Bevor ich Euch den zweiten Teil der Napoli-Bilder zeige, vielen Dank übrigens für alle Eure lieben Kommentare und Rückmeldungen zum ersten Teil, möchte ich heute ein paar Bilder von meiner Herbstdekoration und einen Zeitschriften-Tipp mit Euch teilen.
Weil diese Woche meine liebe Schwester mit ihrer Familie zu Besuch kam, bin ich einfach noch nicht dazu gekommen, die Bilder von der wundervollen Amalfiküste zu bearbeiten. Dafür habe ich mir vorgenommen einmal einen Post zum Thema „Städtetrip nach Florenz mit Kindern“ zu machen. Denn das ist nicht ohne, kann aber durchaus funktionieren. Würde Euch das interessieren? Grundsätzlich war ich einmal mehr erstaunt, wie lieb die Italiener zu Kindern sind. Im Bus ist sogar eine ältere Dame aufgestanden, damit sich meine kleine Nichte hinsetzen konnte. Unglaublich!
Nun aber zur wunderbaren Zeitschrift „La Cucina Italiana“. Ich finde das eine der besten Kochzeitschriften überhaupt. Die Rezepte sind so erklärt, dass man sie gut nachkochen kann, die Bilder sind ein Traum und als Krönung gibt es in jedem Heft gut recherchierte Hintergrundartikel zur italienischen Küche und ihren Spezialitäten und zu verschiedenen Städten und Regionen. Wenn ich mir die Zeitschrift angesehen habe, bin ich jeweils ganz beschwingt und beflügelt und möchte gleich auf den Markt laufen, um die Zutaten zu kaufen.
Jetzt, wo sich das Jahr endgültig zu Ende neigt und damit auch unsere Zeit in Florenz, werde ich doch etwas wehmütig. Ich werde diese Stadt vermissen. Am Meisten wird mir der wundervolle Mercato Sant’Ambrogio fehlen. Anderseits hält auch das neue Jahr wieder viele Herausforderungen bereit. Für uns, also vor allem für den Signore, geht es unter anderem ein paar Monate nach New York. Dazu werde ich Euch aber ein anderes Mal mehr erzählen. Und irgendwann werden wir dann hoffentlich wieder sesshaft, finden eine Wohnung, in der wir uns gemütlich einrichten können und werden es geniessen, endlich wieder mehr Zeit mit unseren Lieben verbringen zu können.
Bis dahin wird unsere kleine 1,5-Zimmerwohnung unser Zuhause sein (darüber habe ich ja bereits hier einmal berichtet). Und diese habe ich eben bei meinem letzten Arbeitsaufenthalt in der Schweiz herbstlich mit blauen Hortensien dekoriert. Ich liebe Hortensien. Sie sind für mich die Pfingstrosen des Herbstes. Pfingstrosen sind aber meine absoluten Lieblingsblumen. Ich wollte immer im Frühling heiraten, damit alles mit Pfingstrosen dekoriert werden kann. Der Signore meinte aber, dass er unser Hochzeitsdatum garantiert nicht von Blumen abhängig machen werde und so wurde es dann halt eine Sommerhochzeit (siehe hier).
Da ich viele meiner Bastelutensilien nach Italien gezügelt habe, musste ich beim Kranz etwas improvisieren. Ich habe also Efeuranken zu einem Kranz gedreht und die Hortensien darum gebunden. Er ist nun zwar nicht so stabil, funktioniert hat es trotzdem. Auf dem kleinen Bild im weissen Rahmen könnt Ihr übrigens meine Oma (über sie habe ich hier und hier bereits geschrieben) als junges Mädchen sehen. Ich finde dieses Foto ganz wunderhübsch.
So, nun verabschiede ich mich in das Wochenende, das bei uns in Firenze wohl sehr kreativ wird. Warum werdet Ihr noch sehen…
Ich wünsche Euch allen einen wunderbaren Freitag e un buon weekend, wie die Italiener sagen würden;)
Bella Napoli Teil 1 – überwältigt von Kitsch, Kunst und Gefühlen…
Vor einigen Stunden sind der Signore und ich aus Napoli zurückgekommen. Nun will ich versuchen unsere Reise in Worte zu fassen – auch deshalb, weil ich die Eindrücke irgendwie verarbeiten muss. Ich werde das in zwei Teilen machen. Heute nehme ich Euch mit auf einen Rundgang durch Napoli. In einem weiteren Post geht es dann an die Amalfiküste. Der Signore hatte bereits Anfang Jahres angekündigt, dass er Napoli unbedingt besuchen wolle. Ich war davon nicht so begeistert, da uns von den Italienern immer wieder gepredigt wurde, wie gefährlich Napoli sei. Napoli stand in meinem Kopf für Schmutz, Abfallberge, Verbrechen und Kriminalität. Mit dieser Vorstellung und einem mulmigen Gefühl im Bauch bin ich dann auch in diese Stadt gereist und wurde von ihr eines Besseren belehrt… Während Florenz schon ein bisschen meine Heimat ist und Rom mich immer noch nicht richtig gepackt hat, hat Napoli mich tief berührt. Man mag diese Stadt lieben oder hassen – kalt lässt sie aber wohl niemanden.
In Napoli treffen Gegensätze aufeinander, die irritieren und gleichzeitig zum Denken anregen. Und gleich vorneweg: Ja, die Stadt ist sogar im Zentrum relativ schmutzig. Aber sie ist beispielsweise im Zentrum nicht viel dreckiger als Rom oder Florenz. Da auch das Problem der Kriminalität scheinbar erkannt wurde, ist die Polizei stark präsent. Wie viel das nützt, kann ich nicht sagen.
Weil ich mit so vielen Vorurteilen nach Napoli gekommen war, war ich zuerst einmal über mich selber erstaunt, weil mich die Stadt vom ersten Moment an faszinierte und beeindruckte. Wir hatten uns bewusst entschieden einen ganzen Tag in das Erkunden des Zentrums zu investieren und dies zu Fuss zu tun. Wir starteten also in unserem Hotel in der Via Chiaia (Tipps und Adressen liste ich am Ende nochmal auf) und machten uns über die Via Toledo auf in die Altstadt. An der Via Toledo ist die wunderschöne, klassizistisch gebaute Galleria Umberto gelegen. In diesem Einkaufszentrum findet man vorwiegend Geschäfte grosser
Ladenketten. Das Gebäude an und für sich ist aber bereits ein Besuch wert.
Von der Via Toledo ging es dann weiter in Richtung Altstadt zur Kirche Gesu Nuovo. Von Draussen her gesehen fällt die Kirche nicht sonderlich auf und reiht sich nahtlos in eine Häuserzeile ein. Ihr Inneres beeindruckte uns dafür umso mehr. Denn auch wenn die Strassen in Neapel vielleicht schmutzig sind, die Kirchen sind das pure Gegenteil, blitzblank geputzt und oft üppig mit frischen Blumen geschmückt. Religiosität wird grossgeschrieben. So wurde in der Kirche Gesu Nuovo auch ganz ungeniert öffentlich gebeichtet, gebetet und geweint. Weil ich diese Menschen nicht stören wollte, habe ich nicht fotografiert. Denn wenn jemand schon sein Gewissen erleichtern will und Hilfe sucht, finde ich es respektlos sie dabei zu stören.
Ganz in der Nähe dieser Kirche liegen die Klosterkirche und der dazugehörige Konvent Santa Chiara. Der
Gebäudekomplex wurde bei einem Bombenangriff 1943 schwer beschädigt und danach mit viel Liebe wieder aufgebaut. Während die Kirche für neapolitanische Begriffe eher schlicht ist (immerhin beherbergt sie mit dem Grab von Robert von Anjou das grösste mittelalterliche Grabmal), besticht der wundervolle Klostergarten „Chiostro delle Clarisse“ mit majolikagechachelten Sitzbänken und Zitronenbäumen mit südlichem Charme und lädt als Oase der Stille zum Ausruhen und Verweilen ein.
Nach dem Besuch in der Stille ging es weiter in das Cafè Scaturchio auf der Piazza San Domenico Maggiore. Dort werden seit 1903 wundervolle, süsse Leckereien – angeblich die Besten in ganz Napoli – und unglaublich guter Kaffee serviert. Der Signore hatte sich vorher bei Arbeitskollegen aus Napoli über die Spezialitäten informiert und so versuchten wir eine Baba al Rum, ein Gebäck aus einem luftigen, biskuittähnlichem Teig, welches in Rum getränkt wird und schlürften den dunklen, starken, dickflüssigen Kaffee.
Danach ging es weiter in Richtung Via San Gregorio Armeno, wo die typisch neapolitanischen Krippenfiguren verkauft werden. An Weihnachten haben Krippen in Italien eine weitaus grössere und wichtigere Bedeutung als Weihnachtsbäume. Die riesige Auswahl der Figuren und das bunte Durcheinander in dieser Strasse haben mich gefesselt und ich hätte noch viel länger dort verweilen und stöbern können. So werden nicht nur klassische Krippen, sondern auch Figuren von allerlei Prominenten und Papier- und Seidenblumen hergestellt und verkauft. Weil ich bereits eine schöne Krippe aus Brienz im Berner Oberland besitze (d.h. sie wird jedes Jahr ein bisschen grösser, da mir der Signore immer zu Weihnachten eine weitere, handgeschnitzte Figur schenkt), verspürte ich nicht das Bedürfnis eine Figur zu kaufen. Der
Signore wählte für sich aus Figuren verschiedener Berufe einen kleinen Arzt aus und will diesen künftig neben meine Figuren stellen. Erinnerungen sind ja gut und schön, aber ich denke, dass ich das Figürchen eher in seinem Arbeitszimmer als bei meiner Krippe deponieren werde;)
Am Schluss des Rundganges sahen wird uns noch den Dom „Duomo san Gennaro“ von Neapel an. Im Innern des Doms befinden sich die Blutreste des Stadtpatrons San Gennaro, die sich angeblich zweimal im Jahr verflüssigen. Als ich das gelesen habe, war ich ein weiteres Mal reichlich irritiert. Aufgewachsen im tief protestantischen Emmental sind mir solche Dinge einfach fremd. In Napoli wird man aber grundsätzlich an allen Ecken mit Formen der Religiosität und des (Aber)-Glaubens konfrontiert. Überall werden beispielsweise kleine rote Paprikaschoten „Corno“ aus Holz oder Keramik verkauft, die einem vor dem bösen Blick schützen sollen. Im Essen sollen die richtigen, scharfen Paprikaschoten dagegen ganz praktische, positive Auswirkungen auf das Herz und die Potenz der Männer haben, wurde uns erklärt.
Weil die Passegiata dann doch eher zu einem mehrstündigen Fussmarsch wurde, kehrten wir auf direktem Weg wieder über die Via Toledo in unser Hotel an der Via Chiaia zurück und hielten dort Siesta, bevor wir uns am Abend das Castel dell’Ovo ansahen, in dessen Mauern der Legende nach Vergil ein Ei eingemauert hat und solange dieses Ei unversehrt bleibt, Neapel bestehen bleibe. Danach ging es weiter in das Viertel Santa Lucia und an die Promenade am Meer. Die Strasse dort wird am Abend gesperrt und lädt zum Flanieren ein. Im Restaurant Regina Margherita gönnten wir uns dann eine erstklassige Pizza.
Kulinarisch gesehen war Napoli wohl der Höhepunkt dieses Jahres. Die Pizzen werden ihrem Ruf wirklich gerecht. Die etwas dickeren Ränder sind luftig und weich, in der Mitte ist der Teig hauchdünn und der minimalistische Belag aus sonnengereiften Tomaten und hervorragendem Mozzarella schmeckt einfach himmlisch.
Noch nie habe ich übrigens so süsse Tomaten gegessen. Unglaublich was an den fruchtbaren Hängen des Vesuvs für Köstlichkeiten wachsen. Eine weitere Spezialität in Napoli ist daher auch die Tomatensauce aus diesen herrlichen, süssen, kleinen Tomaten. Ich habe sogar ein Kilo davon geschenkt bekommen (wie das kam, erzähle ich Euch dann im zweiten Teil) und sie Zuhause sofort verarbeitet, da ihnen der Transport im Zug nicht wirklich bekommen ist. Die Tomaten werden zusammen mit einem guten Olivenöl, etwas Salz und Pfeffer und ein paar Zweigen Basilikum eingekocht, aber nicht verkocht, und mit dicken Spaghetti serviert. Der Geschmack ist so einmalig, dass es eine Schande wäre, diesen mit geriebenem Käse zu verschandeln.
Und nun noch ein paar praktische Tipps und Adressen für alle, welche Napoli ebenfalls gerne einmal besuchen möchten.
Anreise:
Neapel ist von Mailand aus mit dem Hochgeschwindigkeitszug Freccia Rossa in knapp fünf Stunden zu erreichen. Wer direkt auf der Websitewww.trenitalia.it bucht, kann, wenn er früh dran und zeitlich etwas flexibel ist, günstige Tickets ergattern, die bequem Zuhause ausgedruckt werden können. Diese Methode bewährt sich auch sonst für das Reisen in Italien. Am Bahnhof haben wir uns dann ein Taxi zum Hotel www.aparthotelplebiscito.it geleistet. Das Taxi war um einiges günstiger als in Florenz. Das mag aber auch daran liegen, dass der Fahrer relativ schnell herausfand, dass wir in Italien wohnen und die Preise kennen.
Übernachtung:
Allgemein gilt die Region um den Bahnhof als relativ gefährlich. Auch wenn sich dort zahlreiche internationale Hotelketten angesiedelt haben, würde ich eher ein Hotel in Richtung Promenade oder rund um die Piazza Plebiscito buchen. So können die schönen Restaurants am Abend bequem zu Fuss erreicht werden.
Sicherheit:
Wenn einem die Italiener vor Kriminalität warnen, sollte man das auch ernst nehmen. Wie in vielen grossen Städten besteht auch in Neapel die Gefahr, dass man bestohlen wird. Daher Geld, Handy und Ausweise möglichst nahe am Körper, allenfalls sogar in einer Tasche unter den Kleidern, tragen. Meine geliebte Nikon habe ich von Anfang an Zuhause gelassen und dafür eine kleine, kompakte Kamera mitgenommen. Es empfiehlt sich eine Tasche mitzunehmen, die einen Riemen hat, der quer über die Brust geht. Das ist sicherer als ein Rucksack oder eine Tasche, die seitlich getragen wird und man hat erst noch beide Hände frei. Genau wie in allen anderen Grossstädten würde ich mich auch in Neapel nicht in düsteren Hinterhöfen und Seitengassen herumtreiben und grundsätzlich stets achtsam sein.
Sehenswürdigkeiten:
Die Stadt bietet mit unzähligen Palästen und Kirchen eine grosse Zahl an Sehenswürdigkeiten. Da wir im Moment den Fokus darauf legen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Städte zu erkunden, haben wir uns eben eher an die Altstadt gehalten. Ein Muss ist aber eigentlich auch der Besuch der Überbleibsel aus Griechischen und Römischen Zeiten, sowie der Ausgrabungen in Pompeji und Herculaneum. Dazu würde ich aber eine Führung buchen. Zu geführten Touren werde ich im zweiten Teil mehr schreiben.
Schlussendlich bin ich froh und dankbar, dass mich der Signore zu diesem Ausflug überredet hat und ich so in einer Stadt irgendwo zwischen vergangener Grösse, gegenwärtiger Armut, Kitsch und Kunst gelandet bin. Es hat mich Überwindung gekostet und immer wieder habe ich mich gefragt, was hinter den schönen Fassaden, etwas ausserhalb in den Quartieren und im Verborgenen passiert… Vermutlich hat der Taxifahrer, der uns zurück an den Bahnhof gebracht hat, die Stadt am treffendsten beschrieben. „Napoli ist nicht nur schön, sondern wunderschön“, erklärte er uns. Es sei eine grosse Stadt, mit grosser Vergangenheit. Das grosse Problem sei heute die Armut und die Arbeitslosigkeit, welche besonders junge Menschen auf Abwege bringe. „Die Menschen hier sind eigentlich fleissig und freundlich. Zumindest zwei Drittel von ihnen – den Rest sollte man…“, den letzten Teil des Satzes liess er mit einer wegwerfenden Handbewegung in der Luft hängen.
Ich hoffe, dass Euch der virtuelle Ausflug in diese laute, anstrengende, zauberhafte Stadt ein (neues) Bild davon vermittelt hat und wünsche Euch einen guten Start in die nächste Woche!
Auch wenn das Euch nicht neu sein wird, möchte ich heute über Rottöne im Herbst schreiben. Die Idee dazu
hatte ich diese Woche bei einer Degustation auf dem Weingut „Le Filigare“ über das ich hier bereits einmal berichtet habe. Die Weine haben mich übrigens nicht nur zum Nachdenken über verschiedene Rotnuancen angeregt, sondern ich hatte dort auch die Idee für eine leckere Vin Santo Creme (das Rezept dazu folgt) und werde Euch auch noch den edelsten Tropfen des Gutes vorstellen. Dazu muss ich aber erst einen Ausflug in eine Kirche machen. Ihr werdet schon sehen warum;)
Jedenfalls hat mich die Farbepracht des Weins daran erinnert, dass nun auch in Italien definitiv finito
ist mit Sommer. Ja, langsam wird es Herbst – aber schöner, warmer, goldener Herbst. Unglaublich, schon bald ist das Jahr in Florenz vorbei. Ich kann mich noch erinnern, wie ich vor einem Jahr im Oktober zum ersten Mal hierher gekommen bin. Damals dachte ich, dass das Jahr nie vorbei gehen würde… Als ich Nachhause kam, habe ich übrigens sofort mein Blogger-Konto eingerichtet. Also feiert auch dieser Blog im Oktober quasi sein einjähriges Jubiläum. Obwohl der erste Post ja dann reichlich später kam…Aber nun zurück zur Farbenpracht des Herbstes und zum Thema Rot: Das Etikett und der Name des Weines „Maria Vittoria“ erinnerten mich irgendwie an opulente Weiblichkeit. Der Wein ist ein Chianti Classico Riserva, der als Wein mit Aromen kühler, dunkler Beerenfrüchte, etwas Kiefernwaldboden und einer zarten Eichenholzwürze beschrieben wird. „Im Geschmack den typisch würzigen, weichselkirschenartigen Ton, etwas Brombeere, feste Tannine, bestens integriertes Holz – insgesamt edel, etwas kühl und männlich“, heisst es weiter über den Wein. Ich bin immer wieder fasziniert, wie blumig die Sprache zum Beschreiben von Weinen ist. Aber eben, ein edler Tropfen verdient auch eine edle Würdigung.
Dem Punkt, dass der Wein männlich sei, würde ich aber widersprechen. Der Wein hat durchaus Charakter, der kann aber genauso gut eine weibliche Eigenschaft sein. Finde ich…Die Weine vom Weingut „Le Filigare“ werden bisher in der Schweiz leider noch nicht verkauft. In Deutschland und Österreich gibt es aber Händler, die sie im Sortiment haben. Es lohnt sich aber durchaus, das Gut einmal persönlich zu besuchen, sich durch alle Weine, Grappas und den Vin Santo hindurch zu trinken und sich vielleicht noch ein paar Tage in einem Apartment im Gästehaus zu erholen.
Noch von wegen männlich und weiblich: Typisch weiblich sind für mich auch Lippenstifte in Rotnuancen. Ich trage sie aber leider viel zu selten. Daher habe ich mir auch nicht ein teures Exemplar gekauft, sondern bin zu KIKO gegangen (diese Geschäfte gibt es in Florenz gleich mehrmals). Die Kosmetiklinie KIKO ist in der Schweiz auch nicht erhältlich – deckt Euch also bei Eurem nächsten Italien-Besuch damit ein liebe Schweizerinnen. Ich mag ja eigentlich am liebsten dekorative Kosmetika von Chanel. Da aber mein einziger, roter Lippenstift von Chanel in der Schweiz auf mich wartet, musste ein günstiger Ersatz her. Darum also KIKO. Ich finde die Produkte dieser Marke in der Regel sehr gut. Solide Mittelklasse in Preis und Leistung und ich stehe auf die minimalistischen, schwarzen Verpackungen, die denen von Mac sehr ähnlich sehen. Und weil ich gerade so schön im Einkaufs-Flow war, durften auch noch ein neues Rouge und ein Lip Pencil mitkommen.
Jedenfalls bin ich jetzt bereit, um mit roten Lippen- und Wangen die Beerentöne des Herbstes zu zelebrieren. Ich finde das übrigens auch eine hübsche Form von Schmuck. Ich werde in den nächsten Tagen etwas mehr darauf zurückgreifen müssen, da wir nach Neapel reisen. Im Reiseführer steht, dass es sicherer sei, dort nicht behängt wie ein Weihnachtsbaum durch die Strassen zu ziehen. Obwohl, das würde ich auch nicht tun, wenn ich nicht nach Neapel fahren würde;) Ich werde Euch aber sicher von unserem Ausflug berichten und hoffentlich viele schöne Bilder mitbringen!
Ich schicke Euch viele sonnige, warme Grüsse aus dem Süden!
Addio Urbino und San Marino und herzlich willkommen leckerer Feigen-Pecorino-Salat…
Heute nehme ich Euch an drei Orte mit, die Ihr dann getrost von Eurer „Sollte ich einmal gesehen haben“-Liste streichen könnt. Ich bin ja sonst immer sehr schnell zu begeistern, wenn eine Stadt ein bisschen alt ist,
eine schöne Kirche und ein zwei gute Kaffees hat. Der Signore und ich haben uns vor einigen Wochen die Städte Urbino, San Marino und San Leo angesehen und waren ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Warum werde ich Euch gleich sagen. Damit ich aber auch noch etwas absolut Positives schreiben kann, verrate ich Euch noch mein Rezept für ein Feigensalatdressing.
Fangen wir also bei Urbino an. Urbino liegt in der Nähe von Pesaro, ist Bischofssitz und wegen seiner reichen Architektur und Kulturgeschichte Teil des Weltkulturerbes. Urbino ist alles andere als touristisch,
ja ich möchte sogar sagen, dass es dort etwas verschlafen, ruhig und beschaulich zu und her geht. Wer also auf der Suche nach Ruhe ist, ist in Urbino genau richtig. Mir war es einfach zu verschlafen und ich hätte mich sehr über ein paar hübsche, kleine Spezialitätengeschäfte oder ein wirklich gutes Bistro gefreut. Vielleicht habe ich auch zu wenig lange gesucht. Aber eben, vom Hocker gerissen hat es mich nicht. Grundsätzlich ist das Städtchen hübsch, aber eben auch kein Ort, an den ich jetzt unbedingt zurückkehren möchte.
Nach Urbino ging es dann weiter in unser Hotel in der Nähe von Pesaro, das ich allen empfehlen kann, die auf der Reise in den Süden gerne eine Nacht halt machen und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis wollen. Der Pool hat es mir dann auch wirklich angetan, weil man von dort aus durch sanfte Hügel bis zur Adria sehen konnte. Hier geht es zur Internetseite des Hotels: https://www.villacattani.it/de/
Am nächsten Tag stand dann San Marino auf dem Programm, weil ein Bekannter davon geschwärmt und uns geraten hat dorthin zu gehen. Mit San Marino ist das eine interessante Sache. San Marino heisst eigentlich Repubblica di San Marino und ist eine der ältesten Republiken der Welt. Während Kleinstaaten wie Monaco und der Vatikan vielen eine Begriff sind, ist San Marino praktisch unbekannt. Die Gründung San Marinos geht dem Mythos nach auf das Jahr 300 zurück, als sich Marinus zusammen mit anderen Christen vor der Christenverfolgung auf dem Berg Titan versteckt haben soll. Auf diesem Ausläufer des Apeningebirges wurde dann die Stadt San Marino gebaut. Darum herum erstreckt sich auf einem Gebiet von 60,57 Kilometer die Republik San Marino. Unser Bekannter erklärte uns auch, dass San Marino ähnlich wie die Schweiz sei. Was das Bankgeheimnis angeht, hat er Recht damit.
In San Marino finden sich auch unzählige Geschäfte, in denen es Markenkleider, Parfums und Waffen zu massiv günstigeren Preisen als im angrenzenden Italien zu kaufen gibt. Dies ist aber auch ein Grund, warum mir die Stadt überhaupt nicht gefällt. Abgesehen natürlich von den Touristenhorden und den dazugehörigen schrecklichen Kneipen, in denen es überall das gleiche hässliche Essen gibt. Ja kulinarisch habe ich in San Marino gelitten. Ich habe mich dann aufs Hungern verlegt, was meine Stimmung nicht unbedingt gehoben hat. Eben, man kann es sich mal ansehen, aber man muss nicht. Denn grundsätzlich wäre die Stadt auf dem Hügel sehr imposant und eigentlich der Inbegriff des pittoresken Städtchens mit schönen Bauten und südlichem Charme. Eigentlich… Der Signore hat mich dann ganz schnell weggeschafft, weil er Angst hatte, dass jemand meine Schimpftiraden auf die Touristen, das schlechte Essen und die schrecklichen
Waffengeschäfte verstehen könnte.
Als entspannendes Kontrastprogramm sind wir dann nach San Leo gefahren. Das Städtchen mit gut 2000 Einwohnern liegt zu einem grossen Teil hoch oben auf einem Felsen. Es scheint geradezu aus dem Felsen herausgewachsen zu sein. Darüber thront die eindrucksvolle Festung von San Leo. Von all den
drei Städten ist das die Einzige, wo ich gerne nochmal hingehen würde. Denn sie ist klein, sehr sauber und unglaublich ruhig. Wenn ich so richtig erschöpft wäre, würde ich mich dort erholen gehen und so richtig die Seele baumeln lassen. San Leo hat übrigens auch eine sehr schöne romanische Kirche. Zum Schluss unserer Rundfahrt haben wir noch in Arezzo einen Halt gemacht. Weil ich davon so begeistert war, werden wir da sicher nochmal hinfahren und Euch dann in einem separaten Eintrag darüber berichten.
Weil wir zwei Tage lang nur Pizza und Pasta gegessen haben, weil es einfach nichts anderes gab, und diese nicht einmal wirklich gut war, haben der Signore und ich, als wir wieder Zuhause waren, einen gesunden Tag
eingelegt. Teil davon war auch ein Salat mit Feigen und einem herrlichen Feigendressing. Mir fällt auf, dass ich in letzter Zeit viel über Salate schreibe. Das ist eigentlich völlig atypisch für mich, da ich Salat gar nicht so gerne mag… Bei der lieben Kathrin vom Blog Kuisine habe ich aber letzthin einen Bohnensalat mit Feigen gesehen und mich dann wieder an mein eigenes Feigendressing erinnert. Unter www.kuisine.ch findet ihr die Rezepte von Kathrin.
Und hier nun das Rezept für mein Feigendressing:
Zutaten
1 Esslöffel Honig, 2 Esslöffel Aceto Balsamico, 6 Esslöffel Olivenöl, etwas Salz und Kräuter (ich nehme hier wieder das „Gute Laune“-Gewürz von Sonnentor), eine Feige. Zuerst alle Zutaten abmessen und gut verrühren, dann die Feige ohne Schale in kleine Stücke schneiden, zerdrücken und unter die Sauce rühren.
Das Dressing passt gut zu grünem Salat mit Wallnüssen und Pecorino-Käse und einem feinen, rustikalen Brot. Zum Pecorino muss ich kurz noch etwas sagen. Pecorino ist ein wirklich sehr sehr guter italienischer Schafskäse. Wir Schweizer sind ja immer sehr stolz auf unsere eigene Käsekultur. Aber ich muss gestehen, dass die Italiener es Käsetechnisch eben auch drauf haben. Ich wage sogar zu behaupten, dass ihre Käseauswahl raffinierter ist als unsere. Der Schweizer-Käse wird bei der Produktion dafür aber sicher besser überwacht und ist daher wohl hochwertiger. Aber eben, so ein richtig guter Pecorino macht mich auch
immer wieder glücklich… Man sollte ja auch kulinarisch einmal über den Tellerrand schauen. Obwohl mein liebster Käse der Alpkäse aus dem schönen Justistal im Berner Oberland in der Schweiz bleibt. Darüber habe ich ja aber schon im letzten Beitrag geschrieben.
So, nachdem es nun von Bischöfen zu Kleinstaaten und romanischen Kirchen und Käse ging, wünsche ich Euch nach diesem virtuellen Ausflug quer durch Italien einen wunderschönen Tag!
Nachdem der Post über unser Hochzeitsfest alle Rekorde gebrochen hat und so oft angeklickt und geteilt wurde wie noch Keiner zuvor, geht es heute wieder zurück in südlichere Gefilde. Leider kann ich Euch ja nicht jeden Tag mit Hochzeitsbildern beglücken, auch wenn Euch das offenbar gefallen würde. Ich möchte aber an dieser Stelle einmal allen danken, die meinen Blog weiterempfehlen, den Blog auf ihrer Seite verlinkt haben, Links auf Facebook teilen und meine Texte und Bilder kommentieren. Ich freue mich immer riesig darüber. Auch deshalb, weil ich mich hier unten im Süden manchmal etwas einsam fühle und mich nach Kommunikation mit meinen lieben Mitmenschen sehne. Kommunikation kommt zwar in Italien eigentlich auch nicht zu kurz. Gerade letzte Woche waren der Signore und ich in der Schweiz zum Essen eingeladen und mussten beschämt feststellen, dass wir in Italien zu unglaublichen Quasselstrippen mutiert sind… Sagen wir so, er spricht jetzt einfach fast gleich viel wie ich;) Aber eben, Kommunikation auf Italienisch und in einem mörderischen Tempo ist mir dann doch oft zu mühsam…
In einem bestimmten Fall nehme ich es aber immer wieder mit Freuden auf mich Italienisch zu sprechen: Beim Einkaufen. Im heutigen Post soll es daher um ein besonders schönes Shoppingerlebnis in Florenz gehen. Darüber, dass Papier und Siegel ein schönes Mitbringsel aus Florenz sind, habe ich ja bereits hier und hier geschrieben. Es gibt aber noch etwas Weiteres, in dem die Florentiner oder auch die Toskaner im Allgemeinen oder vielleicht sogar die Italiener ganz gross sind. Und das ist die Herstellung von Biokosmetika mit hochwertigen Inhaltsstoffen.
Vor noch nicht allzu langer Zeit waren mir Inhaltsstoffe in Kosmetika völlig schnuppe. Ein gutes Gesichtswässerchen, eine Creme oder ein Dusch mussten nicht mehr als gut riechen, nicht allzu teuer sein und allenfalls noch schön aussehen. Nach und nach hat sich meine Einstellung dazu verändert. Mir wurde bewusst, dass es sich bei Kosmetika ähnlich verhält wie mit dem Essen. Entweder stopft man sich den ganzen Tag mit Fast Food voll oder man bemüht sich um gute Zutaten und Ingredienzen. Obwohl ich auch immer noch ab und zu ganz herkömmliche Produkte verwende, bemühe ich mich immer mehr auf die Inhaltsstoffe meiner Beautyprodukte zu achten.
So ist Florenz für mich in dieser Hinsicht ein Paradies. Denn hier gibt es nicht nur wunderbare Schreibwarengeschäfte, die Cartoleria heissen, sondern man kann in Florenz herrliche Biokosmetika in den Läden mit dem Namen „Erboristeria“‚ kaufen . Das Wort steht für die Pflanzenkunde im Allgemeinen. Besonders berühmt für seine Salben und Duftwasser ist das Kloster Santa Maria Novella, das ganz in der Nähe vom Bahnhof liegt. Da das Ganze aber sehr touristisch ist, habe ich dort noch nie etwas gekauft. Dafür kaufe ich gerne im „Erbario Toscano“ an der Via del Corso 38 ein. Dort gibt es erstklassige Beautyprodukte frei von Silikonen und anderen „bösen“ Inhaltsstoffen. Dazu kommt, dass sie wunderschön verpackt werden und Dank den zart duftenden, ätherischen Ölen einfach himmlisch riechen. Hier geht es zur Internetseite von www.erbariotoscano.it Die Produkte können auch Online bestellt werden. Ob das mit dem Versand ausserhalb von Italien klappt, kann ich leider nicht sagen.
Ich mag an diesen Geschäften auch besonders, dass sie so schön ausgestattet sind und ganz und gar nicht an die Bio-Öko-Läden erinnern, in denen sonst normalerweise Biokosmetika verkauft wird. Nein, auch hier wird viel Wert auf die Präsentation und Ästhetik gelegt. Zusätzlich sind die Angestellten sehr höflich und nehmen sich viel Zeit für ihre Kunden.
Da vermutlich die wenigsten von Euch lieben Leserinnen und Lesern gleich eine Erboristeria um die Ecke haben, hier noch ein kleiner Beautytipp, den mir eine Italienerin gegeben hat. Olivenöl innerlich und äusserlich angewendet sei ihr Schönheitsgeheimnis, erklärte die Dame. Innerlich bin ich schon auf dem guten Weg. Der Signore erhielt bei der Arbeit letzthin eine Fünfliterkanne Olivenöl geschenkt, diese ist bereits zu einem Drittel geleert. Das sind mehr als einen Liter Olivenöl in zwei Monaten. Mamma mia….Äusserlich kann ich das Olivenöl besonders für ein Peeling gegen trockene Haut empfehlen. Dazu vermischt Ihr einfach einen Esslöffel Olivenöl mit einem Kaffeelöffel Zucker und reibt Euch damit ein. Je nach Bedarf wiederholt ihr die Prozedur. Das geht natürlich am besten unter der Dusche. Gerade im Winter hilft das sehr gut gegen trockene Haut und entfernt sanft abgestorbene Hautschuppen. Wenn Ihr mögt, könnt Ihr dem Ganzen noch ein paar Tropfen von einem ätherischen Öl beimischen. Einfach weil Olivenöl ja nicht so unglaublich gut riecht. Also zumindest nicht für die Körperpflege. Besonders bei kaltem Winterwetter gebe
ich eine Stunde vor der Haarwäsche auch gerne einmal etwas Olivenöl in die Haarspitzen. Sie werden dadurch wunderbar weich und gepflegt. Gleichzeitig nährt Olivenöl natürlich auch die ausgetrocknete Haut nach dem Sonnenbaden.
Also, plant bei Eurem nächsten Toskana-Aufenthalt unbedingt den Besuch in einer Erboristeria ein. Es lohnt sich!
Nun wünsche ich Euch allen einen gepflegten, zart duftenden Tag;)
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