Mit der Oma im Ohr im Gucci-Prada-Wunderland…

by | Sep 16, 2014 | Bellezza, Pinellas Trouvaillen | 5 comments

Wie ich bereits im letzten Post angekündigt habe, sind der Signore und ich am Wochenende ans Meer und in ein Outlet Center gefahren. Wir waren am Golf von Baratti und es war traumhaft. Die Bilder davon zeige ich Euch noch. Heute nehme ich Euch aber mit in „The Mall“. Dieses Outlet Center liegt ausserhalb von Florenz, gilt aber als grosse Touristenattraktion und ist besonders bei den Besuchern aus Asien sehr beliebt. Jedenfalls entschieden der Signore und ich, dass es nach knapp neun Monaten in Florenz nun doch
endlich einmal an der Zeit sei, uns „The Mall“ anzusehen.
Ich muss noch vorausschicken, dass der Signore und ich eigentlich nicht so sehr auf Outlet Center stehen. Wir können uns durchaus für gewisse Marken begeistern. So träumt meine bessere Hälfte schon lange von einem Tom Ford Anzug und mein grösster Mode-Traum, einen Trenchcoat von Burberry, hat mir der Signore vor drei Jahren an Weihnachten erfüllt (hier könnt Ihr ihn sehen). Grundsätzlich sehen wir Sinn und Zweck von teuren Designerkleidern also durchaus ein, wenn sie denn gut gearbeitet und aus qualitativ hochwertigen Stoffen sind. Meine Oma (ich habe sie ja bereits hier bei meinem Flohmarktbericht beschrieben) war Schneiderin. Sie hat bei Kleidern immer zuerst auf das Material und die Verarbeitung geachtet. Wenn das nicht gestimmt hat, wurden die Sachen nicht gekauft. Oft hat sie Kleider selber genäht, weil sie dann Stoff und Schnitt selber bestimmen konnte. Beim Kleiderkaufen denke ich immer noch häufig an sie und überlege, was sie mir nun raten würde.
Bei Outlets habe ich aber immer das Gefühl, dass dort nur noch die Teile, die niemand wollte, verkauft werden. Anderseits verstehe ich auch nicht, warum ich für ein Kleidungsstück einer bestimmten Marke Unsummen bezahlen soll, nur weil es eben von genau diesem Label ist. So viel also zu meinem zwiespältigen Verhältnis zu Outlets.
„The Mall“ hat mich dann aber positiv überrascht. Die Kleider werden in schönen, individuell gestalteten Shops ordentlich präsentiert. Alle Shops befinden sich in einer parkähnlichen, leicht futuristisch gestalteten
Anlage mit verschiedenen Kaffees, in denen man sich vom Shoppen erholen kann. Die Auswahl in den Shops ist gross. Teuer sind die Kleider und Accessoires aber immer noch. Und eigentlich ist es erstaunlich, dass ich mich schlussendlich doch zum Kauf eines Kleides hinreissen liess. Im Burberry-Shop fand ich ein dunkelblaues Kleid, das wie für mich gemacht schien. Eigentlich wollte ich es nur kurz anprobieren und wieder zurück hängen. Aber als sogar der Signore meinte, dass es mir sehr gut stehe und weil der Preis wirklich moderat war, entschied ich mich zum Kauf. Zuhause habe ich es dann sofort der Schneiderpuppe angezogen, die übrigens bereits in der Wohnung stand als wir einzogen und die ich auch unbedingt mitnehmen möchte – ich muss da mal mit unserem Vermieter verhandeln.
Im Moment haben es mir auch Statementketten sehr angetan. Besonders glücklich bin ich über mein neustes Modell in Blautönen, welches ich im Accessorize in Florenz gefunden habe. Zu einem so schlichten Kleid finde ich das die ideale Kombination.
Und weil ich bei dekorativer Kosmetik viel weniger Skrupel habe, wenn ich auch mal etwas Teureres kaufe, zeige ich Euch auch noch meine zwei neusten Errungenschaften aus diesem Bereich. Dass ich auf Chanel
Nagellacke stehe, habt ihr ja mittlerweile wohl mitbekommen (ich habe bereits hier und hier darüber geschrieben). Bei der Neueröffnung des Sephora-Shops in Florenz habe ich einen Gutschein erhalten und
mir eine erstklassige Wimperntusche von Yves Saint Laurent und eine Foundation von Benefit geleistet.
Bei der Hautpflege achte ich ja sehr auf die Inhaltsstoffe und verwende wenn möglich biologische und vegane Produkte. Aber eben beim Make Up kann ich oft einfach nicht widerstehen. Jedenfalls hat sich der Kauf gelohnt. Ich hatte  noch nie eine Wimperntusche, die mir so schöne und lange Wimpern gezaubert hat. Kein Wunder, dass sie den Namen „Babydoll“ trägt. Einzig wenn man etwas zu viel davon verwendet, beginnt die Wimperntusche im Verlauf des Tages etwas zu krümeln. Es soll ihr aber verziehen sein.
Die „Some kinda gorgeous-Foundation“ von Benefit habe ich bereits an unserer Hochzeit verwendet. Ja ich habe mich selber geschminkt und würde das jeder Braut empfehlen, die sich häufig und gerne schminkt. Jedenfalls ist die Foundation genial. Sie mattiert den Teint, lässt einem aber dennoch nicht wie zugespachtelt aussehen.
So, das war es mit Gedanken über Sinn und Unsinn von Markenprodukten. Aber nach dem letzten Beitrag über Freundschaft, der, wie der Signore meinte, etwas schwerere Kost war, darf es ja auch einmal etwas Leichtes sein. Ich stehe auch ehrlich dazu, dass ich gerne schöne Dinge habe. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der sich die Frauen bei passender Gelegenheit gerne schön anziehen und schminken. Für mich war es immer etwas ganz Besonderes, wenn meine Oma am Sonntag Lippenstift verwendet hat. Sie hat ihr Leben lang hart gearbeitet und dabei trotzdem immer ordentlich und gepflegt ausgesehen. Sie hat für ein gutes Parfum, ein schönes Paar Schuhe oder ein Kleid auch gerne einmal etwas mehr bezahlt und diese dann dafür auch lange getragen… Macht eigentlich Sinn.
Nun wünsche ich Euch einen schönen Tag mit einem Hauch Luxus – das muss ja ab und zu auch einmal sein;)
Herzlichst, Eure Signora Pinella
P.S. weitere Informationen zum Standort und den Öffnungszeiten von von „The Mall“ gibt es unter: www.themall.it