Unterwegs in Verona…

Unterwegs in Verona…

Kurz vor Weihnachten zog es den Signore und mich nochmals nach Italien. Wir haben das Land sehr vermisst. Weil wir doch sehr müde waren, begann die Reise mit ein paar Tagen Wellness am Gardasee. Danach ging es weiter nach Verona. Und ja, ich habe das Haus der Julia fotografiert und auch noch einige andere schöne Dinge gefunden. Heute möchte ich Euch aber die Stadt zuerst als Gesamtes kurz vorstellen.
Verona ist nicht besonders gross. Es reichen schon ein oder zwei Nächte, um einen guten Eindruck von der Stadt zu erhalten. Wir haben die Stadt daher auch ausschliesslich zu Fuss erkundet (so kompensieren wir jeweils das gute Essen;). Wenn Ihr die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abklappern wollt, startet Ihr am besten bei der grossen, berühmten Arena, in der jeweils im Juni, Juli und August Konzerte und besonders Opernaufführungen stattfinden.
Ich fühle mich in römischen Arenen nie so wirklich wohl, weil ich immer daran denken muss, wie viele Menschen und Tiere dort ihr Leben gelassen haben. Deshalb zog es mich dann schnell weiter zur Via Mazzini. Diese Einkaufsstrasse führt direkt von der Arena bis zur Piazza delle Herbe und zum Haus der Julia (aber darüber berichte ich Euch ein anderes Mal mehr).
Von der Piazza delle Herbe, wo es im Moment einen hübschen Weihnachtsmarkt gibt, zog es uns weiter in Richtung Dom und von dort aus über die Ponte Pietra hinauf zum Castel San Pietro, wo man einen wundervollen Blick über die Stadt hat. Wer dann noch etwas Zeit übrig hat, sollte unbedingt zurück in die Altstadt laufen und dort auf Trouvaillen-Suche in den verwinkelten Gassen gehen. Es gibt so viele schöne und einmalige Geschäfte zu entdecken. Eines davon will ich Euch dann später noch genauer vorstellen.
Besonders angetan hat es mir aber auch die Salumeria Albertini, Corso Sant’Anastasia 41.Wenn Ihr gerne gut esst, müsst Ihr dieses Geschäft unbedingt besuchen!!!
Mir gefällt Verona sehr gut, da es den Charme des Südens hat und trotzdem sehr edel ist. Die Stadt lässt die Herzen von Shoppingfans mit Sicherheit höher schlagen. Ich glaube auch, dass wir mit Dezember eine sehr gute Reisezeit gewählt haben. Wegen der vielen Konzerte ist Verona in den Sommermonaten angeblich überfüllt…
Unsere Reise endete natürlich nicht in Verona. Ich werde Euch berichten, wohin es weiterging.
Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und schicke Euch liebe Grüsse aus dem Süden!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Meine Reise zur Schweizer Garde 1.Teil…

Meine Reise zur Schweizer Garde 1.Teil…

Heute nehme ich Euch einmal mehr mit nach Rom. Ich möchte mit Euch die Einblicke teilen, die ich im letzten Sommer in die Arbeit der Schweizer Garde erhielt. Im Auftrag der Agrarzeitung „Der Schweizer Bauer“ war ich nach Rom gereist, um den Gardisten Leo Leimgruber zu interviewen und die Generalaudienz auf dem Petersplatz zu besuchen und zu fotografieren. Für mich bedeutete das ein Eintauchen in eine völlig neue und fremde Welt. Ich bin im tief protestantischen Emmental aufgewachsen, hörte als Kind immer die Geschichten über meine Hugenotten-Vorfahren und kannte daher die Welt des Heiligen Stuhls nur vage. Aber gerade deshalb war es interessant und sehr lehrreich für mich, diese Reise zu machen. Ihr wisst ja, das „Überdentellerrandschauen“ ist mir immer sehr wichtig. Deshalb hier nun der erste Teil meiner Serie über die Schweizer Garde.



Gardist aus Überzeugung

Seit 509 Jahren bewachen die Mitglieder der Schweizergarde in Rom den Papst. Leo Leimgruber ist
einer von ihnen.
 
Irgendwie sind sie sagenumwoben, die Männer, die seit 509 Jahren in Rom Dienst tun. Seit der Gründung der päpstlichen Schweizergarde am 22. Januar im Jahr 1506  bewachen die Schweizergardisten den Papst in Rom und sind mit ihren farbenfrohen Uniformen genauso fester Bestandteil des Vatikans wie der Petersdom und der Papst selbst.
Bedeutungsvoller Dienst
Was es bedeutet, im Dienste des Oberhauptes der katholischen Kirche persönlich zu stehen, wird einem bewusst, wenn man an der Generalaudienz auf dem Petersplatz teilnimmt. Hunderte, wenn nicht gar Tausende Gläubige haben sich auf dem Petersplatz versammelt und warten auf die Ankunft von «Papa Francesco». In der Fahnen schwingenden, kreischenden Menge sind sie bunte Farbtupfer. Mit stoischer Ruhe beobachten sie die Leute, weisen ihnen den Weg zu ihren Plätzen und warten auf den grossen Moment, wenn der Papst auf den Platz gefahren wird.
Dass es so weit ist, merkt man, wenn das Kreischen auf der einen Seite des Platzes noch lauter wird. Wer nur akustisch Zeuge der Szenerie wäre, würde glauben, dass nun ein gefeierter Popstar seinen Auftritt hat.  Auch dann noch, als die ersten Gardisten in dunklen Anzügen dem Gefährt vorauseilen und die Menge anweisen, hinter den Absperrungen zurückzubleiben.
Ruhende Pole
Als dann der Heilige Vater persönlich in Sichtweite kommt, wird das Kreischen immer lauter, und das Gedränge in der Menge nimmt zu. Die Gläubigen strecken dem Papst ihre Geschenke entgegen – oft sind es reich verzierte Kerzen oder Blumen –, und Kinder werden von den in Anzügen gekleideten Gardisten  zum Papst hinaufgehoben, damit er diese küssen und segnen kann. Die ruhenden Pole dazwischen sind und bleiben aber die Gardisten in ihren bunten Uniformen.
Einer von ihnen ist der 22-jährige Forstwart Leo Leimgruber aus dem aargauischen Wölflinswil im Fricktal. Im November 2014 hat er seinen 25-monatigen Dienst bei der Garde angetreten. «Wir sind in den Farben der Medici gekleidet», erklärt der Gardist und blickt sichtlich stolz auf seine Uniform mit den blauen, gelben und roten Streifen. Es war auch ein Papst aus der berühmten Florentiner Medici-Familie, den die Schweizergardisten am 6.Mai 1527 verteidigten.
Mit Leib und Leben
Bei der Plünderung Roms, dem sogenannten Sacco di Roma, fanden 147 der 189 Schweizergardisten den Tod, als sie den Rückzug von Papst Clemens VII. in die Engelsburg ermöglichten. Bis heute wird den gefallenen Schweizern an diesem Tag gedacht, an dem auch die neuen Rekruten vereidigt werden. «In dem Moment, als wir vereidigt wurden, habe ich nicht die Zeit gehabt, viel nachzudenken», gesteht Leo Leimgruber. Er habe sich nur darauf konzentriert, ja nichts falsch zu machen. Was es bedeute, Mitglied der Garde zu werden, darüber habe er sich schon viel früher Gedanken gemacht. «Den Entscheid, der Garde beizutreten, fällte ich bereits als kleiner Junge, als ich mit meiner Grossmutter die Zeremonie zur Einsetzung von Papst Benedikt am Fernsehen mitverfolgt hatte. Sie erklärte mir, dass die Schweizergardisten in Rom leben und den Papst bewachen.» Damals habe er sich vorgestellt, dass sie ein ganzes Leben dort bleiben und mit dem Papst zusammen leben würden.
Zeitlich begrenzt
Heute scheint Leimgruber fast etwas erleichtert, dass es vorerst nur 25 Monate sind. «Vielleicht werde ich meinen Aufenthalt auch noch etwas verlängern. Danach würde ich aber gerne nach Kanada reisen, um mein Englisch zu verbessern.» Seine Entscheidung, der Garde beizutreten, sei nicht von allen Leuten in seinem Umfeld verstanden worden. «Ich habe es bisher nicht bereut. Es war ein Herzensentscheid. Ich leiste meinen Dienst aus Überzeugung.»
Wie Leo Leimgrubers Alltag in der Garde aussieht, was er mit dem Papst persönlich bespricht und wie er Angelina Jolie nicht erkannt hat, erfährt Ihr dann demnächst im zweiten Teil über die Schweizer Garde…
Ich hoffe, dass Euch der Einblick in meine Arbeit gefallen hat. Es ist für mich sehr speziell, diesen anderen Teil von mir mit Euch zu teilen. Dass ich genau diesen Beruf ausüben kann, erfüllt mich mit grosser Dankbarkeit. Denn dadurch komme ich immer wieder mit Menschen und Dingen in Berührung, die ich sonst nie kennen lernen würde und werde dazu angehalten dem Leben und der Welt gegenüber offen zu sein.
Nun wünsche ich Euch einen schönen und gemütlichen Sonntag!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Römische Schuhtherapie…

Römische Schuhtherapie…

Anfang letzter Woche fuhr ich mit der Intention nach Rom ganz seriös eine Recherche für einen Artikel zu machen. Was ich dabei nicht erwartet habe war, dass der Aufenthalt fast therapeutische Züge annehmen würde;) Ich durfte bei der wundervollen Signora Rossi (wer das ist, habe ich hier erklärt) wohnen und das hatte es in sich. Denn nach getaner Arbeit organisierte die liebe Signora Rossi ein herrliches Verwöhnprogramm für mich. Dazu gehörte auch, dass ich meine ersten handgemachten, perfekt auf meine Grösse angepassten Schuhe bekam.

Solltet Ihr einmal nach Rom kommen und etwas Geld übrig haben (ab 70 Euro seid Ihr dabei), dann lasst Euch in dem süssen kleinen Schuhgeschäft an der Via del Piè di Marmo 30 ein paar Sandalen nach Euren Wünschen fabrizieren.

Ich habe den Laden bereits vor über einem Jahr entdeckt. Da im Hause Pinella damals das nötige Kleingeld für solchen Schnick Schnack Mangelware war, habe ich der Versuchung immer widerstanden. Nun war der Sirenengesang der handgefertigten Sandalen aber stärker, ich habe Signora Rossi von meinen Sehnsüchten berichtet und sie meinte, dass dieser Wunsch sofort erfüllt werden müsse. Kaum ausgesprochen hatte sie mich auch schon in das Auto verfrachtet und dahin gefahren.

Die Prozedur lief dann so ab, dass ich zuerst Farbe und Art der Riemchen und dann auch noch die Sohle auswählen durfte. Im Anschluss wurden wir zum Kaffeetrinken geschickt und angewiesen in einer Stunde wieder zu kommen, um die Schuhe abzuholen.
Die Zeit vertrieben wir uns dann mit einem Besuch im Pantheon und einem herrlichen Stück Kuchen an der Piazza Navona.
Beim Abholen musste nur noch die Länge der Riemchen angepasst werden. Das geniale System an diesen Schuhen ist, dass sie perfekt den Gegebenheiten der Füsse entsprechen. Ich habe beispielsweise unglaublich lange Zehen, für die ich früher von meinen Mitschülern übrigens immer gehänselt wurde. Heute mag ich meine langen, dünnen Füsse. Aber eben, Schuhe dafür zu finden ist nicht ganz einfach und bei Sandalen ist oft das Problem, dass die Zehen eben zu lang für die Schuhe sind. Daher ist die Lösung mit den massgeschneiderten Sandalen für mich perfekt und ich habe mich riesig gefreut, als ich den Laden in meinen neuen Schuhen verlassen durfte. Wären Lederschuhe auf den glitschigen Steinen in Rom nicht eine gewisse Herausforderung, wäre ich geradezu geschwebt…;) Ich rutschte dann aber eher. Meiner Freude tat das aber keinen Abbruch.

Zuvor hatte mich die liebe Signora Rossi übrigens bereits zu einer Shopping-Tour in ein wirklich unglaublich schönes Outlet-Center und zur Mani- und Pedicure mitgenommen. Während dem vielen Reisen, Umziehen und Arbeiten in den letzten Monaten hatten meine Füsse und Hände wirklich gelitten und es tat einfach gut, sich einmal wieder rundum verwöhnen zu lassen.

Das Schönste an der Zeit in Rom waren aber die Gespräche mit der lieben Signora Rossi und dass ich einmal wieder direkt mit ihr sprechen konnte. Sonst hören wir uns immer „nur“ über Mail oder WhatsApp oder Telefon. Ich denke sowieso, dass wir Menschen nicht zu viel alleine sein sollten. Wenn ich einmal mit der Eigenbrödlerei angefangen habe, tue ich mich immer schwer, wieder daraus heraus zu finden. Da sind solche Tage ein wahres Wundermittel dagegen.
Daher habe ich heute keine guten Wünsche, sondern eine kleine Anweisung oder einen Tipp für Euch: Sucht Euch eine gute Freundin oder einen guten Freund, trefft Euch mit ihm oder ihr und macht Euch eine gute Zeit. Ich mache das auch und unternehme heute etwas mit meinem allerbesten, liebsten Freund, der nun eine ganze Woche auf mich verzichten musste und den ich schrecklich vermisst habe (Ihr könnt Euch ja wohl denken, dass das kein anderer als der Signore sein kann;).
Herzlichst, Eure Signora Pinella

P.S. Als ich dem Signore meine neuen Schuhe zeigte, meinte der übrigens, dass das doch ganz normale Sandalen seien… Und noch wenn es so wäre: Wo kauft man besser Sandalen ein, als in der Stadt, in der hunderte von Sandalenfilmen gedreht wurden oder spielen? Ich bin überzeugt, dass ich mit meinem neuen Schuhwerk sofort eine Rolle in einer Neuverfilmung von Ben Hur, Gladiator oder Nero hätte ergattern können;)

Pinella Spinella und die Cannoli…

Pinella Spinella und die Cannoli…

Im Berner Oberland, dem schönsten Ort der Welt, wo ich zufälligerweise auch geboren wurde und aufgewachsen bin, wird eine etwas verrückte Person unter anderem auch Spinello genannt (ich kenne den Begriff durch die liebe Signora Rossi – wer das ist, erfährt Ihr hier). Spinello bedeutet, dass jemand etwas durchgeknallt ist oder eben spinnt. Diese Bezeichnung passt in mehrerer Hinsicht gut zu mir (und das nicht nur, weil ich in Tat und Wahrheit spinnen kann – also nicht nur im Kopf, sondern so richtig mit Wolle, Flachs und Spinnrad). Ich bin durchaus auch immer wieder etwas eine Spinella. Denn während ich letztes Jahr, als wir in Florenz gewohnt haben, immer wieder über Heimweh geklagt habe, plagt mich nun die Sehnsucht nach Italien. Vor allem die Lebensweise und die Cucina Italiana mit ihren leckeren Zutaten fehlen mir einfach.
Es ist erstaunlich, wie viele kleine oder auch grössere Dinge und Gewohnheiten aus Italien sich in unserem Alltag fest eingebürgert haben. Man bringt vielleicht Signore und Signora Pinella aus Italien heraus, nicht aber ein kleines Stückchen Italien aus Signore und Signora.Das geht so weit, dass wir wirklich nur noch guten, starken Espresso (ganz selten vielleicht einmal einen Cappuccino) trinken. Er muss nicht nur sehr gut sein, sondern darf eine herkömmliche Espressotasse auch nicht mehr als bis etwas über die Hälfte füllen (mehr über die italienische Kaffeekultur habe ich übrigens hier geschrieben und hier habe ich Euch unsere Kaffeemaschine vorgestellt). Das geht so weit, dass wir lieber gar keinen Kaffee haben, als irgendwas so Schreckliches wie beispielsweise eine Instandbrühe…

Wir haben seit dem Jahr in Florenz etwas Probleme die Regeln bei Fussgängerstreifen zu beachten. Man kann ja gut auch noch bei Rot laufen – also in Italien geht das, wenn man schnell genug ist;) Und es wird gehupt beim Autofahren. Jederzeit. Ohne geht gar nichts mehr! Und wir tun uns unglaublich schwer mit der der Genauigkeit der Schweizer. Oder besser gesagt der gegenseitigen Kontrolle.Letzthin wurden wir angeschnauzt, weil wir zur falschen Zeit Glas entsorgen wollten. Wohlgemerkt, wir konnten nicht einmal aus dem Auto aussteigen und wurden schon von einem übereifrigen Anwohnerzusammen gestaucht. Es blieb gar keine Zeit das Schild zu lesen, auf dem stand, wann man Glas entsorgen darf. In Florenz wurde am Sonntag sogar gehandwerkert und es wäre niemandem in den Sinn gekommen, Zeiten für die Glasentsorgung
vorzugeben.

Ich sage nicht, dass in Italien alles besser ist. Wer sich beispielsweise die Wirtschaftslage, die hohe Arbeitslosenquote (besonders bei jungen Menschen) und die politischen Probleme in diesem wundervollen Land
anschaut weiss, dass viele Dinge alles andere als rosig sind. Trotzdem vermisse ich Italien immer wieder.
Und wenn ich nicht nach Italien fahren kann – das mache ich übrigens nächste Woche endlich wieder – dann fülle ich für den Signore und mich ein paar Cannoli und serviere dazu guten Kaffee. Cannoli sind frittierte, gefüllte Teigröhren. Obwohl ich eine Friteuse besitze, traue ich mir noch nicht zu, die Cannoli selber herzustellen.
Solltet Ihr sie aber einmal per Zufall schon fertig frittierte Teigröhren finden, dann ist es eine besonders leckere Variante, wenn Ihr 200g Ricotta mit 2 Esslöffeln Puderzucker, der Schale einer halben Bio-Orange, einem
Esslöffel Orangensaft und einer Messerspitze Vanilleextrakt vermischt, diese Creme in einen Spritzbeutel gebt und damit die Cannoli füllt. Vor dem Servieren werden sie mindestens eine Stunde in den Kühlschrank gestellt und danach noch mit Puderzucker bestäubt.Ruckzuck habt Ihr den perfekten, erfrischenden, italienischen Nachtisch (in Italien gibt es natürlich noch viel exklusivere Varianten davon – aber für den Einstieg geht meine einfache auch). Denn alle, die nicht komplett pazzi (verrückt auf Italienisch) oder eben Spinellos sind, werden dieses Dessert lieben.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Tag und ein erholsames Wochenende! Und seid ruhig einmal etwas verrückt – manchmal tut das ganz gut!
Herzlichst, Eure (S)Pinella;)

Träume vom Süden und Zitronen-Limetten Cupcakes…

Träume vom Süden und Zitronen-Limetten Cupcakes…

Immer mehr vermisse ich das Land, in dem laut Goethe die Zitronen blühn. Ich hätte nie gedacht, wie sehr mit Italien einmal fehlen würde. Gerade jetzt, wo es auch hier wärmer wird, würde ich gerne einmal wieder in einem Kaffee an der Piazza Santa Croce in Florenz sitzen, die Sonne auf der Piazzale Michelangelo geniessen und über meinen geliebten Mercato Sant‘ Ambrogio (über den habe ich hier geschrieben) schlendern. Dieser Markt mit seinem wundervollen Gemüse und den herrlichen Früchten fehlt mir unglaublich. Denn wenn ich einmal nicht wusste was ich kochen soll, bin ich einfach auf den Mercato gegangen, habe mich inspirieren lassen und schon hatte ich tausende Ideen. Um meiner Sehnsucht etwas Abhilfe zu schaffen, habe ich die Tage richtig leckere Zitronen-Limetten Cupcakes gebacken.
Die Cupcakes linderten nicht nur meine Nostalgia (was das ist, habe ich hier geschrieben – nur ging es damals darum, wie sehr ich die Schweiz vermisse – verkehrte Welt;) nach Italien, sondern erfreuten auch den Signore, der ein grosser Fan von Süssem und insbesondere von so richtig saftigem Gebäck mit Zitronengeschmack ist. Das ist bei uns sowieso eine interessante Sache. Wären da nicht der Signore oder andere dankbare Esser von Süssem, würde ich nur halb so viel backen. Denn ich persönlich ziehe eine deftige Käseplatte oder eine Tüte Chips definitiv jeder Süsspeise vor. Aber eben, bei akuten Sehnsuchtsattacken muss man auch mal eine Ausnahme machen…
Dazu kommt, dass die Frische der Limetten und Zitronen hervorragend zum Frühling passt. Besonders angetan haben es mir auch die Förmchen mit den Schmetterlingen, die ich vor einem Jahr im Kaufhaus Manor ergattert habe. Da sieht man mal wieder, welch schöne Dinge beim Zügeln plötzlich zu Tage kommen, die man vorher total vergessen hatte. Von daher sollten wir eigentlich häufiger umziehen oder zumindest einmal aufräumen;)
Und hier das Rezept für die Zitronen-Limetten-Cupcakes:
Zubereitung: Die Eier und den Weissen- und den Vanillezucker zusammen schaumig schlagen,  dann zuerst die Butter und etwas später noch die restlichen Zutaten dazu geben und alles zu einem schönen, glatten Teig
verrühren. Den Teig mit einem Eisportionierer in die Cupcakeförmchen geben und die Cupcakes 20 Minuten im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen backen. Besonders saftig werden die Cupcakes, wenn man sie direkt nach dem Backen in der Mitte nochmals mit etwas Zitronen und Limettensaft beträufelt.
Für das Topping werden alle Zutaten miteinander verrührt und müssen dann mindestens zwei Stunden im Kühlschrank abkühlen. Ich gebe sie dafür jeweils bereits in den Spritzbeutel, mit dem ich sie später auf die komplett ausgekühlten Cupcakes aufspritze.
 
Zutaten für 12 Cupcakes: 2 Eier, 120g Zucker, 2 Teelöffel Vanillezucker, 75g weiche Butter, 170g Mehl, 1 gestrichener Esslöffel Backpulver, 1 Prise Salz, abgeriebene Schale und Saft von je einer Zitrone und einer Limette.
Topping: 150g Puderzucker, 100g Frischkäse (Philadelphia), ½ Teelöffel Vanilleextrakt, 1 Teelöffel Zitronen oder Limettensaft.
Ich träume jetzt noch etwas vom Süden und wünsche Euch einen wundervollen, erholsamen Sonntag!
Herzlichst, Eure Signora Pinella