Von  goldenen Überraschungen, Antiquitäten, Fussballhymnen, Grosszügigkeit und Zucchinisalat…

Von goldenen Überraschungen, Antiquitäten, Fussballhymnen, Grosszügigkeit und Zucchinisalat…

So, endlich komme ich dazu, Euch wieder einmal an der wundervollen Welt der Signora Pinella teilhaben zu lassen. In den letzten Tagen war ich so viel unterwegs, dass ich einfach nicht dazu gekommen bin. Einerseits
war ich in der Schweiz zum Arbeiten und anderseits hatten wir dann das ganze Wochenende über Besuch. Das Ganze wurde gestern Abend mit dem Besuch des Champieonsleague-Spiels von AS Roma gegen Bayern-München in Rom abgerundet.
Im TV mag ich Fussballspiele oder auch andere Sportevents nicht besonders. Ich gehe aber sehr gerne ins Stadion. Alleine weil ich einfach die Stimmung mag. Habt Ihr übrigens gewusst, dass die Championsleaguehymne (hier könnt Ihr sie anhören) nach einem Motiv aus Georg Friedrich Händels Coronation Anthems (siehe hier) komponiert wurde? Als grosse Händel-Verehrerin war also der Teil mit der Hymne mein Highlight des Abends – denn das Spiel war nicht besonders spannend, weil die Römer dermassen von den Bayern über den Tisch gezogen wurden;)
Der Höhepunkt des letzten Wochenendes war der Besuch des Mercato Antiquariato im Giardino della Fortezza. Dieser Park liegt ganz nahe beim Bahnhof von Florenz und der Markt findet an jedem zweiten Wochenende im
Monat statt. Wenn jemand wirklich ein Fan von schönen Antiquitäten ist, lohnt sich alleine wegen diesem Mark eine Reise nach Florenz. Jedenfalls habe ich mit unseren Gästen am Sonntagmorgen den Mercato dell‘ Antiquariato besucht und will Euch nun mit Bildern daran teilhaben lassen. Denn der Markt ist wirklich ein Traum und ich hätte dort noch stundenlang verweilen und herumstöbern können! Und ja, ich gebe es zu, dass der Vorschlag für den Marktbesuch etwas eigennützig war. Aber ich habe noch so viele Dinge, die ich in Florenz sehen und besuchen möchte, dass ich mich langsam aber wirklich ranhalten muss. Die Zeit rast und bald ist das Jahr vorbei. Immer öfter sprechen der Signore und ich deshalb auch darüber, wie uns die Zeit verändert hat und welche Dinge, Lebenseinstellungen und Haltungen wir von hier mitnehmen wollen. Ich werde in diesem und in einigen nächsten Posts ein paar Gedanken dazu mit Euch teilen.
Heute geht es mir um das Thema Grosszügigkeit: Der Signore und ich stellen immer wieder fest, dass in Italien die Menschen grosszügiger sind als in der Schweiz. Wenn man zum Essen verabredet ist, wird man häufig eingeladen oder man teilt den Preis einfach durch die Anzahl anwesender Gäste auf. Egal wie teuer das Essen des Einzelnen
war, man macht einfach eine Mischrechnung. Kompliziertes, auf den Rappen genaues Abrechnen gibt es nicht. Und die Männer bezahlen. Da kann man sagen, dass das altmodisch und überholt sei. Vielleicht ist es das. Aber ich mag die Haltung dahinter, dass Mann der Frau etwas zu liebe tut.
Ich habe mir jedenfalls fest vorgenommen diese Haltung der Grosszügigkeit gegenüber meinen Mitmenschen mit zu nehmen. Dabei geht es ja gar nicht so sehr darum mit Geld um sich zu werfen, sondern darum dem Anderen etwas Gutes zu tun und es ihm von ganzem Herzen zu gönnen. Mama Pinella erzählte mir, dass die Familie meines Opas oft sehr wenig Geld hatte. Sie seien aber sehr kreative Menschen gewesen und hätten aus dem Wenigen, das sie hatten, etwas Schönes gemacht und das Haus immer voller Gäste gehabt. Das gefällt mir und das erlebe ich auch oft in Italien. Denn seien wir ehrlich, Reichtum definiert sich vor allem über die Herzenshaltung und nicht die Summen auf dem Bankkonto.
Daher mag ich wohl auch Floh- und Antiquitätenmärkte so gerne. Es ist ein schöner Gedanke, altem Krempel nochmal neues Leben einzuhauchen und aus dem das Beste zu machen, was das Leben einem gibt.
Und noch zum Thema Grosszügigkeit. Als ich in die Schweiz kam, wartete eine wunderbare Überraschung auf mich. Die liebe Kuhmagda hatte mir einen goldenen Sparschäler geschickt, den sie einmal in einem Ihrer
Blogpostst (hier geht’s zu ihrem Blog) gezeigt hatte. Ich bin fast ausgeflippt vor Freude. Ihr müsst Euch vorstellen, ich bin der lieben Kuhmagda noch nie begegnet und sie macht mir eine solche Überraschung.
Und weil ich einen Teil der Freude mit Euch teilen will, zeige ich Euch hier endlich noch den Zucchinisalat mit Trüffelöl, über den ich schon des Öfteren geschrieben habe.
Dazu schneidet ihr Zucchini mit einem Sparschäler – es geht auch mit einem „Normalen“, ein Goldener, ist natürlich noch besser, da Ihr damit zu absolut, virtuosen Zucchinischneidern werdet – in dünne Streifen. Diese richtet ihr auf einem Teller an und bestreut sie mit gehobeltem Käse. Das Ganze würzt ihr mit Salz und Pfeffer und dann beträufelt Ihr die Streifen mit Trüffelöl. Das ist ein absoluter Traum!
So, ich werde mir nun gerade ganz viele Rezepte überlegen, für die ich etwas schälen muss. Wenn ich schon ein so schönes Küchengerät bekomme, will ich es auch verwenden. Vielen vielen Dank nochmals liebe Kuhmagda!
Von wegen dem dünn Schneiden. Die liebe Kathrin von Kuisine hat hier einmal ein Rezept für einen gerollten Kuchen gepostet – ich glaube, ich mache heute den.
So, das wars. Ich schicke Euch liebe Grüsse aus dem Süden!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Una Crema di Vin Santo…

Una Crema di Vin Santo…

Vor einer Woche habe ich hier geschrieben, dass mein Wochenende wahnsinnig kreativ werde. Das war es dann auch, weil die liebe Kathrin vom Blog www.kuisine.ch zu Besuch kam. Da wurde gekocht und gewerkelt und fotografiert bis zum Umfallen (das könnt Ihr wörtlich nehmen, wir waren am Abend wirklich fix und alle – aber wir haben alle unsere Pläne umgesetzt). Kathrin und ich entschieden uns die Arbeit aufzuteilen. Das heisst, dass ich all mein neues Wissen über die italienische Küche zusammen kramte und sie sich ans Fotografieren machte. So entstand das Rezept für eine wundervolle Vin Santo Creme.
Ich wollte Euch diese Creme schon lange einmal zeigen. Aber das ging nicht, weil ich sie zuvor immer mit Mascarpone zubereitete und sie einfach viel zu schwer war. Die Erleuchtung hatte ich dann bei einem Besuch mit
meinem Bruder in Lucca. Dort wurde uns eine sehr fluffige Creme serviert, deren Hauptbestandteil angeblich Mascarpone war. Ich möchte ja wissen, wie die Creme so leicht wurde… Jedenfalls dachte ich dann über Cremen im Allgemeinen nach und kam früh am Morgen zum Schluss, dass eine Vin Santo Creme ebenfalls fluffig und
luftig sein müsse. Der Signore befand sich zu dem Zeitpunkt natürlich noch im Schlummerland und war nicht gewillt mit mir über die Konsistenz von Süssspeisen zu sinnieren.
Da wir mit Kathrin aber eine weitere, höchst motivierte Frühaufsteherin zu Besuch hatten, machten wir uns noch in den Schlafanzügen an die Umsetzung des neuen Rezeptes und an das Fotografieren. Solche Aktionen haben wir übrigens bereits als Teenager gemacht. Das ist wohl mit einer der schönsten und besten Gründe kreativ zu sein. Man fühlt sich voller Energie und Tatendrang. Mir gefiel an unserer Aufgabenteilung besonders, dass ich am Herd herumwerkeln konnte und Kathrin den heiklen Teil des Fotografierens übernahm.
Der Signore meinte schon des Öfteren, dass ich Leute dazu animieren würde, unsere Wohnung in ein Künstler-Atelier zu verwandeln. Wir hatten im Sommer ja bereits eine ganz liebenswürdige Besucherin, die bei uns wohnte, während sie in Florenz zur Sprachschule ging. Am Nachmittag schrieb und zeichnete sie dann für ihre Maturaarbeit (so etwas wie die Abschlussarbeit am Gymnasium), am Abend wurde dann gemeinsam gekocht und nach dem Znacht haben wir Perlenketten gebastelt. Einfach wunderbar. Unsere junge Besucherin erhielt für ihre Arbeit übrigens die Bestnote. Da bin ich mächtig stolz auf sie!!! Da sieht man einmal mehr, wie positiv sich ein kreatives Chaos auf Geist und Seele auswirken kann. Red Bull ist da ein Dreck dagegen;)
Ich stehe ja sowieso nicht so auf Energy-Drinks. Da ist mir ein Glas Vin Santo wesentlich lieber. Vin Santo ist der Dessertwein in der Toskana. Gewonnen wird er aus Chianti Trauben, die entweder bis nach dem ersten Frost an den Reben waren oder geerntet und dann auf Stroh gebettet werden, bis ein leichter Gährungsprozess einsetzt. Der Wein schmeckt süss und hat mit ungefähren 15 Volumenprozenten einen recht hohen Alkoholgehalt. Der Legende nach wurde der Vin Santo bei einem Konzil in Florenz griechischen Geistlichen serviert. Diese meinten, dass der süsse Wein wie Wein aus Xantos schmecken würde. Die Italiener interpretierten Xantos als Santos und fühlten sich geschmeichelt, dass ihr Süsswein als „heiliger Wein“ bezeichnet wurde. Seither trägt der toskanische Süsswein den Namen Vin Santo. Traditionellerweise wird der Vin Santo mit den sogenannten Cantuccini di Prato, einem zweimal gebackenen Mandelgebäck serviert. Hier das Rezept dazu. Weil uns das etwas zu trocken war, haben wir eine Vin Santo Creme kreiert, welche den Wein mit dem Gebäck verbindet.
Und hier das Rezept für die Vin Santo Créme mit Cantuccini:
Zutaten: 3 Esslöffel Vin Santo (optional kann auch Eiswein verwendet werden), 2 Eiweiss, 1 Eigelb, 2 Esslöffel Puderzucker, 1 Vanilleschote, 2 dl Vollrahm
Zuerst das Eiweiss in einer Schüssel und das Eigelb mit dem Puderzucker und einer Messerspitze Vanille in einer anderen schaumig, aber nicht steif rühren. Danach beides zusammen in eine Metallschüssel geben und im
Wasserbad (dazu wird in einem grossen Topf Wasser gekocht und die Schüssel in heisse, nicht mehr kochende Wasser gegeben) rühren, bis die Creme eindickt. In die erkaltete Creme werden 3 Esslöffel Vin Santo, 2 dl
geschlagener Vollrahm und 100 Gramm grob gemahlene Cantuccini eingerührt. Danach die Creme mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen und vor dem servieren nochmal gut umrühren.
Es sieht besonders schön aus, wenn man die Creme in Gläser einfüllt, unten in die Gläser gemahlene Cantuccini füllt, diese nochmal mit etwas Vin Santo tränkt, dann die Creme darüber schichtet und das Ganze mit
Cantuccini-Streuseln bestreut. Et voila, schon ist das himmlische Dessert fertig, das unbedingt mit einem Glas Vin Santo serviert werden sollte. Auch hier kann ich einmal mehr die Weine von Le Filigare (siehe auch hier und hier) empfehlen. Die sind einfach unglaublich gut!
So, nun wünsche ich Euch ein schönes Wochenende voller Ideenreichtum und mit einem Hauch kreativem Chaos!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Bella Napoli Teil 2 – Traumhafte Amalfiküste…

Bella Napoli Teil 2 – Traumhafte Amalfiküste…

Heute gibt es nun den zweiten Teil des Berichtes über unsere Reise nach Napoli. Der Signore und ich träumten schon lange davon einmal an die Amalfiküste zu fahren. Daher streiften wir Herculanum und Pompeji nur im Vorübergehen und konzentrierten uns dann ganz auf die Küstenregion. Gefahren wurden wir von Carmine. Er führt
täglich Touren an die Küste durch. Nebst einem, für italienische Verhältnisse wahrhaft gemässigtem Fahrstil, überraschte uns Carmine auch den ganzen Tag über immer wieder mit kleinen Besonderheiten und Geschenken. So pflückte er im Garten des Restaurants, in dem wir zu Mittag assen, die wunderbar süssen, kleinen Tomaten für mich, die ich Euch bereits hier im ersten Teil der Napoli-Reihe einmal gezeigt habe. Wir haben sein Unternehmen übrigens über Tripadvisor gefunden, wo er auch sehr gut bewertet wurde. Ihr erreicht ihn unter der E-Mailadresse foggiacarmine@gmail.com
Die Vorstellung an einen Ort zu reisen, an dem ein Vulkan so bedrohlich nahe ist, erfüllte mich vor der Reise etwas mit Unbehagen. Das besserte sich auch nicht, als Carmine uns erklärte, dass der Vesuv alle 70 Jahre ausbreche und dass das 1944 das letzte Mal der Fall gewesen sei… So bedrohlich der Vulkan für die Gegend auch ist, so positiv wirkt sich seine fruchtbare Erde auf die Vegetation aus. Oder wie der Signore sagen würde: „In der Gegend um Napoli muss man keine Ahnung von Gartenbau haben, man sät einfach und alles wächst.“ Nicht von ungefähr wird die Gegend um Napoli auch „Terra felice – fruchtbare Erde“ genannt. So war unsere Fahrt in Richtung Amalfiküste eine Fahrt durch üppiges Grün, über die Berge, die Carmine „Schweiz von Italien“ nannte, hinunter nach Ravello.
Ravello ist ein kleines Juwel an der Küste. Dort hatten wir die besondere Gelegenheit den Weinkeller von Ettore Sammaro zu besuchen und seine wirklich gute, solid produzierten Weine zu degustieren. Weil wir also schon vor dem Mittag, auf leeren Magen mit Wein verköstigt wurden, kauften wir dann auch eine Kiste dieser typisch fruchtigen Weissweine von der Amalfiküste;) Unter www.ettoresammarco.it findet ihr weitere Informationen.Danach ging es weiter nach Amalfi, in dessen Dom sich die Gebeine des Apostels Andreas befinden. An der Küste schien an diesem Tag übrigens das Hochzeitsfieber ausgebrochen zu sein. In jedem Örtchen sahen wir eine Hochzeitsgesellschaft. Und eben in Amalfi selbst gerieten wir mitten in eine Hochzeitsmesse hinein. Schön war das! Wenn die Italiener eines können, dann ist es Hochzeiten mit viel Pomp und Glamour feiern. Amalfi war früher übrigens eine der vier Seerepubliken Italiens. Und solltet Ihr einmal dorthin kommen, müsst Ihr unbedingt vom wunderschönen Papier kaufen, welches in Amalfi immer noch handgeschöpft wird.

Romantisch wurde es dann bei unserem Mittagessen, das wir hoch am Hügel mit dem Blick auf
Positano in einem hübschen Restaurant (eben bei den Tomaten;) serviert bekamen. Positano ist sowieso einfach ein Juwel. Das Städtchen reicht von hoch oben am Hang bis nach unten ans Meer. Bunte Kleider und Sandalen wären dort das typische Souvenir. Da ich aber bereits mehr als genug Kleider habe, kaufte ich mir lieber einen Sack Kastanien. Diese sind in Italien viel grösser als bei uns in der Schweiz. Und da ich Marroni in jeder Form liebe (dazu gab es bereits hier ein Rezept), konnte ich einfach nicht widerstehen.
Die Marroni habe ich dann, als wir wieder Zuhause waren, in meiner neusten Errungenschaft zubereitet. Ich fand nämlich in einem Laden in unserem Quartier eine Marronipfanne für 3 Euro. Die musste ich einfach haben. Ihr könnt die Marroni aber auch einfach im Backofen zubereiten (ungefähr 20 Minuten auf 180 Grad backen und zwischendurch immer wieder wenden). Zuvor müsst Ihr sie aber einschneiden und mindestens zwei Stunden im Wasserbad einweichen. Aber danach schmecken sie wunderbar, richtig süss und lecker zu einem Glas Weisswein
von der Amalfiküste. Dieser bringt uns nochmal die Erinnerung an einen wunderbaren Tag zurück, den der Signore und ich sicher nicht so schnell vergessen werden. Und damit auch Ihr etwas schwelgen könnt, hier noch der Soundtrack dazu…
So, das wäre es mit meinem Bericht über Napoli und die Amalfiküste. Ich werde diese Tage sicher mein Leben lang nicht vergessen. Danke nochmal lieber Signore, dass Du mich zu dieser Reise überredet hast!
Ich wünsche Euch allen einen wundervollen Tag!
Herzlichst, Eure Signora Pinella
P.S. Dass die Bilder, welche ich mit meiner kleinen Reisekamera gemacht habe, nun in schönen Farben erstrahlen, habt Ihr übrigens der lieben Kathrin www.kuisine.ch zu verdanken! Sie hat mich in die höheren Gefilde der Bilderbearbeitung, also quasi im sprichwörtlichen Sinne auf den Weg der Bild-Erleuchtung geführt;)

„La Cucina Italiana“ und eine Herbstdeko in Blau…

„La Cucina Italiana“ und eine Herbstdeko in Blau…

Bevor ich Euch den zweiten Teil der Napoli-Bilder zeige, vielen Dank übrigens für alle Eure lieben Kommentare und Rückmeldungen zum ersten Teil, möchte ich heute ein paar Bilder von meiner Herbstdekoration und einen Zeitschriften-Tipp mit Euch teilen.
Weil diese Woche meine liebe Schwester mit ihrer Familie zu Besuch kam, bin ich einfach noch nicht dazu gekommen, die Bilder von der wundervollen Amalfiküste zu bearbeiten. Dafür habe ich mir vorgenommen einmal einen Post zum Thema „Städtetrip nach Florenz mit Kindern“ zu machen. Denn das ist nicht ohne, kann aber durchaus funktionieren.  Würde Euch das interessieren? Grundsätzlich war ich einmal mehr erstaunt, wie lieb die Italiener zu Kindern sind. Im Bus ist sogar eine ältere Dame aufgestanden, damit sich meine kleine Nichte hinsetzen konnte. Unglaublich!
Nun aber zur wunderbaren Zeitschrift „La Cucina Italiana“. Ich finde das eine der besten Kochzeitschriften überhaupt. Die Rezepte sind so erklärt, dass man sie gut nachkochen kann, die Bilder sind ein Traum und als Krönung gibt es in jedem Heft gut recherchierte Hintergrundartikel zur italienischen Küche und ihren Spezialitäten und zu verschiedenen Städten und Regionen. Wenn ich mir die Zeitschrift angesehen habe, bin ich jeweils ganz beschwingt und beflügelt und möchte gleich auf den Markt laufen, um die Zutaten zu kaufen.
Jetzt, wo sich das Jahr endgültig zu Ende neigt und damit auch unsere Zeit in Florenz, werde ich doch etwas wehmütig. Ich werde diese Stadt vermissen. Am Meisten wird mir der wundervolle Mercato Sant’Ambrogio fehlen. Anderseits hält auch das neue Jahr wieder viele Herausforderungen bereit. Für uns, also vor allem für den Signore, geht es unter anderem ein paar Monate nach New York. Dazu werde ich Euch aber ein anderes Mal mehr erzählen. Und irgendwann werden wir dann hoffentlich wieder sesshaft, finden eine Wohnung, in der wir uns gemütlich einrichten können und werden es geniessen, endlich wieder mehr Zeit mit unseren Lieben verbringen zu können.
Bis dahin wird unsere kleine 1,5-Zimmerwohnung unser Zuhause sein (darüber habe ich ja bereits hier einmal berichtet). Und diese habe ich eben bei meinem letzten Arbeitsaufenthalt in der Schweiz herbstlich mit blauen Hortensien dekoriert. Ich liebe Hortensien. Sie sind für mich die Pfingstrosen des Herbstes. Pfingstrosen sind aber meine absoluten Lieblingsblumen. Ich wollte immer im Frühling heiraten, damit alles mit Pfingstrosen dekoriert werden kann. Der Signore meinte aber, dass er unser Hochzeitsdatum garantiert nicht von Blumen abhängig machen werde und so wurde es dann halt eine Sommerhochzeit (siehe hier).
Da ich viele meiner Bastelutensilien nach Italien gezügelt habe, musste ich beim Kranz etwas improvisieren. Ich habe also Efeuranken zu einem Kranz gedreht und die Hortensien darum gebunden. Er ist nun zwar nicht so stabil, funktioniert hat es trotzdem. Auf dem kleinen Bild im weissen Rahmen könnt Ihr übrigens meine Oma (über sie habe ich hier und hier bereits geschrieben) als junges Mädchen sehen. Ich finde dieses Foto ganz wunderhübsch.
So, nun verabschiede ich mich in das Wochenende, das bei uns in Firenze wohl sehr kreativ wird. Warum werdet Ihr noch sehen…
Ich wünsche Euch allen einen wunderbaren Freitag e un buon weekend, wie die Italiener sagen würden;)
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Bella Napoli Teil 1 – überwältigt von Kitsch, Kunst und Gefühlen…

Bella Napoli Teil 1 – überwältigt von Kitsch, Kunst und Gefühlen…

Vor einigen Stunden sind der Signore und ich aus Napoli zurückgekommen. Nun will ich versuchen unsere Reise in Worte zu fassen – auch deshalb, weil ich die Eindrücke irgendwie verarbeiten muss. Ich werde das in zwei Teilen machen. Heute nehme ich Euch mit auf einen Rundgang durch Napoli. In einem weiteren Post geht es dann an die Amalfiküste. Der Signore hatte bereits Anfang Jahres angekündigt, dass er Napoli unbedingt besuchen wolle. Ich war davon nicht so begeistert, da uns von den Italienern immer wieder gepredigt wurde, wie gefährlich Napoli sei. Napoli stand in meinem Kopf für Schmutz, Abfallberge, Verbrechen und Kriminalität. Mit dieser Vorstellung und einem mulmigen Gefühl im Bauch bin ich dann auch in diese Stadt gereist und wurde von ihr eines Besseren belehrt… Während Florenz schon ein bisschen meine Heimat ist und Rom mich immer noch nicht richtig gepackt hat, hat Napoli mich tief berührt. Man mag diese Stadt lieben oder hassen – kalt lässt sie aber wohl niemanden.
In Napoli treffen Gegensätze aufeinander, die irritieren und gleichzeitig zum Denken anregen. Und gleich vorneweg: Ja, die Stadt ist sogar im Zentrum relativ schmutzig. Aber sie ist beispielsweise im Zentrum nicht viel dreckiger als Rom oder Florenz. Da auch das Problem der Kriminalität scheinbar erkannt wurde, ist die Polizei stark präsent. Wie viel das nützt, kann ich nicht sagen.
Weil ich mit so vielen Vorurteilen nach Napoli gekommen war, war ich zuerst einmal über mich selber erstaunt, weil mich die Stadt vom ersten Moment an faszinierte und beeindruckte. Wir hatten uns bewusst entschieden einen ganzen Tag in das Erkunden des Zentrums zu investieren und dies zu Fuss zu tun. Wir starteten also in unserem Hotel in der Via Chiaia (Tipps und Adressen liste ich am Ende nochmal auf) und machten uns über die Via Toledo auf in die Altstadt. An der Via Toledo ist die wunderschöne, klassizistisch gebaute Galleria Umberto gelegen. In diesem Einkaufszentrum findet man vorwiegend Geschäfte grosser
Ladenketten. Das Gebäude an und für sich ist aber bereits ein Besuch wert.
Von der Via Toledo ging es dann weiter in Richtung Altstadt zur Kirche Gesu Nuovo. Von Draussen her gesehen fällt die Kirche nicht sonderlich auf und reiht sich nahtlos in eine Häuserzeile ein. Ihr Inneres beeindruckte uns dafür umso mehr. Denn auch wenn die Strassen in Neapel vielleicht schmutzig sind, die Kirchen sind das pure Gegenteil, blitzblank geputzt und oft üppig mit frischen Blumen geschmückt. Religiosität wird grossgeschrieben. So wurde in der Kirche Gesu Nuovo auch ganz ungeniert öffentlich gebeichtet, gebetet und geweint. Weil ich diese Menschen nicht stören wollte, habe ich nicht fotografiert. Denn wenn jemand schon sein Gewissen erleichtern will und Hilfe sucht, finde ich es respektlos sie dabei zu stören.
Ganz in der Nähe dieser Kirche liegen die Klosterkirche und der dazugehörige Konvent Santa Chiara. Der
Gebäudekomplex wurde bei einem Bombenangriff 1943 schwer beschädigt und danach mit viel Liebe wieder aufgebaut. Während die Kirche für neapolitanische Begriffe eher schlicht ist (immerhin beherbergt sie mit dem Grab von Robert von Anjou das grösste mittelalterliche Grabmal), besticht der wundervolle Klostergarten „Chiostro delle Clarisse“ mit majolikagechachelten Sitzbänken und Zitronenbäumen mit südlichem Charme und lädt als Oase der Stille zum Ausruhen und Verweilen ein.
Nach dem Besuch in der Stille ging es weiter in das Cafè Scaturchio auf der Piazza San Domenico Maggiore. Dort werden seit 1903 wundervolle, süsse Leckereien – angeblich die Besten in ganz Napoli – und unglaublich guter Kaffee serviert. Der Signore hatte sich vorher bei Arbeitskollegen aus Napoli über die Spezialitäten informiert und so versuchten wir eine Baba al Rum, ein Gebäck aus einem luftigen, biskuittähnlichem Teig, welches in Rum getränkt wird und schlürften den dunklen, starken, dickflüssigen Kaffee.
Danach ging es weiter in Richtung Via San Gregorio Armeno, wo die typisch neapolitanischen Krippenfiguren verkauft werden. An Weihnachten haben Krippen in Italien eine weitaus grössere und wichtigere Bedeutung als Weihnachtsbäume. Die riesige Auswahl der Figuren und das bunte Durcheinander in dieser Strasse haben mich gefesselt und ich hätte noch viel länger dort verweilen und stöbern können. So werden nicht nur klassische Krippen, sondern auch Figuren von allerlei Prominenten und Papier- und Seidenblumen hergestellt und verkauft. Weil ich bereits eine schöne Krippe aus Brienz im Berner Oberland besitze (d.h. sie wird jedes Jahr ein bisschen grösser, da mir der Signore immer zu Weihnachten eine weitere, handgeschnitzte Figur schenkt), verspürte ich nicht das Bedürfnis eine Figur zu kaufen. Der
Signore wählte für sich aus Figuren verschiedener Berufe einen kleinen Arzt aus und will diesen künftig neben meine Figuren stellen. Erinnerungen sind ja gut und schön, aber ich denke, dass ich das Figürchen eher in seinem Arbeitszimmer als bei meiner Krippe deponieren werde;)
Am Schluss des Rundganges sahen wird uns noch den Dom „Duomo san Gennaro“ von Neapel an. Im Innern des Doms befinden sich die Blutreste des Stadtpatrons San Gennaro, die sich angeblich zweimal im Jahr verflüssigen. Als ich das gelesen habe, war ich ein weiteres Mal reichlich irritiert. Aufgewachsen im tief protestantischen Emmental sind mir solche Dinge einfach fremd. In Napoli wird man aber grundsätzlich an allen Ecken mit Formen der Religiosität und des (Aber)-Glaubens konfrontiert. Überall werden beispielsweise kleine rote Paprikaschoten „Corno“ aus Holz oder Keramik verkauft, die einem vor dem bösen Blick schützen sollen. Im Essen sollen die richtigen, scharfen Paprikaschoten dagegen ganz praktische, positive Auswirkungen auf das Herz und die Potenz der Männer haben, wurde uns erklärt.
Weil die Passegiata dann doch eher zu einem mehrstündigen Fussmarsch wurde, kehrten wir auf direktem Weg wieder über die Via Toledo in unser Hotel an der Via Chiaia zurück und hielten dort Siesta, bevor wir uns am Abend das Castel dell’Ovo ansahen, in dessen Mauern der Legende nach Vergil ein Ei eingemauert hat und solange dieses Ei unversehrt bleibt, Neapel bestehen bleibe. Danach ging es weiter in das Viertel Santa Lucia und an die Promenade am Meer. Die Strasse dort wird am Abend gesperrt und lädt zum Flanieren ein. Im Restaurant Regina Margherita gönnten wir uns dann eine erstklassige Pizza.

Kulinarisch gesehen war Napoli wohl der Höhepunkt dieses Jahres. Die Pizzen werden ihrem Ruf wirklich gerecht. Die etwas dickeren Ränder sind luftig und weich, in der Mitte ist der Teig hauchdünn und der minimalistische Belag aus sonnengereiften Tomaten und hervorragendem Mozzarella schmeckt einfach himmlisch.

Noch nie habe ich übrigens so süsse Tomaten gegessen. Unglaublich was an den fruchtbaren Hängen des Vesuvs für Köstlichkeiten wachsen. Eine weitere Spezialität in Napoli ist daher auch die Tomatensauce aus diesen herrlichen, süssen, kleinen Tomaten. Ich habe sogar ein Kilo davon geschenkt bekommen (wie das kam, erzähle ich Euch dann im zweiten Teil) und sie Zuhause sofort verarbeitet, da ihnen der Transport im Zug nicht wirklich bekommen ist. Die Tomaten werden zusammen mit einem guten Olivenöl, etwas Salz und Pfeffer und ein paar Zweigen Basilikum eingekocht, aber nicht verkocht, und mit dicken Spaghetti serviert. Der Geschmack ist so einmalig, dass es eine Schande wäre, diesen mit geriebenem Käse zu verschandeln.

 

Und nun noch ein paar praktische Tipps und Adressen für alle, welche Napoli ebenfalls gerne einmal besuchen möchten.
Anreise:
Neapel ist von Mailand aus mit dem Hochgeschwindigkeitszug Freccia Rossa in knapp fünf Stunden zu erreichen. Wer direkt auf der Website www.trenitalia.it bucht, kann, wenn er früh dran und zeitlich etwas flexibel ist, günstige Tickets ergattern, die bequem Zuhause ausgedruckt werden können. Diese Methode bewährt sich auch sonst für das Reisen in Italien. Am Bahnhof haben wir uns dann ein Taxi zum Hotel www.aparthotelplebiscito.it geleistet. Das Taxi war um einiges günstiger als in Florenz. Das mag aber auch daran liegen, dass der Fahrer relativ schnell herausfand, dass wir in Italien wohnen und die Preise kennen.
Übernachtung:
Allgemein gilt die Region um den Bahnhof als relativ gefährlich. Auch wenn sich dort zahlreiche internationale Hotelketten angesiedelt haben, würde ich eher ein Hotel in Richtung Promenade oder rund um die Piazza Plebiscito buchen. So können die schönen Restaurants am Abend bequem zu Fuss erreicht werden.
Sicherheit:
Wenn einem die Italiener vor Kriminalität warnen, sollte man das auch ernst nehmen. Wie in vielen grossen Städten besteht auch in Neapel die Gefahr, dass man bestohlen wird. Daher Geld, Handy und Ausweise möglichst nahe am Körper, allenfalls sogar in einer Tasche unter den Kleidern, tragen. Meine geliebte Nikon habe ich von Anfang an Zuhause gelassen und dafür eine kleine, kompakte Kamera mitgenommen. Es empfiehlt sich eine Tasche mitzunehmen, die einen Riemen hat, der quer über die Brust geht. Das ist sicherer als ein Rucksack oder eine Tasche, die seitlich getragen wird und man hat erst noch beide Hände frei. Genau wie in allen anderen Grossstädten würde ich mich auch in Neapel nicht in düsteren Hinterhöfen und Seitengassen herumtreiben und grundsätzlich stets achtsam sein.
Sehenswürdigkeiten:
Die Stadt bietet mit unzähligen Palästen und Kirchen eine grosse Zahl an Sehenswürdigkeiten. Da wir im Moment den Fokus darauf legen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Städte zu erkunden, haben wir uns eben eher an die Altstadt gehalten. Ein Muss ist aber eigentlich auch der Besuch der Überbleibsel aus Griechischen und Römischen Zeiten, sowie der Ausgrabungen in Pompeji und Herculaneum. Dazu würde ich aber eine Führung buchen. Zu geführten Touren werde ich im zweiten Teil mehr schreiben.
Schlussendlich bin ich froh und dankbar, dass mich der Signore zu diesem Ausflug überredet hat und ich so in einer Stadt irgendwo zwischen vergangener Grösse, gegenwärtiger Armut, Kitsch und Kunst gelandet bin. Es hat mich Überwindung gekostet und immer wieder habe ich mich gefragt, was hinter den schönen Fassaden, etwas ausserhalb in den Quartieren und im Verborgenen passiert… Vermutlich hat der Taxifahrer, der uns zurück an den Bahnhof gebracht hat, die Stadt am treffendsten beschrieben. „Napoli ist nicht nur schön, sondern wunderschön“, erklärte er uns. Es sei eine grosse Stadt, mit grosser Vergangenheit. Das grosse Problem sei heute die Armut und die Arbeitslosigkeit, welche besonders junge Menschen auf Abwege bringe. „Die Menschen hier sind eigentlich fleissig und freundlich. Zumindest zwei Drittel von ihnen – den Rest sollte man…“, den letzten Teil des Satzes liess er mit einer wegwerfenden Handbewegung in der Luft hängen.
Ich hoffe, dass Euch der virtuelle Ausflug in diese laute, anstrengende, zauberhafte Stadt ein (neues) Bild davon vermittelt hat und wünsche Euch einen guten Start in die nächste Woche!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Ein Souvenir mit Stil zweiter Teil…

Ein Souvenir mit Stil zweiter Teil…

Nachdem der Post über unser Hochzeitsfest alle Rekorde gebrochen hat und so oft angeklickt und geteilt wurde wie noch Keiner zuvor, geht es heute wieder zurück in südlichere Gefilde. Leider kann ich Euch ja nicht jeden Tag mit Hochzeitsbildern beglücken, auch wenn Euch das offenbar gefallen würde. Ich möchte aber an dieser Stelle einmal allen danken, die meinen Blog weiterempfehlen, den Blog auf ihrer Seite verlinkt haben, Links auf Facebook teilen und meine Texte und Bilder kommentieren. Ich freue mich immer riesig darüber. Auch deshalb, weil ich mich hier unten im Süden manchmal etwas einsam fühle und mich nach Kommunikation mit meinen lieben Mitmenschen sehne. Kommunikation kommt zwar in Italien eigentlich auch nicht zu kurz. Gerade letzte Woche waren der Signore und ich in der Schweiz zum Essen eingeladen und mussten beschämt feststellen, dass wir in Italien zu unglaublichen Quasselstrippen mutiert sind… Sagen wir so, er spricht jetzt einfach fast gleich viel wie ich;) Aber eben, Kommunikation auf Italienisch und in einem mörderischen Tempo ist mir dann doch oft zu mühsam…
In einem bestimmten Fall nehme ich es aber immer wieder mit Freuden auf mich Italienisch zu sprechen: Beim Einkaufen. Im heutigen Post soll es daher um ein besonders schönes Shoppingerlebnis in Florenz gehen. Darüber, dass Papier und Siegel ein schönes Mitbringsel aus Florenz sind, habe ich ja bereits hier und hier geschrieben. Es gibt aber noch etwas Weiteres, in dem die Florentiner oder auch die Toskaner im Allgemeinen oder vielleicht sogar die Italiener ganz gross sind. Und das ist die Herstellung von Biokosmetika mit hochwertigen Inhaltsstoffen.
Vor noch nicht allzu langer Zeit waren mir Inhaltsstoffe in Kosmetika völlig schnuppe. Ein gutes Gesichtswässerchen, eine Creme oder ein Dusch mussten nicht mehr als gut riechen, nicht allzu teuer sein und allenfalls noch schön aussehen. Nach und nach hat sich meine Einstellung dazu verändert. Mir wurde bewusst, dass es sich bei Kosmetika ähnlich verhält wie mit dem Essen. Entweder stopft man sich den ganzen Tag mit Fast Food voll oder man bemüht sich um gute Zutaten und Ingredienzen. Obwohl ich auch immer noch ab und zu ganz herkömmliche Produkte verwende, bemühe ich mich immer mehr auf die Inhaltsstoffe meiner Beautyprodukte zu achten.
So ist Florenz für mich in dieser Hinsicht ein Paradies. Denn hier gibt es nicht nur wunderbare Schreibwarengeschäfte, die Cartoleria heissen, sondern man kann in Florenz herrliche Biokosmetika in den Läden mit dem Namen „Erboristeria“‚ kaufen . Das Wort steht für die Pflanzenkunde im Allgemeinen. Besonders berühmt für seine Salben und Duftwasser ist das Kloster Santa Maria Novella, das ganz in der Nähe vom Bahnhof liegt. Da das Ganze aber sehr touristisch ist, habe ich dort noch nie etwas gekauft. Dafür kaufe ich gerne im „Erbario Toscano“ an der Via del Corso 38 ein. Dort gibt es erstklassige Beautyprodukte frei von Silikonen und anderen „bösen“ Inhaltsstoffen. Dazu kommt, dass sie wunderschön verpackt werden und Dank den zart duftenden, ätherischen Ölen einfach himmlisch riechen. Hier geht es zur Internetseite von www.erbariotoscano.it Die Produkte können auch Online bestellt werden. Ob das mit dem Versand ausserhalb von Italien klappt, kann ich leider nicht sagen.
Ich mag an diesen Geschäften auch besonders, dass sie so schön ausgestattet sind und ganz und gar nicht an die Bio-Öko-Läden erinnern, in denen sonst normalerweise Biokosmetika verkauft wird. Nein, auch hier wird viel Wert auf die Präsentation und Ästhetik gelegt. Zusätzlich sind die Angestellten sehr höflich und nehmen sich viel Zeit für ihre Kunden.
Da vermutlich die wenigsten von Euch lieben Leserinnen und Lesern gleich eine Erboristeria um die Ecke haben, hier noch ein kleiner Beautytipp, den mir eine Italienerin gegeben hat. Olivenöl innerlich und äusserlich angewendet sei ihr Schönheitsgeheimnis, erklärte die Dame. Innerlich bin ich schon auf dem guten Weg. Der Signore erhielt bei der Arbeit letzthin eine Fünfliterkanne Olivenöl geschenkt, diese ist bereits zu einem Drittel geleert. Das sind mehr als einen Liter Olivenöl in zwei Monaten. Mamma mia….Äusserlich kann ich das Olivenöl besonders für ein Peeling gegen trockene Haut empfehlen. Dazu vermischt Ihr einfach einen Esslöffel Olivenöl mit einem Kaffeelöffel Zucker und reibt Euch damit ein. Je nach Bedarf wiederholt ihr die Prozedur. Das geht natürlich am besten unter der Dusche. Gerade im Winter hilft das sehr gut gegen trockene Haut und entfernt sanft abgestorbene Hautschuppen. Wenn Ihr mögt, könnt Ihr dem Ganzen noch ein paar Tropfen von einem ätherischen Öl beimischen. Einfach weil Olivenöl ja nicht so unglaublich gut riecht. Also zumindest nicht für die Körperpflege. Besonders bei kaltem Winterwetter gebe
ich eine Stunde vor der Haarwäsche auch gerne einmal etwas Olivenöl in die Haarspitzen. Sie werden dadurch wunderbar weich und gepflegt. Gleichzeitig nährt Olivenöl natürlich auch die ausgetrocknete Haut nach dem Sonnenbaden.

Also, plant bei Eurem nächsten Toskana-Aufenthalt unbedingt den Besuch in einer Erboristeria ein. Es lohnt sich!
Nun wünsche ich Euch allen einen gepflegten, zart duftenden Tag;)
Herzlichst, Eure Signora Pinella

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