Zurück nach Italien – auf nach Tirano…

Zurück nach Italien – auf nach Tirano…

Cucina italiana

Am Wochenende sind der Signore und ich einfach so ins Engadin und nach Tirano in Italien abgehauen. Wir hatten mal wieder ein bisschen Abstand nötig und es war wundervoll Zeit miteinander zu verbringen,
ohne Verpflichtungen oder Termine zu haben. Der Signore sagte schon lange, dass er endlich wieder nach Italien möchte, weil ihm das Land so fehlt. Obwohl Tirano nur ein Katzensprung vom Engadin, wo wir übernachtet haben, entfernt ist, versprüht das hübsche Städtchen schon eine gehörige Portion Italianita.
Tirano ist sicher nicht der richtige Ort für grosse Shoppingtouren, aber er ist wundervoll zum Entspannen, Bummeln und Geniessen. Und es gibt alte Palazzi aus der ehemaligen Bündnerherrschaft und wirklich gute Weine zu entdecken (hier findet Ihr einige nützliche Informationen dazu).
Bereits als Kind war ich mehrmals in Tirano. Das letzte Mal im Klassenlager in der neunten Klasse – es scheint mir, dass das Lichtjahre her ist. Ich weiss noch, dass der Tag schrecklich verregnet und es unser einziges Ziel war, eine günstige Pizzeria in Bahnhofsnähe zu finden. Es ist schon unglaublich, wie man sich mit den Jahren so verändert… Heute weiss ich solche Orte definitiv besser zu schätzen;)
Zufälligerweise fanden wir in einem Hinterhof das Restaurant „Vineria“ (hier geht’s zur Internetseite). Dort assen wir toskanische Brotsuppe, unglaublich gute Pizzoccheri und einen Schaum aus Creme brulé, der mit einer herrlichen Zuckerkruste überzogen war.
Ich war zuerst etwas skeptisch, da das Restaurant nicht ganz so ordentlich wirkte. Überall standen leere Flaschen herum und alles schien etwas heruntergekommen. Als dann das Essen auf dem Tisch stand, waren wir sehr positiv überrascht. Es hat sich also ausbezahlt Vorurteile abzulegen.
Ich will jetzt unbedingt selber versuchen so leckere Pizzoccheri zu kochen. Bis ich herausgefunden habe, wie das geht, findet Ihr hier ein gutes Rezept. Wenn Ihr noch bessere Rezepte dafür kennt, freut es mich sehr, wenn Ihr sie mir in die Kommentare schreibt.
Wir fuhren übrigens vom Engadin mit dem Auto über den Berninapass nach Tirano. Das Städtchen ist von da aus aber auch sehr gut mit dem Zug zu erreichen.
Einmal mehr habe ich festgestellt, dass es nichts Besseres für Körper und Seele gibt, als das gewohnte Umfeld zu verlassen und sich einen anderen Wind um die Nase wehen zu lassen. Manchmal reicht auch schon ein Ausflug in eine andere Stadt oder ein Spaziergang am See. Einfach ein bisschen über den Tellerrand blicken – vielleicht auch nur virtuell. Daher hoffe ich, dass Ihr den Ausflug nach Tirano genossen habt und dass Ihr selber auch bald einmal dorthin reisen könnt!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Pinella Spinella und die Cannoli…

Pinella Spinella und die Cannoli…

Cucina italiana

Im Berner Oberland, dem schönsten Ort der Welt, wo ich zufälligerweise auch geboren wurde und aufgewachsen bin, wird eine etwas verrückte Person unter anderem auch Spinello genannt (ich kenne den Begriff durch die liebe Signora Rossi – wer das ist, erfährt Ihr hier). Spinello bedeutet, dass jemand etwas durchgeknallt ist oder eben spinnt. Diese Bezeichnung passt in mehrerer Hinsicht gut zu mir (und das nicht nur, weil ich in Tat und Wahrheit spinnen kann – also nicht nur im Kopf, sondern so richtig mit Wolle, Flachs und Spinnrad). Ich bin durchaus auch immer wieder etwas eine Spinella. Denn während ich letztes Jahr, als wir in Florenz gewohnt haben, immer wieder über Heimweh geklagt habe, plagt mich nun die Sehnsucht nach Italien. Vor allem die Lebensweise und die Cucina Italiana mit ihren leckeren Zutaten fehlen mir einfach.
Es ist erstaunlich, wie viele kleine oder auch grössere Dinge und Gewohnheiten aus Italien sich in unserem Alltag fest eingebürgert haben. Man bringt vielleicht Signore und Signora Pinella aus Italien heraus, nicht aber ein kleines Stückchen Italien aus Signore und Signora.Das geht so weit, dass wir wirklich nur noch guten, starken Espresso (ganz selten vielleicht einmal einen Cappuccino) trinken. Er muss nicht nur sehr gut sein, sondern darf eine herkömmliche Espressotasse auch nicht mehr als bis etwas über die Hälfte füllen (mehr über die italienische Kaffeekultur habe ich übrigens hier geschrieben und hier habe ich Euch unsere Kaffeemaschine vorgestellt). Das geht so weit, dass wir lieber gar keinen Kaffee haben, als irgendwas so Schreckliches wie beispielsweise eine Instandbrühe…

Wir haben seit dem Jahr in Florenz etwas Probleme die Regeln bei Fussgängerstreifen zu beachten. Man kann ja gut auch noch bei Rot laufen – also in Italien geht das, wenn man schnell genug ist;) Und es wird gehupt beim Autofahren. Jederzeit. Ohne geht gar nichts mehr! Und wir tun uns unglaublich schwer mit der der Genauigkeit der Schweizer. Oder besser gesagt der gegenseitigen Kontrolle.Letzthin wurden wir angeschnauzt, weil wir zur falschen Zeit Glas entsorgen wollten. Wohlgemerkt, wir konnten nicht einmal aus dem Auto aussteigen und wurden schon von einem übereifrigen Anwohnerzusammen gestaucht. Es blieb gar keine Zeit das Schild zu lesen, auf dem stand, wann man Glas entsorgen darf. In Florenz wurde am Sonntag sogar gehandwerkert und es wäre niemandem in den Sinn gekommen, Zeiten für die Glasentsorgung
vorzugeben.

Ich sage nicht, dass in Italien alles besser ist. Wer sich beispielsweise die Wirtschaftslage, die hohe Arbeitslosenquote (besonders bei jungen Menschen) und die politischen Probleme in diesem wundervollen Land
anschaut weiss, dass viele Dinge alles andere als rosig sind. Trotzdem vermisse ich Italien immer wieder.
Und wenn ich nicht nach Italien fahren kann – das mache ich übrigens nächste Woche endlich wieder – dann fülle ich für den Signore und mich ein paar Cannoli und serviere dazu guten Kaffee. Cannoli sind frittierte, gefüllte Teigröhren. Obwohl ich eine Friteuse besitze, traue ich mir noch nicht zu, die Cannoli selber herzustellen.
Solltet Ihr sie aber einmal per Zufall schon fertig frittierte Teigröhren finden, dann ist es eine besonders leckere Variante, wenn Ihr 200g Ricotta mit 2 Esslöffeln Puderzucker, der Schale einer halben Bio-Orange, einem
Esslöffel Orangensaft und einer Messerspitze Vanilleextrakt vermischt, diese Creme in einen Spritzbeutel gebt und damit die Cannoli füllt. Vor dem Servieren werden sie mindestens eine Stunde in den Kühlschrank gestellt und danach noch mit Puderzucker bestäubt.Ruckzuck habt Ihr den perfekten, erfrischenden, italienischen Nachtisch (in Italien gibt es natürlich noch viel exklusivere Varianten davon – aber für den Einstieg geht meine einfache auch). Denn alle, die nicht komplett pazzi (verrückt auf Italienisch) oder eben Spinellos sind, werden dieses Dessert lieben.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und ein erholsames Wochenende! Und seid ruhig einmal etwas verrückt – manchmal tut das ganz gut!
Herzlichst, Eure (S)Pinella;)

Venezianische Opulenz 1. Teil…

Venezianische Opulenz 1. Teil…

Cucina italiana

Es war einmal vor langer Zeit… So beginnen doch in der Regel alte Märchen und Geschichten. Noch nicht vor allzu langer Zeit und doch schon vor einer Weile hat mich der Signore in einer besonderen Mission an einen wundervollen Ort entführt. Das war sogar noch vor unserem Jahr in Italien und als wir noch gar nicht wussten, dass wir einmal dort leben werden.
Der Signore ist einfach so mit mir in den Zug gestiegen, ohne dass ich wusste, wohin es geht und ein paar Stunden später waren wir in Venedig. Die Tage, die wir dort verbrachten, waren einfach wundervoll und besonders seit der Signore für drei Monate verreist ist, denke ich viel an die goldene Zeit dort zurück. Keine andere Stadt in Italien habe ich bisher als so opulent und gleichzeitig verspielt und geschichtsträchtig und einfach als sehr, sehr schön
empfunden wie Venedig. Das hat wohl auch damit zu tun, dass der Signore mich dorthin entführt hat, um die Fragen aller Fragen zu stellen…
Jedenfalls verbinde ich seither Eleganz, Kultur und Kunst mit Venedig und träume davon, so bald wie möglich wieder dorthin zu reisen. Das Problem ist nur, dass sich der Signore standhaft weigert, Venedig während der Touristensaison zu besuchen. Das heisst, dass wir nur ein einziges, kleines Zeitfenster für einen Besuch irgendwo zwischen November und Anfang Januar haben. Denn dann geht es schon wieder los mit den Touristen, die für den
Karneval anreisen. Der Signore meint eben, dass es meine ganze Venedig-Liebe zerstören würde, wenn ich die Stadt voller Touristen erleben würde. Wir sind damals Anfang November nach Venedig gereist. Diese Zeit war perfekt. Während es in der Schweiz schon Schnee hatte, war es in Venedig angenehm warm und die Stadt war ruhig und es hatte praktisch keine Touristen – natürlich bis auf den Signore und mich und ein paar weiteren Romantikern, die sich aber alle problemlos in den verwinkelten Gassen und auf Booten und Gondeln verteilten;)
Wegen meiner Schwärmerei für Venedig habe ich mich auch besonders gefreut, als ich das Buch „Celebrate in Venice“ von Csaba dalla Zorza gefunden habe. Zuvor hatte ich mir bereits ein Kochbuch von ihr über die Florentiner-Küche gekauft, das ich Euch dann unbedingt auch noch zeigen will. Csaba dalla Zorza ist in Italien eine bekannte Kochbuchautorin und Foodbloggerin. Im Buch über Venedig zelebriert sie die venezianische Opulenz und wundervolles Essen. Leider habe ich es bisher nur auf Italienisch und nicht in Deutsch oder Englisch
gefunden – aber alleine der Bilder wegen lohnt es sich das Buch zu kaufen. Hier könnt ihr einen Blick hinein werfen.
Und damit Ihr auch noch einen kulinarischen Gruss aus Italien  habt, verrate ich Euch heute mein ganz persönliches Tiramisu-Rezept. Eigentlich müsste ich den Signore etwas zum Thema Tiramisu schreiben lassen. Denn er bestellte jetzt ein Jahr lang jedes Mal, wenn wir in einem Restaurant gegessen haben, zu Studienzwecken ein Tiramisu;) Da er sich aber eher aufs Essen und nicht auf die Produktion spezialisiert hat, zeige ich Euch nun mein Tiramisu.
 
Zubereitung: Mascarpone und Eigelb zusammen schaumig schlagen und den Zucker beigeben. Danach das Eiweiss steif rühren und unter die Masse ziehen. Die Löffelbiskuite in grobe Stücke zerkleinern und in zwei Gläser
füllen. Den Kaffee mit dem Schnaps mischen und die Biskuite damit tränken. Die Gläser mit der Mascarponemasse füllen und etwas Kakaopulver darüber stäuben. Die Gläser vor dem Servieren mindestens eine Stunde kühl stellen.
Zutaten für 2 Portionen: 100 Gramm Mascarpone, 1 Ei, 2 Esslöffel Zucker, 1 kleine Tasse Kaffee, 2 Esslöffel Amaretto oder für die süssere Variante Beerenlikör, vier Löffelbiskuit, Kakaopulver.
Und hier habe ich noch die Werbung für das Parfum „Venezia“ von Laura Biagiotti für Euch. Der Duft ist mir zwar zu opulent (dafür riecht er aber auch, wie für mich ein richtiges, italienisches Parfüm riechen muss – wer das mag, sollte sich den Duft unbedingt zulegen), aber die Werbung ist wundervoll. Sie zeigt genau „meinen“ Venedig-Traum. Die Musik dazu ist übrigens das Presto aus dem Sommer aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Dazu werde ich im
zweiten Teil über Venedig noch mehr schreiben – was wäre diese wundervolle Stadt ohne Vivaldi…
Ich möchte mich auch einmal wieder herzlich für alle Euren lieben Kommentare und E-Mails bedanken! Ich freue mich immer riesig darüber!
Nun wünsche ich Euch einen schönen und erholsamen Abend voller Venedig- oder zumindest Tiramisu-Träume;)!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Arrivederci Firenze und ein Risotto alle mele alla Signora Pinella…

Arrivederci Firenze und ein Risotto alle mele alla Signora Pinella…

Cucina italiana

Obwohl ich ja jetzt ein ganzes Jahr lang in Italien gelebt und viel über la cucina italiana geschrieben habe, habe ich noch nie ein Risotto-Rezept gepostet. Der Signore und ich essen zwar gefühlt jeden zweiten Tag Risotto, einfach weil wir das so gerne mögen, aber für den Blog hielt ich das nie als spektakulär genug.
Nun hatte ich kürzlich bei einem Abendessen die Eingebung für ein besonderes Risotto. Und zwar wollte ich unseren Gastgebern erklären, dass ein Markthändler Kathrin von www.kuisine.ch und mir erklärt hat, dass man Risotto mit Honig „Miele“ verfeinern solle. Statt Miele sagte ich aber „Mele“ – das bedeutet Apfel. Unsere Gastgeber waren dann ganz aus dem Häuschen und meinten, dass Äpfel nun gar nicht in ein Risotto passen würden. So kam es, wie es immer kommt, wenn man mir sagt, dass etwas gar nicht geht. Ich habe natürlich ein Risotto mit Äpfeln gekocht. Und war super stolz auf meine neue Menü-Kreation, bis mir dann einfiel, dass die liebe Signora Rossi (wer das ist, habe ich hier geschrieben) mir bereits beim ersten Mal, als sie mich zum Essen eingeladen hat, ein Apfel-Risotto serviert hat.
Als ich mein Apfel-Risotto gekocht habe, wusste ich das aber noch nicht. Und so kann ich Euch heute trotzdem eine Neukreation präsentieren.
Hier nun also das Rezept für ein Risotto alle mele alla Signora Pinella:
Zutaten für 2 grosse Portionen: Olivenöl, 2 Frühlingszwiebeln, 2 Tassen Risottoreis, 5 Tassen vegetabile Bouillon, 1 dl Rahm, 2 grosse, rote Äpfel (rot für die Farbtupfer), Salz, Pfeffer und evt. etwas getrocknete Kräuter, 1 Esslöffel Honig und mindestens 4 Tranchen dünn geschnittener Bratspeck.
Zubereitung: Zuerst werden die Zwiebeln klein geschnitten und im Olivenöl angedünstet, dann das Reis zugeben und das Ganze weiter dünsten, bis das Reis glasig aussieht. Mit der Bouillon ablöschen und mindestens 20 Minuten köcheln lassen. Den Rahm und kurz vor Ende der Kochzeit die klein geschnittenen Äpfel dazu geben. Nochmal kurz aufkochen, mit Kräutern, Salz und Pfeffer und dem Honig abschmecken und alles zusammen mit dem Speck, der kurz angebraten wurde, und ein paar Apfelschnitzen anrichten.
Und weil dies mein letzter richtiger Post ist, den ich auch von Florenz aus schreibe, habe ich noch ein paar Bilder für Euch, die ich kürzlich auf der Piazzale Michelangelo gemacht habe. Über die habe ich ja auch meinen allerersten Blogeintrag geschrieben. Und keine Angst, es kommen noch mehr Posts aus Italien, weil ich einfach noch nicht dazu gekommen bin, Euch alles zu zeigen, was ich Euch noch so zeigen wollte.
Obwohl ich mich darauf freue, nun wieder in die Schweiz zurück zu kehren, wird mir Italien doch irgendwie fehlen. Als ich vor einem Jahr heulend im Auto in Richtung Florenz sass, habe ich dem Signore prophezeit, dass ich bei der Heimkehr auch wieder weinen würde – nur eben andersrum. Und jetzt sitze ich da und bemühe mich wirklich nicht zu weinen. Wenn Ihr den Post lest, sitze ich wohl schon im Auto in Richtung Schweiz. Bei mir ist das immer so. Ich brauche meine Zeit, bis ich mich angepasst habe und wenn mir das gelungen ist, bin ich traurig, wenn ich gehen muss. Wie ich schon öfters gesagt habe, sehne ich mich nun auch wahnsinnig danach sesshaft zu werden und irgendwo ein richtiges Zuhause zu haben. Aber eben, bis es so weit ist, wird eifrig weiter durch die Welt getingelt…
So, nun schicke ich Euch zum letzten Mal liebe Grüsse aus dem Süden und wünsche Euch einen schönen, besinnlichen 4. Advent!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Eine richtige Ribollita als Dankeschön…

Eine richtige Ribollita als Dankeschön…

Cucina italiana

Mögt Ihr die Stille am Sonntagmorgen auch so sehr wie ich? Alles ist ruhig hier, der Signore schweift noch durchs Traumland und sogar unsere lauten, italienischen Nachbarn geben keinen Mucks von sich – das ändert sich dann, wenn sie um zehn den Fernseher anstellen, um die Messe zu sehen. Jedenfalls habe ich nun wunderbar Zeit, um Euch endlich das Rezept für die „richtige“ Ribollita zu verraten. Denn diese Suppe ist die absolut perfekte Mahlzeit für kalte Novembertage.
Ich habe Euch ja bereits im Post über die orientalische Ribollita (hier geht’s zum Rezept) erzählt, dass ich diese Suppeneintöpfe mit den warmen Küchen und der ländlichen Atmosphäre der Toskana verbinde. Daher zeige ich Euch auch noch einige Bilder vom Weingut Le Filigare, über das ich hier und hier bereits geschrieben habe. So ist für mich die richtige Toskana, die mir in diesem Jahr in Italien sehr ans Herz gewachsen ist. Je näher der Abschied kommt und je mehr ich über alle die Dinge, die ich gesehen und erlebt habe, nachdenke, umso mehr realisiere ich, wie sehr mich die Zeit hier verändert hat. Es war bei Weitem nicht immer alles Frieden, Freude, Eierkuchen oder Dolce Vita. Oft kostete es mich einiges an Überwindung und auch Disziplin den Alltag in einem Land, das mir am Anfang noch sehr fremd war, zu bewältigen.
Gerade durch den Blog, als ich begonnen habe bewusst nach den schönen Dingen zu suchen, damit ich sie Euch zeigen kann, habe ich immer mehr das Schöne und Liebenswerte an Italien und den Menschen hier zu entdecken begonnen. Es ist eben immer eine Frage des Fokus. Sobald ich Negativität und Pessimismus abgelegt habe, hat sich mein Herz für Italien geöffnet. Mich freut es auch immer sehr, dass Ihr liebe Leserinnen und Leser mir so liebe Rückmeldungen zu meinen Posts gebt. Ihr glaubt gar nicht, was das einem bedeutet, wenn man den ganzen Tag alleine Zuhause im Büro sitzt und sich sonst mit niemandem austauschen kann.
Zum Dank hier nun das Rezept für die wundervolle (wenn man den Käse weg lässt komplett vegane) Ribollita.
Zutaten: 200 g weisse Bohnen, 100 Gramm Kichererbsen, 1 Zwiebel, 1 Karotte, 1 Stangensellerie, 1 grosse Kartoffel, 3 Esslöffel Tomatenpüree, 500 g Weisskohl, 5 Stücke Weissbrot, 100 Gramm geriebener Käse und 1 Liter Gemüse-Bouillon.
Zubereitung: Ich bereite die Ribollita gerne mit getrockneten Bohnen und Erbsen zu. Diese müssen aber über Nacht eingeweicht werden. Ihr könnt auch welche aus dem Glas verwenden, wenn Ihr nicht die Zeit habt, selber Kichererbsen und weisse Bohnen einzulegen. Diese werden dann zusammen mit allem, kleingeschnittenen Gemüse in Olivenöl angedünstet und mit der Gemüse-Bouillon abgelöscht. Danach noch das Tomatenpüree, etwas Salz und Pfeffer zugeben und alles für mindestens eine Stunde köcheln lassen. Das Besondere an der Ribollita ist ja, dass es keine Suppe, sondern eher ein Mus ist und dass man das Gemüse wirklich verkochen lässt. Wenn die Suppe diesen Zustand erreicht hat, wird das Brot in kleine Stücke geschnitten und darunter gemischt. Vor dem Servieren noch etwas Käse darunter ziehen und schon ist das Gericht fertig. Mir persönlich schmeckt die Ribollita am zweiten Tag, wenn sie nochmals aufgewärmt wurde (Ribollita bedeutet auch die Wiedergekochte) am besten.
Nun wünsche Ich Euch einen schönen und erholsamen Sonntag!
Herzlichst, Eure Signora Pinella