Mit Audrey in Rom…

Mit Audrey in Rom…

Mit Audrey in Rom…

Kennt ihr das, dass man sich gewisse Dinge auf eine ganz bestimmte Art vorstellt und dann sind sie irgendwie ganz anders? Mir geht das häufig so, wenn ich in Städte oder an Orte komme, die durch einen Film berühmt wurden. Dann habe ich meine eigene Vorstellung und die entspricht unter Umständen ganz und gar nicht der Darstellung im Film. Rom ist auch so eine Stadt, die in vielen Filmen vorkommt. „La dolce vita“ oder „Eat, Pray, Love“ gehören dazu und dann natürlich die ganzen Historienschinken wie „Gladiator“ oder „Quo Vadis“. Ich bin überzeugt, dass jeder von Euch sein eigenes Rom-Bild hat.
Meine Vorstellung von Rom war immer schon vom Film „Ein Herz und eine Krone“ mit Audrey Hepburn und Gregory Peck geprägt. Im Italienischen heisst der Film übrigens „Vacanze Romane“ und auf Englisch „Roman Holiday“. Als grosser Audrey-Fan sehe ich mir ihre Filme gerne und immer wieder an. Mein liebster Film mit ihr ist „Ein süsser Fratz“, weil er einfach unglaublich witzig und die Musik traumhaft ist – diese wurde übrigens von George Gershwin komponiert. Aber auch „Ein Herz und eine Krone“ ist ein ausgesprochen hübscher Film, da er das Rom der 50-er Jahre zeigt und eine süsse Liebesgeschichte ohne kitschigen Ausgang erzählt. Im internationalen Lexikon des Films wird „A Roman Holiday“ als „Charmante Unterhaltung, die durch leise Ironie und kultivierte Gestaltung
gefällt“ beschrieben. Das trifft es ganz genau.
Im Film geht es darum, dass Kronprinzessin Ann, aus welchem Land sie stammt, wird nicht erwähnt, auf Staatsbesuch in Europa ist und daher auch nach Rom kommt. Sie ist schrecklich gelangweilt von ihrem Leben und will ihm entfliehen. So schleicht sie sich eines Abends aus ihrem Zimmer im Palazzo Barberini davon. Weil ihr aber vorher von ihrem Leibarzt ein Beruhigungsmittel verabreicht wurde, schläft sie auf einer Bank ein. Der Journalist Joe Bradley findet sie, erkennt aber nicht, dass es sich um die Kronprinzessin handelt und nimmt sie aus Mitleid zu sich Nachhause. Als Prinzessin Ann am nächsten Morgen nicht zu einem Pressetermin erscheint, bei dem auch Bradley anwesend ist, dämmert es ihm, wer die schlafende Frau in seinem Zimmer ist. Bradley wittert eine grosse Geschichte und bietet diese seinem Chefredaktor an. Sein Plan ist es Ann Rom zu zeigen und sie dabei von seinem Freund, dem Fotografen Irving Radovich, fotografieren zu lassen. Als Ann erwacht verschweigt sie Bradley aber, wer sie ist und auch er lässt sie darüber im Unklaren, dass er ein Reporter ist. Ann will so schnell wie möglich wieder zurück, verbummelt sich dann aber in der Stadt und lässt sich erst einmal die langen Haare abschneiden. Ein Interessantes Motiv übrigens, da dieser Vorgang auch schön die Wandlung vom kindlichen Prinzesschen zur erwachsenen Frau
symbolisiert.
Bradley trifft Ann dann wieder auf der Spanischen Treppe, wo diese gerade ein Eis isst. Sie lässt sich zur Tour durch Rom überreden und die Stadt zeigen. Dabei kommen sie auf ihrer Vespa unter anderem am Kolosseum und am Bocca della Verità vorbei. Dabei handelt es sich um ein scheibenförmiges Relief, dass sich im Eingang der Kirche Santa Maria in Cosmedin befindet. Der Legende nach wird jedem, der seine Hand in den Mund der Figur steckt und dabei lügt, die Hand abgebissen. Weil Ann und Bradley beide lügen, zögern sie ihre Hand hinein zu stecken. Bradley wagt es dann doch und zieht seine Hand beim Herausziehen in den Jackenärmel zurück, woraufhin Ann erschrickt und ihn umarmt. Nach dem Besuch einer nächtlichen Tanzveranstaltung und einem unfreiwilligen Srpung in den Tiber, kommen sich die Zwei ein zweites Mal näher. Wie der Film dann aber tatsächlich ausgeht, verrate ich hier nicht… Schaut ihn Euch selber an, es lohnt sich! Nur so viel: Offenbar reicht ein einziger Tag aus, um einen Menschen grundlegend zu verändern und reifen zu lassen. Das finde ich eine schöne Vorstellung!
Das heutige Rom entspricht leider so ganz und gar nicht mehr dem Rom aus dem Film. Trotzdem mag ich es, die Stellen aus dem Film zu besuchen und mir vorzustellen, wie es vor über 60 Jahren dort ausgesehen hat. Dass Rom oft nicht besonders paradiesisch ist, hat die liebe Signora Rossi ja bereits in ihrem Rom-Beitrag hier geschrieben. Vielleicht liegt darin aber das Geheimnis zwischen Realität und Fiktion. Auch wenn Rom weit weniger romantisch und verträumt ist als im Film, darf ich es mir jederzeit so schön träumen wie ich will…
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Ein bisschen wie Zuhause oder warum Kräuter und Blumen glücklich machen…

Ein bisschen wie Zuhause oder warum Kräuter und Blumen glücklich machen…

Ein bisschen wie Zuhause oder warum Kräuter und Blumen glücklich machen…

Jeden Donnerstagmorgen findet in Florenz auf der Piazza della Repubblicca ein Blumen- und Kräutermarkt statt. Wann immer möglich gehe ich dann auch dahin und kaufe einen Strauss frischer Blumen und bei Bedarf ein paar neue Küchenkräuter. Denn obwohl ich meine Kräuter liebevoll pflege, ist es für sie im Moment wohl einfach zu heiss und sie verdorren mir regelmässig. Kräuter sind für mich ein essentieller Bestandteil in der Küche. Eine Küche ohne frische oder zumindest getrocknete Kräuter geht gar nicht.
Ich sage meinem lieben Marito immer wieder, dass ich davon träume an unserem nächsten Wohnort endlich ein en kleinen Kräutergarten oder zumindest ein Kräuterbeet auf dem Balkon anzulegen. Mehr brauche ich nicht zum Glücklichsein… Ausser vielleicht noch eine Badewanne und ein kleines Karussell, aber das ist wieder eine andere Geschichte, die ich Euch demnächst einmal erzählen werde…
Kräuter sind für mich auch deshalb so wichtig, weil mich ihr Geruch immer wieder an Zuhause und den Garten meiner Mama erinnert. Das Gleiche gilt für Blumen. Mama Pinella macht die wunderschönsten Gartenblumensträusse der Welt. Besonders an den Geburtstagen (da habe ich ja hier schon einmal darüber berichtet). Bereits als kleines Kind liess sie mir im Garten freie Hand und ich durfte mich an allen Blumen bedienen und selber Sträusse binden. Was für mich eine hervorragende Kreativitätsförderung war, erwies sich für meine Mama manchmal als etwas ärgerlich, da ich mich immer mal wieder an ihren schönsten Rosen vergriff… Offenbar war ich ihr aber wichtiger, als ihre Rosen. Danke liebe Mama dafür!
Ohnehin war Mama und Papa Pinella wichtig, dass wir Kinder uns so oft wie möglich kreativ betätigten. So war bei uns eigentlich immer irgendjemand am Hämmern, Malen, Töpfern, Backen oder Kochen. Die Freude daran habe ich mit mir nach Florenz genommen. Und ich habe ja bereits letzte Woche von meiner lieben Fotoassistentin berichtet, die bei uns zu Besuch ist. Da ich nun jemanden habe, der sich williger in meine Projekte einspannen lässt als der Signore Pinella, haben sie und ich die Kräuter vom Markt in einem feinen Abendessen verarbeitet. Die Salbei kam in die Saltimbocca, der Rosmarin an die Kartoffeln und eine bunte Kräutermischung an einen Fenchel-Orangen-Salat.
Und hier die Rezepte dazu:
Um die Rosmarin-Kartoffeln zu würzen werden zwei Kaffeelöffel grobes Salz mit einer Knoblauchzehe und eine Zweig Rosmarin im Mörser zerstampft. Die Kartoffeln werden in Schnitze geschnitten, mit zwei Esslöffeln Olivenöl beträufelt und dann wird das Gewürz zusammen mit einem weiteren Zweig Rosmarin unter die Kartoffeln gemischt. Danach werden die Kartoffeln im Ofen goldbraun gebacken.
Für den Fenchelsalat wird ein Fenchel fein geschnitten oder Gehobelt und eine Orange filetiert. Das Ganze wird mit zwei Esslöffeln Olivenöl, einem Esslöffel Essig, einem halben Kaffeelöffel Salz und fein gehackten oder getrockneten Kräutern vermischt (ich bevorzuge dazu Oregano, Basilikum und Petersilie) verrührt und mit etwas Pfeffer abgeschmeckt.
Saltimbocca ist bekanntlich ein Klassiker der italienischen Küche. Dazu werden Kalbsschnitzel gepfeffert und gesalzen, mit einem Blatt Salbei belegt, mit Rohschinken umwickelt und dann kurz angebraten. Durch die Hitze entwickelt die Salbei ihr wunderbares Aroma. Wenn ich das Fleisch gebraten und aus der Pfanne genommen habe, gebe immer noch etwas Butter in die Pfanne, schmelze diese und lösche sie mit Wein ab. Das gibt eine wunderbare Sauce zum Fleisch.
Und wenn für den Signore aus den Kreativitätsschüben ein Essen resultiert, findet auch er sich gerne damit ab. Obwohl er gerade heute die kritische Frage stellte, ob er eigentlich in einem Künstleratelier lebe, weil wir schon wieder am Perlen knüpfen waren (darüber habe ich hier und hier bereits berichtet) als er Nachhause kam. So ganz Unrecht hat er damit nicht, da unsere liebe Besucherin eine sehr gute Malerin ist und fast jeden Tag fleissig zeichnet. Mir gefällt das. Denn wenn Menschen um mich herum kreativ sind, steckt mich das an und ich fühle mich wieder ein bisschen wie Zuhause, als ich mit meinen Geschwistern herumgewerkelt oder Blumen gebunden habe. Daher hier noch ein paar Bilder aus dem Garten meiner Mama.
Nun wünsche ich Euch allen einen kreativen Tag voller Tatendrang!

 

Herzlichst, Eure Signora Pinella

Die Essenz des Kaffees – Sorry George, aber es ist mehr als „Nespresso – what else“

Die Essenz des Kaffees – Sorry George, aber es ist mehr als „Nespresso – what else“

Die Essenz des Kaffees – Sorry George, aber es ist mehr als „Nespresso – what else“

Nebst dem Wein gibt es ein weiteres, vielleicht genau so wichtiges Nationalgetränk in Italien: Den Kaffee… Getrunken wird er bei jeder Gelegenheit und in verschiedenen Varianten. Mein Kaffeekonsum hat sich mit dem
Umzug grundlegend verändert. Während ich vorher überzeugte „Milchkaffeemitzucker-Trinkerin“ war, bevorzuge ich nun einen erstklassigen, starken, schwarzen Espresso aus den hübschen kleinen Tässchen…
Ich mag aber zwischendurch auch gerne einen Mokka oder einen Caffé freddo oder dann halt auch immer mal wieder einen Cappuccino oder Latte Macchiato mit gaaaanz viel Milchschaum. Und da seht Ihr schon, dass Kaffee eben nicht einfach Kaffee ist. Wie bei einem guten Wein muss auch hier alles perfekt passen.
Der Klassiker ist und bleibt der Espresso. Ein normaler Espresso in Italien ist etwa halb so gross, wie ein Espresso in der Schweiz. Das heisst, die Tassen sind gleich gross, aber nur zur Hälfte gefüllt. Will man in Florenz einen grösseren Espresso, bestellt man einen Caffé alto (einen „hohen“ Kaffee)… Das Geheimnis des Espressos liegt darin, dass er mit hohem Druck durch das Kaffeepulver gepresst wird. Dadurch werden weniger Säure und auch weniger Koffein gelöst und es bildet sich das wunderbare Schäumchen, das „Crema“ genannt wird.Lange Zeit dachte ich, dass der „Nespresso“ der Schweizer Firma Nestle, für den der schöne George Clooney mit dem Slogan „Nespresso – what else“ wirbt, das höchste aller Gefühle sei. Nespresso hat auch in Florenz ein grosses Geschäft, in dem einem George von den Wänden aus anlächelt und man die neusten Nespresso-Trends degustieren kann. Herr Clooney residiert ja übrigens am schönen Comersee, von dem ich euch unbedingt bei Gelegenheit einmal Bilder zeigen muss. Er ist fast so schön wie der Gardasee, über den ich hier schon geschrieben habe. Geschmack hat er ja schon… Jedenfalls kam ich nach Italien und lernte, dass die Kaffee-Welt viiiiiel grösser und vielfältiger ist. Ich hoffe, dass ich es irgendwie schaffen werde noch einen Barista-Kurs zu besuchen, bevor wir Nachhause kommen. Und dann wird eine hochwertige, italienische Kaffeemaschine mit im Gepäck sein (wenn bis dahin, was ich schwer hoffe, unsere uralte Nespresso-Maschine den Geist aufgegeben hat;).

Der Espresso stammt ursprünglich aus Mailand und hat dort ein nussiges Aroma, da der Kaffee früher in den gleichen Röstereien wie Nüsse geröstet wurde. Dieses typische Aroma wird heute teilweise mit der gezielten
Beigabe von Nüssen beim Rösten erzielt. Während der Espresso in der emsigen Industriestadt Mailand sehr stark ist und manchmal doch recht bitter schmeckt, wird er, je weiter es nach Süden geht, etwas milder und weicher.

Ganz unten im tiefen Süden Italiens sei dann vor allem der Mokka ein beliebtes Getränk – das wurde mir zumindest erklärt. Mokka mag ich auch sehr gerne. Auch hier muss der Begriff Mokka oder Moka genauer betrachtet
werden. Mokka ist eigentlich eine türkisch-arabische Erfindung, die auch unter dem Namen „Türkischer Kaffee“ bekannt ist. Zur Herstellung wird Kaffeepulver in einer Kanne mit Ausguss mehrmals aufgekocht und oft mit Gewürzen wie Kardamon, Zimt oder Zucker ergänzt. Er ist leicht dickflüssig.

 

 

Dann gibt es noch den Kaffee aus den sogenannten Mokka-Kannen, die bei uns fälschlicherweise oft auch
Espresso-Kannen genannt werden. Weil in diesen Kannen mit der charakteristischen Facettenform das Wasser unter zu wenig hohem Druck durch das Pulver in die Kanne gelangt, bildet sich praktisch keine Crema und der Geschmack erinnert eher an den „Türkischen Kaffee“, als an Espresso. Ich mag diese Art der Kaffeezubereitung aber gerne als Grundlage für einen Milchkaffe oder einen Caffé freddo. Der Signore und ich trinken den Mokka auch gerne pur am Morgen zum Frühstück. Ich mag das deshalb so gerne, weil der Mokka leicht nach Schokolade schmeckt. Das passt zum Frühstück.

Bei Kaffee mit Milch wird zwischen „normalem“ Milchkaffee, dem Caffé Latte, Cappuccino, der aus Milchschaum und Espresso zubereitet wird, und dem Latte Macchiato, für den Espresso mit Milch und Milchschaum zubereitet
wird, unterschieden.
Und hier noch ein kleiner Tipp: Wer sich nicht als absoluter Banause outen will, bestellt nie einen Milchkaffe nach dem Essen. Dann wird ausschliesslich Espresso getrunken. Bestellen tut man den aber unter dem Namen Caffé oder eben wenn man ihn etwas grösser haben will als Caffé alto! Und noch gleich eine zweite wichtige Regel: Ein Espresso darf zwar gesüsst, aber nie mit Milch verschandelt werden, wenn er in der kleinen Tasse serviert wird.
Sonst wäre es ja ein Milchkaffee. In Italien wird erst gar keine Milch zum Espresso serviert.
Und nun noch zu meinem Lebensretter an heissen Tagen, dem Caffé freddo. Für den werden Eiswürfel mit einem Espresso übergossen oder alles zusammen wird in einem Becher geschüttelt und allenfalls noch etwas gesüsst. Ich mag diese Variante an Sommertagen besonders gerne, weil sie so erfrischend ist.

 

Während die Italiener ihren Kaffee in den Bars gerne herunterstürzen und dann so schnell wie möglich weitereilen, mag ich meinen am liebsten zusammen mit einem Stück dunkler Schokolade und einer schönen Zeitschrift. Besonders gerne schaue ich mir im Moment die Wohnzeitschrift Casa Facile an. Darin werden spezielle Wohnungen und Häuser und ihre Besitzer aus ganz Italien vorgestellt. Mir gefällt das sehr, weil ich so nebenbei noch mehr über Land und Leute erfahre und mein Italienisch verbessern kann.Ihr seht, das Thema liesse sich noch unendlich vertiefen… Die Essenz einer schönen Kaffeepause liegt ja aber vor allem auch darin, dass man sich im hektischen Alltag ein bisschen Zeit für sich selber nimmt. Das funktioniert übrigens auch mit einer Tasse Tee hervorragend und tut einfach gut!

Daher wünsche ich Euch allen jeden Tag solche kleine, wohltuende Pausen, einen wunderbaren Tag und ein schönes Wochenende!

Herzlichst, Eure Signora Pinella

S’wonderful? S’marvelous!

S’wonderful? S’marvelous!

S’wonderful? S’marvelous!

Ich bin nicht ganz sicher, ob der folgende Text eine Hymne auf das Meer und den Strand, das Leben oder meinen lieben Marito wird. Dafür gibt es eine Erklärung. Ich verbrachte einen Tag am Meer, schütte Dank dem Licht und der Wärme viel Serotonin aus und bin deshalb fröhlich und etwas verklärt.
Also wo war ich. Genau, wegen dem Meer. Ich bin wirklich immerzu hin und her gerissen, ob ich nun das Meer oder die Berge besser finden soll. Noch vor zwei Wochen war ich überzeugt, dass die Berge das Rennen machen
würden (siehe auch hier). Doch das Meer ist ein ernst zu nehmender Konkurrent. Ich liebe die weichen, weissen Sandstrände in der Toskana und freue mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn wir dorthin fahren.
Bereits die Vorbereitungen dazu stimmen mich fröhlich. Zum einen müssen die Nägel perfekt gefeilt und lackiert sein. Da geht sonst gar nichts. Wegen der lieben Rebecca vom Blog „Verlockendes“ habe ich mich zum Kauf eines Chanel Nagellackes verleiten lassen. Und eines kann ich nun mit grosser Sicherheit sagen: Chanel-Lacke sind ihren Preis wert. Ich hatte noch nie einen Nagellack, der so lange und gut gehalten hat. Ich werde mir vermutlich noch mehr davon zulegen.
Schminken am Strand ist ja so eine Sache… In der Regel lässt man es besser bleiben. Was ich aber gerne dabei habe, ist ein Lippgloss von Benefit in Reisegrösse. „Dandelion“ heisst der Farbton.
Es wäre auch noch hübsch ein bisschen nett zu riechen. Daher habe ich immer eine Reisegrösse vom Parfum „Pure DKNY“ in meiner Strandtasche. Das ist ein sehr rosiger aber dennoch frischer Duft, den ich sonst nicht unbedingt jeden Tag verwende. Aber an den Strand passt er perfekt.
Dann noch ein paar Flaschen hausgemachte Limonade von der lieben Mama Pinella und ein gutes Buch oder eine schöne Zeitschrift dazu und mein Leben ist für ein paar Stunden einfach perfekt. Aber wirklich perfekt. Ich liege dann im Sand, spüre die Wärme und freue mich einfach mit dem lieben Signore zusammen zu sein. Dieser ist in der Regel in irgendein dickes Buch vertieft und geniesst die Zeit am Meer genau so sehr wie ich. What a wonderful
world… Das ist übrigens mein Soundtrack zu diesen Tagen (siehe auch hier).
Und dann fällt mir noch ein anderer Liedtext aus dem Film „A funny face“ ein. „s’wonderful, s’marvelous“ singen sie da (hier gehts zur Hörprobe). Auch wenn es nur für ein paar Stunden ist! Und ja, auch ich kann nicht nur am Meer liegen und die Seele baumeln lassen. Doch wenn ich das ab und zu einen Tag mache, tanke ich wieder Kraft für viele Wochen und bin im Alltag ohne Sonne, Meer und Bikini auch wieder viel belastbarer.
Daher wünsche ich Euch allen da Draussen ein paar Stunden Ruhe in der Hängematte, der Badewanne am See oder am Meer – einfach etwas Zeit ganz für Euch alleine. Ihr werdet sehen it’s wonderful and marvelous!
Herzlichst, Eure Signora Pinella

Mit der Oma im Ohr auf dem Mercato delle Pulci…

Mit der Oma im Ohr auf dem Mercato delle Pulci…

Mit der Oma im Ohr auf dem Mercato delle Pulci…

Was hilft, wenn Signora Pinella unglaublich enerviert ist, weil ihr Badezimmer immer wieder unter Wasser steht? Ein Flohmarkt. Denn Chaos ist nicht gleich Chaos. Während ich mittlerweile langsam aber wirklich sehr wütend bin, weil die Nachbarn in der Wohnung über uns offenbar ein Problem mit
ihren Wasserrohren haben und jedes Mal wenn sie baden unser Bad auch nass wird, mag ich das organisierte Chaos auf dem Flohmarkt sehr gerne… Also haben mich heute der Flohmarkt an der Piazza dei Ciompi und die Tatsache, dass unsere Nachbarn wenigstens nicht all zu oft zu baden scheinen, sehr glücklich gemacht.
Der Flohmarkt ist in verschiedenen kleinen Baracken – so in der Art Wellblechhütten – untergebracht. Weil der Markt auch schon ein gewisses Alter hat, ranken sich ganz romantisch Kletterpflanzen über die Hütten. Wunderbar.
Mercato delle Pulci heisst Flohmarkt auf Italienisch. Ich mag das Wort Flohmarkt eigentlich nicht, da Flöhe in diesem Zusammenhang ja eher negative Assoziationen wecken. Für mich müsste er Zaubermarkt oder Omas-Dachboden-Wunderkisten-Markt heissen.
Oh ja, das wäre schön, wenn ich mit meiner lieben Oma über diesen Markt schlendern könnte. Sie würden dann alle Sachen ganz kritisch und prüfend anschauen, aus allem alten Krempel genau das
herausgreifen, was wirklich wertvoll ist, und den Fund mit Charme und Beharrlichkeit auf ihren Preis herunterhandeln. Bereits als kleines Kind hat mich meine Oma immer durch die Brockenstuben geschleift und in die verborgenen Geheimnisse des Trödelwühlens eingeführt. Leider werde ich das nie mehr mit ihr machen können. Aber ich setze die Tradition gerne fort und denke dabei an sie. Immer wenn ich auf dem Flohmarkt bin, habe ich ihre Anweisungen in den Ohren. Also ist sie doch irgendwie bei mir.
Beim Kauf von alten Kleidern, Stoffen und Spitzen hat mir meine Oma eingetrichtert die Stoffbeschaffenheit zu fühlen. Geschirr hat sie umgedreht um zu schauen, wo es produziert wurde – darauf folgte jeweils ein ausführlicher Vortrag über die Porzellankultur – Silberbesteck wurde am Stempel genau auf seine Echtheit geprüft und Bilder wurden umgedreht und nach Stockflecken untersucht. Bei Möbeln achtete die liebe Oma genau auf die Holzsorte, als Tochter eines
Zimmermeisters konnte sie das, und das Design.
Der Mercato delle Pulci ist also eine zauberhafte, kleine Welt für mich. Übrigens liegt er beim alten Florentiner Fischmarkt. Einem wunderschönen Bogengewölbe. Wo früher Fisch gehandelt wurde, wird heute Kaffee geschlürft. Ebenfalls einfach bezaubernd.
Als ich auf dem Markt war, ist mir übrigens etwas Unglaubliches passiert. Ich war gerade so schön in das Fotografieren vertieft, als mich eine Horde junger Amerikaner überfiel. Sie seien eine Fotoklasse aus New Jersey und ich solle doch bitte so lieb sein und ein Erinnerungsfoto von ihnen machen, flöteten sie. Danach horchten sie mich aus und wollten wissen, von wo ich denn sei und was ich in Florenz machen würde und so weiter und so fort. Ich beschloss daraufhin das Weite zu suchen, Nachhause zu gehen und Gemüsemuffins für den Signore und mich zum Abendbrot zu backen. Ich serviere die gerne zusammen mit einem Salatteller, etwas Melone und Rohschinken.
Hier das Rezept für die Gemüsemuffins:
 
100 Gramm weiche Butter und ein Ei schaumig rühren. Ein Deziliter Milch, 300 Gramm Vollkornmehl und ein Esslöffel Backpulver dazu geben und ebenfalls gut verrühren.
300 Gramm Gemüse (Karotten, Zucchini, Lauchzwiebeln, Oliven oder getrocknete Tomaten) ganz klein gehackt und 100 Gramm fein geschnittener Speck (den lasse ich manchmal auch weg) in etwas Olivenöl andünsten. Das Ganze gut mit Kräutern, Salz und Pfeffer würzen und etwas abkühlen lassen. Danach mit dem Teig vermischen, in Muffinsförmchen füllen und für etwa eine halbe Stunde bei 200 Grad backen (obwohl ihr mich bei der Backzeit nicht behaften könnt, da mein Italienischer Backofen störrisch und unzuverlässig ist…).
Nun schicke ich Euch liebe Grüsse aus dem warmen, chaotischen, charmanten Süden!
Herzlichst, Eure Signora Pinella