Madame Gaiannas Firenze-Reisebericht…

Madame Gaiannas Firenze-Reisebericht…

Wie ich Euch bereits letzte Woche erzählt habe, reiste ich einmal mehr in den Süden. Die liebe Madame Gaianna (hier gehts zu ihrem Blog), hat für mich einen Reisebericht geschrieben. Ich wollte, dass Ihr meine Firenze-Abenteuer einmal aus anderer Perspektive zu hören bekommt und so konnte ich mich ganz aufs Fotografieren konzentrieren. Daher will ich gar nicht mehr länger ausholen und übergebe meiner Sorella Gaianna das Wort. Doch noch etwas: Vielen Dank für Deinen liebevollen Bericht, liebe Sorella. Er hat mich sehr gerührt und es war wirklich eine schöne Reise mit der ganzen Pinella Herde oder zumindest dem weiblichen Teil davon;)

Ganz ehrlich, es gibt einfachere Dinge im Leben, als die Wünsche einer Mutter und zwei Schwestern unter einen Hut zu bringen und alles dann noch hervorragend und zu aller Zufriedenheit zu meistern, aber beginnen wir von vorne…
 
Dem Zauber von „La Dolce Vita“ ist unsere Familie schon lange äusserst zugetan, aber seit dem einjährigen Aufenthalt von Signora und Signore Pinella in Florenz wurde daraus wahre Liebe. Italien fasziniert die Familie, weil verschiedenen Leidenschaften zum Zuge kommen. Einerseits das Interesse an Kultur und Geschichte, die Faszination der wunderschönen architektonischen Bauten, aber auch die lebhafte und interessante Kommunikation, sowie natürlich das leckere mediterrane Essen begeistern uns alle. Grund genug einmal mehr nach Florenz zu reisen, um genau diese Dinge zu geniessen.
 
Signora Pinella organisierte für uns alle, also für die Mama und uns zwei Schwestern, einen wunderbaren Aufenthalt in Florenz. Natürlich bezeichnen wir uns alle als unkompliziert, flexibel und offen, aber es wäre ja nicht so, dass da nicht die einen oder anderen Marotten vorhanden wären. Signora Pinella wusste geschickt und mit viel Geduld damit umzugehen und auf alle unsere Wünsche einzugehen.
 
Nach einer unterhaltsamen Fahrt im Zuge erreichten wir Florenz und freuten uns am angenehm warmen Wetter. Bevor wir unser Hotel aufsuchten, erfüllte uns die liebe Signora einen ersten grossen Wunsch. Wir machten Halt beim Mercato Sant‘ Ambrogio an der Piazza Ghiberti (hier und hier hat die Signora bereits darüber berichtet). Einem wunderschönen Markt, der nicht touristisch ist, und einen Stand hat, welcher die Herzen aller vier Frauen höher schlagen lässt. Die Perlenliebe ist in unserem Hause sehr ausgeprägt und färbte zum Glück auch schon auf die drei Nichten ab. Man soll ja schöne Dinge an die nächste Generation weitergeben. Wir wurden vom Perlenhändler freudig begrüsst und tätigten einen ersten Einkauf und er versprach uns am nächsten Tag extra für uns nochmals zu kommen. Anschliessend gönnten wir uns einen ersten Kaffeegenuss in der „Le Murate“. Man muss wissen, dass wir alle ausser der Mama, dem Kaffee verfallen sind und den italienischen starken Kaffee sehr mögen. „Le Murate“ ist ein wunderschöner Ort, welcher eine tragische Geschichte hat, heute aber zum Verweilen einlädt. Signora Pinella hat hier davon berichtet. An der Sonne sitzend erfreuten wir uns an den gekauften Perlenschätzen und den Ringen, welche wir vom Händler bekamen, vier rundum glückliche Frauen.
 
Das Hotel entpuppte sich als wahre Oase. Ein wunderschönes Appartemento mit zwei wunderschönen Dachterrassen, es war uns allen auf Anhieb sehr wohl. Die Signora hatte auch da ein gutes Händchen. Das Apperitivo auf der Terrasse, umgeben von Olivenbäumen mit wunderbarem Ausblick, war einfach nur wohltuend und liess uns sofort entspannen.
 
Die nächsten Tage waren gefüllt mit angenehmem Wetter, viel Sonnenschein, gemütlichem Schlendern durch die Gassen, Besuchen in verschiedensten Cartolerias (auch so eine Leidenschaft von uns allen – die Signora hat hier und hier darüber berichtet), den Ausführungen der Signora zu den verschiedensten Sehenswürdigkeiten, dem Trinken von Kaffee und dem Geniessen leckeren Essens. Wir alle erlagen einmal mehr dem Charme der Stadt. Die gewaltigen Bauten faszinierten und überwältigten uns und spätestens beim Blick von der Piazzale Michelangelo (die Signora hat darüber hier ihren ersten Post geschrieben) auf die wunderschöne Stadt war uns allen klar, dass wir nicht das letzte Mal da waren.
Die liebe Signora Pinella bescherte uns drei wunderschöne Tage. Verschiedene Dinge, machten den Aufenthalt so besonders….
 
Beginnen wir mal damit, dass sie einfach eine liebevolle warmherzige und einfühlsame Frau, Tochter, Schwester und somit auch Reiseführerin ist. Sie ist auf unsere Wünsche eingegangen und wusste, was uns gefallen würde.
 
Zudem verfügt sie über ein enormes Wissen. Sie kann zu allen Sehenswürdigkeiten oder auch gesellschaftlichen und kulturellen Aspekten interessante Details weitergeben und diese auch noch äusserst unterhaltsam erzählen. Dadurch, dass sie auch viele Florentiner kennen lernen durfte, weiss sie viele interessante Anekdoten oder Gepflogenheiten, welche man sonst nicht erfahren würde. Signora Pinella kennt die Stadt schon fast wie ihre Hosentasche und führt einem sicher von einem Ort zum anderen.
 
Auch kulinarisch ist sie mit den Gepflogenheiten der Florentiner äusserst bewandert und kennt leckere Restaurants und weiss, wann es Zeit für eine Tasse Kaffee oder einen Aperitivo ist.
Aber wohl das Faszinierendste ist, dass sie sich in die Stadt einfügt, als sei sie von da. Die Florentiner halten Signora Pinella als eine von sich und sie blüht beim Wandeln durch die Stadt und beim Kommunizieren auf der Strasse oder im Taxi so richtig auf. Sie beherrscht die Sprache sehr gut, aber was wohl noch wichtiger ist, dass sie auch die Mimik und vor allem die Gestik so gut kann.
 
Liebe Signora und Sorella Pinella, vielen herzlichen Dank für die wunderschönen Tage im bella Italia. Danke, dass du uns einmal mehr die wunderbare Kultur etwas näher gebracht hast und wir das „Dolce la Vita“ so richtig geniessen konnten. Als Reiseführerin bekommst du von uns allen eine glatte sechs und wir freuen uns, wenn wir auch ein nächstes Mal mit dir auf Reisen kommen dürfen.
Herzlich, Sorella und Madame Gaianna

Arrivederci Firenze und ein Risotto alle mele alla Signora Pinella…

Arrivederci Firenze und ein Risotto alle mele alla Signora Pinella…

Obwohl ich ja jetzt ein ganzes Jahr lang in Italien gelebt und viel über la cucina italiana geschrieben habe, habe ich noch nie ein Risotto-Rezept gepostet. Der Signore und ich essen zwar gefühlt jeden zweiten Tag Risotto, einfach weil wir das so gerne mögen, aber für den Blog hielt ich das nie als spektakulär genug.
Nun hatte ich kürzlich bei einem Abendessen die Eingebung für ein besonderes Risotto. Und zwar wollte ich unseren Gastgebern erklären, dass ein Markthändler Kathrin von www.kuisine.ch und mir erklärt hat, dass man Risotto mit Honig „Miele“ verfeinern solle. Statt Miele sagte ich aber „Mele“ – das bedeutet Apfel. Unsere Gastgeber waren dann ganz aus dem Häuschen und meinten, dass Äpfel nun gar nicht in ein Risotto passen würden. So kam es, wie es immer kommt, wenn man mir sagt, dass etwas gar nicht geht. Ich habe natürlich ein Risotto mit Äpfeln gekocht. Und war super stolz auf meine neue Menü-Kreation, bis mir dann einfiel, dass die liebe Signora Rossi (wer das ist, habe ich hier geschrieben) mir bereits beim ersten Mal, als sie mich zum Essen eingeladen hat, ein Apfel-Risotto serviert hat.
Als ich mein Apfel-Risotto gekocht habe, wusste ich das aber noch nicht. Und so kann ich Euch heute trotzdem eine Neukreation präsentieren.
Hier nun also das Rezept für ein Risotto alle mele alla Signora Pinella:
Zutaten für 2 grosse Portionen: Olivenöl, 2 Frühlingszwiebeln, 2 Tassen Risottoreis, 5 Tassen vegetabile Bouillon, 1 dl Rahm, 2 grosse, rote Äpfel (rot für die Farbtupfer), Salz, Pfeffer und evt. etwas getrocknete Kräuter, 1 Esslöffel Honig und mindestens 4 Tranchen dünn geschnittener Bratspeck.
Zubereitung: Zuerst werden die Zwiebeln klein geschnitten und im Olivenöl angedünstet, dann das Reis zugeben und das Ganze weiter dünsten, bis das Reis glasig aussieht. Mit der Bouillon ablöschen und mindestens 20 Minuten köcheln lassen. Den Rahm und kurz vor Ende der Kochzeit die klein geschnittenen Äpfel dazu geben. Nochmal kurz aufkochen, mit Kräutern, Salz und Pfeffer und dem Honig abschmecken und alles zusammen mit dem Speck, der kurz angebraten wurde, und ein paar Apfelschnitzen anrichten.
Und weil dies mein letzter richtiger Post ist, den ich auch von Florenz aus schreibe, habe ich noch ein paar Bilder für Euch, die ich kürzlich auf der Piazzale Michelangelo gemacht habe. Über die habe ich ja auch meinen allerersten Blogeintrag geschrieben. Und keine Angst, es kommen noch mehr Posts aus Italien, weil ich einfach noch nicht dazu gekommen bin, Euch alles zu zeigen, was ich Euch noch so zeigen wollte.
Obwohl ich mich darauf freue, nun wieder in die Schweiz zurück zu kehren, wird mir Italien doch irgendwie fehlen. Als ich vor einem Jahr heulend im Auto in Richtung Florenz sass, habe ich dem Signore prophezeit, dass ich bei der Heimkehr auch wieder weinen würde – nur eben andersrum. Und jetzt sitze ich da und bemühe mich wirklich nicht zu weinen. Wenn Ihr den Post lest, sitze ich wohl schon im Auto in Richtung Schweiz. Bei mir ist das immer so. Ich brauche meine Zeit, bis ich mich angepasst habe und wenn mir das gelungen ist, bin ich traurig, wenn ich gehen muss. Wie ich schon öfters gesagt habe, sehne ich mich nun auch wahnsinnig danach sesshaft zu werden und irgendwo ein richtiges Zuhause zu haben. Aber eben, bis es so weit ist, wird eifrig weiter durch die Welt getingelt…
So, nun schicke ich Euch zum letzten Mal liebe Grüsse aus dem Süden und wünsche Euch einen schönen, besinnlichen 4. Advent!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Scrivimi – Grüsse aus dem Florentiner Paradies einer Schweizerin…

Scrivimi – Grüsse aus dem Florentiner Paradies einer Schweizerin…

Wieder einmal habe ich einen Schatz gefunden. Also eigentlich ist das schon eine Weile her. Irgendwann im Juli war es, als ich zum ersten  Mal in eine wundervolle Cartoleria mit dem klangvollen Namen Scrivimi – zu Deutsch „schreibe mir“ – zu Besuch war.
Ich wurde dort von einem sehr freundlichen Herrn bedient, der zu meinem grossen Erstaunen plötzlich fragte, aus welcher Gegend der Schweiz ich denn kommen würde. Dazu muss ich kurz etwas erklären: Die meisten Italiener (wohl nicht nur die, sondern auch viele andere Menschen, die nicht Deutsch sprechen) sind sich nicht bewusst, dass Schweizerdeutsch und Hochdeutsch unterschiedlich klingen. Wenn ein Italiener erkennt, dass jemand Deutsch als Muttersprache hat, ist das schon viel. Ich werde normalerweise für eine Spanierin oder Napolitanerin gehalten – offenbar ist für die Florentiner alles, was schon irgendwie Italienisch, aber trotzdem komisch klingt, aus Napoli. Ich hielt das in meinem Fall immer für eine Beleidigung, bis ich kürzlich sogar von einer Napolitanerin gefragt wurde, ob ich aus der Gegend um Napoli stammen würde.Zurück zu meiner Geschichte. Jedenfalls wurde ich dann eben von diesem Herrn gefragt, von wo aus der Schweiz ich kommen würde. Ich sagte es ihm und fragte dann im Gegenzug, warum er meine Herkunft erraten habe. Er sei mit einer Schweizerin verheiratet und ich solle sie doch einmal in der Cartoleria besuchen kommen, erwiderte er.

Weil die besagte Schweizerin den Sommer mit ihrem Kleinen in der wesentlich kühleren Schweiz verbrachte, hat sich das Treffen dann leider irgendwie verzögert. Nun ärgere ich mich unglaublich darüber, denn als ich Sheena zum ersten Mal in ihrer Cartoleria besucht habe, ist der Funke sofort gesprungen. Sie hat mich so herzlich und liebenswürdig empfangen und ich fühlte mich bei ihr sofort wohl und willkommen.
Zusammen mit ihrem Mann hat sie sich vor sechs Jahren den Traum einer eigenen Cartoleria erfüllt. Das war ein sehr mutiger Schritt, denn weder Sheena noch ihr Mann sind Italiener. Ihre Familien leben nicht in Florenz und sie mussten alles alleine und ohne fremde Hilfe aufbauen. Und das haben sie einfach wundervoll gemacht. Ich glaube, dass Sheena auch so ein positiver Mensch ist, weil es ihr gelungen ist, sich ihren grossen Traum zu erfüllen. „Das war mit viel Glück und etwas Vitamin B, ohne das in Italien einfach nichts läuft, möglich“, erklärt Sheena. Gerade deshalb sei sie so dankbar, dass sie nun mit der Cartoleria ihre Kreativität ausleben könne. Und das tut sie auch. Sie hat das Geschäft mit viel Liebe eingerichtet und alles, was sie verkauft, wählt sie sorgfältig aus.Mich stellt das dann wiederum vor das grosse Problem, dass ich am liebsten alles kaufen würde – leider hat der
Signore bereits jetzt Panik, dass wir nicht alles in unser Auto bringen, wenn wir in die Schweiz zurückkehren. Aber ein paar Bogen Papier, ein- oder zwei Siegel, Stempel oder Briefbögen und natürlich eine Firenze Schneekugel nehmen ja nicht so arg viel Platz weg;) Sheenas Lieblingsprodukte sind übrigens die Wachssiegel. „Sie erinnern mich an vergangene Zeiten, in denen die Menschen noch Briefe geschrieben haben, diese versiegelt und persönlich abgeliefert wurden“, betont Sheena. Und sie bevorzuge es lokale Handarbeiten zu kaufen.

 

Schaut unbedingt bei Scrivimi an der Piazza del Mercato Centrale vorbei, wenn Ihr mal nach Florenz kommt. Ihr werdet verstehen, warum mir dieser wundervolle Ort so gut gefällt! Weitere Informationen gibt es auch hier auf der Facebook-Seite von Scrivimi.Ich werde mit Sicherheit immer wieder dorthin zurück kehren. Einfach auch, weil es für mich so schön ist, dass ich nun weiss, dass es in Florenz liebe Menschen gibt, die ich besuchen kann. Und ich weiss auch jetzt schon, dass ich schrecklich traurig sein werde, wenn ich mich am Ende dieser Woche verabschieden muss.

Danke Dir liebe Sheena, dass Du mir die letzten Wochen in Italien so versüsst hast! Ich wünsche mir, dass wir uns bald wieder sehen! Und vielen vielen Dank, dass ich Dein wundervolles Reich fotografieren durfte!

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und hoffe, dass Ihr auch immer wieder lieben Menschen begegnet, die Euch einfach gut tun!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Süsses für die Seele…

Süsses für die Seele…

Bisher wurde ich in Florenz ja von Herbstkälte und Nebelblues verschont. Doch mit dem Umstellen der Uhrzeit kam am Wochenende ein eisiger Wind, der das Ende der warmen, goldenen Tage ankündete. Mit dem Wind und der Kälte überkam uns auch ein Hauch Wehmut. Bald schon werden wir Florenz verlassen und was noch viel schlimmer ist, der Signore wird sich einfach so für eine viel zu lange Zeit nach Amerika verabschieden… Meine Mama sagt immer, dass man einen Spaziergang machen soll, wenn man melancholisch sei. Das regeneriere
Körper und Geist. Weil Mama Pinella in der Regel bei solchen Dingen richtig liegt, sind der Signore und ich losgezogen und haben die letzten Sonnenstrahlen bei einem Bummel durch die Stadt genossen.
Ich mag das Spazieren auch deshalb so gerne, weil wir dann Zeit haben miteinander zu plaudern und unsere Gedanken auszutauschen. Der Signore erzählt mir dabei immer viele spannende Dinge. Da er ein richtiger Bücherwurm ist, komme ich dann auch regelmässig in Genuss seiner Buchzusammenfassungen, die zwischenzeitlich sehr ausschweifend sein können…
Jedenfalls hat er mir irgendwo auf dem Weg entlang dem Arno, über den Palazzo Pitti und Giardino Boboli und zurück auf die Piazza Signoria seine neusten Erkenntnisse aus einem Buch über Management erläutert. Der Autor
schreibe im Buch, dass in unserer Gesellschaft viel zu viel Wert auf das Ausbügeln von Schwächen gelegt werde. Eigentlich sei das aber völlig blödsinnig, da man Schwächen oft maximal und nur mit riesigem Aufwand bis zur
Mittelmässigkeit ausbügeln könne. „Man sollte sich also in jedem Lebensbereich auf seine Stärken konzentrieren“, erklärte mir der Signore bei einer Tasse heisser Schokolade im Caffé Rivoire. Denn wenn jeder Mensch in seinen
Begabungen optimal gefördert würde, sei das viel wertvoller, als wenn man immer auf den Schwächen herumprügeln würde. Und so würde man sich auch nicht auf lauter unnötige Dinge konzentrieren, die einem sowieso keine Freude bereiten.
Und als ich da so sass, eine Tasse der besten, dickflüssigsten, süssesten, heissen Schokolade vor mir, konnte ich dem Signore absolut zustimmen. Man stelle sich einmal vor was gewesen wäre, wenn Enrico Rivoire, der 1872 in Florenz ansässig wurde, sich entschieden hätte, anstatt Zuckerbäcker Schuster oder Goldschmied zu werden. Der gute Mann hätte allenfalls mittelmässiges Schuhwerk oder minderwertigen Schmuck fabriziert und ich hätte gut 150 Jahre später nicht an einem kalten Herbsttag im Caffé Rivoire sitzen und die hausgemachte Schokolade aus perfekt gerösteten Kakaobohnen trinken können.
Da ich nach der Zauberschokolade aus dem Rivoire wieder glücklich und voller Ideen war, entschied ich mich noch einen drauf zu legen und Apfel-Cookies mit Zimt, Kardamom, Nelken und Vanille zu backen. Denn was
streichelt die Seele mehr als diese süssen weihnachtlichen Gewürze. Na ja vielleicht die Musik von Ella und Louis oder Dolly Parton – ja Ihr habt richtig gelesen. Ich mag Country sehr. Den Signore macht das gar nicht glücklich, aber Dolly ist ihm wohl immer noch lieber, als wenn ich Michael Bublé auflege. Dolly singt übrigens einen Song, in dem sie in den ersten Liedzeilen genau den lieben Signore beschreibt. Hier könnt ihr ihn hören;)
Und hier das Rezept für die absolut glücklich machenden Apfel-Cookies:
Zutaten: 50 Gramm weiche Butter, 100 Gramm Rohrzucker, 1 Messerspitze Backpulver, 200 Gramm Mehl,100 Gramm feine Haferflocken, 1 Prise Salz, 1 gehäufter Esslöffel Sesam, 3 Esslöffel gehmalene Haselnüsse, je eine
Messerspitze gemahlene Vanille, Zimt, Kardamom und Nelken, 3 Esslöffel Milch und ein klein geschnittener Apfel.
Alle Zutaten gut miteinander zu einem homogenen Teig vermischen, einzelne Kugeln formen, diese auf dem Kuchenblech etwas platt drücken und das Ganze 20 Minuten bei 180 Grad backen. Ich mag es, wenn die Cookies im Kern noch etwas feucht und aussen herum schön knusprig sind.
Ich mache mich nun wieder ans Vorbereiten einer ganz besonderen Sache, auf die ich mich riesig freue. Bald schon kann ich Euch mehr darüber berichten. Und da der Signore bei der Arbeit ist, kann ich gemütlich
Dolly dazu hören, lautstark mitsingen und die restlichen Cookies ganz alleine verdrücken;)
Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag und dass Ihr Zeit für die Dinge findet, die Ihr wirklich gerne tut und die Euch glücklich machen!

 

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Vom Zauber von Seelenkuchen, Seidenpapierrosen und buntem Geschirr…

Vom Zauber von Seelenkuchen, Seidenpapierrosen und buntem Geschirr…

Meine älteste Schwester, also die Mama der kleinen Signorina mit der Schultüte (siehe hier), hat mir ein Buch zum Lesen gegeben, in dem eine Frau Seelenkuchen backt. Das heisst, sie backt für verschiedene Stimmungen und Gefühle verschiedene Kuchen. Ich fand das eine schöne Idee und dachte darüber nach, welcher Kuchen mich immer wieder glücklich macht und mir ein Gefühl von Heimat und Wohlbefinden beschert. Für mich ist es ein Kokos-Schokoladen-Kaffee-Blechkuchen, den die Mama Pinella immer gebacken hat. Doch bevor ich Euch das Rezept verrate, möchte ich Euch einmal mehr an einen schönen Ort in Florenz entführen und Euch erzählen, wie ich auch an trüben Tagen Farbe in mein Leben zaubere.
Schon kurz nach unserer Ankunft in Florenz habe ich den Rice-Shop an der Via della Condotta 25R entdeckt. Es ist eine kleine Welt, die mich mit ihrer kunterbunten Geschirrauswahl immer wieder glücklich und fröhlich stimmt. Die Melamin-Produkte von Rice sind ja auch sonst an vielen Orten erhältlich. Mir gefällt es, dass in diesem Shop die Produkte so hübsch präsentiert werden und dass es auch noch verschiedene kleine Trouvaillen von anderen Marken gibt. Also zieht es mich immer wieder dorthin.
Ich decke auch sehr gerne den Tisch mit Rice-Geschirr. Und weil es ohnehin schon so bunt ist, bastle ich jeweils noch Papierblumen dazu, die ich dann auf dem Tisch verteile. Dazu lege ich mindestens acht Lagen Seidenpapier aufeinander, schneide sie in Blütenform zu, lege die einzelnen Blätter neu aufeinander, damit die Blütenblätter schön verteilt sind und hefte sie dann mit einem Tacker zusammen. Danach zupfe ich die einzelnen Papiere auseinander und drücke sie ein bisschen zusammen und schon habe ich eine hübsche Deko.
Wenn der Tisch schön gedeckt ist, gehört dann eben noch mein persönlicher „Ichfühlemichzuhause“-Seelenkuchen dazu. Das Rezept ist wirklich simpel.
Zutaten Boden
3 Eier, 3 Tassen Zucker, 4,5 Tassen Mehr, 3 kleine Löffel Backpulver, 1,5 Tassen Wasser, 3 Esslöffel Kakaopulver, 3 kleine Löffel Vanillezucker und 225 Gramm geschmolzene Margarine.
Zuerst werden die Eier, der Zucker und die Margarine zusammen schaumig geschlagen. Danach werden die Milch und das Mehl mit der Masse verrührt, dann kommen die restlichen Zutaten dazu und die ganze Masse wird nochmals kräftig gehrührt. Nun wird die Masse auf einem Kuchenblech, das mit Blechreinpapier ausgelegt wurde, verteilt und etwa 25 bis 30 Minuten bei 180 Grad auf mittlerer Stufe gebacken.
Der Kuchen ist aber nicht nur wegen der Schokolade, sondern besonders auch wegen dem Belag aus Kokosflocken und Kaffee sooooo lecker.
Zutaten Belag
250 Gramm Kokosflocken, 100 Gramm Puderzucker, 150 Gramm geschmolzene Margarine und einen schön starken Espresso. Alles wird zusammen verrührt und auf dem Boden verteilt, bevor dieser ausgekühlt ist.
Und das wäre mein „Ichfühlemichzuhause“-Seelenkuchen. Das Rezept für den „100Prozentsignorapinella“-Kuchen gibt es übrigens hier.
Wenn ich es mir beim Kuchenessen so richtig gemütlich machen will, schaue ich mir dazu noch ein schönes Wohnbuch an. Besonders angetan hat es mir im Moment das Buch „Happy Home -Everyday Magic for a Colourful Life“, das in Zusammenarbeit mit Rice entstanden ist und zeigt, dass sich buntes und stilvolles Wohnen nicht per se ausschliessen müssen. Und weil ich einen Schritt in diese Richtung machen möchte, habe ich mir auch noch gleich eine wunderkitschige Abwaschbürste von Rice in rosa und gold gekauft. Vielleicht macht jetzt dann das tägliche Abwaschen auch mehr Freude;) Ich hoffe es!
So, nun wünsche Ich Euch einen schönen und kunterbunten Tag! Eine Frage habe ich zwar noch: Habt Ihr auch einen Seelenkuchen oder einfach einen Kuchen für besondere Gelegenheiten, der Euch immer wieder glücklich macht?
Liebe Grüsse aus dem Süden,
Eure Signora Pinella