Kochmemoiren und Risottokugeln…

Kochmemoiren und Risottokugeln…

Tafelfreuden

Tafelfreuden

In meinem Beruf als Journalistin und Redaktorin bei einer Agrarzeitung bin ich viel mit dem Thema Essen und Schlagwörtern wie „Nachhaltigkeit“ oder eben auch „Foodwaste“ konfrontiert. Gerade Letzteres ist etwas, das ich zu vermeiden versuche. Denn mit ein bisschen guter Planung ist es durchaus möglich so zu kochen, dass nicht zu viele Reste entstehen oder diese wiederum sinnvoll zu verwerten.

Viel Inspiration zu diesem Thema fand ich auch im Buch „Besessen.“ von Elisabeth Bronfen (das Buch ist 2016 im Echtzeitverlag in Basel erschienen). Meine liebe Schwägerin hat es mir geschenkt und es ist tatsächlich eines der besten Bücher rund ums Thema Essen und Geniessen, das mir seit langem begegnet ist. Die Autorin schreibt einfach wundervoll und bunt und farbig und vor allem auch voller Lust über das Thema Essen und trotzdem macht sie kein Theater, ist teilweise sehr pragmatisch und wirkt sehr vernünftig und geerdet. Sie schreibt, dass das Buch ihre Kochmemoiren seien und wenn ich einmal ein Buch schreiben dürfte, dann sollte es genau so sein. Kein Wunder also, dass ich das Buch im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen habe.

„Besessen.“ hat mir einmal mehr vor Augen geführt, welchen Wert alte Familientraditionen und gleichzeitig einfach Kniffe und Tricks beim Kochen haben. Im Moment habe ich oft zu  wenig Zeit zum Kochen, da ich einfach viel zu tun habe und am Abend oft auch sehr spät Zuhause bin. Da hilft es, wenn man aus einfachen Zutaten in kurzer Zeit etwas Gutes zaubern kann und auch Reste gut verwertet.

In unserer Zeit in Florenz habe ich  Risottokugeln kennen gelernt und immer wieder gerne gegessen. Zu einem Salat schmecken sie ganz wunderbar. Und ja ich weiss, dass es heikel sein kann Reis ein zweites Mal zu kochen, da sich darauf Bazillen ansiedeln können. Offenbar ist das aber kein Problem, wenn man genügend Hitze hat und dafür ist meine Methode Risottoreste zu verwerten perfekt.

Ich forme dazu aus dem übrig gebliebenen Risotto Halbkugeln, in die ich ein Stück Mozzarella hinein lege. Dann packe ich eine zweite Schicht Risotto darüber und forme daraus runde Kugeln, die ich in etwas Paniermehl drehe. Die fertigen Kugeln backe ich dann 15 bis 20 Minuten im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen und serviere sie dann sofort, weil so der Käse in der Kugel noch schön flüssig ist.

Ihr seht, manchmal braucht es nicht viel um ein wunderbares Essen zu zaubern und man kann dabei erst noch Reste verwerten. Für mich sind solche Lösungen einfach perfekt.

Ich hoffe, dass ich Euch eine kleine aber feine Inspiration zum Verwerten von Resten geben konnte und würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir schreiben würdet, ob Ihr die Kugeln ausprobiert habt!

Nächste Woche will ich Euch dann auch noch meine Osterdeko zeigen. Leider ist sie aber noch nicht fertig, da ich im Moment noch etwas uninspiriert bin… Dabei ist mir leider auch der Signore keine grosse Hilfe, denn der kann sich weder für Weihnachts- noch für Osterbäume begeistern oder versteht einfach nicht ganz den Sinn darin Kugeln oder Eier an einen Baum zu hängen. Für mich ist es eine schöne Tradition, mit der ich aufgewachsen bin und die mir eigentlich (wenn ich genügend Zeit dafür habe) viel Freud bereitet. Daher will ich nun das Dekorieren für Ostern so schnell wie möglich nachholen. Warum ich unter anderem noch keine Zeit dafür gefunden habe, könnt Ihr jetzt auf meinem zweiten Blog www.essenwiezuhause.ch nachlesen. Ich habe nämlich gestern etwas ganz Wunderbares erlebt – das übrigens sehr viel mit Ostern zu tun hat!

Ich wünsche Euch einen wundervollen Sonntag!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Herbstliche Tafelfreuden…

Herbstliche Tafelfreuden…

Tafelfreuden

Tafelfreuden

Kürzlich fiel mir ein, dass ich schon lange keinen Beitrag mehr zur Rubrik „Tafelfreuden“ gemacht habe. Ich liebe es ja den Tisch für Gäste vorzubereiten und zu dekorieren. Und weil wir am Samstag den Geburtstag meines Schwiegervaters nach- und den vom Signore vorgefeiert haben, habe ich gleich noch ein paar Bilder der herbstlichen Tischdecke gemacht. Ihr wisst ja, ich verweigere mich Weihnachten noch etwas.

Die Hauptzutaten für die Tischdeko waren Blumen vom Markt (über den wundervollen Stand, wo ich sie jeweils kaufe, habe ich hier berichtet). Diese habe ich ganz einfach und er Suppenschüssel arrangiert, welche der Signore und ich von seiner Grosstante geerbt haben. Dazu kamen ein paar rote Äpfel, Hagebutten, Kastanien und die weissen Leinenservietten von meiner Oma, die ich mit einem Olivenzweig dekoriert habe, und schon war die Deko fertig.
Das Essen fiel dann übrigens ziemlich simpel aus. Weil die Geburtstagskinder für Spaghetti Bolognese schwärmen, habe ich ihnen ihr Leibgericht gekocht. Ich glaube, dass ich ihnen damit viel mehr Freude bereitet habe, als wenn ich in stundenlanger Arbeit ein Stück Fleisch mit Beilagen zubereitet hätte.
Nach einem gemütlichen Abend mit lustigen Spielen und gutem Wein zogen der Signore und ich das Fazit, dass wir es beim Essen auch in Zukunft ab und zu simpel halten und dafür die Zeit mit unseren Gästen geniessen werden. Aber auf das Dekorieren werde ich leider wohl auch dann nicht verzichten können…
Diese Woche steht dann noch der „richtige“ Geburtstag vom Signore an. Und ich bin sicher, dass er sich diese Gericht hier wünschen wird, wenn ich ihn frage, was er als zweites Geburtstagsessen möchte. Na ja, wenn es ihm Freude macht, dann soll es halt noch ein zweites Mal einfach aber lecker sein.
Ich hoffe, dass Ihr gut in die neue Woche gestartet seid und dass Ihr vielleicht die eine oder andere Inspiration von diesem Post mitnehmen könnt!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Papa Pinella, der Brunch und das Steak…

Papa Pinella, der Brunch und das Steak…

Tafelfreuden

Tafelfreuden

Papa Pinella mag es den Ursprung von Wörtern zu erklären.
Und so kommt es, dass er regelmässig bei meiner liebsten Art von Mahlzeit dem
Brunch über die Herkunft dieses Wortes sinniert. Mein Bruder, meine zwei
Schwestern und ich könnten daher im Schlaf aufsagen, dass der Brunch eine
Zusammensetzung der englischen Wörter Breakfast und Lunch ist und dass wiederum
Breakfast vom sogenannten „Fasten brechen“ komme… Dann schweifen meine Gedanken
meistens ab. Denn meine persönliche Definition von Brunch lautet: „Unglaublich
leckere Mahlzeit mit einer grossen Auswahl an guten Sachen, die in gemütlicher
Runde eingenommen wird.“
So habe ich mich auch in diesem Jahr einmal mehr dafür entschieden meinen Geburtstag mit einem Brunch und vor allem zusammen mit meiner Familie zu feiern (im Jahr zuvor war ich ja in Florenz und da konnten sie nicht dabei sein – Torte gab es trotzdem, wie ihr hier sehen könnt). Und weil ich mich dermassen über das goldene Besteck gefreut habe, das mir der Signore geschenkt hat, habe ich beschlossen diesen Tisch in die Serie der Tafelfreuden (hier geht’s zum ersten Teil) aufzunehmen.
Kurz zuvor hatte mit die 90-jährige Patentante meiner Mama ein wundervolles, weisses Tischtuch geschenkt. Dazu kamen rosa und goldene Glitterkonfetti, welche uns meine Schwester Madama Gaianna zur neuen Wohnung geschenkt hatte (den Post dazu gibt es hier). Diese zwei Dinge bildeten den Ausgangspunkt für die Tischdeko.

 

Weitere Inspirationen erhielt ich aus dem Buch „Frühstücksglück“, das ich mir zuvor  gekauft habe. Der
Untertitel des Buches lautet „45 leckere Gründe morgens aufzustehen“ – das passt wunderbar zu mir. Der Signore meinte nur, dass es kein Wunder sei, dass ich am Morgen kurz vor acht Uhr zur Welt gekommen sei, ich hätte einfach unbedingt frühstücken wollen… Meine Mama meinte dann, dass ich mich erstmal aufs Schlafen und sie sich aufs Frühstück fokussiert habe;)
Nun zurück zum Brunch. Wie bereits gesagt, mag ich besonders die Fülle an guten Sachen. So habe ich ein Buffet mit Müesli, Käse, mit Lachs gefüllten Gipfeli, Brot, Zopf und Früchten hergerichtet. Als Krönung gab es eine Frischkäsekugel, die ich mit Granatapfelkernen überzogen habe – das sieht man im Moment auf vielen Blogs und ich finde, dass das Ganze nicht nur unglaublich fotogen, sondern auch sehr lecker ist.
Dazu kamen dann noch Pancakes, American Potatoes, gebratener Speck und Eier. Zum Trinken gab es
Erdbeerbowle (was sich im Nachhinein auf nüchternen Magen als etwas grenzwärtige Idee erwies), hausgemachtes Mango-Lassi, Kaffee (natürlich aus der italienischen Maschine) und Bloody-Maries oder einfach Tomatensaft pur (ich wollte einfach unbedingt eine Bloody-Mary-Bar einrichten, weil ich die Zutaten so hübsch finde;).
Und meine Mama brachte nicht nur einen wundervollen Korb voller Blumen, sondern auch noch eine leckere Schwarzwäldertorte mit. So macht das Älterwerden Freude.
Ich hoffe, dass ich Euch ein paar Inspirationen für einen Brunch und die passende Deko dazu geben konnte und wünsche Euch damit eine Gute Nacht!
Herzlichst, Eure Signora Pinella
P.S. Papa Pinella sieht sich übrigens nicht nur als Erklärer, sondern auch als Hüter der Sprache. So spricht er schon seit Jahren davon, dass er dem Verband der Metzgermeister einen Brief schreiben wolle, weil das Wort Steak in der Schweiz immer falsch ausgesprochen werde. Im Dialekt sagen die Leute oft „Schtiiik“ und wenn Papa Pinella das hört, kriegt er die Krise;) Aber eigentlich ist es ja schön, wenn man eine grosse Familie hat, deren Mitglieder einem Wörter erklären, Kuchen backen, Blumen pflücken und noch wichtiger mit einem Jahr für Jahr Geburtstag und alle anderen Dinge des Lebens feiern und teilen. Ich bin sehr dankbar dafür!