unserer Reise weiter, von der ich Euch bald schon berichten will… Ihr dürft gespannt sein;)

Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. In der Region am Ontariosee wird übrigens nicht nur guter Wein angebaut, sondern auch leckeres Bier gebraut. Der Signore und ich haben uns mit Freude durch eine Auswahl davon hindurch degustiert…

La Signora auf Reisen in Oberschwaben…

La Signora auf Reisen in Oberschwaben…

Signora Pinella auf Reisen

Ab und zu habe ich das grosse Glück auf eine Pressereise eingeladen zu werden… Ich schätze das sehr, weil diese Reisen auch jedes Mal kleine Auszeiten vom Alltag sind (denkt jetzt aber nicht, dass es Ferien sind, denn das Programm ist jedes Mal enorm dicht und so soll es auch sein). Letztes Wochenende verschlug es mich nach Oberschwaben. Ich muss gleich vorneweg sagen, dass diese Region von vielen Schweizern unterschätzt wird und vielen wohl auch gar kein Begriff ist. Denn wenn wir über die nahe gelegene Grenze gehen, dann verschlägt es uns in der Regel an das Bodenseeufer. Dass dahinter auch noch etwas liegt, habe zumindest ich mir noch nie überlegt. Fast kam es mir wie im Märchen vor. Plötzlich fand ich mich hinter den Bergen, bei den sieben Zwergen oder viel mehr bei extrem gutem Essen, erholsamen Bädern und hübschen Städten wieder und habe festgestellt, dass man gewisse Dinge nicht unterschätzen sollte, weil sie vielleicht etwas weniger laut und schrill und dafür wunderbar gemütlich und erholsam daherkommen.

Der Hauptfokus der Reise lag auf drei wirklich schönen Bädern, die für jeden Geschmack etwas bieten. Den ersten Halt machten wir in der Waldsee-Therme (unter www.waldsee-therme.de findet Ihr weitere Infos dazu). Dort hatte ich auch die Gelegenheit mein erstes Moorbad zu nehmen und fühlte mich dabei rein optisch, als ob ich in flüssiger Schokolade schwimmen würde. Die Wirkung ist aber nicht zu unterschätzen und mein nicht allzu starker Kreislauf hat mir danach deutlich gezeigt, dass man nicht zu Unrecht nach dem Heilbaden ruhen sollte… Aber gerade für Menschen, die auch nach Unfällen und Operationen nach medizinischer Betreuung suchen, ist die Waldsee Therme ein wunderbarer Ort.

Weiter ging es danach in das Hotel und die Therme Jordanbad (weitere Infos unter: www.jordanbad.com). Das Hotel und die dazugehörige Therme haben es mir vor allem auch wegen den historischen Bezügen sehr angetan. Das Bad wurde bereits von den Kreuzrittern geschätzt und eben auch deshalb Jordanbad getauft, weil die Ritter dachten, dass das heilende Wasser aus der Jordanbad-Quelle direkt aus dem Fluss Jordan im Heiligen Land kommen müsse. Ich könnte mir gut vorstellen, mit dem Signore ein romantisches Wochenende in Jordanbad zu verbringen und kann es allen empfehlen, die auf der Suche nach einem gehobenen Wellnessangebot sind.

Zu guter Letzt haben wir Bad Saulgau besucht, wo uns nicht nur heilendes Schwefelwasser, sondern auch eine entspannende Klangreise erwartet hat (unter www.bad-saulgau.de findet Ihr alle Angaben dazu). Ich mag Schwefelwasser sehr und fand es trotzdem angenehm, dass es in dieser Therme etwas entschwefelt wurde und der Geruch nicht noch tagelang an den Haaren und am Badezeug haftete. Bad Saulgau ist mit seinem breiten Angebot und den sehr moderaten Preisen eine gute Mischung aus Heil-Familien- und Wellnessbad.

Da das Fotografieren in Bädern immer etwas schwierig ist und ich es durch meine Tiefenentspannung auch vergessen habe, will ich Euch heute die Bilder von unserer Stadtführung in Biberach zeigen. Dieses hübsche Städtchen hat es mir mit seinen alten Häusern, einem wunderbaren Wochenmarkt und einer beeindruckenden Barockkirche (die übrigens abwechselnd von Katholiken und Protestanden gleichermassen genutzt wird), sehr angetan. Biberach war auch ein wichtiger Standort für die Flachsverarbeitung und Weber und da ich ja als Kind selber spinnen gelernt habe, fand ich diesen Bezug besonders schön.

Wie ich am Anfang schon geschrieben habe, neigen wir Menschen offenbar wirklich einfach dazu Dinge zu unterschätzen. Das passiert auch mir im Trubel des Alltags oft, dass ich mir nicht die Zeit nehme noch ein zweites Mal hinzusehen… Gleichzeitig gehöre ich auch zu den Menschen, die nicht immer die lauteste Stimme habe, wenn es um ihre eigenen Interessen geht (andere zu loben und zu feiern fällt mir indes gar nicht schwer) und bin dann traurig, wenn ich übersehen werde (dass das in der Bloggerwelt oft passiert, habe ich Euch bereits hier erzählt). Deshalb hat mir diese Reise sehr, sehr gut getan. Sie hat mich daran erinnert, dass man vielleicht auch mal weiterblicken muss, dass nach dem Bodensee die Welt nicht aufhört und dass man gerade die hübschen Dinge erst dann entdeckt, wenn man sich Zeit nimmt und zur Ruhe kommt. Ich kann Euch allen diese schöne Gegend von Herzen als Reiseziel empfehlen und hoffe, dass ich bald die Gelegenheit finde sie auch dem Signore zu zeigen!

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Streetfood und Krimi in Lugano…

Streetfood und Krimi in Lugano…

Signora Pinella auf Reisen

Der Signore und ich sind über Ostern mal wieder abgehauen. Ich habe ja schon ein paar Mal berichtet, dass wir das gerne tun. Wir haben das Glück, dass meine Suocera sich eine Ferienwohnung im schönen Tessin gekauft hat. Deshalb hauen wir nicht mehr so oft nach Winterthur ab, sondern ins Tessin (warum das mit Winterthur unser Running Gag ist, habe ich Euch hier erzählt).

Über die Ostertage ins Tessin zu fahren, ist für die Schweizer ein Klassiker. Für etwas Wärme und Sonne nimmt man auch den ausufernden Stau am Gotthard in Kauf. Ich fand das bisher ziemlich doof. Doch nach der letzten Woche, die dem Signore echt viel abverlangt hatte und durch die auch ich mich irgendwie gelitten habe (hier habe ich Euch davon erzählt), freuten wir uns unsagbar fest auf die Sonnenstube der Schweiz.

Und als ob Sonne und Wärme nicht genug wären, hatten wir bei einem Ausflug, der uns von Locarno nach Lugano führte, noch das Glück mitten und vor allem völlig ungeplant in ein Streetfoodfestival hinein zu geraten. Ihr wisst ja, wir sind verfressen. Essen bereitet uns einfach grosse Freude und vor allem probieren wir auch gerne neue Dinge aus. So habe ich endlich eine weitere Bildungslücke geschlossen und zum ersten Mal Churros probiert. Würde ich auf Süsses stehen, hätte ich sie als sehr lecker eingestuft… So war der Grenznutzen aber relativ schnell erreicht (und das obwohl ich nur eine kleine Portion bestellt hatte).

Ich habe bei unseren Streetfoodfestivalbesuchen sowieso ein grundsätzliches Problem festgestellt. Ich will alles probieren, hole ganz viel Essen und schlussendlich ist es aber der Signore, der alles verputzen muss. Also zwingen tue ich ihn ja nicht. Aber er hatte halt eine gute Kinderstube und will nichts wegwerfen. In Zukunft müssen wir dieses Problem definitiv anders lösen oder einfach in einer grösseren Gruppe an so ein Festival gehen, damit auch mehr Leute mitessen können…

Mit vollem Bauch lässt es sich dafür auch herrlich in der Sonne liegen. Auch das haben der Signore und ich ausgiebig getan und genossen. Obwohl man ja seinen Alltag so gestalten sollte, dass man davon nicht aufgefressen wird, ist das halt nicht immer möglich. Genau dann tun Auszeiten einfach gut.

Nach Lugano hat es uns übrigens auch wegen dem neusten Krimi von Jörg Maurer gezogen. Denn der Autor lässt einen Teil seiner Geschichte in Lugano und im Umfeld der Schweizer Mafia spielen. Bisher war mir diese kein Begriff… Sie wird aber so herrlich überzeichnet dargestellt, dass wir uns königlich amüsiert haben. Der Krimi an und für sich ist aber sehr spannend. Wir hören im Auto immer Hörbücher und er hat uns auf der gesamten Fahrt bestens unterhalten. Hier findet Ihr alle weitere Infos zum Krimi.

Ich hoffe, dass Ihr auch ein schönes Osterwochenende hattet und wünsche Euch einen guten Start in die neue, hoffentlich frühlingshafte Woche!

Herzlichst, Eure Signora Pinella