Mörderisches Florenz…

von | Mai 5, 2016 | Signora Pinella auf Reisen, Segreto Firenze | 2 Kommentare

Es gibt einen Ort in Florenz, den ich Euch bisher vorenthalten habe: Es ist die Gegend „Oltrarno“ – also der wundervolle Teil der Stadt Florenz auf der anderen Seite des Flusses. Vom Stadtzentrum her erreicht man „Oltrarno“ am schnellsten über die Ponte Vecchio (auch über diese Brücke will ich jetzt dann unbedingt mal noch schreiben). An trüben kalten Wintertagen hat diese Seite von Florenz etwas sehr Mystisches und ganz selten sogar ein bisschen etwas Unheimliches. Deshalb habe ich passend dazu eine Auswahl an Florenz-Krimis und sogar eine wahre Gruselgeschichte für Euch.
Solltet Ihr mal nach Florenz kommen, müsst Ihr Euch unbedingt Zeit für einen Spaziergang auf der anderen Seite des Arnos nehmen. Mich zieht es immer in den Giardino Bobboli. Dieser Park gehört zum Pallazzo Pitti, den sich die Medici Familie bauen liess, weil sie nicht mehr im Palazzo Vecchio wohnen wollten. Auch der Palazzo Pitti ist ein Besuch wert.
Mich begeistern aber besonders die engen Gassen und die alten Häuser „Oltrarno“. Die Stadt hat auf dieser Seite ein anderes Tempo. Auf https://www.firenze-oltrarno.net/deutsch/ findet Ihr viele gute und interessante Informationen zum Stadtteil auf der anderen Seite des Flusses.
Oltrarno muss ich aber auch immer an den Maresciallo Salvatore Guarnaccia aus den Büchern von Magdalen Nabb denken. Das Büro der Carabinieri befindet sich in diesen Krimis direkt beim Palazzo Pitti. Die britische Autorin Nabb hat lange in Florenz gewohnt und ist 2007 auch dort gestorben. 14 Fälle lässt sie den Maresciallo in und rund um Florenz lösen. Ob sein Büro immer noch Oltrarno liegt, das weiss ich nicht sicher. Denn vor einigen Jahren wurde im Norden der Stadt in der Nähe des Industriegebietes ein riesiger Neubau für die Carabinieri errichtet. Ausgebildet werden sie aber
übrigens immer noch in einer Kaserne nahe vom Arno (nicht  Oltrarno, sondern ganz in der Nähe von meinem geliebten Mercato Sant‘ Ambrogio) und jeden Morgen wenn ich in die Sprachschule gegangen bin, kamen mir eine Gruppe junger (das gutaussehend schreibe ich in Klammern, weil der Signore hier mitliest) künftiger Carabinieri beim Morgensport entgegen gejoggt…
Die Zeiten vom Gutaussehen sind bei Guarnaccia definitiv schon eine Weile vorbei. Er hat mit seinem Übergewicht kämpfen und wird deshalb immer wieder von seiner Frau ermahnt, als gebürtiger Sizilianer tut er sich mit den Florentinern etwas schwer, er bezeichnet sich selber als etwas langsam im Kopf und löst seine Fälle trotzdem immer meisterhaft, nicht ohne vorher genügend Spannung zu erzeugen. Die Bücher gibt es nicht nur gedruckt, sondern auch gelesen als Hörbuch. Obwohl Magdalen Nabb Britin ist, hat sie Florenz und seine Lebenswelten sehr gut erfasst und beschrieben. Hier findet Ihr weitere Informationen zur Autorin und ihren Büchern.
In seinem zehnten Fall widmet sich der fiktive Charakter Guarnaccia übrigens einer Mordserie, die sich tatsächlich zwischen den Jahren 1968 und 1985 in Florenz ereignet hat. Da die Geschichte wirklich grausig ist und mir alleine der Name „Das Monster von Florenz“, unter dem der Mörder bekannt wurde, ein Schauer über den Rücken jagt, erspare ich Euch hier die Details. Ihr könnt Sie ein bisschen abgeschwächt bei Magdalena Nabb im Buch „Das Ungeheuer von Florenz“ nachlesen. Solltet Ihr stärkere Nerven haben, kann ich Euch auch das Buch „Die Bestie von Florenz“ von Douglas Preston empfehlen. Dieses Buch soll übrigens laut Wikipedia mit George Clooney in der Hauptrolle verfilmt werden. Ich habe mich auf Nabbs Version beschränkt, während sich der Signore die ganz harten Fakten von Douglas Preston angetan hat. Das ist ja zum Glück freiwillig.
Vielleicht habt Ihr ja gerade an diesem freien, verlängerten Wochenende etwas Zeit zum Lesen? Ich habe mich wieder etwas um die Gestaltung des Blogs gekümmert und die einzelnen Rubriken (Kontakt, Reisen, Inspirationen usw.) mit Bildern versehen, welche die wundervolle Jennifer März (hier geht’s zu ihrer Website) gemacht hat. Sie ist eine unsagbar begabte Fotografin und ein sehr liebenswürdiger Mensch. Solltet Ihr also auf der Suche nach einer wirklich guten Fotografin sein, dann seid Ihr bei ihr an der richtigen Adresse. Sie reist übrigens gerne und viel und ist daher fast überall für Shootings zu haben!
Da dieser Post sonst unendlich lang wird, höre ich jetzt auf. Danke übrigens auch für Eure Rückmeldungen zu meinem letzten Beitrag. Manchmal juckt es mich einfach ehrlich zu sein und zu sagen, was mich bewegt…
Herzlichst, Eure Signora Pinella